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Wochenbericht des DIW Berlin 48/02

Zu wenig weibliche Führungskräfte
unter den abhängig Beschäftigten

Bearbeiter Elke Holst
Im Jahre 2000 stellten in Deutschland Frauen die Mehrheit der Angestellten und Beamten (57 %), sie nahmen aber nur etwa ein Viertel der höheren Positionen und Führungspositionen ein. In den zukunftsträchtigen Hochtechnologiebereichen waren Frauen an der Spitze noch seltener anzutreffen als in den traditionellen Branchen. Die besten Chancen für Frauen bietet der Dienstleistungssektor einschließlich des öffentlichen Dienstes. Männer in höheren Positionen sind meistens verheiratet und leben in Familien, bei den Frauen trifft dies nur für etwa die Hälfte zu. Der durchschnittliche Monatsnettoverdienst für Vollzeitbeschäftigte in höheren Positionen betrug im Jahre 2000 für Männer 4 800 DM (2 454 Euro), er lag bei Frauen mit 3 180 DM (1 626 Euro) weit darunter. Angestellte in Führungspositionen verdienten netto 6 000 DM (3 068 Euro) bzw. 3 550 DM (1 815 Euro). In Ostdeutschland sind die Unterschiede geringer: Männer in höheren Positionen verdienten hier "nur" etwa 1,2-mal so viel wie Frauen. Das Durchschnittsgehalt der höheren Angestellten und Beamten lag dabei im Jahre 2000 mit 3 050 DM (1 559 Euro) netto deutlich unter dem Niveau Westdeutschlands (4 500 DM bzw. 2 301 Euro). Insgesamt besteht ein erheblicher Nachholbedarf bezüglich des Anteils und der Verdienste von Frauen in höheren Positionen. Zur Verbesserung der beruflichen Situation der Frauen hat sich die Bundesregierung im Rahmen des Amsterdamer Vertrages verpflichtet. Vor dem Hintergrund eines wachsenden Fachkräftemangels wird auch die Privatwirtschaft noch erhebliche Anstrengungen unternehmen müssen.

Nach den Ergebnissen des vom DIW Berlin durchgeführten Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) waren im Jahre 2000 hochgerechnet etwa 3,9 Mill. Männer und 1,5 Mill. Frauen in höheren Positionen tätig, dies sind 17 % aller abhängig Beschäftigten. [1] Darunter befinden sich etwa eine halbe Million Angestellte mit umfassenden Führungsaufgaben. Mehr als eine Million Männer und knapp 0,7 Mill. Frauen waren in höheren Positionen im öffentlichen Dienst beschäftigt (zu Datenbasis und Definitionen vgl. Kasten)

An der Dominanz der Männer in höheren Positionen hat sich auch in den vergangenen beiden Jahrzehnten nichts geändert (Abbildung). Infolge der deutschen Vereinigung fiel der Anteil der Frauen geringfügig höher aus. In der DDR hatten Frauen, nicht zuletzt aufgrund ihrer stärkeren Erwerbsbeteiligung, etwas öfter höhere Positionen inne.

Frauen in Großunternehmen selten an der Spitze Das durchschnittliche Alter der höheren Angestellten und Beamten - die im Folgenden betrachtet werden - lag im Jahre 2000 bei knapp 50 Jahren; Angestellte mit umfassenden Führungsaufgaben waren im Durchschnitt drei Jahre älter (Tabelle 1). Weibliche höhere Angestellte und Beamtinnen insgesamt waren etwas jünger als die Männer, bei den umfassendend Führenden verhielt es sich dagegen umgekehrt. Im Vergleich zu den Männern waren Frauen, die Karriere machten, wesentlich häufiger unverheiratet.

Kinder unter 16 Jahren lebten allerdings häufiger in Haushalten, in denen der Mann eine höhere Position innehatte. Die Väter arbeiteten aber kaum Teilzeit, bei den Frauen waren dies dagegen 20 %. Mehr als die Hälfte davon waren im öffentlichen Dienst beschäftigt; Beamtinnen hatten besonders häufig ihre Arbeitszeit reduziert (27 %). Auch in Haushalten von Hochqualifizierten wird die Betreuung der Kinder überwiegend von der Partnerin übernommen. Hinter einem erfolgreichen Mann steht also offenbar meist eine sorgende Frau.

Bei den höheren Angestellten und Beamten waren sowohl Männer als auch Frauen gut ausgebildet: Fast alle hatten das Abitur, etwa neun von zehn eine weitere hochschulische Ausbildung. Drei Viertel von ihnen verblieben in ihrem erlernten Beruf. Führungsaufgaben wurden fast ausschließlich von Personen mit deutscher Nationalität wahrgenommen.

Die meisten höheren Angestellten und Beamten waren schon länger - nämlich durchschnittlich 11,3 Jahre - in ihrem Unternehmen beschäftigt. Frauen gehörten durchschnittlich 6,5 Jahre ihrem Betrieb an, Männer knapp zwölf Jahre. Offenbar gelingt Frauen durch einen Jobwechsel eher der Aufstieg in eine höhere Position, während Männer häufiger im selben Unternehmen Karriere machen.

Frauen in höheren Positionen arbeiteten überdurchschnittlich häufig in kleinen und mittleren Betrieben. Dass Karrieren in Großunternehmen wohl besonders schwierig für Frauen sind, bestätigen auch viele andere Studien. [2] In den zukunftsträchtigen Hochtechnologiebereichen gibt es noch seltener weibliche Führungskräfte als in den traditionellen Branchen. Eine aktuelle Umfrage in der Telekommunikationsindustrie ergab, dass dort überhaupt keine weiblichen Führungskräfte anzutreffen waren. [3] Bei den 30 DAX-notierten Unternehmen befand sich im Jahre 2000 keine einzige Frau im Vorstand. [4]

Die besten Chancen für Frauen bieten die Dienstleistungen, insbesondere der öffentliche Dienst. Hier waren nach den Ergebnissen des SOEP 69 % der Frauen in hoch qualifizierten Tätigkeiten und 45 % der Frauen mit umfassenden Führungsaufgaben beschäftigt (Männer 45 % bzw. 26 %). Die Domäne der Männer lag dagegen im produzierenden Gewerbe (42 %, Frauen 14 %).

Männer verdienen netto 1,5-mal so viel wie Frauen Eurostat zeigte kürzlich in einer Studie, dass Deutschland im europäischen Vergleich das größte Gefälle bei den geschlechtsspezifischen Verdiensten aufweist; hierzulande verdienen Frauen 24 % weniger als die Männer. [5] Die Verdienste nähern sich nur langsam an. [6] Eine Studie des Statistischen Bundesamtes belegt für das Jahr 2001 einen Verdienstabstand von 21 %. [7]

Die SOEP-Ergebnisse zeigen die erhebliche Diskrepanz auch bei den höheren Angestellten und Beamten in Deutschland (Tabelle 2). Männliche Vollzeitkräfte in höheren Positionen verdienten im Jahre 2000 im Monat durchschnittlich etwa 4 800 DM [8] netto, das ist 1,5-mal so viel wie ihre vollbeschäftigten Kolleginnen in entsprechenden Jobs. In Ostdeutschland verdienten Männer dagegen nur geringfügig mehr. Hier lagen allerdings die Durchschnittsgehälter mit 3 050 DM netto auch deutlich unter denen in Westdeutschland.

Ehemänner verfügen meist über eine günstigere Lohnsteuerklasse als Ehefrauen; sie profitieren also weit häufiger vom Ehegattensplitting (bei Nichterwerbstätigkeit oder geringem Erwerbsumfang und Verdienst der Ehefrau). Dies schlägt sich im Verdienst nieder: Brutto verdienten Ehemänner knapp 1,4-mal so viel wie Ehefrauen, nach Abzug von Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen sogar das 1,5-fache.

In Großunternehmen wurden die höchsten Verdienste erzielt. Auch höhere Beschäftigte in Betrieben mit 200 bis unter 2 000 Arbeitskräften wiesen noch überdurchschnittliche Verdienste auf. Die geringsten Einkommen wurden in kleinen Unternehmen mit bis zu 20 Beschäftigten verdient. Hier waren überdurchschnittlich häufig Frauen beschäftigt. Nach Sektoren waren die geschlechtsspezifischen Unterschiede beim Verdienst ähnlich hoch: Im produzierenden Gewerbe verdienten Männer in höheren Positionen gut 1,4-mal, im Handel knapp 1,5-mal und bei den Dienstleistungen gut 1,5-mal so viel wie ihre Kolleginnen; im öffentlichen Dienst erzielten sie jedoch ein knapp 1,6-faches Nettoeinkommen. [9]

Höhere Beamte verdienten im Durchschnitt netto etwa 40 % mehr als höhere Angestellte. Dies liegt vor allem daran, dass sie z. B. keine Abgaben zur Renten- und Arbeitslosenversicherung zahlen müssen. Ihr Bruttogehalt [10] war "nur" reichlich 10 % höher. Beamtinnen im höheren Dienst verdienten allerdings auch brutto deutlich mehr als weibliche höhere Angestellte (das 1,3-fache), netto sogar mehr als 60 %.

Traditionelle Aufgabenteilung im Haushalt begünstigt Männer Die einzelnen Einflussfaktoren für die Höhe des Nettoeinkommens werden im Folgenden mit Hilfe eines Regressionsverfahrens untersucht (Tabelle 3). Das Modell zeigt, dass Einkommen und Alter miteinander korrelieren, jedoch ist dieser Zusammenhang nicht linear. Für eine 30-jährige Beschäftigte in einer höheren Position führte ein zusätzliches Lebensjahr netto beispielsweise zu einer Gehaltsverbesserung von etwa 2 % (Frauen 1,5 %), für einen 50-Jährigen erhöhte ein zusätzliches Lebensjahr den Verdienst kaum noch. [11] Vom 55. Lebensjahr an wurden im Durchschnitt pro zusätzliches Lebensjahr negative Zuwächse erzielt (Frauen vom 54. Lebensjahr an).

Für Frauen wirkt die Ehe insgesamt verdienstmindernd: Ehefrauen verdienten netto im Durchschnitt 7 % weniger als ihre unverheirateten Kolleginnen. Dagegen verdienten verheiratete Männer 13 % mehr als männliche Singles. Nur für die Männer in höheren Positionen ließ sich nachweisen, dass Kinderzahl und Einkommen positiv korrelierten.

Die Höhe des Verdienstes hängt entscheidend davon ab, ob die Beschäftigten in Ost- oder Westdeutschland leben. Männer in höheren Positionen in Ostdeutschland verdienten bei sonst gleicher Situation netto 30 % weniger als ihre westdeutschen Kollegen. Bei den Frauen war der Unterschied zwischen West- und Ostdeutschland mit 7 % deutlich geringer.

Führungskräfte verfügten in Deutschland über eine hohe Ausbildung. Ein zusätzliches (hoch-) schulisches Bildungsjahr zahlte sich für beide Geschlechter in einem potentiellen Gehaltsanstieg von etwa 3 % aus. Bei einem Monatsgehalt von 4 000 DM bedeutet dies beispielsweise einen Anstieg um 120 DM pro zusätzliches (hoch-)schulisches Bildungsjahr.

Männer in höheren Positionen verdienten am meisten in Großunternehmen. Dies gilt für Frauen nicht in gleichem Maße. Die Arbeitszeit hatte erwartungsgemäß einen starken Einfluss auf den Verdienst von Männern und Frauen. Das Einkommen der Frauen erhöhte sich pro zusätzliche Stunde Erwerbsarbeit um durchschnittlich 9 % (Männer 8 %).

Angestellte Männer mit umfassenden Führungsaufgaben verdienten ein Drittel mehr als Kollegen in höheren Positionen, die dieses breitere Aufgabenspektrum nicht hatten. Bei den Frauen konnte diesbezüglich kein signifikanter Unterschied festgestellt werden. Der Sektor, in dem die Beschäftigung ausgeübt wird, hatte weder bei Männern noch bei Frauen einen signifikanten Einfluss auf den Verdienst.

Ausblick Die Untersuchung zeigt, dass Männer die qualifizierten Tätigkeiten und umfassenden Führungspositionen stark dominieren. Je höher die Funktion, desto weniger sind Frauen anzutreffen. Dies hat sich in den vergangenen Jahren nicht geändert. Zudem verdienen Männer in Führungspositionen deutlich mehr als Frauen, die Einkommensunterschiede zwischen den Geschlechtern nehmen in den Spitzenpositionen noch zu. Insgesamt sind Männer häufiger in Betrieben tätig, in denen höhere Einkommen erzielt werden; sie verdienen aber auch in vergleichbaren Situationen im Durchschnitt mehr als Frauen. Die Strukturen in Betrieben und am Arbeitsmarkt lassen bislang keinen Ansatz zur grundsätzlichen Verbesserung der Situation erkennen. Damit ergibt sich ein erheblicher Nachholbedarf für die Frauen sowohl beim Anteil der Frauen an den höheren Positionen als auch beim Einkommen.

Im Zuge des Amsterdamer Vertrages [12] hat sich Deutschland verpflichtet, die Richtlinien des EU-Rates zur Gleichbehandlung im Beruf umzusetzen. [13] Der Europäische Rat fordert unter anderem, dass Deutschland "... sich verstärkt um eine Verringerung des geschlechtsspezifischen Lohngefälles bemühen ..." soll. [14] Im Rahmen des Nationalen Beschäftigungspolitischen Aktionsplans [15] wurden die Geschlechterdifferenzen bei den Führungspositionen moniert. Die Bundesregierung hat daher im vergangenen Jahr das Gleichstellungsdurchsetzungsgesetz [16] für die Bundesverwaltung verabschiedet, mit dem die Job- und Aufstiegschancen von Frauen gefördert werden sollen. Ein entsprechendes Gesetz für die Privatwirtschaft wurde zugunsten einer Selbstverpflichtung der Unternehmen nicht verabschiedet. Ob die Vereinbarung zwischen der Bundesregierung und den Spitzenverbänden der deutschen Wirtschaft zur Förderung der Chancengleichheit von Frauen und Männern in der Privatwirtschaft [17] tatsächlich Wirkung zeigt und zu einem Anstieg des Anteils von Frauen in Führungspositionen beitragen kann, bleibt abzuwarten. Die demographische Entwicklung wird möglicherweise dazu beitragen, dass Unternehmen im Interesse der eigenen "Daseinsvorsorge" Bedingungen schaffen, die es Frauen besser ermöglicht, entsprechende Spitzenpositionen zu erklimmen, ohne ihren Familienwunsch aufgeben zu müssen. Dies mildert den Fachkräftemangel und sichert den Unternehmen ein Angebot an qualifizierten Arbeitskräften.

Kasten

Datenbasis und Definitionen


Kontinuierliche Erhebungen über Umfang und sozio-ökonomische Struktur von qualifizierten Erwerbstätigen und Führungskräften mit umfassenden Aufgaben sind bislang in der amtlichen Statistik kaum zu finden. [1] Es besteht ein erheblicher Informationsbedarf zu dieser Personengruppe. Im vom DIW Berlin zusammen mit Infratest Sozialforschung erhobenen Sozio-oekonomischen Panel (SOEP) wurden jährlich seit 1984 in Westdeutschland und seit 1990 (noch vor der Währungsunion) in Ostdeutschland Personen unter anderem nach ihrer beruflichen Stellung und ihrem Einkommen befragt. [2] Die repräsentative Stichprobe wurde im Laufe der Jahre verschiedentlich aufgestockt; im Jahre 2000 wurde sie nahezu verdoppelt und erreichte einen Umfang von über 24 000 Befragten. Damit sind auch tiefer gegliederte Analysen für kleinere Gruppen - wie Beschäftigte in höheren Positionen - aussagekräftig.

Als abhängig Beschäftigte in höheren Positionen werden hier höhere Angestellte und Beamte bezeichnet, die angaben, entweder Beamte im höheren Dienst (einschließlich Richter und Berufssoldaten) oder Angestellte mit hoch qualifizierter Tätigkeit oder Leitungsfunktion zu sein. Dazu gehören alle Beamtinnen und Beamten von der Besoldungsgruppe A13 an (z. B. auch Lehrerinnen und Lehrer an Gymnasien) sowie z. B. wissenschaftliche Angestellte, Ingenieurinnen und Ingenieure, Abteilungsleiterinnen und Abteilungsleiter. Weiterhin wurden den Beschäftigten in höheren Positionen Angestellte mit umfassenden Führungsaufgaben zugeordnet. Dies sind beispielsweise Direktorinnen und Direktoren, Geschäftsführerinnen und Geschäftsführer oder auch Vorstände größerer Betriebe und Verbände. [3]

Für das Jahr 2000 wurden im SOEP 543 weibliche und 1 411 männliche höhere Angestellte und Beamte identifiziert, darunter 40 weibliche und 168 männliche Angestellte mit umfassenden Führungsaufgaben.

[1] In vierjährigem Abstand werden ausführlichere Informationen zur Stellung im Beruf berichtet. Vgl. zuletzt Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Beruf, Ausbildung und Arbeitsbedingungen der Erwerbstätigen. Ergebnisse aus dem Mikrozensus. Fachserie 1, R 4.1.2. Wiesbaden 2000; Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Leben und Arbeiten in Deutschland. Wiesbaden 2001. Die Datenlage verbessert sich nur sehr langsam. Für eine aktuelle Studie vgl. Deutscher Bundestag (Hrsg.): Bericht der Bundesregierung zur Berufs- und Einkommenssituation von Frauen und Männern. Drucksache 14/8952 vom 25.4.2002. Berlin. Für eine neue international vergleichende Studie unter Berücksichtigung von Frauen und Männern in Führungspositionen vgl. z. B. Eurostat (Hrsg.): Das Leben von Frauen und Männern in Europa. Ein statistisches Porträt. Themenkreis 3 - Bevölkerung und soziale Bedingungen. Luxemburg 2002, S. 69 ff.

[2] Vgl. SOEP Group: The German Socio-Economic Panel (GSOEP) after more than 15 years - Overview. In: Elke Holst, Dean R. Lillard und Thomas A. DiPrete (Hrsg.): Proceedings of the 2000 Fourth International Conference of German Socio-Economic Panel Study Users (GSOEP2000). In: Vierteljahrshefte zur Wirtschaftsforschung, Jg. 70, Nr. 1, 2001, S. 7-14.

[3] Arbeiter und Selbständige (einschließlich mithelfender Familienangehörige) sowie Auszubildende und Praktikantinnen und Praktikanten bleiben damit von der Analyse ausgeschlossen. Unter den Arbeitern befindet sich nur eine sehr kleine Fallzahl von weiblichen Führungskräften (Meisterinnen, weibliche Poliere, Vorarbeiterinnen). Eine geschlechtsspezifische Auswertung dieser Gruppe ist daher nicht sinnvoll.



[1] Einschließlich Arbeiterinnen und Arbeitern (ohne Auszubildende).

[2] Nach Angaben der Bundesregierung schwankte der Anteil von Frauen in Führungspositionen in der Wirtschaft im Jahr 1999 zwischen 5 % und 16 %, je nach Größe des Unternehmens und der Management-Ebene; vgl. Bundesrepublik Deutschland: Nationaler Beschäftigungspolitischer Aktionsplan 2001, S. 65, http://www.bundesfinanzministerium.de/Anlage2271/ Nationaler-Beschaeftigungspolitischer-Aktionsplan-2001.pdf. Vgl. auch ibv informationen für die Beratungs- und Vermittlungsdienste (Hrsg.): Gender mainstreaming. Es wird Zeit. In: Chancengleichheit von Frauen und Männern am Arbeitsmarkt, Nr. 20 vom 16. Mai 2001, S. 1266; Sonja Bischoff: Männer und Frauen in Führungspositionen der Wirtschaft in Deutschland - Neuer Blick auf alten Streit. Schriftenreihe der Deutschen Gesellschaft für Personalführung, Bd. 60. Köln 1999; Elke Holst: Frauen in Führungspositionen - Zur Situation der Frauen in Deutschland. In: Japanisch-Deutsches-Zentrum (Hrsg.): Frauen in Führungspositionen. Symposium Frauen in Führungspositionen, 14. September 2001, jdzb documentation Bd.1, Berlin 2002, S. 54-67.

[3] Vgl. Eurostat, a. a. O., S. 81.

[4] Vgl. Astrid Ziegler: Chancengleichheit - Geschlechterverhältnis auf dem Prüfstand. In: Böckler zum Bündnis - Informationen zu Vereinbarungen und Bündnissen für Arbeit, Nr. 25, Oktober 2002, S. 2.

[5] Vgl. Eurostat, a. a. O., S. 91 ff.

[6] Vgl. Steve Clark: Allmähliche, aber zögerliche Annäherung der Verdienste von Frauen und Männern in der EU. In: Eurostat (Hrsg.): Statistik kurz gefasst - Bevölkerung und soziale Bedingungen, Nr. 5, 2001.

[7] Diese Spanne variiert stark je nach Arbeitnehmergruppe und Wirtschaftszweig. Vgl. Birgit Frank-Bosch: Verdienstabstand zwischen Männern und Frauen. In: Wirtschaft und Statistik, Nr. 5, 2002, S. 395-409.

[8] Als Durchschnitt wird das Median-Einkommen herangezogen: Dabei handelt es sich um das Einkommen, über das eine Person verfügt, die in der Mitte der Einkommensverteilung liegt. Der Median ist gegenüber dem gebräuchlicheren arithmetischen Mittel robuster im Hinblick auf Messfehler.

[9] Diese Differenz ist im Wesentlichen auf die Angestellten im öffentlichen Dienst zurückzuführen. Beamte im höheren Dienst verdienten "nur" das 1,2-fache ihrer Kolleginnen. Bei den Spitzenkräften mit umfassenden Führungsaufgaben geht die Schere dagegen weit auseinander: Männer erzielten mit 6 000 DM netto 1,7-mal so viel wie Frauen.

[10] Tabellarisch nicht ausgewiesen.

[11] Der Marginaleffekt errechnet sich wie folgt: Koeffizient Alter + (2* Koeffizient Alter2) * Alter.

[12] Vertrag von Amsterdam zur Änderung des Vertrags über die Europäische Union, der Verträge zur Gründung der Europäischen Gemeinschaften sowie einiger damit zusammenhängender Rechtsakte. Luxemburg: Amt für amtliche Veröffentlichungen der Europäischen Gemeinschaften, 1997.

[13] Die EU-Richtlinie 2000/78/EG zur Festlegung eines allgemeinen Rahmens für die Verwirklichung der Gleichbehandlung in Beschäftigung und Beruf wurde am 27. November 2000 verabschiedet; vgl. Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften, L 303/16 DE vom 2.12.2000.

[14] Kommission der Europäischen Gemeinschaften: Empfehlung des Rates zur Durchführung der Beschäftigungspolitik der Mitgliedstaaten vom 12.9.2001. Brüssel, S. 11.

[15] Vgl. Bundesrepublik Deutschland ..., a .a. O., S. 66.

[16] Gesetz zur Durchsetzung der Gleichstellung von Frauen und Männern (Gleichstellungsdurchsetzungsgesetz - DGleiG). Drucksache 813/01, 2001.

[17] Vereinbarung zwischen der Bundesregierung und den Spitzenverbänden der deutschen Wirtschaft zur Förderung der Chancengleichheit von Frauen und Männern in der Privatwirtschaft vom 2.7.2000; http:// www.bundesregierung.de/dokumente/Artikel/ix_47142.htm.
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Tabelle 1
Höhere Angestellte und Beamte nach verschiedenen Merkmalen
im Jahre 2000

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Variablen                                         Insgesamt  Frauen  Männer

Beschäftigte in höheren Positionen

Fallzahlen

Deutschland insgesamt                                1 954     543   1 411
   Hoch qualifiziert                                 1 746     503   1 243
   Umfassend führend                                   208      40     168
Westdeutschland                                      1 535     376   1 159
   Hoch qualifiziert                                 1 365     346   1 019
   Umfassend führend                                   170      30     140
Ostdeutschand                                          419     167     252
   Hoch qualifiziert                                   381     157     224
   Umfassend führend                                    38      10      28

Gewichtete Anteile (in %)

Deutschland insgesamt                                100,0    28,2    71,8
   Hoch qualifiziert                                 100,0    28,5    71,5
   Umfassend führend                                 100,0    25,0    75,0
Westdeutschland                                      100,0    25,9    74,1
    Hoch qualifiziert                                100,0    26,1    73,9
    Umfassend führend                                100,0    24,2    75,8
Ostdeutschand                                        100,0    40,7    59,3
    Hoch qualifiziert                                100,0    42,0    58,0
    Umfassend führend                                100,0   (29,4)   70,6

Beschäftigte in höheren Positionen                   100,0   100,0   100,0
   Hoch qualifiziert                                  90,0    91,1    89,6
   Umfassend führend                                  10,0     8,9    10,4

Deutschland insgesamt                                100,0   100,0   100,0
   Westdeutschland                                    84,7    77,6    87,4
   Ostdeutschland                                     15,3    22,4    12,6

Nationalität                                         100,0   100,0   100,0
   deutsch                                            96,4    97,7    95,9
   nicht deutsch                                       3,6    (2,3)    4,1

Alter (in Jahren)
   Durchschnitt insgesamt                             49,8    48,8    50,2
      Hoch qualifiziert                               49,5    48,4    50,0
      Umfassend führend                               52,4    53,1    52,1

Altersgruppe (in %)                                  100,0   100,0   100,0
   Bis 29 Jahre                                        6,4     9,6     5,1
   30 bis 44 Jahre                                    51,0    49,8    51,5
   45 bis 59 Jahre                                    35,8    37,6    35,1
   60 Jahre und älter                                  6,8    (2,9)    8,3

Verheiratet (in %)                                    65,8    53,5    70,6

Kind(er) (unter 16 Jahren) im Haushalt (in %)         36,1    25,2    40,3
Durchschnittliche Anzahl der Kinder im Haushalt
(unter 16 Jahren, in %)                                0,6     0,4     0,7

Bildungsjahre (Durchschnitt) in Jahren                15,0    15,1    15,0

Dauer Unternehmenszugehörigkeit (insgesamt,  in %)    11,3    10,2    11,7
   Hoch qualifiziert                                  11,4    10,6    11,7
   Umfassend führend                                  10,5     6,5    11,9

Beschäftigungsumfang (in %)                          100,0   100,0   100,0
  Teilzeit                                             7,9    19,9     3,1
   Vollzeit                                           92,1    80,1    96,9
Geleistete Überstunden                                66,5    55,8    70,4

Tatsächliche Arbeitszeit (in Stunden)
Insgesamt (Durchschnitt)                              44,7    40,0    46,5
   Vollzeitbeschäftigte                               46,1    43,8    46,9
   Teilzeitbeschäftigte                               27,8    24,7    35,6

Im erlernten Beruf tätig (in %)                       76,5    80,1    75,1

Unternehmensgröße  (in %)                            100,0   100,1    99,9
   bis unter 20 Beschäftigte                          13,2    18,2    11,2
  20 bis unter 200 Beschäftigte                       32,4    30,7    33,0
  200 bis unter  2000 Beschäftigte                    25,3    28,0    24,4
  2 000 und mehr Beschäftigte                         29,1    23,2    31,3

Öffentlicher Dienst  (in %)                           31,6    45,1    26,3

Beamte (in %)                                          9,6    10,1     9,6

Wirtschaftsbereich (in %)                            100,0   100,1   100,0
   Land- und Forstwirtschaft, Fischerei
   Produzierendes Gewerbe                             34,5    14,5    42,5
   Handel, Gastgewerbe, Verkehr                       13,4    16,7    12,1
   Sonstige Dienstleistungen                          52,1    68,9    45,4

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( ): Fallzahl unter 20.

Summenbildung ungleich 100 % aufgrund von Rundung.

Quellen: SOEP; Berechnungen des DIW Berlin.

DIW Berlin 2002

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Tabelle 2
Vollzeitbeschäftigte höhere Angestellte und Beamte im Jahre 2000 
nach Nettoverdienst

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                                                 Anteil Netto-  Nachrichtlich:
                                                   verdienst    Anteil Brutto-
                           Ins-  Frauen  Männer    Männer an       verdienst
Variablen                 gesamt                 Nettoverdienst    Männer an
                                                     Frauen     Bruttoverdienst
                                                                    Frauen

                                 in DM                       in %

Durchschnittlicher
 monatlicher Nettoverdienst
- Median (in DM)          4 200   3 180   4 800          151           136

Nach:
Familienstand
  Verheiratet             4 850   3 400   5 050          149           137
  Nicht verheiratet       3 300   3 016   3 600          119           123

Tätigkeit
  Hoch qualifiziert       4 100   3 100   4 600          148           138
  Umfassend führend       5 300   3 500   6 000          171           143

Deutschland
  Westdeutschland         4 500   3 200   5 000          156           139
  Ostdeutschland          3 050   3 000   3 257          109           115

Arbeitgeber
  Öffentlicher Dienst     4 049   3 200   5 000          156           136
  Sonstige                4 200   3 148   4 650          148           138

Beschäftigungsverhältnis
  Beamte                  5 800   5 000   6 000          120           114
  Angestellte             4 000   3 050   4 500          148           142

Wirtschaftsbereich (in DM)
  Land- und Forst-
   wirtschaft, Fischerei    /       /       /             /             /
  Produzierendes Gewerbe  4 755   3 400   4 850          143           133
  Handel, Gastgewerbe,
   Verkehr                3 412   2 780   4 100          147           126
  Sonstige
   Dienstleistungen       4 120   3 200   4 900          153           129

Betriebsgröße
 (Beschäftigte)
  Unter 20                3 557   2 800   3 600          129           116
  20 bis unter 200        4 000   3 092   4 100          133           118
  200 bis unter 2 000     4 530   3 200   5 000          156           145
  2 000 und mehr          5 000   3 500   5 400          154           136

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/ : Fallzahl unter 20.

Quellen: SOEP; Berechnungen des DIW Berlin.

DIW Berlin 2002

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Tabelle 3
Erklärung des Nettoverdienstes von höheren Angestellten und Beamten
im Jahre 2000 (Einheitseffekte)

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Variablen                                              Frauen     Männer

Verheiratet (Referenz: Nichtverheiratete)             -0,0704**   0,1289*

Bis unter 20  Beschäftigte                            -0,1174**  -0,1288

20 bis unter 200 Beschäftigte                         -0,0343    -0,0560**

2 000 und mehr Beschäftigte (Referenz:
 Betriebe mit 200 bis
 unter 2 000 Beschäftigten)                           -0,0062     0,0408***

Beamte (Referenz: Angestellte)                         0,3165*    0,1163*

Unternehmenszugehörigkeit (in Jahren)                  0,0038***  0,0045*

Tatsächliche Arbeitszeit (in Stunden)                  0,0897*    0,0856*

Vollzeitbeschäftigte (Referenz: Teilzeitbeschäftigte)  0,4666*    0,6244*

Zahl der Kinder (unter 16 Jahren) im Haushalt          0,0097     0,0571*

(Hoch-)Schulische Bildung (in Jahren)                  0,0317*    0,0250*

Lebensalter (Koeffizienten)                            0,0331**   0,0445*

Lebensalter2 (Koeffizienten)                          -0,0003**  -0,0004*

Ostdeutschland (Referenz: Westdeutschland)            -0,0647**  -0,3020*

Umfassend führend (Referenz: Hochqualifizierte)        0,0682     0,3443*

Statistik

Konstante                                              5,80       5,12
Fallzahl                                             489      1 248
korr. R2                                               0,435      0,486

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Irrtumswahrscheinlichkeit: * kleiner gleich 0,01;
                          ** kleiner gleich 0,05;
                         *** kleiner gleich 0,10.

Quellen: SOEP; Berechnungen des DIW Berlin.

DIW Berlin 2002

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