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Wochenbericht des DIW Berlin 9/02

Arbeitsvermittlung durch das Arbeitsamt:
Reform des Berichtssystems dringend erforderlich

Bearbeiter Rainer Pischner
Jürgen Schupp
Gert G. Wagner
Angaben von Arbeitssuchenden bestätigen, dass die Vermittlungsstatistik der Bundesanstalt für Arbeit kein zutreffendes Bild zeichnet. So gibt nach den Ergebnissen des vom DIW Berlin erhobenen Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) nur etwa ein Viertel ehemals Arbeitsloser an, über das Arbeitsamt von dem neuen Arbeitsplatz gehört zu haben. Selbst unter Berücksichtigung des Stichprobenfehlers liegt die Quote bestenfalls bei 30 %.

Auf dem extrem angespannten Arbeitsmarkt in Ostdeutschland spielt die Vermittlung durch das Arbeitsamt eine größere Rolle als in Westdeutschland. Während in Westdeutschland nur 19 % der zuvor Arbeitslosen über das Arbeitsamt von der neuen Stelle erfahren haben, sind es in Ostdeutschland 37 %. Eine moderne Form der Vermittlung, das Internet, spielt bei Arbeitslosen noch keine Rolle, während besser qualifizierte Arbeitssuchende und Jobwechsler immerhin schon in etwa 2 % der Fälle ihren neuen Arbeitgeber über das Internet gefunden haben.
Zur statistischen Erfassung von Vermittlungsprozessen Die Arbeitsvermittlung soll die Transparenz der Arbeitsmärkte verbessern und damit die Arbeitsplatzsuche und die Stellenbesetzung erleichtern. [1] Wie Arbeitsangebot und Arbeitsnachfrage zusammentreffen und es zur Begründung eines Arbeitsverhältnisses kommt, ist ein vielgestaltiger Prozess, an dem häufig mehrere Personen und Institutionen beteiligt sind. Deswegen ist die statistische Erfassung des Vermittlungsprozesses selbst und des Anteils, den die einzelnen Beteiligten an der Besetzung einer Stelle letztlich haben, ausgesprochen schwierig.

Der Wechsel des Arbeitgebers folgt entweder formellen Wegen - dazu zählen z.B. öffentliche und private Arbeitsvermittlung, der Stellenmarkt in Zeitungen oder Fachzeitschriften, Jobbörsen im Internet - oder geschieht auf informellen Wegen durch Kontakte (Kundenbeziehungen, Geschäfts- oder Mitarbeiterkontakte) und über Netzwerke im sozialen Umfeld.

Auch Arbeitslose und andere Nichterwerbstätige sind bei der Suche nach einem neuen Arbeitgeber keineswegs nur auf die traditionelle Vermittlung [2] durch das

Arbeitsamt angewiesen. So hat die Bundesanstalt für Arbeit (BA) vor Jahren daneben ihre "Selbstinformationseinrichtungen" aufgebaut, die immer mehr von Arbeitnehmern und Arbeitgebern in Anspruch genommen werden. Zudem spielen sowohl private Arbeitsvermittler als auch die Beteiligung "Dritter" an der Vermittlung von Arbeitslosenhilfe-Beziehern zunehmend eine Rolle, nachdem hierfür die entsprechenden rechtlichen Regelungen geschaffen worden sind. [3]

Zur Bestimmung des Anteils des Arbeitsamtes an der Vermittlung von neuen Stellen für Arbeitssuchende gibt es grundsätzlich drei Wege:

• Man kann den Abgang aus dem Bestand der Arbeitssuchenden entsprechend klassifizieren, entweder durch die Auswertung der Akten/Dateien des Arbeitsamtes über die registrierten Arbeitslosen oder durch - anonymisierte - Befragungen bei Arbeitsvermittlern. [4]

• Man kann ehemalige Arbeitslose danach befragen, wie sie ihre neue Stelle gefunden haben.

• Schließlich kann man auch Unternehmen sowie Behörden befragen, wie es zu Neueinstellungen von Personal kam oder auf welchen Wegen Personal gesucht wird.

Die Befragung von Arbeitgebern ist zwar grundsätzlich für die Erfassung der gesamten Arbeitsmarktdynamik sinnvoll; sie ist aber ungenau, wenn es um die Erhebung der Vermittlungswege registrierter Arbeitsloser geht. Denn nicht alle Arbeitgeber oder Personalchefs erfassen, auf welchem Wege sich die neu Eingestellten beworben haben. [5] Gleichwohl sind die Ergebnisse solcher Befragungen aufschlussreich. So hat das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) bereits 1989 ein Berichtssystem über das gesamtwirtschaftliche Stellenangebot eingeführt. Dort werden mittels jährlicher Stichprobenerhebungen [6] bei aktuell rund 7 500 west- und ostdeutschen Betrieben und Verwaltungen mit sozialversicherungspflichtig Beschäftigten Informationen gesammelt über Zahl, Struktur und Entwicklung der gemeldeten und nicht gemeldeten offenen Stellen. Das Berichtssystem [7] lässt auch Aussagen über den Trend der Meldequoten - also des Anteils derjenigen Stellenangebote, die den Arbeitsämtern von den Betrieben gemeldet werden - zu. Tabelle 1 zeigt, dass die Meldequoten in den letzten zehn Jahren zumeist bei gut 40 % lagen, d. h. dass andere Wege bei der Personalrekrutierung überwogen. In Ostdeutschland sind zwar seit 1997 die Meldequoten bei offenen Stellen deutlich höher als in Westdeutschland; nach 1998 sind jedoch die Quoten der ostdeutschen Unternehmen wieder merklich gesunken. Von 94 000 Vakanzen in ostdeutschen Betrieben waren im vierten Quartal 2000 lediglich 41 000 dem Arbeitsamt zur Vermittlung gemeldet.

Messziffern der Arbeitsverwaltung Die deutsche Arbeitsverwaltung charakterisiert die Arbeitsmarktdynamik bislang hauptsächlich auf dem Weg der Auswertung von Akten und Dateien. Als Indikator für die Beurteilung des Stellenwerts der Vermittlungstätigkeit der BA werden einerseits die Zahl der gemeldeten offen Stellen und andererseits die Zahl der als Vermittlung gebuchten Vorgänge herangezogen. Die Zahl der Stellenmeldungen zeigt, wie häufig die Arbeitsvermittlungsdienste der BA von Unternehmen und Behörden in Anspruch genommen werden. Demgegenüber soll die Zahl der Vermittlungen angeben, wie oft die BA bei Stellenbesetzungen ursächlich beteiligt war.

Die Bundesanstalt für Arbeit veröffentlicht regelmäßig vier Kennziffern über Leistungsfähigkeit und Bedeutung ihrer Vermittlungstätigkeit (Tabelle 2). Der Einschaltungsgrad (Stellenabmeldungen bei der BA in Prozent der Neueinstellungen) informiert darüber, in welchem Maße die BA von Betrieben und Verwaltungen bei der Personalbeschaffung in Anspruch genommen wird. [8] Der Marktanteil (Arbeitsvermittlungen in Prozent der Neueinstellungen) soll die Beteiligung der BA bei der Besetzung offener Stellen zeigen. Der Ausschöpfungsgrad gibt an, welchen Anteil die Vermittlungen in Beschäftigungsverhältnisse über sieben Tage Dauer am Abgang von Stellenangeboten insgesamt haben. Die Vermittlungsquote schließlich zeigt, wie viele ehemalige Arbeitslose durch die BA eine neue Stelle gefunden haben.

Die BA weist für das Jahr 2000 einen Marktanteil von 35 % aus. Gleichwohl hält sie den Marktanteil nur für die Untergrenze für die Beteiligung der Bundesanstalt an den Ausgleichsprozessen am Arbeitsmarkt. [9] In Ostdeutschland ist nach den Daten der Marktanteil der Bundesanstalt für Arbeit weit höher als in Westdeutschland.

Der Einschaltungsgrad für 2000 wird mit 46 % ausgewiesen; im Vergleich zu den beiden vergangenen Jahren ist dies ein Rückgang, da das Plus beim Stellenabgang schwächer war als bei der begonnenen sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung. Dies kann gleichwohl als Indiz für die sinkende Bedeutung der Arbeitsämter an der Personalbeschaffung gewertet werden. [10]

Die Entwicklung des Ausschöpfungsgrades zeigt, dass die BA in Ostdeutschland bei 89 % (Westdeutschland 72 %) der ihr gemeldeten offenen Stellen mit ihren Bewerbervorschlägen zum Zuge kam. Freilich beruht der Ausschöpfungsgrad auf der Erfassung von Vermittlungen, die in Verdacht stehen, nicht exakt erfasst worden zu sein.

Vermittlungsquoten fehleranfällig Auffällig ist der starke Anstieg der ausgewiesenen Vermittlungsquoten seit 1997. Für Deutschland insgesamt wäre demnach der Vermittlungserfolg von 40 % im Jahre 1997 um nahezu die Hälfte auf 59 % im Jahre 2000 gestiegen (74 % in Ostdeutschland, 51 % in Westdeutschland). Diese Bilanz geriet in den letzten Wochen in die Kritik, nachdem Prüfer des Bundesrechnungshofes die als Vermittlung gemeldeten Fälle in ausgewählten Ämtern einer Prüfung unterzogen hatten und zu deutlich niedrigeren Quoten gelangt waren. [11] Mittlerweile hat auch die Innenrevision der Bundesanstalt einen Prüfbericht vorgelegt; danach ist ein Drittel der untersuchten Vermittlungen von Arbeitslosen in zehn überprüften Arbeitsämtern "wegen unterschiedlicher Definitionen des Begriffs Vermittlung umstritten, und rund ein weiteres Drittel (ist) falsch gebucht". [12]

In der Tat mag es Fälle geben, bei denen die Beteiligung des Arbeitsamtes nicht zweifelsfrei einzuschätzen ist. So wissen Vermittler nicht immer, ob ein Arbeitsloser seinen neuen Arbeitgeber mit Hilfe des Amts gefunden hat. [13] Der Hinweis auf ein Zeitungsinserat ist allerdings noch keine Vermittlung, auch wenn das Arbeitsamt hier als Informations-Broker fungiert hat. [14] Auch der Weg in einen neuen Job über ein Training, welches das Arbeitsamt gefördert oder veranlasst hat, stellt keine direkte Vermittlung dar, obwohl das Arbeitsamt offensichtlich auch hier beteiligt war. Eindeutig fehlerhaft ist es z. B., wenn die Meldung eines Arbeitgebers, der für einen förderungsfähigen Arbeitsplatz selbst einen neuen Arbeitnehmer gefunden hat, als erfolgreiche Vermittlung gebucht wird. [15]

Entscheidend für Fehlbuchungen sind systematische Anreizprobleme: Werden Verwaltungsdaten nur für rein statistische Zwecke erfasst, werden sie erfahrungsgemäß ungenau eingegeben. [16] Dienen die Einträge in Akten/Dateien der Erfolgskontrolle der Sachbearbeiter (hier: der Vermittler), besteht offensichtlich ein Anreiz zum "Schönen" der Daten. Insbesondere wenn die behördeninternen Personalzuweisungen oder -bewilligungen vom Umfang der getätigten Vermittlungen abhängig gemacht werden, können Probleme "strategischen Buchens" und Verzerrungen in der statistischen Aussagekraft der prozessproduzierten Daten die Folge sein.

Stichproben- erhebungen als Alternative zu Geschäftsstatistiken Die Befragung von Betroffenen ist eine Alternative zu der Auswertung der BA-Geschäftsstatistiken. [17] Im vom DIW Berlin seit 1984 erhobenen Sozio-oekonomischen Panel (SOEP) [18] werden für alle Erwerbstätigen Längsschnittinformationen erhoben. Es wird u. a. die Frage gestellt, ob im Jahr zuvor die Stelle gewechselt oder eine Arbeit neu aufgenommen wurde. Darüber hinaus wird nach den Wegen gefragt, auf denen die Erwerbstätigen von der neuen Stelle erfahren haben. [19] Die Antwort ist eine subjektive Einschätzung darüber, wie der Betreffende Kenntnis davon erhalten hat, dass der künftige Arbeitgeber Stellen zu besetzen hat. Dies führt zu einer gewissen Unterschätzung der Rolle des Arbeitsamtes. Denn der Arbeitssuchende ist sich der Bedeutung des Arbeitsamtes für seine erfolgreiche Stellenfindung nicht immer bewusst. Dies kann beispielsweise der Fall sein, wenn ein Befragter seine neue Arbeitsstelle nur aufgrund eines vom Arbeitsamt finanzierten Berufstrainings erhalten hat, das auch den Kontakt zu seinem künftigen Arbeitgeber mit sich brachte.

Mit Hilfe der SOEP-Erhebung kann nicht nur für ehemalige Arbeitslose, sondern für alle, die einen neuen Arbeitgeber haben, die Art der "Informationsgewinnung" hinsichtlich der neuen Stelle untersucht werden. Dabei wird neben den beim Arbeitsamt gemeldeten Suchenden nach Leistungsempfängern, Erwerbstätigen und Nichterwerbstätigen unterschieden.

Tabelle 3 zeigt für 1999 die Struktur sämtlicher Zugänge in neue Beschäftigungsverhältnisse (ohne innerbetriebliche Wechsel). Da das SOEP eine Stichprobe darstellt, unterliegen alle Ergebnisse einem "Stichprobenfehler". [20] Die hochgerechnete Zahl aller Zugänge liegt mit knapp 5,3 Mill. unter der offiziell ausgewiesenen Zahl von Zugängen in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung (8,3 Mill.). Dies liegt vor allem daran, dass im Fall von mehrfachen Wechseln innerhalb eines Jahres beim SOEP nur der letzte berücksichtigt wird und Änderungen im Unternehmensstatus - anders als in der Beschäftigtenstatistik - vom Befragten in der Regel nicht als Wechsel des Arbeitgebers angegeben werden. [21] Von den neu Beschäftigten waren vor der Aufnahme der Beschäftigung 23 % arbeitslos; 16 % befanden sich in betrieblicher bzw. schulischer Ausbildung oder absolvierten ein Studium. Bei zwei Fünfteln der Zugänge in eine neue Beschäftigung handelte es sich um einen Arbeitgeberwechsel, und immerhin jeder fünfte Neuzugang war den sonstigen Nichterwerbstätigen zuzuordnen. Eine Differenzierung zwischen West- und Ostdeutschland macht deutlich, dass von allen neu Beschäftigten in Ostdeutschland 39 % vorher arbeitslos gemeldet waren, in Westdeutschland aber nur jeder Fünfte.

Je nach Erwerbsstatus ist der Anteil derjenigen, die vor Antritt ihrer Stelle aktiv nach Arbeit gesucht haben, sehr unterschiedlich (Tabelle 4). Demnach suchen vier von fünf Arbeitslosen aktiv, während bei Erwerbstätigen in mehr als der Hälfte der Fälle der Arbeitgeber ohne aktive Suche gewechselt wird. [22]

Blickt man nun auf die Antworten zu den unterschiedlichen Arten der Informationsgewinnung, so zeigt sich, dass im Jahre 2000 lediglich in 14 % aller neuen Beschäftigungsverhältnisse die Information über die Bundesanstalt für Arbeit bezogen wurde (Tabelle 5). Der Anteil war auch Anfang der 90er Jahre ähnlich niedrig. [23] Er wird freilich stark durch Westdeutschland geprägt. In Ostdeutschland ist die Bedeutung des Arbeitsamtes für die Informationsgewinnung mehr als doppelt so groß.

Die wichtigste Quelle für Informationen stellt damals wie heute offensichtlich das private Beziehungsnetzwerk an Freunden, Bekannten und Angehörigen dar [24]; dies gilt sowohl für Westdeutschland als auch für Ostdeutschland.

Als zweitwichtigste Informationsquelle nannten die SOEP-Befragten Inserate und Stellenanzeigen in Zeitungen. Inzwischen ist auch das Internet als Informationsbörse der Stellenvermittlung etabliert; es hatte im Jahre 2000 mit 2 % schon fast einen so hohen Anteil an der Informationsbeschaffung wie private Stellenvermittlungen oder Agenturen. [25]

In Tabelle 6 wurde schließlich nach dem Erwerbsstatus vor dem neuen Stellenantritt differenziert. Für Arbeitslose sind die Angaben aus dem SOEP mit der "offiziellen" Vermittlungsquote am ehesten vergleichbar. Es zeigt sich, dass bei der Gruppe der ehemals Arbeitslosen nur in jedem vierten Fall die Informationen, die zu einer Einstellung führten, vom Arbeitsamt kamen. [26] Berücksichtigt man den Stichprobenfehler, liegt die Quote in einer Bandbreite von 18 % bis 31 %. [27]

Für Stellenwechsler [28] ist das Arbeitsamt nur in Ausnahmefällen wichtig für die Informationsbeschaffung, während immerhin jeder Sechste, der sich in Ausbildung oder in einem Studium befindet, direkte Informationen über die neue Stelle durch das Arbeitsamt erhält.

Bei der Gruppe der sonstigen Nichterwerbstätigen spielen private Netzwerke und sonstige Wege der Informationsbeschaffung eine wichtige Rolle für die Arbeitsaufnahme. Häufiger als bei den anderen Gruppen ist hier auch die Rückkehr zum früheren Arbeitgeber zu finden.

Schlussfolgerungen In der Debatte über die Fortentwicklung des Systems der Erwerbstätigenstatistiken wird seit langem beklagt, dass die amtliche Statistik über keine verlässlichen Daten zum wahren Umfang des Mismatch zwischen Arbeitsangebot und Arbeitsnachfrage verfügt. Es besteht die begründete Vermutung, dass es trotz hoher Arbeitslosigkeit eine große Zahl unbesetzter Arbeitsplätze gibt, was sich in der Arbeitsmarktstatistik nur unvollkommen widerspiegelt. [29] Zur Schließung solcher Datenlücken sind jährliche Stichprobenerhebungen erforderlich. Die Daten dieser Primärerhebungen müssen auch der Wissenschaft bereitgestellt werden; dies betrifft auch die Wirkungsforschung. [30] Denn nur ein ungehinderter Datenzugang stellt sicher, dass die unabhängige Wissenschaft Forschungs- und Kontrollfunktionen wahrnehmen kann, auch um die Öffentlichkeit auf mögliche Irrtümer aufmerksam zu machen. [31] Darüber hinaus sind "Doppelerhebungen" nützlich, um die Öffentlichkeit vor Konsequenzen von Fehlern bei der Datenerhebung zu schützen.

Die BA steht bezüglich ihres amtlichen Vermittlungsauftrags in Konkurrenz zu alternativen - formellen wie informellen - Pfaden der Informationsbeschaffung im Hinblick auf Arbeitsangebot und Arbeitsnachfrage. Die häufigsten - und offensichtlich auch erfolgreichsten - Wege der Informationsbeschaffung sind und bleiben wohl auch in Zukunft die informellen Wege über Informationsnetzwerke von Bekannten, Kollegen und Freunden.

Neben der direkten Arbeitsvermittlung sind Zeitungen als klassisches Informationsmedium wichtige Vermittlungskanäle. Dies trifft zunehmend auch auf das Internet zu, das sich offensichtlich als Informationsbörse steigender Beliebtheit erfreut. Hier wären auch die Arbeitsämter gefordert, Stellensuchenden und hier vor allem den schwerer Vermittelbaren bei der Job-Recherche im Internet Hilfestellung zu gewähren und nicht nur Zugangsmöglichkeiten ins Intranet der Informationsdienste der BA zu schaffen. [32]

Die Hoffnung, dass die vermehrte Zulassung privater Arbeitsvermittlungen die Probleme des Arbeitsmarktausgleichs nachhaltig mindern könnten, erscheint auf kurze Sicht illusionär. Gegenwärtig sind private Jobvermittler überwiegend "ausgelagerte Personalabteilungen", d. h. sie suchen im Auftrag von Unternehmen nach geeigneten Arbeitskräften. [33] Kurzfristig ist nicht zu erwarten, dass geeignete private Vermittler in ausreichender Zahl am Markt auftreten. Freilich dürfte durch die neuen Möglichkeiten im Rahmen des Job-AQTIV-Gesetzes ein Markt der Vermittler gefördert werden, der mittels Zahlung von Erfolgsprämien für erfolgreiche Integration im ersten Arbeitsmarkt auch genügend Anreize enthält, sich um die Vermittlung niedrig entlohnter Beschäftigungsverhältnisse zu kümmern. Dies wird teilweise mit der Forderung verbunden, diesen Weg durch die Ausgabe von "Vermittlungsgutscheinen" für alle arbeitslos Gemeldeten auszubauen. Freilich ist zu bedenken: Wenn über die Hälfte der Stellenfindung informell läuft, wäre die Einlösung solcher Gutscheine eine Einladung zu neuem Missbrauch sowie zu Prämienmitnahmen durch Absprachen zwischen Arbeitssuchenden und privaten Vermittlern.

Alles in allem: Eine bessere Arbeitsvermittlung wird das gesamtwirtschaftliche Arbeitslosenproblem nicht lösen. Jedoch haben Arbeitslose sowie Beitrags- und Steuerzahler ein Recht auf eine effektive und effiziente Arbeitsverwaltung. Der Weg der "Privatisierung" der Arbeitsvermittlung wird nur begrenzt weiterhelfen. Die eingeleitete Reform der Bundesanstalt für Arbeit mit den drei Grundsätzen "Dienstleistung im Wettbewerb, Konzentration auf Kernaufgaben sowie leistungsfähiges kundenorientiertes Management" weisen in die richtige Richtung. [34] Die Verbesserung der Vermittlungsstatistik ist auf den ersten Blick nur ein vergleichsweise unwichtiger Bestandteil der Reform. Gleichwohl ist dies insoweit zentral, als es mit einer Reform der statistisch-wissenschaftlichen Evaluation der Arbeitsmarktpolitik Hand in Hand gehen muss. Hier ist mehr Kooperation der BA mit Dritten - nämlich der Wissenschaft - notwendig. Denn ohne gesicherte Grundlagen kann die Arbeitsverwaltung nicht effektiv arbeiten, und es fehlen Entscheidungsgrundlagen für arbeitsmarktpolitische Reformen.

[1] Zu einem Überblick zu Zielen der Arbeitsvermittlung vgl. Ulrich Walwei: Arbeitsvermittlung als öffentliche Aufgabe und privatwirtschaftliche Dienstleistung. In: Mitteilungen aus der Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, Jg. 29, Heft 1, 1996, S. 54-72.

[2] Mittels Auswahl und Vorschlag.

[3] So wurden durch das Erste Gesetz zur Umsetzung des Spar-, Konsolidierungs- und Wachstumsprogramms 1994 und durch das Beschäftigungsförderungsgesetz 1994 die Vorschriften über die private Arbeitsvermittlung grundlegend geändert und vom "Vermittlungsmonopol" der Bundesanstalt für Arbeit Abstand genommen. Eine Vereinbarung zwischen der Bundesregierung und der Bundesanstalt für Arbeit über die Beteiligung "Dritter" an der Vermittlung von Arbeitslosenhilfe-Beziehern ist seit Anfang 1998 in Kraft. Als Dritte treten insbesondere Bildungs- und gemeinnützige Einrichtungen, aber auch private Vermittler auf.

[4] Hiervon wären Vermittlerbefragungen durch die Innenrevision oder auch durch externe Unternehmensberatungsfirmen zu trennen. Vgl. die letzte umfassende Vermittlerbefragung in: Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung (Hrsg.): Arbeitsvermittlung zwischen Arbeitslosigkeit und Fachkräftemangel. Forschungsbericht 197, Bonn 1990, S. 82. Die Teilnahme an der Arbeitsvermittlerbefragung dieser Studie war freiwillig und wurde von einem unabhängigen Institut durchgeführt. Die Auswertung erfolgte völlig anonym, und die Teilnahmequote betrug 1988 immerhin 85 % aller einbezogenen Vermittler.

[5] So wird bei Betriebserhebungen üblicherweise lediglich erfragt, inwieweit innerhalb eines Referenzzeitraums offene Stellen dem Arbeitsamt mitgeteilt werden und von über das Arbeitsamt vermittelten Bewerbern besetzt wurden. Wegen vieler fehlender Werte wurde freilich eine ursprünglich im IAB-Betriebspanel enthaltene Frage in den jüngsten Wellen gestrichen, da die Betriebe hierüber offensichtlich nur sehr lückenhafte Informationen haben.

[6] Vgl. hierzu Emil Magvas und Eugen Spitznagel: Arbeitskräftemangel - Bereits Hemmnis für Wachstum und Beschäftigungsentwicklung? IAB-Kurzbericht Nr. 13/2001, Nürnberg.

[7] Dieses hat freilich lediglich Rücklaufquoten von rund 33 %. Vgl. Ester Schröder: Arbeitnehmerüberlassungen in Vermittlungsabsicht. In: BeitrAB 209, Nürnberg 1997, S. 127.

[8] Die Bundesanstalt nimmt für sich in Anspruch, dass der von ihr ermittelte Einschaltungsgrad mit der Meldequote, die durch die IAB-Erhebungen ermittelt wird, "tendenziell im Einklang" sei. Vgl. Amtliche Nachrichten der Bundesanstalt für Arbeit: Arbeitsmarkt 2000 (ANBA 2000), Nürnberg 2001, S. 89.

[9] Vgl. ANBA 2000, a. a. O., S. 94.

[10] Vgl. ANBA 2000, a. a. O., S. 89.

[11] Vgl. Alexander Jung und Michael Sauga: Schwer vermittelbar. In: DER SPIEGEL, Heft 7, 2002 (http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,181557,00.html).

[12] Pressemitteilung der Bundesregierung vom 15.02.2002.

[13] Vgl. Alexander Hagelüken: Bundesanstalt für Kosmetik. In: Süddeutsche Zeitung, 11.02.2002, S. 3.

[14] Vgl. Robert Birnbaum: Jagoda kannte Fehler seit 1998. In: Der Tagesspiegel, Nr. 17673, S. 1.

[15] Vgl. Ausschuss für Arbeit und Sozialordnung, Ausschussdrucksache 14/2071 vom 13.02.2002, S. 11.

[16] "Es liegen Zweifel über die Zuverlässigkeit dieses Merkmals vor, da es fraglich ist, ob die Arbeitgeber Änderungen des Status (Familienstand) berücksichtigen." Stefan Bender et al.: Die IAB-Beschäftigtenstichprobe 1975-1990. In: BeitrAB 197, Nürnberg 1996, S. 11.

[17] So werden z. B. auch bei den von IAB und BIBB gemeinsam durchgeführten replikativen Querschnittserhebungen mittels retrospektiver Fragen der Kontaktaufnahme mit dem Betrieb, in dem Beschäftigte gegenwärtig tätig sind, die Pfade der Stellenfindung ermittelt. Vgl. Dieter Blaschke: Erfolgswege zum Arbeitsplatz. In: Mitteilungen aus der Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, Jg. 20, Heft 2, 1987, S. 164-180.

[18] Das SOEP ist eine repräsentative Wiederholungsbefragung privater Haushalte, die jährlich mit Unterstützung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) bundesweit durchgeführt wird. Vgl. zu näheren Informationen der Studie: http://www.diw.de/soep. Alle Befragungspersonen machen Angaben über Zeitpunkt und Art möglicher Stellenwechsel oder erstmalige Aufnahmen einer Erwerbstätigkeit. Im Erhebungsjahr 2000 umfasste das SOEP 2 005 Personen, die in den letzten 12 Monaten die Stelle gewechselt oder eine Arbeit neu aufgenommen hatten (ohne innerbetriebliche Wechsel).

[19] Die exakte Frage lautet: "Wie haben Sie von dieser Stelle erfahren?" Als Antwortkategorien werden sowohl formelle Wege - Arbeitsamt, private Stellenvermittlung/Agentur sowie Stellenanzeigen in Zeitungen, Internet - als auch informelle Wege über Bekannte, Freunde, Angehörige unterschieden. Weiterhin wird erfragt, ob vor Stellenantritt eine aktive Suche erfolgte oder ob sich der Stellenantritt so ergeben hat.

[20] Diese Ungenauigkeiten können durch entsprechende Intervallunter- und -obergrenzen der mittleren Anteilswerte (z. B. Vermittlung durch das Arbeitsamt in Tabelle 6) abgeschätzt werden. Zudem werden Anteilswerte, die auf einer Fallzahl von unter 30 Fällen basieren, entsprechend markiert.

[21] "Beispielsweise werden Umsetzungen von Mitarbeitern zwischen verwandten Unternehmen mit eigener Betriebsnummer - etwa von der Konzernmutter zu einem Tochterunternehmen - statistisch als beendete und neu begonnene Beschäftigungsverhältnisse gezählt." Vgl. ANBA 2000, S. 94.

[22] Antwortmöglichkeit: "Hat sich so ergeben." Die SOEP-Ergebnisse für das Jahr 1999 stellen freilich keine wissenschaftlich neue Erkenntnis dar, sondern belegen nur, dass Arbeitsplätze seit langer Zeit in Deutschland offensichtlich weit häufiger auf informellen Wegen gefunden werden. Vgl. z. B. die Ergebnisse von Heinz-Herbert Noll: Arbeitsplatzsuche und Stellenfindung. In: H. Knepel und R. Hujer (Hrsg.): Mobilitätsprozesse auf dem Arbeitsmarkt, Frankfurt/Main 1985, S. 275-303. Vgl. auch erste SOEP-Analysen zu diesem Thema: Roland Habich: Wege der Stellenfindung und beruflichen Platzierung. In: Axel Deeke et al. (Hrsg.): Arbeitsmarktbewegung als sozialer Prozess. SAMF-Arbeitspapier Nr. 3, Paderborn 1987, S. 143-173.

[23] Auch frühere Studien zeigen dies; so lag bereits im Jahre 1987 für die Gruppe aller abhängig Beschäftigten (ohne Beamte) in Westdeutschland die Quote der Stellenfindung über das Arbeitsamt bei lediglich 12 % (vgl. Dieter Blaschke, a. a. O.). Für diejenigen, die unmittelbar vor Antritt der Stelle arbeitslos waren, wurde eine Quote von 33 % ermittelt. Auch Habich ermittelte für 1984/85 eine Quote von lediglich 10 % (allerdings einschließlich innerbetrieblicher Wechsel).

[24] Vgl. Mark Granovetter: Getting a Job. A Study of Contacts and Careers, Cambridge, MA, 1974; Granovetter fand eine empirische Evidenz für die Hypothese, dass Stellen, die man informell über Netzwerke erlangt, höher entlohnte Beschäftigungsverhältnisse sind.

[25] Es sei an dieser Stelle auf den - fallzahlbedingten - relativ hohen Stichprobenfehler (zwischen 1 % und 7 %) hingewiesen. Durch private Anbieter oder mittels Internet Vermittelte zeichnen sich durch ein überdurchschnittliches Bildungsniveau aus und sind in der Regel jünger als 35 Jahre.

[26] Dies schließt freilich nicht aus, dass das Arbeitsamt durch mittelbare Vermittlungstätigkeit am Zustandekommen des neuen Beschäftigungsverhältnisses nicht doch beteiligt war, indem es z. B. durch die Gewährung von Umschulungs- oder Fortbildungsmaßnahmen den Informationshorizont der arbeitslos Gemeldeten vergrößerte.

[27] Bei einer Irrtumswahrscheinlichkeit von 5 %. Stärker differenzierte Analysen der Gruppe der Arbeitlosen wurden - fallzahlbedingt - mittels multivariater Schätzverfahren durchgeführt. Es zeigte sich, dass mit zunehmender Arbeitslosigkeitsdauer die Vermittlungsquote des Arbeitsamtes steigt.

[28] Dies schließt im Übrigen auch Übergänge zwischen dem öffentlich geförderten zweiten und dem ersten Arbeitsmarkt mit ein.

[29] Vgl. hierzu den jüngst erstellten Bericht des Statistischen Bundesamtes im Auftrag des Statistischen Beirats: Zur Fortentwicklung des Systems der Erwerbsstatistiken, Wiesbaden 2001 (Mimeo).

[30] Vgl. hierzu die entsprechenden Empfehlungen über den Zugang zu Mikrodaten für die Wissenschaft im Spannungsfeld zwischen datenschutzrechtlichen Vorschriften und der Förderung der Wissensmehrung durch unabhängige Wissenschaftler. In: Kommission zur Verbesserung der informationellen Infrastruktur zwischen Wissenschaft und Statistik (Hrsg.): Wege zu einer besseren informationellen Infrastruktur, Baden-Baden 2001, S. 265 ff.

[31] Vgl. Gert G. Wagner: Wissenschaft schützt die Öffentlichkeit vor schlechten statistischen Erhebungen. In: Datenschutz und Datensicherheit, Jg. 23, Heft 7, 1999, S. 377-383.

[32] Dies könnte bis hin zur Bereitstellung von E-Mail-Accounts für Stellensuchende führen, damit diese individuell an vielen Orten mit Hilfe dieses Mediums Erstkontakte herstellen können und über dieses Medium auch erreichbar wären.

[33] Vgl. Dominik de Daniel: Wir sind eine ausgelagerte Personalabteilung. In: Süddeutsche Zeitung, 15.02.2002, S. 2.

[34] Vgl. Zweistufenplan der Bundesregierung für kunden- und wettbewerbsorientierte Dienstleistung am Arbeitsmarkt. Pressemitteilung der Bundesregierung vom 22.02.2002.

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Tabelle 1
Entwicklung des gesamtwirtschaftlichen Stellenangebots von 1992 bis 2000

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      Stellenangebot  darunter dem Arbeitsamt  Vakanzen (2)  dar. d. Arbeitsamt
Jahr    insgesamt       gemeldetes Angebot                   gemeldetes Angebot
(1)
                 in 1 000             in %              in 1 000         in %

Deutschland

1992        972           307          32           682         266       39
1993        692           236          34           460         194       42
1994        760           281          37           538         237       44
1995        826           282          34           537         216       40
1996        801           288          36           576         234       41
1997        809           313          39           612         268       44
1998      1 100           382          35           793         330       42
1999      1 167           424          36           816         351       43
2000      1 456           484          33         1 061         415       39

Westdeutschland

1992        861           275          32           621         243       39
1993        535           198          37           373         166       45
1994        582           220          38           428         190       44
1995        654           226          35           441         181       41
1996        635           232          37           462         188       41
1997        657           253          39           497         215       43
1998        935           313          33           692         276       40
1999      1 023           366          36           726         307       42
2000      1 303           427          33           967         374       39

Ostdeutschland

1992        111            32          29            61          23       38
1993        157            38          24            87          28       32
1994        178            61          34           110          47       43
1995        172            56          33            96          35       36
1996        166            56          34           114          46       40
1997        152            60          39           115          53       46
1998        165            69          42           101          54       53
1999        144            58          40            90          44       49
2000        153            57          37            94          41       44

-------------------------------------------------------------------------------
(1) Jeweils 4. Quartal. "Gemeldete" offene Stellen werden sowohl in der
 amtlichen Statistik als auch in der IAB-Erhebung zur Entwicklung des
 gesamtwirtschaftlichen Stellenangebots ausgewiesen. Die Unterschiede werden
 vom IAB als "geringfügig" bezeichnet.
(2) Aus dem gesamten Stellenangebot sofort zu besetzende Stellen.

Quelle: IAB Kurzbericht, Nr. 13/2001, S. 2.

DIW Berlin 2002

===============================================================================
-------------------------------------------------------------------------------
Tabelle 2
Messziffern zur Vermittlungstätigkeit der Bundesanstalt für Arbeit

-------------------------------------------------------------------------------
Jahr             Einschaltungs-  Marktanteil (2)  Ausschöpfungs-  Vermittlungs-
                    grad (1)                         grad (3)       quote (4)

Deutschland

1996                   44              34              78              43
1997                   42              32              76              40
1998                   48              36              75              52
1999                   48              35              73              58
2000                   46              35              76              59

Westdeutschland

1991                   33              23              68              48
1992                   35              25              69              44
1993                   37              26              70              38
1994                   39              28              74              38
1995                   42              31              74              37
1996                   42              32              76              35
1997                   39              29              74              35
1998                   43              30              71              40
1999                   43              30              69              49
2000                   42              30              72              51

Ostdeutschland

1996                   51              42              83              56
1997                   52              43              83              51
1998                   69              59              85              68
1999                   68              58              85              73
2000                   66              58              89              74

-------------------------------------------------------------------------------
(1) Abgänge an offenen Stellen je 100 begonnene sozialversicherungspflichtige
 Arbeitsverhältnisse.
(2) Arbeitsvermittlungen in Beschäftigungsverhältnisse von über sieben Tagen
 Dauer je 100 begonnene sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse.
(3) Arbeitsvermittlungen in Beschäftigungsverhältnisse von über sieben Tagen
 Dauer je 100 Abgänge von Stellenangeboten.
(4) Durch die Arbeitsämter vermittelte Arbeitslose in % aller in Beschäftigung
 abgegangenen Arbeitslosen. Von 1991 bis 1998 Berichtsmonat Juni; von 1999 an
 Jahreswerte.

Quelle: Amtliche Nachrichten der Bundesanstalt für Arbeit, Jg. 49,
 Arbeitsmarkt 2000.

DIW Berlin 2002

===============================================================================
-------------------------------------------------------------------------------
Tabelle 3
Neue Beschäftigungsverhältnisse (1) im Jahre 1999
 nach dem vorherigen Erwerbsstatus
Anteile in % aller Beschäftigten

-------------------------------------------------------------------------------
Erwerbsstatus im                          Deutsch-    West-      Ost-
Monat vor Aufnahme                          land     deutsch-  deutsch-
der Beschäftigung                         insgesamt   land       land

Arbeitslos gemeldet                           23        19         39

Erwerbstätig                                  41        44         30

In (betrieblicher) Ausbildung/
Schule/Studium                                16        16         16

Nichterwerbstätig                             20        21         15

Nachrichtlich:

Fallzahl der Stichprobe                    2 005     1 485        520
Hochrechnung in 1 000                      5 270     4 167      1 103

-------------------------------------------------------------------------------
(1) Zugänge in Beschäftigung sowie Arbeitgeberwechsel (ohne innerbetriebliche
 Wechsel) im Zeitraum  31. Januar 1999 bis 1. Februar 2000. Mehrmalige Wechsel
 werden nicht gezählt; maßgeblich ist der letzte Wechsel im
 Untersuchungszeitraum.

Quellen: SOEP 2000; Berechnungen des DIW Berlin.

DIW Berlin 2002

===============================================================================
-------------------------------------------------------------------------------
Tabelle 4
Aktive Suche vor Aufnahme einer neuen Beschäftigung im Jahre 1999
In % der neuen Beschäftigungsverhältnisse (1)

-------------------------------------------------------------------------------
Erwerbsstatus im                        Deutsch-    West-      Ost-
Monat vor Aufnahme                        land     deutsch-  deutsch-
der Beschäftigung                       insgesamt   land       land

Arbeitslos gemeldet                         79        78         81

Erwerbstätig                                46        47         43

In (betrieblicher) Ausbildung/
Schule/Studium                              58        58         59

Nichterwerbstätig                           47        45         60

Insgesamt
(Zugänge in Beschäftigung
sowie Arbeitgeberwechsel)                   56        55         63

-------------------------------------------------------------------------------
(1) Zugänge in Beschäftigung sowie Arbeitgeberwechsel (ohne innerbetriebliche
 Wechsel) im Zeitraum  31. Januar 1999 bis 1. Februar 2000.

Quellen: SOEP 2000; Berechnungen des DIW Berlin.

DIW Berlin 2002

===============================================================================
-------------------------------------------------------------------------------
Tabelle 5
Arten der Informationsgewinnung von neu Beschäftigten (1)
Anteile in %

-------------------------------------------------------------------------------
                                1991                          1998

Quelle der Inform.   Deutsch-   West-      Ost-    Deutsch-   West-      Ost-
über die neue Stelle   land    deutsch-  deutsch-    land    deutsch-  deutsch-
                    insgesamt   land       land   insgesamt   land       land

Arbeitsamt              13       10         19        16        9         35
Private
 Stellenvermittlung/
 Agentur                 *        *          *        (1)       /          /
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 in der Zeitung         22       26         13        18       21         (7)
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 im Internet             *        *          *         /        /          /
Bekannte, Freunde,
 Angehörige             37       35         43        36       37         30
Rückkehr zum früheren
 Arbeitgeber             3       (4)        (2)        6        6         (8)
Anders aktiv gesucht    15       17         13        11       12         10
Hat sich so ergeben      9        8         11        11       12          8

-------------------------------------------------------------------------------
                                 1999                       2000 (2)

Quelle der Inform.   Deutsch-    West-     Ost-    Deutsch-   West-      Ost-
über die neue Stelle  land     deutsch-  deutsch-   land     deutsch-  deutsch-
                    insgesamt    land      land   insgesamt   land       land

Arbeitsamt             12          9        24       14        10         26
Private
 Stellenvermittlung/
 Agentur                2         (2)       (3)      (2)       (3)         /
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 in der Zeitung        17         19        11       19        21         12
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 im Internet           (1)        (1)        /       (2)       (2)        (3)
Bekannte, Freunde,
 Angehörige            36         37        34       33        34         30
Rückkehr zum früheren
 Arbeitgeber            5          5        (5)      (6)       (6)        (8)
Anders aktiv gesucht   13         13        10       11        12         10
Hat sich so ergeben    13         14        10       12        13          9

-------------------------------------------------------------------------------
*  Kategorie in der SOEP-Erhebung von 1992 noch nicht erfragt.
() Werte basieren auf weniger als 30 Fällen in der Stichprobe.
/  Weniger als 10 beobachtete Fälle.

(1) Zugänge in Beschäftigung sowie Arbeitgeberwechsel (ohne innerbetriebliche
 Wechsel) im Zeitraum 31. Januar des Ausgangsjahres bis 1. Februar des
 Folgejahres.
(2) Berechnung auf Basis vorläufiger Hochrechnung.

Quellen: SOEP; Berechnungen des DIW Berlin.

DIW Berlin 2002

===============================================================================
-------------------------------------------------------------------------------
Tabelle 6
Arten der Informationsgewinnung von neu Beschäftigten (1) im Jahre 1999
Anteile in %

-------------------------------------------------------------------------------
                                             Deutschland insgesamt

Quelle der Information              Arbeitslos  Erwerbs-  In Aus-  Sonstige
über die neue Stelle                 gemeldet    tätig   bildung/  Nichter-
                                                          Schule   werbstät.

Arbeitsamt                              25          6        16       (7)

Konfidenzintervall der Schätzung (2)  18-31       5-8      11-22     3-15

Private Stellenvermittlung/Agentur      /          (2)       /        /
Stellenanzeige in der Zeitung           14         22        (9)      17
Stellenanzeige im Internet              /          /         /        /
Bekannte, Freunde, Angehörige           31         39        30       40
Rückkehr zum früheren Arbeitgeber       (4)         3        /        12
Hat sich so ergeben                      9         17        15       (8)
Sonstige Wege bzw. nicht zutreffend    (16)        (9)       19       30

Nachrichtlich:
Fallzahl in Stichprobe                 481        782       339      403
Hochrechnung in 1 000                1 233      2 150       846    1 042

-------------------------------------------------------------------------------
                                               Westdeutschland

Quelle der Information             Arbeitslos  Erwerbs-  In Aus-  Sonstige
über die neue Stelle                gemeldet    tätig   bildung/  Nichter-
                                                         Schule   werbstät.

Arbeitsamt                              19        (5)      14        (5)

Konfidenzintervall der Schätzung (2)  10-27      2-11     7-21      1-13

Private Stellenvermittlung/Agentur      /         (2)      /         /
Stellenanzeige in der Zeitung           14        24      (10)       19
Stellenanzeige im Internet              /         /        /         /
Bekannte, Freunde, Angehörige           32        39       30        41
Rückkehr zum früheren Arbeitgeber       (3)       (3)      (5)       12
Hat sich so ergeben                    (11)       17       15        (8)
Sonstige Wege bzw. nicht zutreffend     18         9       20        12

Nachrichtlich:
Fallzahl in Stichprobe                 270       629      241       345
Hochrechnung in 1 000                  806     1 821      666       874

-------------------------------------------------------------------------------
                                                Ostdeutschland

Quelle der Information             Arbeitslos  Erwerbs-  In Aus-  Sonstige
über die neue Stelle                gemeldet    tätig   bildung/  Nichter-
                                                         Schule   werbstät.

Arbeitsamt                              37       (11)      (26)     (15)

Konfidenzintervall der Schätzung (2)  31-42      1-24     12-40     1-30

Private Stellenvermittlung/Agentur      /         /         /        /
Stellenanzeige in der Zeitung          (13)      (15)       /        /
Stellenanzeige im Internet              /         /         /        /
Bekannte, Freunde, Angehörige           29        40       (33)     (38)
Rückkehr zum früheren Arbeitgeber       (6)       (2)       /        /
Hat sich so ergeben                     (3)      (19)      (15)      /
Sonstige Wege bzw. nicht zutreffend    (10)       (8)       /        /

Nachrichtlich:
Fallzahl in Stichprobe                 211       153        98       58
Hochrechnung in 1 000                  427       329       179      168

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() Werte basieren auf weniger als 30 Fällen in der Stichprobe.
/  Weniger als 10 beobachtete Fälle.

(1) Zugänge in Beschäftigung sowie Arbeitgeberwechsel (ohne innerbetriebliche
 Wechsel) im Zeitraum 31. Januar des Ausgangsjahres bis 1. Februar des
 Folgejahres.
(2) Bei einer Irrtumswahrscheinlichkeit von 5 % um den Schätzwert des
 mittleren Anteils.

Quellen: SOEP; Berechnungen des DIW Berlin.

DIW Berlin 2002

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© 09/02