Website Archive
- may contain outdated content -

Wochenbericht des DIW Berlin 42/01

Erwerbsverhalten von Frauen: Trotz Annäherung immer noch deutliche Unterschiede zwischen Ost und West

Bearbeiter Elke Holst
Jürgen Schupp
Trotz der anhaltend schwierigen Arbeitsmarktlage bleibt die Erwerbsorientierung von Frauen in Ostdeutschland hoch; in Westdeutschland hat sie merklich zugenommen. In Ostdeutschland allerdings sind die Frauen häufiger unfreiwillig teilzeitbeschäftigt. Beim Arbeitszeitumfang zeichnet sich in ganz Deutschland ein Trend zu mehr Teilzeitarbeit ab. Der Wunsch nach Vollzeitbeschäftigung nimmt wieder zu. Dies steht im Zusammenhang mit der Pluralisierung der Lebensformen, die eine eigenständige Existenzsicherung insbesondere der Frauen immer wichtiger werden lässt.

In Westdeutschland ist die Erwerbsbeteiligung von Frauen seit der deutschen Vereinigung erheblich gestiegen. Der Mikrozensus weist für das Jahr 2000 eine Erwerbsquote (Anteil der Erwerbstätigen und Erwerbslosen an der Bevölkerung) von 69,6 % unter den 16- bis 59-jährigen Frauen aus (Tabelle 1); dies entspricht einer Steigerung von über 5 Prozentpunkten gegenüber 1991. In Ostdeutschland ist die Erwerbsquote der Frauen trotz des Rückgangs seit 1991 nach wie vor deutlich höher (83,3 %). Dies liegt vor allem daran, dass die Frauen dort eine höhere Erwerbsneigung haben und sich deshalb häufiger arbeitslos melden, wenn sie nicht erwerbstätig sind. Bei der Erwerbstätigkeit ist die Annäherung zwischen Ost und West ausgeprägter als bei der Erwerbsbeteiligung.

In Westdeutschland hatten knapp zwei Drittel der Frauen im erwerbsfähigen Alter eine Beschäftigung. Bei den Männern nahm der vergleichbare Anteil um 2,5 Prozentpunkte auf 81,4 % ab. Damit kam die Entwicklung auf dem westdeutschen Arbeitsmarkt insbesondere Frauen zugute: Deren Beschäftigung stieg über den gesamten Zeitraum, obwohl die Zahl der Erwerbstätigen insgesamt bis 1997 abnahm.

In Ostdeutschland ist der Anteil der erwerbstätigen Frauen nach dem Einbruch zu Anfang der 90er Jahre wieder gestiegen und liegt inzwischen bei 67 %. Dabei nahm deren Zahl zwar ab, der Rückgang bei der Basis (den Frauen im erwerbsfähigen Alter) war aber noch stärker.

Westdeutschland:
Frauenerwerbsarbeit gewinnt weiter an Bedeutung
Trend zu mehr Teilzeitbeschäftigung Nach Angaben des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) [1] waren im Jahre 2000 in Westdeutschland 42 % der erwerbstätigen Frauen sozialversicherungspflichtig vollzeit- und 27 % entsprechend teilzeitbeschäftigt (Tabelle 2). Verglichen mit 1991 hat sich ein deutlicher Wandel in der Struktur der Beschäftigungsverhältnisse vollzogen: Der Anteil von Frauen in Vollzeitbeschäftigung war im Jahre 2000 um 7 Prozentpunkte niedriger und der Anteil der teilzeitbeschäftigten Frauen um etwa den gleichen Wert höher. Geringfügige Beschäftigung spielt bei den Frauen eine weit größere Rolle als bei den Männern. Die Bedeutung der geringfügigen Beschäftigung ist zuletzt aber merklich zurückgegangen. Hier dürften die Auswirkungen der zum 1. April 1999 eingeführten Sozialversicherungspflicht erkennbar werden. [2] Im Jahre 2000 waren nur noch 11 % der erwerbstätigen Frauen geringfügig beschäftigt - nach 15 % drei Jahre zuvor. [3] Der Anteil von Frauen im Mutterschutz oder Erziehungsurlaub [4] (ohne gleichzeitige Erwerbstätigkeit) hat seit 1991 stetig zugenommen und lag im Jahre 2000 bei 7 %.

In den letzten 30 Jahren hat sich in Westdeutschland das Erwerbsverhalten von Frauen, insbesondere der Mütter, verändert. Immer mehr Mütter sind berufstätig. Für ihre Erwerbsbeteiligung spielt das Alter der Kinder eine herausragende Rolle (Tabelle 3). Mütter mit Kleinkindern im Haushalt gehen erwartungsgemäß in geringerem Umfang einer Beschäftigung nach (zusammengenommen 43 %) als Mütter mit älteren Kindern (bei 12- bis 16-jährigen Kindern z. B. 72 %). Der Mutterschutz/Erziehungsurlaub hat nur für Mütter mit kleinen Kindern erhebliche Relevanz. Unter den 70 % dieser Frauen, die den Mutterschutz/Erziehungsurlaub in Anspruch nehmen, üben immerhin noch 28 % eine Beschäftigung aus, allerdings zumeist mit reduziertem Stundenumfang; 43 % gehen keiner Beschäftigung nach. Von den knapp 30 % der Mütter mit kleinen Kindern, die keinen Mutterschutz/Erziehungsurlaub (mehr) in Anspruch nehmen, ist dagegen die Hälfte erwerbstätig.

Insgesamt ist zu erwarten, dass die Integration der Mütter in den Arbeitsmarkt in Westdeutschland voranschreitet. Das Problem der Vereinbarkeit von Familie und Beruf wird derzeit vor allem über die Ausübung einer Teilzeitbeschäftigung zu lösen versucht. Diese Beschäftigungsform birgt jedoch trotz der meist freiwilligen [5] Ausübung auch Risiken und Nachteile für die berufliche Karriere. [6]

Erwerbsorientierung Nichtbeschäftigter nimmt zu Auf dem Arbeitsmarkt spielen auch die Erwerbsabsichten Nichterwerbstätiger eine wichtige Rolle. Tabelle 4 zeigt die Struktur der Bevölkerung nach ihrem Erwerbsstatus und ihrer Nähe zum Arbeitsmarkt. Als erwerbstätig [7] gelten hier alle Personen, die zum Befragungszeitpunkt angeben, mindestens eine Stunde einer bezahlten Tätigkeit nachzugehen. [8] Alle anderen Personen, die keinerlei bezahlten Tätigkeit nachgehen, bilden die Nichterwerbstätigen, zu denen neben den Arbeitslosen und Personen in schulischer Ausbildung (einschl. Studium) auch die Stille Reserve [9] zählt (vgl. Tabellen 3 und 4).

Unter den 16- bis 59-jährigen Frauen hatten im Jahre 2000 nur noch 14 % keinen sich auf die nahe Zukunft beziehenden Erwerbswunsch (1991: 18 %). Aus der Stillen Reserve heraus wollten zusammengenommen etwa 6 % der Frauen eine Beschäftigung aufnehmen, wobei die Hälfte den Wunsch hatte, sofort oder innerhalb des nächsten Jahres erwerbstätig zu werden.

Nichtbeschäftigte schätzen ihre Chancen, eine geeignete Stelle zu finden, jedoch zumeist als schwierig ein (Tabelle 5). So hielten es im Jahre 2000 nur jeweils etwa 15 % der Frauen und Männer in Westdeutschland für leicht, eine geeignete Stelle zu finden; fast die Hälfte der weiblichen Nichterwerbstätigen hielt es für schwierig oder praktisch unmöglich.

Beim gewünschten Beschäftigungsumfang sind deutliche Differenzen zwischen Frauen und Männern zu erkennen, die den traditionellen Vorstellungen zur Aufgabenteilung im Haushalt folgen (Tabelle 6). Nichtbeschäftigte Männer wollen meist ausschließlich eine Vollzeittätigkeit ausüben, während nichtbeschäftigte Frauen vorwiegend an einer Teilzeitarbeit interessiert sind. Im Zeitverlauf scheint sich jedoch ein Wandel in den Arbeitszeitpräferenzen abzuzeichnen - allerdings bei Frauen und Männern in entgegengesetzter Richtung: So ist der Anteil der Männer, die eine Vollzeitbeschäftigung wünschen, seit 1991 um 4 Prozentpunkte gesunken, während er bei den Frauen in diesem Zeitraum um etwa den gleichen Betrag gestiegen ist. Weiterhin ist der Anteil der Frauen, die nur eine Teilzeitstelle wünschen, seit 1991 merklich gesunken (um 10 Prozentpunkte). Diese Entwicklung mag mit der stetigen Ausweitung des Anteils von Single-Haushalten - auch bei den Frauen im Alter von 16 bis 59 Jahren - zusammenhängen, [10] mit der die Notwendigkeit einer ausreichenden eigenständigen finanziellen Absicherung durch Erwerbstätigkeit steigt. [11]

Für Männer ist Teilzeitarbeit nach wie vor keine Alternative. Hier hat sich aber der Anteil derer, die noch nicht wissen, in welchem Umfang sie konkret arbeiten wollen, seit 1991 um 4 Prozentpunkte auf 9 % im Jahre 2000 erhöht.

Überwiegend zwei Verdienste in Ehepaar-Haushalten Die beschriebenen Veränderungen sind im Zusammenhang damit zu sehen, dass in den in die Analyse einbezogenen Ehepaar-Haushalten überwiegend beide Partner erwerbstätig sind, so dass der Mann nicht mehr als Alleinverdiener den Unterhalt des Haushalts sichert (Tabelle 7). Mittlerweile gehen in 61 % der Ehepaar-Haushalte beide Partner einer Beschäftigung nach; in 22 % der Fälle ist die Partnerin vollzeitbeschäftigt, in 39 % in Teilzeit oder geringfügig erwerbstätig. [12] Nur in 30 % der Ehepaar-Haushalte war der Mann im Jahre 2000 noch der traditionelle Alleinernährer (1991: 38 %). Die ausschließliche Berufstätigkeit der Partnerin ist allerdings nach wie vor die große Ausnahme (4 %), genauso wie die Nichterwerbstätigkeit beider Partner (5 %). [13]
Ostdeutschland:
Trotz anhaltend hoher Arbeitslosigkeit kein Rückzug vom Arbeitsmarkt
Hohe Erwerbsorientierung
bei den Frauen
In Ostdeutschland ist die Erwerbsorientierung von Frauen nach wie vor hoch: Nur 5 % der 16- bis 59-jährigen Frauen wollen gegenwärtig in absehbarer Zeit nicht erwerbstätig werden, fast der gleiche Anteil wie 1991 (Tabelle 4). Dabei ist die Lage auf dem Arbeitsmarkt anhaltend dramatisch. 16 % der Frauen sind arbeitslos gemeldet und gehen keiner Beschäftigung nach. Dennoch gibt es keine Anzeichen dafür, dass sich die Frauen vom Arbeitsmarkt zurückziehen. Ein zunehmender Teil versucht, die Chancen auf dem Arbeitsmarkt durch eine Ausbildung zu verbessern.

Die Aussichten, eine geeignete Stelle zu finden, werden in Ostdeutschland von Nichtbeschäftigten generell deutlich schlechter als in Westdeutschland eingeschätzt. Insbesondere Frauen sehen hier Probleme (Tabelle 5): Nur 3 % sind der Ansicht, es sei leicht, eine geeignete Stelle zu finden, mehr als drei Viertel halten es für schwierig oder unmöglich.

Ostdeutsche Mütter häufig erwerbstätig Auch zehn Jahre nach der Vereinigung haben die Mütter in Ostdeutschland, unabhängig vom Alter ihrer Kinder, eine höhere Erwerbsbeteiligung als in Westdeutschland (Tabelle 3). 30 % der Frauen mit Kindern unter 4 Jahren - ein doppelt so hoher Anteil wie in Westdeutschland - waren im Jahre 2000 erwerbstätig, ohne dass sie sich im Mutterschutz oder Erziehungsurlaub befanden. Auffällig ist, dass es kaum Mütter gibt, die keine Arbeitsmarktnähe aufweisen.

Der Mutterschutz/Erziehungsurlaub wird nicht so oft wie in Westdeutschland in Anspruch genommen. Wer dies allerdings tut, bleibt im Vergleich zu Westdeutschland häufiger ganz zu Hause (Ost: 52 %, West: 43 %). Offenbar wird der Elternurlaub des Öfteren zur Überbrückung der Probleme am Arbeitsmarkt genutzt. Die Wiedereingliederung nach der Erwerbsunterbrechung ist aber häufig schwierig [14] : Der Anteil arbeitslos gemeldeter Mütter mit älteren Kindern ist in Ostdeutschland besonders hoch (z. B. 23 % in der Gruppe der Mütter mit Kindern von 4 bis 11 Jahren).

Mehr Teilzeitarbeit, aber häufig
Vollzeittätigkeit gewünscht
In Ostdeutschland vollzieht sich - wie auch in den alten Bundesländern - ein Wandel bei den Beschäftigungsformen (Tabelle 2). Der Rückgang des Anteils sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung bei den Frauen scheint zum Ende der 90er Jahre zum Stillstand gekommen zu sein, doch schreitet der Wandel von Vollzeit- zu Teilzeitarbeit weiter voran. Mittlerweile ist jede fünfte Frau in Ostdeutschland teilzeitbeschäftigt (1991: 15 %), und 9 % gehen einer geringfügigen Beschäftigung nach (1991: 2 %). Allerdings werden insbesondere diese Beschäftigungsformen in vielen Fällen unfreiwillig ausgeübt: Etwa ein Drittel der in Teilzeit beschäftigten Frauen würde lieber in Vollzeit arbeiten (in Westdeutschland nur 6 %). [15]

Nichtbeschäftigte Frauen wollen wieder öfter ein Vollzeitarbeitsverhältnis eingehen (Tabelle 6). In Teilzeit möchten weniger denn je arbeiten (19 %). Bei den Männern sind die Wünsche noch ausgeprägter: 77 % wollen eine Vollzeit- und nur 2 % eine Teilzeitbeschäftigung ausüben.

Aufnahme einer Erwerbstätigkeit aus finanziellen Gründen häufiger notwendig als in Westdeutschland In ostdeutschen Ehepaar-Haushalten ist es nach wie vor üblich, dass beide Partner erwerbstätig sind und auch die Frauen zumeist in Vollzeit arbeiten. Weitere Berechnungen [16] zur Bedeutung des monatlichen Nettoerwerbseinkommens der Partnerinnen ergaben einen Anteil von 44 % am monatlichen Nettohaushaltseinkommen bei vollzeitbeschäftigten Frauen und von 31 % bei teilzeitbeschäftigten Frauen, wobei der Partner jeweils einer Vollzeittätigkeit nachging. Auch leben inzwischen in Ostdeutschland, wo vor der Vereinigung die Wohnungen ein knappes Gut waren, immer mehr Menschen allein oder sind als Alleinerziehende auf einen eigenen Verdienst angewiesen. Der Anteil Alleinerziehender unter den Frauen lag im Jahre 2000 bei 11 % (1991: 8 %), der Anteil der Single-Haushalte unter den Frauen bei 9 % (1991: 7 %); bei den Männern hat sich dieser Anteil seit 1991 sogar auf 19 % verdoppelt und das westdeutsche Niveau erreicht.

All dies führt dazu, dass die ausschließlich finanzielle Motivation für die Aufnahme einer Beschäftigung bei den nichtbeschäftigten Frauen in Ostdeutschland mit einem Anteil von 32 % hoch ist; sie entspricht sogar dem vergleichbaren Anteil der Männer in Westdeutschland (Tabelle 8). Für 46 % der Frauen stehen Geld verdienen und andere Gründe gleichermaßen im Vordergrund (West: 34 %). Nur ein Fünftel der ohnehin kleinen Gruppe der Nichterwerbstätigen beabsichtigt, künftig keine Erwerbstätigkeit aufzunehmen.

Wirtschafts- und sozialpolitische Schlussfolgerungen Erwerbsarbeit von Frauen ist nicht nur in Ostdeutschland, sondern inzwischen auch in Westdeutschland eine Selbstverständlichkeit. Der Trend zu mehr Single-Haushalten sowie hohe Scheidungsraten [17] erfordern eine ausreichende eigenständige Sicherung für Frauen, damit diese z. B. auch gegen Armut im Alter wirksam vorbeugen können. Die vorgelegten Analysen mit Daten des SOEP zeigen darüber hinaus, dass in Paarhaushalten die Frauen mit ihrem Verdienst einen substantiellen Beitrag zur finanziellen Sicherung der Familie leisten.

Die Lage der Frauen auf dem Arbeitsmarkt ist jedoch schwierig, in Ostdeutschland sogar anhaltend prekär. Nicht der Rückzug in die Familie, sondern sinkende Fertilitätsraten waren in der Vergangenheit bei den bestehenden Rahmenbedingungen die Konsequenz: [18] Im Jahre 2000 lebte in Ostdeutschland nur noch knapp ein Drittel der Frauen im Alter von 16 bis 59 Jahren in Haushalten mit Kindern unter 16 Jahren, 1991 waren es noch 42 %.

Familienpolitische Reformen sollten diesem sozialen Wandel verstärkt Rechnung tragen. So bedarf die vom Bundesverfassungsgericht geforderte Verbesserung der materiellen Leistungen im Rahmen des Familienlasten- bzw. -leistungsausgleichs der Ergänzung, Ausweitung und Qualitätssteigerung bei Infrastruktureinrichtungen für Kinder. [19] Insgesamt ist den Anreizen des Steuer- und Sozialsystems für die Beschäftigung von Frauen stärkere Aufmerksamkeit im Hinblick auf gleichstellungspolitische Auswirkungen zu widmen.

Weiterhin liegt es an den Unternehmen zu erkennen, dass die Berücksichtigung familiärer Verpflichtungen in der Organisation der betrieblichen Abläufe notwendig und unverzichtbar ist, wenn eine langfristige Sicherung qualifizierten Personals erreicht werden soll. [20] Frauen haben heute höhere Qualifikationen denn je. Eine Nutzung dieser Potentiale bei gleichzeitiger Ermöglichung eines Familienlebens ist die Zukunftsaufgabe moderner Gesellschaften.

[1] Die hier vorgelegte Analyse bezieht sich auf die Bevölkerung im Alter von 16 bis 59 Jahren in West- und Ostdeutschland. Das SOEP ist eine repräsentative Wiederholungsbefragung privater Haushalte, die seit 1984 in Westdeutschland und seit 1990 in Ostdeutschland jährlich durchgeführt wird. Im Jahre 2000 erfolgte eine Verdoppelung der SOEP-Stichprobe auf rund 25 000 Befragungspersonen. Vgl. SOEP Group: The German Socio-Economic Panel (GSOEP) after more than 15 years - Overview. In: Elke Holst u. a. (Hg.): Proceedings of the 2000 Fourth International Conference of German Socio-Economic Panel Study Users (GSOEP2000). In: Vierteljahrshefte zur Wirtschaftsforschung, Jg. 70, Nr. 1/2001, S. 7-14; oder auch http://www.diw.de/soep/

[2] Vgl. hierzu auch: Keine dramatischen Effekte nach der Reform der geringfügigen Beschäftigung. Bearb.: Johannes Schwarze und Guido Heineck. In: Wochenbericht des DIW, Nr. 21/2001, S. 319-325.

[3] Hierbei ist zu bedenken, dass der Rückgang der Zahl der Beschäftigungsverhältnisse geringer ist (der Anteil an allen Beschäftigungsverhältnissen nimmt auch ab, weil die Zahl der Vollzeitbeschäftigten deutlich zugenommen hat).

[4] Am 1. Januar 2001 ist das neue Reformgesetz zum Erziehungsgeld und zur Elternzeit (frühere Bezeichnung Erziehungsurlaub) -BerzGG - in Kraft getreten. Wichtigstes Anliegen der Novelle war der Rechtsanspruch auf Teilzeitarbeit, wodurch die Gestaltungsmöglichkeit auch von jungen Vätern bei der Betreuung ihrer kleinen Kinder erweitert werden soll (der Erziehungsurlaub wird nach Angaben des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend bisher zu 98,5 % von Müttern in Anspruch genommen). Das Reformgesetz gilt für Kinder vom Geburtsjahrgang 2001 an. Vgl. Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (Hg.): Erziehungsgeld. Elternzeit. Bonn 2001. Das BerzGG trat 1986 in Kraft und enthielt einen Anspruch auf Zahlung eines einkommensabhängigen Erziehungsgeldes für zunächst zehn Monate, ab 1990 für 18 Monate und schließlich von 1993 bis 2000 für zwei Jahre. Das neue Reformgesetz ermöglicht Eltern, die nur ein Jahr statt zwei Jahren Erziehungsgeld in Anspruch nehmen, statt maximal 600 DM bis zu 900 DM im Monat zu erhalten. Erstmals können Väter und Mütter bei unveränderter dreijähriger Dauer der Elternzeit diese auch gleichzeitig nehmen. Die Grenze für die zulässige Teilzeitarbeit wurde von 19 auf bis zu 30 Wochenstunden erweitert.

[5] Vgl.: Förderung von Teilzeitarbeit durch gesetzlichen Rechtsanspruch - Reform oder Hindernis für mehr Beschäftigung? Bearb.: Elke Holst und Jürgen Schupp. In: Wochenbericht des DIW, Nr. 49/2000, S. 825-832.

[6] Für einen internationalen Vergleich siehe auch Jacqueline O'Reilly und Colette Fagan: Part-Time Prospects. An international comparison of part-time work in Europe, North America and the Pacific Rim. London und New York 1998.

[7] In der Gruppe der Erwerbstätigen wurden - den Konventionen der amtlichen Statistik folgend - auch Personen im Erziehungsurlaub berücksichtigt, da diese ihre Erwerbstätigkeit nur unterbrochen haben und aufgrund ihrer Rückkehroption rein rechtlich über einen Arbeitsplatz verfügen. Vgl. dazu ausführlich: Hohe Fluktuation in der Stillen Reserve. Bearb.: Elke Holst und Jürgen Schupp. In: Wochenbericht des DIW, Nr. 47/97, S. 921-928.

[8] Tabelle 4 weist für die Erwerbstätigen einen höheren Anteil als im Mikrozensus aus. Dies hängt mit der umfassenderen Abgrenzung von geringfügig Beschäftigten und Personen im Mutterschutz im SOEP zusammen.

[9] Zu bestehenden Konzepten zur Bestimmung der Stillen Reserve vgl. Elke Holst: Die Stille Reserve am Arbeitsmarkt. Größe - Zusammensetzung - Verhalten. Berlin 2000. Zur Bestimmung der Stillen Reserve durch das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) vgl. aktuell Johann Fuchs: Der Zusammenhang von Stiller Reserve und geringfügiger Beschäftigung. In: Mitteilungen aus der Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, Jg. 34, Heft 2, 2001, S. 152-164. Im Jahre 1997 hat das DIW Berlin erstmals ein alternatives Messkonzept zur direkten Erfassung der Stillen Reserve in der Bundesrepublik Deutschland vorgelegt. Vgl.: Hohe Fluktuation in der Stillen Reserve, a. a. O. Dies wurde fortgeschrieben im Jahre 2000. Vgl.: Stille Reserve wichtig für die Arbeitsmarktflexibilität in Deutschland. Bearb.: Elke Holst und Jürgen Schupp. In: Wochenbericht des DIW, Nr. 29/2000, S. 457-465.

[10] Vgl. auch die aktuellen Ergebnisse auf Basis des Mikrozensus in: Leben und Arbeiten in Deutschland. Ergebnisse des Mikrozensus 2000, Wiesbaden 2001, S. 66.

[11] In Westdeutschland stieg nach Angaben des SOEP der Anteil der 16- bis 59-jährigen Frauen, die in Single-Haushalten leben, von 12 % im Jahre 1991 (Männer: 15 %) auf 14 % im Jahre 2000 (Männer: 20 %).

[12] Das Gewicht des monatlichen Nettoeinkommens der Partnerin, gemessen am Nettohaushaltseinkommen, liegt in Haushalten mit zwei vollzeitbeschäftigten Partnern bei reichlich 40 %, in Haushalten, in denen die Partnerin in Teilzeit (Partner in Vollzeit) arbeitet, bei 20 %.

[13] Auch - hier nicht ausgewiesene - Partner, die beide teilzeitbeschäftigt sind, kommen so gut wie nicht vor. Zu beachten ist, dass sich die Analysen auf Personen im Alter von 16 bis 59 Jahren beziehen. Mögliche Effekte, die auf der Inanspruchnahme von Altersteilzeit älterer Beschäftigter beruhen, bleiben damit unberücksichtigt.

[14] Vgl. auch Gerhard Engelbrech und Maria Jungkunst: Erziehungsurlaub. Hilfe zur Wiedereingliederung oder Karrierehemmnis? In: IAB-Kurzbericht, Nr. 11 vom 20.6.2001.

[15] Vgl.: Förderung von Teilzeitarbeit ..., a. a. O.

[16] Angaben tabellarisch hier nicht ausgewiesen.

[17] Vgl. Statistisches Bundesamt: Neuer Höchststand bei den Ehescheidungen im Jahr 2000. Mitteilung für die Presse vom 6. September 2001, Wiesbaden.

[18] Vgl. auch Michaela Kreyenfeld: Changes in the Timing of First Birth in East Germany after Reunification. In: Schmollers Jahrbuch, Jg. 120, Heft 2, 2000, S. 169-186. Zu Gemeinsamkeiten und Unterschieden in den Ländern Europas vgl. auch Jürgen Döbritz: Europäische Fertilitätsmuster. In: Zeitschrift für Bevölkerungswissenschaft, Jg. 25, Heft 2, 2000, S. 235-266.

[19] Vgl. Petra Beckmann und Beate Kurtz: Erwerbstätigkeit von Frauen. Die Betreuung der Kinder ist der Schlüssel. In: IAB Kurzbericht, Nr. 10 vom 15.6.2001; Kindertageseinrichtungen in Deutschland - Ein neues Steuerungsmodell bei der Bereitstellung sozialer Dienstleistungen. Bearb. Michaela Kreyenfeld u. a. In: Wochenbericht des DIW, Nr 18/2000, S. 269-275, sowie Michaela Kreyenfeld u. a.: Finanzierungs- und Organisationsmodelle institutioneller Kinderbetreuung, Neuwied und Berlin 2001.

[20] Vgl. hierzu auch: Vereinbarung zwischen der Bundesregierung und den Spitzenverbänden der deutschen Wirtschaft zur Förderung der Chancengleichheit von Frauen und Männern in der Privatwirtschaft vom 2.7.2001.
http://www.bundesregierung.de

-------------------------------------------------------------------------------
Tabelle 1
Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter (1) nach Beteiligung im Erwerbsleben
Ergebnisse des Mikrozensus

-------------------------------------------------------------------------------
                Bevölkerung Erwerbstätige Erwerbslose Erwerbsquote   Erwerbs-
                                                                   tätigenquote

                in 1 000                              in %

                                            Frauen

Westdeutschland
 1991              19 122      11 506         788          64,3         60,2
 1994              19 396      11 664       1 135          66,0         60,1
 1997 (2)          19 337      11 750       1 156          66,7         60,8
 2000              19 003      12 305         913          69,6         64,8
 Veränderung
  1991 bis 2000
   (%) (3)           -0,6         6,5        13,7           5,3          4,6

Ostdeutschland
 1991               4 729       3 556         563          87,1         75,2
 1994               4 564       2 934         919          84,4         64,3
 1997 (2)           4 449       2 900         842          84,1         65,2
 2000               4 310       2 895         697          83,3         67,2
 Veränderung
  1991 bis 2000
   (%) (3)           -9,7       -22,8        19,2          -3,8         -8,0

Deutschland
insgesamt
 1991              23 851      15 062       1 351          68,8         63,2
 1994              23 960      14 598       2 054          69,5         60,9
 1997 (2)          23 786      14 650       1 998          70,0         61,6
 2000              23 313      15 200       1 610          72,1         65,2
 Veränderung
  1991 bis 2000
   (%) (3)           -2,3         0,9        16,1           3,3          2,0

                                            Männer

Westdeutschland
 1991              19 940      16 730         783          87,8         83,9
 1994              20 247      16 318       1 363          87,3         80,6
 1997 (2)          20 020      15 841       1 559          86,9         79,1
 2000              19 445      15 836       1 157          87,4         81,4
 Veränderung
  1991 bis 2000
   (%) (3)           -2,5        -5,6        32,3          -0,4         -2,5

Ostdeutschland
 1991               4 716       4 008         377          93,0         85,0
 1994               4 705       3 633         518          88,2         77,2
 1997 (2)           4 694       3 529         640          88,8         75,2
 2000               4 599       3 445         632          88,6         74,9
 Veränderung
  1991 bis 2000
   (%) (3)           -2,5       -16,3        40,3          -4,3        -10,1

Deutschland
insgesamt
 1991              24 656      20 738       1 160          88,8         84,1
 1994              24 952      19 951       1 881          87,5         80,0
 1997 (2)          24 714      19 370       2 199          87,3         78,4
 2000              24 044      19 281       1 789          87,6         80,2
 Veränderung
  1991 bis 2000
   (%) (3)           -2,5        -7,6        35,2          -1,2         -3,9

                                          Insgesamt

Westdeutschland
 1991              39 062      28 236       1 571          76,3         72,3
 1994              39 643      27 982       2 498          76,9         70,6
 1997 (2)          39 357      27 591       2 715          77,0         70,1
 2000              38 448      28 141       2 070          78,6         73,2
 Veränderung
  1991 bis 2000
   (%) (3)           -1,6        -0,3        24,1           2,3          0,9

Ostdeutschland
 1991               9 445       7 564         940          90,0         80,1
 1994               9 269       6 567       1 437          86,4         70,8
 1997 (2)           9 143       6 429       1 482          86,5         70,3
 2000               8 909       6 340       1 329          86,1         71,2
 Veränderung
  1991 bis 2000
   (%) (3)           -6,0       -19,3        29,3          -4,0         -8,9

Deutschland
insgesamt
 1991              48 507      35 800       2 511          79,0         73,8
 1994              48 912      34 549       3 935          78,7         70,6
 1997 (2)          48 500      34 020       4 197          78,8         70,1
 2000              47 357      34 481       3 399          80,0         72,8
 Veränderung
  1991 bis 2000
   (%) (3)           -2,4        -3,8        26,1           1,0         -1,0

-------------------------------------------------------------------------------
(1) Von 16 bis unter 60 Jahren.
(2) 1996 wurde im Mikrozensus die Leitfrage zur Erwerbstätigkeit verändert.
(3) Veränderung der Quoten in Prozentpunkten.

Quellen: Statistisches Bundesamt, FS 1, Reihe 4.1.1, mehrere Jahrgänge;
 Berechnungen des DIW Berlin.

===============================================================================
-------------------------------------------------------------------------------
Tabelle 2
Beschäftigungsverhältnisse nach Art der Haupterwerbstätigkeit

-------------------------------------------------------------------------------
                   Westdeutschland

                   Insgesamt                       darunter Frauen

                   1991    1994    1997    2000    1991    1994    1997    2000
                                            (3)                             (3)

                                              Anzahl

Stichprobe        5 964   5 607   5 681  10 919   2 563   2 487   2 576   5 125

                                           Anteile in %

Insgesamt (1)     100,0   100,0   100,0   100,0   100,0   100,0   100,0   100,0

Sozialversiche-
 rungspflichtig
  Beschäftigte     73,1    71,3    71,2    72,9    69,8    68,0    66,0    69,2
   Vollzeit        63,3    61,5    59,5    58,4    49,4    46,8    44,8    42,3
   Teilzeit         9,8     9,8    11,7    14,5    20,4    21,2    21,2    26,9

Beamte              7,7     8,0     7,1     7,1     4,3     5,1     4,8     5,1

Selbständige        9,3     9,7     9,4     9,3     8,1     8,0     7,5     7,6

Geringfügig
 Beschäftigte       8,0     8,9     9,4     7,5    13,5    14,0    15,2    11,3

Mutterschutz/
 Erziehungsurlaub   1,9     2,2     2,9     3,2     4,3     4,9     6,5     6,8
  (2)
-------------------------------------------------------------------------------
                   Ostdeutschland

                   Insgesamt                       darunter Frauen

                   1991    1994    1997    2000    1991    1994    1997    2000
                                            (3)                             (3)

                                              Anzahl

Stichprobe        2 905   2 328   2 225   3 354   1 398   1 113   1 085   1 665

                                            Anteile in %

Insgesamt (1)     100,0   100,0   100,0   100,0   100,0   100,0   100,0   100,0

Sozialversiche-
 rungspflichtig
  Beschäftigte     89,3    83,0    78,9    76,6    88,3    82,6    75,3    76,6
   Vollzeit        81,5    75,2    70,0    65,4    73,0    67,4    58,2    56,5
   Teilzeit         7,8     7,8     8,9    11,2    15,3    15,2    17,1    20,1

Beamte              1,0     2,1     3,0     2,8     0,4     1,0     2,4     1,8

Selbständige        4,7     7,2     8,0     9,8     3,1     4,8     6,8     7,9

Geringfügig
 Beschäftigte       2,1     5,4     7,3     8,2     2,1     6,6     9,7     8,5

Mutterschutz/
 Erziehungsurlaub   2,9     2,3     2,8     2,5     6,1     5,0     5,8     5,2
  (2)
-------------------------------------------------------------------------------
(1) Im Alter von 16 bis unter 60 Jahren.
(2) Ohne gleichzeitige weitere Ausübung einer Erwerbstätigkeit.
(3) In diesem Jahr wurde die Frage zum Mutterschutz/Erziehungsurlaub nicht
 mehr in der Leitfrage zur Erwerbstätigkeit, sondern an anderer Stelle im
 Fragebogen erhoben.

Quelle: Sozio-oekonomisches Panel (SOEP), gewichtete Ergebnisse.

===============================================================================
-------------------------------------------------------------------------------
Tabelle 3
Mütter mit Kindern im Haushalt im Jahre 2000 nach der Erwerbsbeteiligung
Anteile in %

-------------------------------------------------------------------------------
                                Alter des jüngsten Kindes im Haushalt

                                Westdeutschland

                                unter 4 Jahre  4 bis 11 Jahre  12 bis 16 Jahre

Insgesamt                            100,0          100,0           100,0     

Erwerbstätig (nicht in
 Mutterschutz/
 Erziehungsurlaub)                    15,2           49,5            71,9     

In Mutterschutz/Erziehungsurlaub      70,9           18,9             0,0     
davon:
   mit geringfüger Beschäftigung      10,2            1,8             0,0     
   mit sonstiger Beschäftigung        17,4            2,0             0,0     
   ohne aktuelle Beschäftigung        43,3           15,1             0,0     

Arbeitslos gemeldet (1)                2,4            1,7             3,8     

Stark arbeitsmarktorientierte
Stille Reserve (2)                     2,3            4,4             4,6     

Gemäßigt arbeitsmarktorientierte
Stille Reserve (3)                     5,1            8,2             3,7     

Nichterwerbstätige ohne Arbeits-
marktnähe (4)                          4,1           17,3            16,0     

-------------------------------------------------------------------------------
                                Alter des jüngsten Kindes im Haushalt

                                Ostdeutschland

                                unter 4 Jahre  4 bis 11 Jahre  12 bis 16 Jahre

Insgesamt                            100,0          100,0           100,0

Erwerbstätig (nicht in
 Mutterschutz/
 Erziehungsurlaub)                    29,6           60,6            77,8

In Mutterschutz/Erziehungsurlaub      65,9           12,4             0,0
davon:
   mit geringfüger Beschäftigung       3,5            0,5             0,0
   mit sonstiger Beschäftigung        10,7            1,2             0,0
   ohne aktuelle Beschäftigung        51,7           10,7             0,0

Arbeitslos gemeldet (1)                2,1           22,9            17,9

Stark arbeitsmarktorientierte
Stille Reserve (2)                     2,4            2,3             0,8

Gemäßigt arbeitsmarktorientierte
Stille Reserve (3)                     0,0            0,2             0,5

Nichterwerbstätige ohne Arbeits-
marktnähe (4)                          0,0            1,6             3,0

-------------------------------------------------------------------------------
(1) Nichterwerbstätige, die angeben, arbeitslos gemeldet zu sein.
(2) Nichterwerbstätige, die sofort oder im kommenden Jahr eine Erwerbstätigkeit
 aufnehmen wollen.
(3) Nichterwerbstätige, die erst in zwei bis fünf Jahren eine Erwerbstätigkeit
 aufnehmen wollen.
(4) Nichterwerbstätige, die keinen Erwerbswunsch haben oder frühestens nach
 fünf Jahren eine Erwerbstätigkeit aufnehmen wollen.

Quelle: Sozio-oekonomisches Panel (SOEP), gewichtete Ergebnisse.

===============================================================================
-------------------------------------------------------------------------------
Tabelle 4
Personen im erwerbsfähigen Alter (1) nach Erwerbsstatus
 und Nähe zum Arbeitsmarkt

-------------------------------------------------------------------------------
                   Westdeutschland

                   Insgesamt                       darunter Frauen

                   1991    1994    1997    2000    1991    1994    1997    2000

   Anzahl

Stichprobe        7 705   7 382   7 387  13 741   3 800   3 696   3 723   7 019

   Anteile in %

Insgesamt         100,0   100,0   100,0   100,0   100,0   100,0   100,0   100,0

 Erwerbstätig      78,2    74,8    75,9    79,2    68,9    66,2    68,1    73,0

 Arbeitslos
  gemeldet (2)      2,7     6,2     6,9     4,3     2,3     5,0     6,3     3,6

 In Ausbildung (3)  3,5     3,7     3,2     3,7     3,1     3,8     3,6     3,7

 Stark arbeitsmarkt-
  orientierte Stille
   Reserve (4)      2,7     2,3     2,0     2,3     3,0     2,6     2,4     3,0

 Gemäßigt arbeits-
  marktorientierte
   Stille Reserve   2,6     2,7     2,6     2,1     4,6     4,5     3,9     3,1
    (5)

 Nichterwerbstätige
  ohne Arbeits-
   marktnähe (6)   10,3    10,3     9,4     8,3    18,1    17,9    15,7    13,6

-------------------------------------------------------------------------------
                   Ostdeutschland

                   Insgesamt                       darunter Frauen

                   1991    1994    1997    2000    1991    1994    1997    2000

   Anzahl

Stichprobe        3 475   3 067   2 870   4 325   1 759   1 560   1 448   2 198

   Anteile in %

Insgesamt         100,0   100,0   100,0   100,0   100,0   100,0   100,0   100,0

 Erwerbstätig      82,1    72,7    73,6    75,2    77,7    68,0    71,4    72,2

 Arbeitslos
  gemeldet (2)      8,8    16,3    15,2    14,6    10,7    19,5    15,7    15,5

 In Ausbildung (3)  2,4     3,3     4,7     4,4     2,7     3,7     5,2     5,0

 Stark arbeitsmarkt-
  orientierte Stille
   Reserve (4)      2,2     2,2     2,1     1,4     2,2     1,7     1,7     1,7

 Gemäßigt arbeits-
  marktorientierte
   Stille Reserve   0,4     0,6     0,4     0,4     0,6      /       /      0,5
    (5)

 Nichterwerbstätige
  ohne Arbeits-
   marktnähe (6)    4,1     4,9     4,0     4,0     6,1     6,5     5,6     5,1

-------------------------------------------------------------------------------
(/) Aufgrund geringer Fallzahl (weniger als 10 Fälle) nicht ausgewiesen.

(1) Im Alter von 16 bis unter 60 Jahren.
(2) Nichterwerbstätige, die angeben, arbeitslos gemeldet zu sein.
(3) Nichterwerbstätige in schulischer Ausbildung oder Studium, soweit jünger
 als 26 Jahre.
(4) Nichterwerbstätige, die sofort oder im kommenden Jahr eine Erwerbstätigkeit
 aufnehmen wollen.
(5) Nichterwerbstätige, die erst in zwei bis fünf Jahren eine Erwerbstätigkeit
 aufnehmen wollen.
(6) Nichterwerbstätige, die keinen Erwerbswunsch haben oder frühestens nach
 fünf Jahren eine Erwerbstätigkeit aufnehmen wollen.

Quelle: Sozio-oekonomisches Panel (SOEP), gewichtete Ergebnisse.

===============================================================================
-------------------------------------------------------------------------------
Tabelle 5
Chancen der (Wieder-)Beschäftigung (1) 
Anteile in %

-------------------------------------------------------------------------------
                   Westdeutschland

                   Männer                          Frauen

                   1991    1994    1997    2000    1991    1994    1997    2000

Insgesamt (2)     100,0   100,0   100,0   100,0   100,0   100,0   100,0   100,0
 Leicht            28,5    14,1     6,9    15,9    15,1    12,8    10,8    14,2
 Schwierig         31,7    49,8    50,3    41,7    27,1    35,0    38,4    35,2
 Praktisch
  unmöglich        13,4    12,0    17,3    14,8     7,4    10,4    13,4    12,0
 Beabsichtige,
  künftig keine
   Erwerbstätigkeit
    aufzunehmen    26,4    24,1    25,5    27,6    50,4    41,8    37,4    38,6

-------------------------------------------------------------------------------
                   Ostdeutschland

                   Männer                          Frauen

                   1991    1994    1997    2000    1991    1994    1997    2000

Insgesamt (2)     100,0   100,0   100,0   100,0   100,0   100,0   100,0   100,0
 Leicht             8,8     8,3     8,2     9,6     4,5     2,4     2,9     3,3
 Schwierig         52,0    55,1    52,9    57,6    48,2    50,5    53,7    49,0
 Praktisch
  unmöglich        19,9    15,3    21,4    14,8    16,5    24,1    23,9    28,0
 Beabsichtige,
  künftig keine
   Erwerbstätigkeit
    aufzunehmen    19,3    21,3    17,5    18,0    30,8    23,0    19,5    19,7

-------------------------------------------------------------------------------
(1) Frage: "Wenn Sie jetzt eine Arbeit suchen würden: Ist oder wäre es für
 Sie dann leicht, schwierig oder praktisch unmöglich, eine geeignete Stelle
 zu finden?"
(2) Nichterwerbstätige im Alter von 16 bis unter 60 Jahren.

Quelle: Sozio-oekonomisches Panel (SOEP), gewichtete Ergebnisse.

===============================================================================
-------------------------------------------------------------------------------
Tabelle 6
Interesse Nichterwerbstätiger an Vollzeit- oder Teilzeitbeschäftigung (1)
Anteile in %

-------------------------------------------------------------------------------
                  Westdeutschland

                  Männer                          Frauen

                  1991    1994    1997    2000    1991    1994    1997    2000

Insgesamt (2)    100,0   100,0   100,0   100,0   100,0   100,0   100,0   100,0
 Vollzeit-
  beschäftigung   78,1    76,1    73,8    73,7    22,2    24,9    24,6    26,0
 Teilzeit-
  beschäftigung    5,0     3,5     6,9     4,3    61,6    51,8    54,6    51,1
 Beides recht     12,1    13,9    12,8    13,3     8,0     9,2    13,1    12,8
 Weiß noch nicht   4,8     6,5     6,5     8,7     8,2    14,1     7,7    10,1

-------------------------------------------------------------------------------
                  Ostdeutschland

                  Männer                          Frauen

                  1991    1994    1997    2000    1991    1994    1997    2000

Insgesamt (2)    100,0   100,0   100,0   100,0   100,0   100,0   100,0   100,0
 Vollzeit-
  beschäftigung   73,9    81,9    72,0    77,3    37,1    46,1    38,6    46,1
 Teilzeit-
  beschäftigung    7,7     2,3     2,7     2,0    31,6    21,7    24,2    18,6
 Beides recht     16,5    12,1    20,5    14,3    25,3    25,8    31,7    26,4
 Weiß noch nicht   1,9     3,7     4,8     6,4     6,0     6,4     5,5     8,9

-------------------------------------------------------------------------------
(1) Frage: "Wären Sie an einer Vollzeit- oder einer Teilzeitbeschäftigung
 interessiert, oder wäre Ihnen beides recht?"
(2) Nichterwerbstätige im Alter von 16 bis unter 60 Jahren.

Quelle: Sozio-oekonomisches Panel (SOEP), gewichtete Ergebnisse.

===============================================================================
-------------------------------------------------------------------------------
Tabelle 7
Erwerbstätigkeit in Ehepaar-Haushalten (1)

-------------------------------------------------------------------------------
                  Westdeutschland                 Ostdeutschland

                  1991    1994    1997    2000    1991    1994    1997    2000

                                             Anzahl

Stichprobe       2 284   2 196   2 161   3 880   1 180     978     826   1 120

                                           Anteile in %

Insgesamt        100,0   100,0   100,0   100,0   100,0   100,0   100,0   100,0

Beide erwerbs-
 tätig            56,3    52,8    54,7    61,1    70,4    59,8    62,7    66,3
davon:
 Partnerin in
  Vollzeit        21,5    20,2    21,9    21,8    55,5    43,4    44,2    43,4
 Partnerin in
  Teilzeit        23,8    21,3    20,3    30,1    13,5    12,9    15,0    18,9
 Partnerin
  geringfügig
   Teilzeit       11,0    11,3    12,5     9,2     1,4     3,5     3,5     4,0

Nur Mann
 erwerbstätig     37,8    37,5    33,4    29,7    20,2    22,0    21,9    18,9
darunter:
 Partnerin arbeits-
  los gemeldet     1,6     2,7     3,2     1,7    10,1    13,4    11,9    11,5

Nur Partnerin
 erwerbstätig      3,7     5,4     6,2     4,3     5,4     9,5     7,6     8,1
davon:
 Partnerin in
  Vollzeit         2,6     3,6     2,9     2,2     4,2     7,9     5,6     6,2
 Partnerin in
  Teilzeit         0,7     1,2     2,4     1,5     1,2     1,2     1,4     1,9
 Partnerin
  geringfügig
   Teilzeit         /       /      0,9     0,6      /       /      0,6     0,5
Nachrichtlich
 darunter: Partner
  arbeitslos
   gemeldet        1,2     3,0     2,3     2,0     3,1     7,0     6,0     7,4

Beide
 nichterwerbstätig 2,4     4,4     5,6     4,7     4,1     8,6     7,9     6,7
darunter:
 Nur Partnerin
  arbeitslos
   gemeldet         /      0,2     0,5     0,6     1,5     1,4      /      0,6
 Beide arbeitslos
  gemeldet          /      0,6     0,5      /      1,3     4,3     3,2     3,7

-------------------------------------------------------------------------------
(/) Aufgrund geringer Fallzahl (weniger als 10 Fälle) nicht ausgewiesen.

(1) Verheiratet im Haushalt zusammenlebend; männlicher Partner im Alter
 von 16 bis unter 60 Jahren.

Quelle: Sozio-oekonomisches Panel (SOEP), gewichtete Ergebnisse.

===============================================================================
-------------------------------------------------------------------------------
Tabelle 8
Gründe Nichterwerbstätiger für die Aufnahme einer Berufstätigkeit (1)
Anteile in %

-------------------------------------------------------------------------------
                                   Westdeutschland

                                   Männer                  Frauen

                                   1994    1997    2000    1994    1997    2000

Insgesamt (2)                     100,0   100,0   100,0   100,0   100,0   100,0

   Geld verdienen                  34,2    31,4    31,6    20,9    20,4    20,8

   Andere Gründe                    4,0     3,7     2,5     7,1     4,3     6,3

   Beides gleichermaßen            37,7    39,6    38,3    30,2    37,9    34,3

   Beabsichtige, künftig keine
    Erwerbtätigkeit aufzunehmen    24,1    25,3    27,6    41,8    37,4    38,6

-------------------------------------------------------------------------------
                                   Ostdeutschland

                                   Männer                  Frauen

                                   1994    1997    2000    1994    1997    2000

Insgesamt (2)                     100,0   100,0   100,0   100,0   100,0   100,0

   Geld verdienen                  41,4    46,3    36,0    33,2    34,7    31,8

   Andere Gründe                    2,2     2,4     3,6     1,9     1,6     3,0

   Beides gleichermaßen            35,1    33,8    42,4    41,9    44,2    45,5

   Beabsichtige, künftig keine
    Erwerbtätigkeit aufzunehmen    21,3    17,5    18,0    23,0    19,5    19,7

-------------------------------------------------------------------------------
(1) Frage: "Es gibt ja verschiedene Gründe dafür, berufstätig zu sein. Was
 steht bei Ihnen im Vordergrund: dass Sie Geld verdienen oder andere Gründe?"
(2) Nichterwerbstätige im Alter von 16 bis unter 60 Jahren.

Quelle: Sozio-oekonomisches Panel (SOEP), gewichtete Ergebnisse.

===============================================================================
© 42/01