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Wochenbericht des DIW Berlin 42/02

Stagnation des Personenverkehrs in Deutschland

Bearbeiter Jutta Kloas
Hartmut Kuhfeld
In den 90er Jahren ist die Verkehrsleistung (Personenkilometer) in Deutschland nur noch stark abgeschwächt gestiegen, von 1994 bis 1999 um 4 %. Im Jahre 2000 ergab sich sogar ein Rückgang um gut 2 %. Diese Tendenz setzte sich im vergangenen Jahr fort. Besonders der Pkw-Verkehr nahm ab. Ursache dafür dürften in erster Linie die kräftigen Preiserhöhungen für Kraftstoffe gewesen sein. Der öffentliche Nahverkehr hat im betrachteten Zeitraum seine Fahrgastzahlen annähernd gehalten. Im regionalen Schienenverkehr haben die Angebotsverbesserungen (Taktverkehr, moderne Fahrzeuge) sogar zu zusätzlichen Fahrten geführt.
Bestimmungsgrößen für den Personenverkehr Von 1994 bis 2000 ist die Bevölkerung in Deutschland mit rund 82 Mill. Einwohnern nahezu konstant geblieben, die Bevölkerungsstruktur hat sich hingegen verändert. Die Zahl der Kinder ist um fast ein Zehntel zurückgegangen; ihr Anteil an der Bevölkerung lag im Jahre 2000 bei 6 %. Die Wegehäufigkeit von Kleinkindern liegt naturgemäß unter dem Durchschnitt aller Personen (1 134 Wege je Person im Jahre 2000); 70 % der Wege von Kindern waren im Jahre 2000 dem Freizeitverkehr zuzurechnen. [1]

Der Anteil der Schüler und Studenten lag im Jahre 2000 bei einem Sechstel der Gesamtbevölkerung, er hat seit 1994 leicht zugenommen. Gleichzeitig fand eine Strukturverschiebung hin zu Oberschülern und Studenten statt. Schüler ab 18 Jahren und Studenten sind überdurchschnittlich mobil. Gut 40 % ihrer Wege sind Freizeitverkehr (Abbildung 1). Hier sind sie neben den Kindern (mit knapp 600 Freizeitwegen je Person) die Gruppe mit der höchsten Wegezahl.

Erwerbstätige sind die größte Bevölkerungsgruppe; ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung betrug im Jahre 2000 gut zwei Fünftel, er hat sich im betrachteten Zeitraum nicht verändert. Für 1994 und 2000 gilt gleichermaßen: Mit 1 280 Wegen im Jahr waren Erwerbstätige überdurchschnittlich mobil. Unter ihnen haben Beamte und Selbständige mit über 1 400 Wegen die höchsten Mobilitätsraten. Demgegenüber weisen Arbeitslose eine wesentlich geringere Mobilität auf (1 055 Wege).

Die Mobilität von Hausfrauen/-männern und Rentnern ist ebenfalls vergleichsweise gering. Zur Gruppe der Hausfrauen/-männer zählen alle Personen im erwerbsfähigen Alter, die sich nicht in Ausbildung, Erwerbstätigkeit (einschließlich Arbeitssuche) oder Rente befinden; Personen ab 65 Jahren werden den Rentnern zugerechnet. Der Anteil der Hausfrauen/-männer betrug 1994 rund 7 % und ging im betrachteten Zeitraum leicht zurück. Erwartungsgemäß sind Hausfrauen/-männer besonders häufig unterwegs, um einzukaufen. Mindestens jeder zweite ihrer Wege wird aus diesem Anlass unternommen. Hausfrauen/-männer sind ebenfalls häufig für Service-Aktivitäten [2] (wie Begleiten von Kindern) zuständig; 40 % aller Begleitwege werden von dieser Personengruppe erledigt.

Der Anteil der Rentner ist im betrachteten Zeitraum von 21 % auf knapp 23 % gestiegen. Im Vergleich zu den übrigen Personengruppen haben sie mit 842 Wegen die geringste Mobilität. Ebenso wie Hausfrauen/-männer sind Rentner am häufigsten zum Einkaufen außer Haus; mindestens jeder zweite ihrer Wege ist diesem Zweck zuzurechnen. Rentner verfügen zunehmend häufig über einen Pkw, der jedoch unterdurchschnittlich genutzt wird. Ein Rentner legt im Jahr durchschnittlich 4 100 Kilometer mit seinem Fahrzeug zurück, ein Erwerbstätiger dagegen mit 13 400 Kilometern mehr als das Dreifache.

Von 1994 bis 2000 hat sich der Pkw-Bestand in Deutschland um gut 3 Mill. auf 42,8 Mill. Fahrzeuge erhöht. Der Anteil der Pkw-Besitzer vergrößerte sich in allen Bevölkerungsgruppen (Abbildung 2). Laut Einkommens- und Verbrauchsstichprobe des Statistischen Bundesamtes verfügten 1998 drei Viertel aller Haushalte über mindestens einen Pkw; im Vergleich zur Erhebung 1993 bedeutet dies einen Zuwachs um 3 Prozentpunkte. Auch der Anteil mehrfach motorisierter Haushalte hat sich von 15 % auf 19 % erhöht.

Ein weiterer wichtiger Einflussfaktor für die Entwicklung des Personenverkehrs ist die Veränderung der Siedlungsstruktur. 30 % der Deutschen lebten 1994 in Großzentren und Oberzentren, d. h. in Gemeinden mit dichter Infrastruktur und ausgebautem öffentlichen Personenverkehrsnetz. Der Anteil des öffentlichen Verkehrs ist in diesen Ballungsräumen mit 19 % (Großzentren) bzw. 13 % (Oberzentren) deutlich höher als in ländlichen Gemeinden und Mittelzentren (9 % bzw. 8 %). Gut ein Drittel der Bevölkerung wohnte 1994 wie 2000 in Mittelzentren. Die Einwohnerzahl der übrigen, überwiegend ländlich geprägten Gemeinden ist von 1994 bis 2000 überproportional gestiegen; der Prozess der Zersiedlung ist also noch nicht abgeschlossen.

In dünner besiedelten Räumen sind die Wege im Durchschnitt 15 % länger als in den übrigen Gemeindetypen. Mit 12 640 Kilometern hat jeder Einwohner im ländlichen Raum eine um 10 % höhere Verkehrsleistung im Jahr als ein Stadtbewohner. Dennoch verbringt Letzterer wegen des langsameren Verkehrsflusses jährlich durchschnittlich 50 Stunden länger im Verkehr - insgesamt rund 500 Stunden - als ein Landbewohner.

Entwicklung des Personenverkehrs

... nach Verkehrszwecken

Im Jahre 2000 hat jeder Bundesbürger im Durchschnitt 1 100 Wege unternommen und dabei 11 500 Kilometer zurückgelegt. Die Werte entsprechen fast genau denen des Jahres 1994. Das Verkehrsaufkommen und die Verkehrsleistung waren jedoch innerhalb des betrachteten Zeitraums nicht konstant, sondern nahmen, insbesondere wegen der Entwicklung im motorisierten Individualverkehr, bis 1999 um 2 % (Aufkommen) bzw. 4 % (Leistung) zu und gingen 2000 auf das Niveau von 1994 zurück (Tabellen 1 und 2). Ursache für den Rückgang des Pkw-Verkehrs dürften in erster Linie die kräftigen Preiserhöhungen für Kraftstoffe im Jahre 2000 gewesen sein: Für Normalbenzin musste 18 % mehr bezahlt werden, und Dieselkraftstoff war im Vergleich zum Vorjahr um 25 % teurer.

Die Zusammensetzung des Personenverkehrs nach Zwecken ist von 1994 bis 2000 im Wesentlichen konstant geblieben. Rund 20 % der Wege und Personenkilometer entfielen auf den Berufsverkehr, d. h. die Hin- und Rückwege zum und vom Arbeitsplatz (Tabelle 3). Die Zahl der Erwerbstätigen als wichtigster Einflussfaktor hat sich im betrachteten Zeitraum kaum verändert. Die durchschnittliche Entfernung zum Arbeitsplatz betrug rund 11 Kilometer, in gut zwei Dritteln der Fälle wurde das Auto benutzt. In dieser Zeit ist der Anteil des motorisierten Individualverkehrs leicht gestiegen, zu Lasten des Fußwegeanteils und des öffentlichen Straßenpersonenverkehrs.

Auf den Ausbildungsverkehr entfielen rund 8 % der Wege und 5 % der Personenkilometer. 87 % der Ausbildungswege wurden von Schülern und Studenten, weitere 7 % von Auszubildenden unternommen. Die restlichen 6 % setzten sich zusammen aus Begleitwegen Erwachsener sowie aus Wegen im Rahmen der Erwachsenenbildung. Die Strukturverschiebung hin zu den älteren Schülern führte zu einem leichten Rückgang des Fußwege- und Fahrradanteils.

Der Geschäfts- und Dienstreiseverkehr umfasst alle Wege während der Ausübung des Berufs. Hierzu rechnen Liefer-, Kundendienst- und Handwerkerfahrten ebenso wie Dienst- und Geschäftsreisen sowie Fahrten zu Tagungen und Messen. Es gab kaum Verschiebungen in der Verkehrmittelstruktur; der Anteil des Pkw-Verkehrs betrug im gesamten Zeitraum fast neun Zehntel (Tabelle 4). Bezogen auf das gesamte Aufkommen hat der Geschäfts- und Dienstreiseverkehr einen Anteil von rund 9 %, bezogen auf die Leistung von gut 16 %.

Der Einkaufsverkehr einschließlich Arztbesuchen und Behördengängen hat einen Anteil an allen Wegen von gut einem Viertel. Einkaufswege sind die Wege mit den kürzesten Entfernungen, die durchschnittliche Wegelänge beträgt gut 4 Kilometer. Bewohner ländlicher Gemeinden sind seltener zum Einkaufen unterwegs als die übrige Bevölkerung; ihr durchschnittlicher Einkaufsweg ist jedoch zwei Kilometer länger als der von Großstadtbewohnern.

Zum Freizeitverkehr gehören vor allem Besuche von Kultur- und Sportveranstaltungen, Restaurantbesuche, Fahrten zu Freunden und Verwandten sowie Ausflüge und Kurzreisen, Kindergartenbesuche und das Begleiten von Personen. [3] Der Anteil des Freizeitverkehrs am Verkehrsaufkommen und an der Verkehrsleistung ist im betrachteten Zeitraum mit rund 38 % bzw. 40 % nahezu konstant geblieben. Gut die Hälfte der Freizeitwege fand mit dem Auto statt, rund ein Drittel wurde zu Fuß unternommen, und die öffentlichen Verkehrsmittel wurden zu rund 6 % genutzt. Bei Arbeitslosen, Rentnern und Schülern/Studenten haben Freizeitwege mit einem Anteil von mehr als 40 % die höchste Bedeutung.

Eine rückläufige Entwicklung ist für den Urlaubsverkehr zu verzeichnen. Sowohl die Zahl der Reisenden als auch die individuelle Reisehäufigkeit ist zwar von Anfang bis Mitte der 90er Jahre gestiegen, danach aber zurückgegangen. Nur der Luftverkehr hat kontinuierlich zugenommen. Am gesamten Personenverkehrsaufkommen hatten Urlaubsfahrten zuletzt einen Anteil von knapp 0,2 %; ihr Anteil an der Leistung betrug knapp 8 %.

... und nach Verkehrsarten Zum ersten Mal seit einigen Jahren ist für 2000 ein Rückgang im motorisierten Individualverkehr (MIV) [4] zu verzeichnen. Trotz der Pkw-Bestandszunahme um knapp 8 % gegenüber 1994 entsprach das Verkehrsaufkommen hier dem Ausgangsniveau, die Fahrleistung dem Niveau von 1996 (Abbildung 3).

Vor allem die kräftigen Preiserhöhungen bei Benzin- und Dieselkraftstoff im Jahre 2000 dürften dazu geführt haben, dass die Autonutzung eingeschränkt wurde. Prinzipiell sind unterschiedliche Möglichkeiten zur Kraftstoffeinsparung denkbar: Bündelung von Erledigungen, Fahrgemeinschaften, Umstieg auf andere Verkehrsmittel, Wahl näher gelegener Ziele, sparsamere Fahrweise, Mobilitätsverzicht.

Im Deutschen Mobilitätspanel werden von Jahr zu Jahr dieselben Personen befragt, so dass Änderungen in deren Verkehrsverhalten deutlich werden. Der Rückgang der Autonutzung ist danach überwiegend auf eine geringere Fahrtenzahl zurückzuführen. Diese Fahrten sind nicht vollständig auf andere Verkehrsmittel verlagert worden, denn die Wegezahl bei den anderen Verkehrsarten ist nicht entsprechend gestiegen. Betroffen von diesem Rückgang sind vor allem der Einkaufs- und Freizeitverkehr. Hinweise auf eine Zunahme von Fahrgemeinschaften gibt es nicht.

Die Zahl der Fahrten mit dem Pkw ist stärker zurückgegangen als die Zahl der zurückgelegten Kilometer. Die durchschnittliche Fahrtweite ist geringfügig gestiegen. Folglich müssen es überwiegend kurze Fahrten sein, die ersatzlos entfielen.

Offen bleiben muss, in welchem Umfang der Verzicht auf Wege auch durch andere Faktoren als dem Preisanstieg bei Kraftstoffen (z. B. durch Internet und andere Nutzung des PC) bewirkt sein könnte.

Die Eisenbahn (einschließlich S-Bahn) konnte ihre Fahrgastzahlen im betrachteten Zeitraum um 6 % steigern; die zurückgelegten Personenkilometer nahmen etwas weniger zu. Diese Entwicklung ist in erster Linie dem Regionalverkehr zuzurechnen. Hier fanden Angebotsverbesserungen (z. B. neue Fahrzeuge, Taktverkehr) statt, ohne die die Bahnverkehrsleistung leicht zurückgegangen wäre.

Zum öffentlichen Straßenpersonenverkehr (ÖSPV) rechnen alle Fahrten mit Bus, Straßenbahn und U-Bahn. Auf den ÖSPV entfallen rund 9 % der Wege und der zurückgelegten Personenkilometer. Die rückläufige Benutzung von Bus und Bahn im Berufsverkehr (von 1994 bis 1999 um 8 %) setzte sich im Jahre 2000 nicht mehr fort, die Fahrgastzahlen im Ausbildungsverkehr konnten leicht gesteigert werden. Dies dürfte u. a. an der Änderung der Altersstruktur der Schüler (weniger Grundschüler) liegen. Auch das Kundensegment der Pkw-Besitzer konnte gehalten werden. 1994 entfielen knapp 15 % aller Wege auf Fahrgäste, die einen Pkw besaßen; bis zum Jahre 2000 stieg dieser Anteil um 2 Prozentpunkte. Insgesamt ist die ÖSPV-Nachfrage im betrachteten Zeitraum relativ stabil geblieben, trotz weiter zunehmender Zersiedelung und steigender Motorisierung, also von Faktoren, die zugunsten der Pkw-Nutzung wirken.

Mehr als ein Viertel aller Wege werden zu Fuß unternommen. Am Fußgängerverkehr sind naturgemäß alle Bevölkerungsgruppen beteiligt. Die Fußwege von Rentnern, Hausfrauen und Arbeitslosen führen hauptsächlich zu Einkaufszielen; bei den übrigen Bevölkerungsgruppen sind die Fußwege am häufigsten dem Freizeitverkehr zuzurechnen.

Mit gut 9 Mrd. Wegen hat das Fahrrad seinen Anteil von 10 % am Verkehrsaufkommen gehalten. Schüler im Alter von 10 bis unter 18 Jahren fahren überdurchschnittlich viel Rad. Sie unternehmen ein Viertel aller Fahrradfahrten, obwohl ihr Anteil an der Bevölkerung nur knapp 8 % beträgt. Mit dem Pkw-Besitz sinkt die Fahrradnutzung: Pkw-Besitzer nehmen nur für jeden zwanzigsten ihrer Wege das Rad; bei Personen ohne Pkw-Besitz ist dies mehr als doppelt so häufig der Fall.

Ausblick Parallel zu kräftigen Erhöhungen der Kraftstoffpreise war im Jahre 2000 ein Rückgang der Fahrleistung im motorisierten Individualverkehr um gut 3 % zu verzeichnen. Ähnliche Entwicklungen hat es bereits in den Jahren 1973/74, 1980/81 und 1993/94 gegeben. Dem jeweiligen Fahrleistungsrückgang waren bis dahin stets ein Anstieg über das vorherige Niveau und ein weiteres kontinuierliches Wachstum gefolgt, in den 90er Jahren allerdings in deutlich abgeschwächter Form. Der Rückgang der Fahrleistung im Jahre 2000 wurde erstmals nicht bereits im Folgejahr wieder aufgeholt. Vielmehr sank diese 2001 nochmals leicht, und zwar um rund 1 %. Es wäre allerdings verfrüht, vom Beginn einer Trendwende zu sprechen, [5] denn die Motorisierung und damit das Mobilitätspotential nehmen weiter zu. In der längerfristigen Perspektive sind aber zumindest aus der demographischen Entwicklung, als dem Haupteinflussfaktor des Personenverkehrs, keine weiteren Wachstumsimpulse zu erwarten.
Kasten

Datenbasis und Modell für die Schätzung des Personenverkehrs in Deutschland


Die amtliche Statistik weist nur Angaben zu Teilbereichen des Verkehrs aus. Nicht erfasst werden der Verkehr mit Pkw und motorisierten Zweirädern sowie der Rad- und der Fußgängerverkehr. Außerdem liegen keine Informationen zu inhaltlichen Differenzierungen des Verkehrs, z. B. nach Wegezwecken (Fahrtmotiven) oder Bevölkerungsgruppen, vor. Seit vielen Jahren werden daher vom DIW Berlin differenzierte Daten zum gesamten Personenverkehr bestimmt, die Grundlage für weitergehende Analysen und Prognosen sowie für verkehrsplanerische und verkehrspolitische Entscheidungen sind. In diesem Bericht wird die Entwicklung in den Jahren 1994 bis 2000 dargestellt; er knüpft an die letzte umfassende Veröffentlichung dieser Daten vor sechs Jahren an. [1] Die Zeitreihen enthalten das jährliche Verkehrsaufkommen, d. h. alle zurückgelegten Wege einschließlich des nichtmotorisierten Verkehrs, und die Verkehrsleistung, d. h. die zurückgelegten Personenkilometer. Dabei wird nach dem für die längste Wegstrecke benutzten Verkehrsmittel (Verkehrsart) und nach den Fahrt- bzw. Wegezwecken unterschieden.

Die Ergebnisse stützen sich auf Modellrechnungen, deren empirische Basis sich zusammensetzt aus der amtlichen Statistik, der Fahrleistungsrechnung des DIW Berlin, [2] den drei bundesweiten Querschnittserhebungen zum Verkehrsverhalten [3] und dem seit 1994 laufenden Mobilitätspanel. [4] Letzteres erlaubt wegen des geringen Stichprobenumfangs keine so detaillierte Differenzierung des Verkehrsgeschehens wie die Querschnittserhebungen, es zeigt vielmehr, wie dieselben Personen jährlich ihr Mobilitätsverhalten verändert haben.

Die Ergebnisse der drei bundesweiten Erhebungen bilden eine wesentliche Grundlage für die Bestimmung des nichtmotorisierten Verkehrs und zur Ableitung von Mobilitätsraten im Personenverkehrsmodell des DIW Berlin. Zurzeit wird eine neue Haushaltsbefragung zum Verkehrsverhalten unter dem Titel "Mobilität in Deutschland" durchgeführt, deren Ergebnisse im nächsten Jahr zur Verfügung stehen. [5]

Das Verkehrsverhalten von Personen (Zahl der Wege, Verkehrsmittelwahl, Entfernung der Ziele, Zeitaufwand für Wege) wird im Wesentlichen bestimmt durch

- die Stellung im Lebenszyklus (z. B. in Ausbildung, erwerbstätig),
- die Pkw-Verfügbarkeit,
- das Wohnumfeld
  (z. B. Siedlungsstruktur, Angebot an öffentlichen Verkehrsmitteln).

Die Eingangsgrößen des Personenverkehrsmodells sind daher nach vier Gebietstypen, zehn Bevölkerungsgruppen und zusätzlich jeweils vier Gruppen der Pkw-Verfügbarkeit differenzierte Mobilitätsraten (Wege je Person, Kilometer und Minuten je Person im Jahr). Das Verkehrsaufkommen und die Verkehrsleistung ergeben sich durch Verknüpfung dieser Mobilitätsraten mit entsprechend differenzierten Einwohnerzahlen. Bei der jährlichen Fortschreibung werden im ersten Schritt die Mobilitätsraten konstant gehalten und nur die Effekte berücksichtigt, die sich aus geänderter Bevölkerungsstruktur und Motorisierungsentwicklung ergeben (Struktureffekt). Im zweiten Schritt werden Änderungen des Verkehrsverhaltens berücksichtigt, soweit sie aus zusätzlichen Quellen abzuleiten sind. Das zweistufige Vorgehen ermöglicht es, den Einfluss von Verhaltensänderungen zu berücksichtigen.

Einflussfaktoren sind

- der Ausbau der Verkehrsinfrastruktur
  (z. B. neue Regionalbahnlinien),
- neue Angebote (z. B. Wochenendticket, Mitnahme von Personen),
- Änderungen der ordnungspolitischen Rahmenbedingungen
  (z. B. Anhebung der Mineralölsteuer),
- Änderungen der persönlichen Einstellungen und Werthaltungen
  (z. B. steigendes Umweltbewusstsein).

[1] Vgl.: Entwicklung des Personenverkehrs in der Bundesrepublik Deutschland. Bearb.: Jutta Kloas und Hartmut Kuhfeld. In: Wochenbericht des DIW Berlin, Nr. 37/96. Aufgrund von Datenrevisionen beim Eisenbahn- und Luftverkehr weichen die jetzt für das Jahr 1994 ausgewiesenen Werte von den seinerzeit veröffentlichten ab.

[2] Vgl.: Wachstum von Fahrleistungen und Kraftstoffverbrauch im Straßenverkehr. Bearb.: Heilwig Rieke. In: Wochenbericht des DIW Berlin, Nr. 14/96.

[3] Kontinuierliche Erhebung zum Verkehrsverhalten; durchgeführt 1975/76/77, 1982 und 1989 im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr.

[4] Vgl. Bastian Chlond, Wilko Manz und Dirk Zumkeller: Panelauswertung 1999/2000 - Schlussbericht. Gutachten im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen, als Manuskript vervielfältigt. Berlin 2000.

[5] Zur Methode und Durchführung der Erhebung vgl. DIW und infas: Mobilität in Deutschland - KONTIV 2002. Kontinuierliche Erhebung zum Verkehrsverhalten, 1. Zwischenbericht. Projekt im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen, als Manuskript vervielfältigt. Berlin/Bonn 2002. Vgl. auch die Projekthomepage http://www.infas.de/mid/index.html.



[1] Zur Mobilität von Kindern gehören auch solche Wege, auf denen sie von Erwachsenen aus Gründen der Betreuung mitgenommen werden.

[2] Begleiten von Personen gehört zum Zweck Freizeit.

[3] Die jetzt laufende Haushaltserhebung zum Personenverkehr "Mobilität in Deutschland" wird u. a. differenzierte Ergebnisse zu den verschiedenen Freizeitaktivitäten liefern.

[4] Verkehr mit Pkw, Kombinationskraftwagen und motorisierten Zweirädern.

[5] Zur Mobilitätsentwicklung in Deutschland und dessen Determinanten vgl. auch Bastian Chlond, Wilko Manz und Dirk Zumkeller: Stagnation der Verkehrsnachfrage - Sättigung oder Episode? In: Internationales Verkehrswesen, Heft 9/2002.

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Tabelle 1
Verkehrsaufkommen in Deutschland 1994 bis 2000 nach Zwecken und Verkehrsarten
(1)
Beförderte Personen in Mill.

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                    1994    1995    1996    1997    1998    1999    2000

Zu Fuß             25 459  25 623  25 524  25 463  25 343  25 212  25 089
  Beruf             2 058   1 977   1 975   1 958   1 976   1 996   1 966
  Ausbildung        1 903   1 928   1 946   1 955   1 932   1 910   1 879
  Geschäft            317     309     309     310     311     311     311
  Einkauf           9 606   9 599   9 592   9 564   9 506   9 413   9 378
  Freizeit         11 575  11 810  11 700  11 676  11 619  11 581  11 554
  Urlaub              -       -       -       -       -       -       -

Fahrrad             9 153   9 206   9 188   9 177   9 154   9 110   9 188
  Beruf             1 662   1 604   1 604   1 582   1 590   1 607   1 583
  Ausbildung        1 296   1 317   1 326   1 339   1 338   1 333   1 326
  Geschäft            134     133     134     136     135     134     132
  Einkauf           2 584   2 582   2 580   2 565   2 550   2 516   2 569
  Freizeit          3 476   3 568   3 543   3 555   3 539   3 519   3 577
  Urlaub                1       1       1       1       1       1       1

ÖSPV (2)            8 179   8 110   8 067   8 070   7 996   8 023   8 087
  Beruf             1 789   1 700   1 680   1 652   1 645   1 645   1 655
  Ausbildung        2 221   2 243   2 263   2 289   2 294   2 289   2 274
  Geschäft            194     195     195     194     193     193     193
  Einkauf           2 160   2 137   2 124   2 121   2 083   2 053   2 090
  Freizeit          1 796   1 818   1 788   1 798   1 765   1 828   1 859
  Urlaub               19      17      16      16      16      16      15

Eisenbahn (3)       1 750   1 800   1 857   1 860   1 798   1 823   1 860
  Beruf               682     710     700     696     677     695     701
  Ausbildung          328     328     329     337     328     335     333
  Geschäft             90      95     105     105     102     102     103
  Einkauf             267     261     280     279     267     268     280
  Freizeit            367     390     431     430     412     412     431
  Urlaub               16      16      13      13      13      12      12

MIV (4) -Fahrer    37 203  37 656  37 895  38 307  38 842  39 526  38 086
  Beruf            10 788  10 863  10 935  10 988  11 213  11 507  11 405
  Ausbildung          755     778     785     813     827     837     838
  Geschäft          7 091   7 002   7 032   7 150   7 270   7 354   7 359
  Einkauf           7 402   7 510   7 609   7 691   7 764   7 879   7 234
  Freizeit         11 125  11 462  11 495  11 627  11 729  11 910  11 212
  Urlaub               43      41      39      38      39      39      39

MIV (4) -Mitfahrer 11 887  11 984  11 861  11 801  11 774  11 740  10 950
  Beruf               994     969     947     930     938     949     935
  Ausbildung          516     524     530     534     531     528     522
  Geschäft            208     205     204     204     204     204     202
  Einkauf           2 890   2 887   2 886   2 879   2 882   2 871   2 628
  Freizeit          7 219   7 341   7 239   7 200   7 165   7 133   6 609
  Urlaub               60      58      55      53      54      54      54

Flugzeug (5)           81      88      91      96     101     108     116
  Geschäft             28      34      35      37      40      44      47
  Freizeit              2       2       2       2       3       5       7
  Urlaub               51      52      53      57      59      59      62

Insgesamt          93 712  94 467  94 482  94 774  95 009  95 542  93 376
  Beruf            17 973  17 823  17 842  17 807  18 039  18 399  18 245
  Ausbildung        7 018   7 119   7 179   7 266   7 252   7 232   7 172
  Geschäft          8 062   7 973   8 014   8 136   8 254   8 342   8 348
  Einkauf          24 909  24 976  25 072  25 098  25 051  25 000  24 179
  Freizeit         35 560  36 391  36 199  36 288  36 231  36 388  35 249
  Urlaub              190     185     177     178     182     181     183

-------------------------------------------------------------------------------
(1) Die Werte sind gerundet; die Summen sind aus ungerundeten Ausgangswerten
 berechnet.
(2) Öffentlicher Straßenpersonenverkehr: U-Bahn, Straßenbahn, O-Bus und
 Kraftomnibus; einschließlich Kleinunternehmen sowie ausländischer Unternehmen.
(3) Einschließlich S-Bahn, ohne Doppelzählungen von Umsteigern zwischen
 Zuggattungen.
(4) Motorisierter Individualverkehr: Verkehr mit Personenkraftwagen und
 motorisierten Zweirädern.
(5) Im innerdeutschen Verkehr ohne Umsteiger, im grenzüberschreitenden Verkehr
 einschließlich Ausland/Ausland-Umsteigern und Transit.

Quellen: Kontinuierliche Erhebung zum Verkehrsverhalten 1976, 1982, 1989;
 Statistisches Bundesamt; Berechnungen des DIW Berlin.

DIW Berlin 2002

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Tabelle 2
Verkehrsleistung in Deutschland 1994 bis 2000 nach Zwecken und Verkehrsarten
(1)
In Mrd. Personenkilometern

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                      1994    1995    1996    1997    1998    1999    2000

Zu Fuß                30,1    30,4    30,3    30,3    30,2    30,1    30,0
  Beruf                2,1     2,0     2,0     2,0     2,0     2,0     2,0
  Ausbildung           2,0     2,1     2,1     2,1     2,1     2,0     2,0
  Geschäft             0,3     0,3     0,3     0,3     0,3     0,3     0,3
  Einkauf              9,0     9,0     9,0     9,0     8,9     8,9     8,8
  Freizeit            16,6    17,0    16,8    16,9    16,8    16,8    16,8
  Urlaub                -       -       -       -       -       -       -

Fahrrad               23,6    23,8    23,8    23,8    23,8    23,7    23,9
  Beruf                4,2     4,1     4,1     4,0     4,0     4,0     4,0
  Ausbildung           3,3     3,3     3,3     3,4     3,4     3,4     3,3
  Geschäft             0,3     0,3     0,3     0,3     0,3     0,3     0,3
  Einkauf              4,5     4,5     4,5     4,5     4,4     4,4     4,5
  Freizeit            11,3    11,6    11,5    11,6    11,6    11,5    11,7
  Urlaub               0,0     0,0     0,0     0,0     0,0     0,0     0,0

ÖSPV (2)              86,9    85,9    85,2    84,3    84,2    84,0    85,4
  Beruf               20,6    19,8    19,7    19,5    19,5    19,3    19,7
  Ausbildung          18,4    18,6    18,7    18,9    19,0    18,7    18,8
  Geschäft             3,3     3,3     3,3     3,1     3,1     3,1     3,1
  Einkauf             13,9    13,8    13,7    13,6    13,4    13,0    13,3
  Freizeit            25,6    25,9    25,5    24,7    24,9    25,7    26,5
  Urlaub               5,1     4,6     4,3     4,4     4,3     4,2     4,1

Eisenbahn (3)         72,3    75,0    76,0    73,9    72,4    73,6    75,1
  Beruf               22,6    23,5    22,8    21,8    21,4    22,3    22,3
  Ausbildung           8,8     8,9     8,7     8,6     8,4     8,7     8,6
  Geschäft             6,8     7,3     7,9     7,7     7,6     7,8     7,9
  Einkauf              6,3     6,1     6,5     6,3     6,1     6,1     6,4
  Freizeit            21,9    23,5    25,4    24,6    24,2    24,4    25,6
  Urlaub               5,9     5,7     4,7     4,9     4,7     4,4     4,3

MIV (4) -Fahrer      517,7   527,7   532,6   539,2   543,4   550,8   533,4
  Beruf              134,8   137,2   139,2   140,2   142,0   145,1   143,9
  Ausbildung          11,3    11,8    12,1    12,6    12,7    12,9    12,9
  Geschäft           121,8   121,7   122,8   125,1   126,3   127,3   127,4
  Einkauf             53,8    55,0    56,2    57,0    57,2    57,7    53,1
  Freizeit           174,3   181,0   182,6   185,2   185,7   188,0   176,6
  Urlaub              21,6    21,0    19,7    19,2    19,5    19,8    19,4

MIV (4) -Mitfahrer   213,5   215,2   211,7   210,5   210,8   210,8   197,8
  Beruf               11,6    11,5    11,3    11,2    11,3    11,5    11,4
  Ausbildung           3,6     3,6     3,7     3,7     3,7     3,8     3,7
  Geschäft             6,0     6,0     6,0     6,0     6,1     6,1     6,1
  Einkauf             24,5    24,5    24,5    24,6    24,7    24,6    22,5
  Freizeit           139,1   141,7   140,1   139,7   139,4   138,8   128,6
  Urlaub              28,7    27,9    26,1    25,4    25,7    26,0    25,5

Flugzeug (5)          30,1    32,6    33,8    36,0    37,7    40,2    43,2
  Geschäft            10,6    12,8    13,4    14,1    15,2    16,9    18,1
  Freizeit             0,8     0,8     0,9     0,9     1,1     1,8     2,7
  Urlaub              18,7    19,0    19,5    20,9    21,4    21,5    22,4

Insgesamt            974,1   990,6   993,3   998,0  1002,4  1013,1   988,7
  Beruf              196,0   198,1   199,2   198,7   200,2   204,2   203,2
  Ausbildung          47,4    48,3    48,6    49,3    49,3    49,4    49,4
  Geschäft           149,2   151,6   153,9   156,7   159,0   161,8   163,3
  Einkauf            112,0   112,9   114,4   114,9   114,7   114,7   108,6
  Freizeit           389,6   401,4   402,9   403,6   403,6   407,1   388,4
  Urlaub              80,0    78,2    74,3    74,8    75,6    75,9    75,8

-------------------------------------------------------------------------------
(1) Die Werte sind gerundet; die Summen sind aus ungerundeten Ausgangswerten
 berechnet.
(2) Öffentlicher Straßenpersonenverkehr: U-Bahn, Straßenbahn, O-Bus und
 Kraftomnibus; einschließlich Kleinunternehmen.
(3) Einschließlich S-Bahn, ohne Doppelzählungen von Umsteigern zwischen
 Zuggattungen.
(4) Motorisierter Individualverkehr: Verkehr mit Personenkraftwagen und
 motorisierten Zweirädern.
(5) Im innerdeutschen Verkehr ohne Umsteiger, im grenzüberschreitenden Verkehr
 einschließlich Ausland/Ausland-Umsteigern und Transit. Leistung über dem
 Gebiet Deutschlands.

Quellen: Kontinuierliche Erhebung zum Verkehrsverhalten 1976, 1982, 1989;
 Statistisches Bundesamt; Berechnungen des DIW Berlin.

DIW Berlin 2002

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-------------------------------------------------------------------------------
Tabelle 3
Struktur des Verkehrsaufkommens in Deutschland im Jahre 2000

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                  Beruf Ausbildung Geschäft Einkauf Freizeit  Urlaub  Insgesamt

Anteil der Verkehrsarten in %

Zu Fuß             10,8    26,2      3,7     38,8     32,8       -      26,9
Fahrrad             8,7    18,5      1,6     10,6     10,1      0,4      9,8
ÖSPV (1)            9,1    31,7      2,3      8,6      5,3      8,4      8,7
Eisenbahn (2)       3,8     4,6      1,2      1,2      1,2      6,5      2,0
MIV (3) -Fahrer    62,5    11,7     88,2     29,9     31,8     21,3     40,8
MIV (3) -Mitfahrer  5,1     7,3      2,4     10,9     18,7     29,7     11,7
Flugzeug (4)         -       -       0,6       -       0,0     33,7      0,1

Insgesamt          100     100      100      100      100      100      100

Anteil der Zwecke in %

Zu Fuß              7,8     7,5      1,2     37,4     46,1       -      100
Fahrrad            17,2    14,4      1,4     28,0     38,9      0,0     100
ÖSPV (1)           20,5    28,1      2,4     25,8     23,0      0,2     100
Eisenbahn (2)      37,7    17,9      5,5     15,1     23,2      0,6     100
MIV (3) -Fahrer    29,9     2,2     19,3     19,0     29,4      0,1     100
MIV (3) -Mitfahrer  8,5     4,8      1,8     24,0     60,4      0,5     100
Flugzeug (4)         -       -      40,8       -       6,2     53,0     100

Insgesamt          19,5     7,7      8,9     25,9     37,7      0,2     100

-------------------------------------------------------------------------------
(1) Öffentlicher Straßenpersonenverkehr: U-Bahn, Straßenbahn, O-Bus und
 Kraftomnibus; einschließlich Kleinunternehmen sowie ausländischer Unternehmen.
(2) Einschließlich S-Bahn, ohne Doppelzählungen von Umsteigern zwischen
 Zuggattungen.
(3) Motorisierter Individualverkehr: Verkehr mit Personenkraftwagen und
 motorisierten Zweirädern.
(4) Im innerdeutschen Verkehr ohne Umsteiger, im grenzüberschreitenden Verkehr
 einschließlich Ausland/Ausland-Umsteigern und Transit.

Quellen: Kontinuierliche Erhebung zum Verkehrsverhalten 1976, 1982, 1989;
 Statistisches Bundesamt; Berechnungen des DIW Berlin.

DIW Berlin 2002

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Tabelle 4
Struktur der Verkehrsleistung in Deutschland im Jahre 2000

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                  Beruf Ausbildung Geschäft Einkauf Freizeit Urlaub Insgesamt

Anteil der Verkehrsarten in %

Zu Fuß              1,0     4,1       0,2      8,1     4,3      -      3,0
Fahrrad             2,0     6,7       0,2      4,1     3,0     0,1     2,4
ÖSPV (1)            9,7    38,0       1,9     12,2     6,8     5,4     8,6
Eisenbahn (2)      11,0    17,5       4,8      5,9     6,6     5,7     7,6
MIV (3) -Fahrer    70,8    26,2      78,1     48,9    45,5    25,6    53,9
MIV (3) -Mitfahrer  5,6     7,6       3,7     20,7    33,1    33,7    20,0
Flugzeug (4)         -       -       11,1       -      0,7    29,5     4,4

Insgesamt          100     100       100      100     100     100     100

Anteil der Zwecke in %

Zu Fuß              6,7     6,7       1,1     29,5    56,1      -     100
Fahrrad            16,6    14,0       1,3     18,7    49,2     0,2    100
ÖSPV (1)           23,0    22,0       3,7     15,5    31,0     4,8    100
Eisenbahn (2)      29,8    11,5      10,5      8,5    34,1     5,7    100
MIV (3) -Fahrer    27,0     2,4      23,9     10,0    33,1     3,6    100
MIV (3) -Mitfahrer  5,7     1,9       3,1     11,4    65,0    12,9    100
Flugzeug (4)         -       -       42,0       -      6,2    51,8    100

Insgesamt          20,6     5,0      16,5     11,0    39,3     7,7    100

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(1) Öffentlicher Straßenpersonenverkehr: U-Bahn, Straßenbahn, O-Bus und
 Kraftomnibus; einschließlich Kleinunternehmen.
(2) Einschließlich S-Bahn, ohne Doppelzählungen von Umsteigern zwischen
 Zuggattungen.
(3) Motorisierter Individualverkehr: Verkehr mit Personenkraftwagen und
 motorisierten Zweirädern.
(4) Im innerdeutschen Verkehr ohne Umsteiger, im grenzüberschreitenden Verkehr
 einschließlich Ausland/Ausland-Umsteigern und Transit. Leistung über dem
 Gebiet Deutschlands.

Quellen: Kontinuierliche Erhebung zum Verkehrsverhalten 1976, 1982, 1989;
 Statistisches Bundesamt; Berechnungen des DIW Berlin.

DIW Berlin 2002

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