Spitzenpositionen in großen Unternehmen fest in Männerhand

Pressemitteilung vom 14. Februar 2007

Aufsichtsräte und Vorstände sind in Deutschland nach wie vor fest in der Hand von Männern. Zu diesem Ergebnis kommt das DIW Berlin in seinem aktuellen Wochenbericht 7/2007. Im Aufsichtsrat der 200 größten Unternehmen in Deutschland sind Frauen nur zu knapp 8 % vertreten. Davon sind über die Hälfte aufgrund von Mitbestimmungsregelungen dorthin gelangt. Der Anteil der Unternehmen ohne eine Frau im Aufsichtsrat liegt bei über einem Drittel, am geringsten ist er bei den größten Unternehmen. Bei den Vorstandsposten sind Frauen noch schwächer vertreten. So ist in den 100 größten Unternehmen nur eine Frau im Vorstand. Bei den Top 200 sind nur elf Frauen im Vorstand, dies entspricht einem Anteil von gut einem Prozent. Die Ergebnisse zeigen, dass das Ziel der Gleichstellung der Geschlechter in Spitzenpositionen größerer Unternehmen in Deutschland nach wie vor in weiter Ferne liegt.
Unter den europäischen Ländern führt Norwegen mit einem Frauenanteil von knapp einem Drittel in den Entscheidungsgremien der 50 größten börsennotierten Unternehmen. Über dem Durchschnitt liegen auch die anderen skandinavischen Länder und die osteuropäischen EU-Mitgliedsstaaten; Deutschland befindet sich mit 11 % im Mittelfeld. Beim Anteil von Frauen in den breiter definierten Managementpositionen steht Deutschland nach Angaben der Europäischen Kommission mit rund einem Viertel am unteren Ende der Länderrangfolge. Selbst Länder mit relativ geringer Erwerbsbeteiligung der Frauen wie Spanien und Italien weisen hier mit jeweils knapp einem Drittel deutlich höhere Frauenanteile als Deutschland auf.