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Wochenbericht des DIW Berlin 27-28/03

Tendenzen der Wirtschaftsentwicklung 2003/2004

1. Weltwirtschaft verlässt allmählich Talsohle

Bearbeiter Arbeitskreis Konjunktur
Gustav A. Horn

Die Weltwirtschaft überwindet die lange Schwächephase nur sehr zögerlich. Vor allem breitet sich die Belebung keineswegs überall aus; während in einigen Regionen bereits Aufschwungtendenzen erkennbar sind, herrscht in anderen anhaltende Stagnation.

Vorreiter der Belebung sind die USA. Hier wurde die gesamtwirtschaftliche Produktion bereits merklich ausgeweitet, auch wenn das Tempo noch erheblich unter dem des vergangenen Aufschwungs liegt und die Unsicherheiten nach wie vor hoch sind. Es ist vor allem die stark expansive Wirtschaftspolitik in den USA, die die wirtschaftliche Aktivität dort belebt hat. Auch in Mittel- und Osteuropa ist eine konjunkturelle Beschleunigung angelegt, die jedoch durch die Stagnation, die nach und nach den gesamten Euroraum erfasst hat, gebremst wird. In Asien setzt sich die insgesamt robuste Ausweitung der gesamtwirtschaftlichen Produktion in leicht vermindertem Tempo fort. Zusammen mit Südamerika bildet damit die EU das Schlusslicht der weltwirtschaftlichen Entwicklung. Hier sind vereinzelt sogar Deflationstendenzen erkennbar (Tabellen 1.1 und 1.2).

Diese Konstellation spricht nach früheren Erfahrungen dafür, dass sich allmählich - ausgehend primär von den USA - ein weltwirtschaftlicher Aufschwung ausbreitet. Eine kräftige Aufwärtsentwicklung ist jedoch in der gegenwärtigen Situation nicht zu erwarten. Vor allem die Abwertung des US-Dollar gegenüber dem Euro lässt befürchten, dass die positiven Auswirkungen über den Außenhandel zumindest für den Euroraum sehr begrenzt sein werden.

Eine große Gefahr für die weltwirtschaftliche Entwicklung geht von den immer wieder aufflackernden Terroranschlägen aus, die die globale Unsicherheit verstärken und den internationalen Handel hemmen. Mit dieser Belastung muss noch auf absehbare Zeit gerechnet werden und damit auch mit einer insgesamt nur verhaltenen Investitionsdynamik. Auch bestehen die Ungleichgewichte in der Entwicklung der USA weiter fort. So ist das Leistungsbilanzdefizit noch größer geworden, und auch die öffentlichen Haushalte weisen immer höhere Fehlbeträge auf. Diese Kombination birgt das Risiko einer weiteren beträchtlichen Abwertung des US-Dollar in sich. Dies wurde für die vorliegende Prognose nicht unterstellt. Eine günstigere Entwicklung als hier vorhergesehen könnte sich ergeben, wenn bei einem Aufschwung in Asien und in den USA das Vertrauen auch der europäischen Investoren so gestärkt würde, dass es zu einer dynamischeren Investitionskonjunktur käme.

USA: Deutliche Belebung der wirtschaftlichen Aktivität Im ersten Quartal 2003 blieb die konjunkturelle Dynamik in den USA in Folge hoher Unsicherheiten noch verhalten; das Bruttoinlandsprodukt wurde mit einer laufenden Jahresrate von 1,4 % ausgeweitet (Abbildung 1.1).

Stütze der Konjunktur war der stetig expandierende private Verbrauch (2 %). Überaus kräftig wurden die privaten Wohnungsbauinvestitionen mit einer Jahresrate von 10 % ausgeweitet. Retardierend wirkten der vorübergehende Rückgang der privaten Ausrüstungsinvestitionen und die weiterhin rückläufigen Exporte. Hier dürften die kriegsbedingten Verunsicherungen und das schwache weltwirtschaftliche Umfeld eine wichtige Rolle gespielt haben.

Neben der schwachen Investitionstätigkeit hat die Abwertung des US-Dollar dazu beigetragen, dass die Importe deutlich stärker zurückgingen als die Exporte (-6,2 %), so dass sich der Außenbeitrag leicht verbesserte. Abermals hat sich die Situation am Arbeitsmarkt verschlechtert. Die Beschäftigung nahm leicht ab, und die Arbeitslosenquote stieg zuletzt auf 6,1 % (Mai).

Die für eine Rezessionsphase erstaunlich hohe Zunahme der Produktivität führte dazu, dass die Lohnstückkosten im verarbeitenden Gewerbe bis Mitte 2002 deutlich rückläufig waren und seitdem nur geringfügig steigen. Bei zudem niedriger Kapazitätsauslastung bleibt der Inflationsdruck gering; die Kerninflationsrate (ohne unverarbeitete Lebensmittel und Energie) lag im Mai bei 1,5 % gegenüber dem Vorjahr. Vor diesem Hintergrund mehrten sich in den letzten Monaten deshalb Stimmen, die sogar vor der Gefahr einer Deflation in den USA warnten. Diese Gefahr ist aber - auch angesichts einer offensichtlich hohen Sensibilität der Zentralbank [1] - gering.

Bei weiterhin sehr niedrigem Leitzins der Zentralbank verbesserten sich die monetären Rahmenbedingungen in den letzten Monaten weiter. Der US-Dollar wertete im Vergleich zu seinem Höchststand handelsgewichtet effektiv um fast 10 % gegenüber einem breiten Länderkreis ab. Die langfristigen Zinsen lagen zuletzt bei 3,3 % und damit auf dem tiefsten Niveau seit 50 Jahren. Angesichts des geringen Inflationsdrucks dürfte die Notenbank die Leitzinsen im Sommer um weitere 25 Basispunkte auf dann 3/4 % senken, auch um einer Deflationsgefahr frühzeitig zu begegnen.

Die US-amerikanische Fiskalpolitik wird ihre ohnehin expansive Ausrichtung im Prognosezeitraum noch verstärken. Das Entlastungsvolumen des kürzlich beschlossenen Steuerpaketes fällt zwar insgesamt über einen Zeitraum von zehn Jahren deutlich niedriger aus als ursprünglich von der Regierung geplant. [2] Bei den in den nächsten zwei Jahren kaufkraftwirksamen Komponenten der Entlastung ist jedoch nur wenig gekürzt worden. So dürften im Fiskaljahr 2003 Mindereinnahmen in Höhe von 60 Mrd. US-Dollar und im folgenden Fiskaljahr von 150 Mrd. US-Dollar zu Buche schlagen. [3] Dies entspricht rechnerisch einem Volumen von 0,6 bzw. 1,5 Prozentpunkten des Bruttoinlandsprodukts. Der überwiegende Teil der Entlastungen ergibt sich aus dem Vorziehen der für die Jahre 2004 bis 2006 ohnehin geplanten Stufen der Einkommensteuersenkung. Die Entlastung wird dem privaten Verbrauch nur zum kleineren Teil zugute kommen: Denn die besser verdienenden Schichten, deren Verbrauchsneigung vergleichsweise gering ist, sind stärker von der Steuersenkung begünstigt.

Derzeit gibt es Anzeichen dafür, dass nach dem Abklingen der kriegsbedingten Unsicherheit die von der Wirtschaftspolitik und der Dollarabwertung ausgehenden expansiven Kräfte allmählich die Oberhand gewinnen werden. Die Stimmung von Investoren hellt sich wieder auf. Die Industrieproduktion war erstmals seit längerer Zeit wieder aufwärts gerichtet, so dass es in der zweiten Jahreshälfte zu einer merklichen Erholung kommen dürfte.

Gleichwohl bleibt die Prognose einer konjunkturellen Erholung in den USA mit Risiken behaftet. Die Verschuldungslage der privaten Haushalte bleibt kritisch; trotz der Steuersenkung ist erst zum Jahresende mit einer deutlichen Zunahme der verfügbaren Einkommen und einer Besserung der Arbeitsmarktlage zu rechnen. Hinzu kommt, dass die USA beim Gang aus der konjunkturellen Talsohle mit einem extrem hohen Leistungsbilanzdefizit belastet sind.

Die hier für die USA prognostizierten Wachstumsraten liegen zwar unter den in der zweiten Hälfte der 90er Jahre erzielten Raten von 4 % bis 5 %, sie sind aber deutlich höher als die für viele andere Länder erwarteten Zuwächse: In den USA wird das Bruttoinlandsprodukt im Jahre 2003 um 2,2 % und im nächsten Jahr um 3,4 % zunehmen. Das Preisklima dürfte trotz höherer Importpreise insgesamt ruhig bleiben; die Konsumentenpreise werden in diesem Jahr um 2,2 % und im kommenden Jahr um 1,8 % steigen.

Asien: Kräftige Dynamik in Schwellenländern In Asien sind die Schwellenländer Triebkraft der dynamischen Konjunktur. Dies geht einerseits auf eine relativ robuste Binnennachfrage, andererseits auf eine starke Expansion des Exports zurück. Folglich ist die Abhängigkeit dieser Länder vom weltwirtschaftlichen Klima hoch. Dies gilt auch für Japan. In Japan hat sich die gesamtwirtschaftliche Aktivität erneut abgeschwächt; im ersten Quartal 2003 stieg das Bruttoinlandsprodukt nur mit einer laufenden Jahresrate von 0,4 % (Abbildung 1.2). Dies beruhte zum einen auf dem Rückgang der Exporte, der nicht nur auf die schwache Weltkonjunktur, sondern auch auf die erneute Aufwertung des Yen gegenüber dem US-Dollar zurückzuführen ist. Ebenfalls rückläufig waren die Investitionen; hierbei schlugen vor allem das weitere Zurückfahren der öffentlichen Investitionen, aber auch der Rückgang des Wohnungsbaus zu Buche. Die privaten Anlageinvestitionen insgesamt expandierten, wenngleich in abgeschwächtem Tempo. Zugleich legte der private Verbrauch trotz der weiterhin angespannten Lage auf dem Arbeitsmarkt, die sich auch in einem weiteren Rückgang der Löhne spiegelt, leicht zu. Der lang anhaltende Preisrückgang setzte sich fort, allerdings weniger stark.

Schon lange gelten die traditionellen geld- und fiskalpolitischen Instrumente zur Bekämpfung der Deflation und damit zur Belebung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung als ausgereizt. Die Geldpolitik der japanischen Zentralbank basiert im Wesentlichen auf zwei Elementen: Die Nullzinspolitik wird durch eine großzügige Bereitstellung von Liquidität für den Geschäftsbankensektor ergänzt. Dies hat sich bislang aber noch nicht in einer verstärkten Ausweitung der Kredite niedergeschlagen. Die ausstehenden Kredite an den Privatsektor sind stark rückläufig. Im Januar 2003 lagen sie 5 % unter dem Vorjahreswert. Darin spiegelt sich zum einen die nach wie vor große Zurückhaltung, in einem deflationären Umfeld Investitionen über Kredite zu finanzieren. Zum anderen ist diese Entwicklung ein Reflex der anhaltenden Bankenkrise. Zur Entspannung der Finanzlage im Unternehmenssektor plant die japanische Zentralbank derzeit ein Sonderprogramm zum Ankauf von Forderungen kleiner und mittlerer Unternehmen. Dieser ungewöhnliche Schritt weist darauf hin, dass die von den Geschäftsbanken großzügig bereitgestellte Liquidität unter den gegenwärtigen Bedingungen offenbar nicht den gewünschten Weg in den Unternehmenssektor findet.

In den letzten Monaten hat die japanische Zentralbank mehrfach auf dem Devisenmarkt interveniert, um die Aufwertungstendenz des Yen gegenüber dem US-Dollar zu bremsen. Dennoch hat der Yen im Vorjahresvergleich deutlich aufgewertet (um etwa 13 %); die monetären Rahmenbedingungen haben sich folglich sogar verschlechtert. Auch die Fiskalpolitik wird im Prognosezeitraum eher restriktiv wirken; gegenüber dem revidierten Haushaltsansatz 2002 sieht der aktuelle Haushalt Ausgabenkürzungen (um etwa 2 %) vor. Mit diesem Schritt soll einer ausufernden Zunahme der Staatsverschuldung entgegengetreten werden. Ob diese Kürzungen Bestand haben, wird der geplante Nachtragshaushalt zeigen.

Vor diesem Hintergrund wird es in Japan im Prognosezeitraum nur langsam zu einer gesamtwirtschaftlichen Erholung kommen. Die Entwicklung wird dabei vor allem von dem Anziehen der Weltkonjunktur abhängen. Diese außenwirtschaftlichen Impulse werden sich erst nach und nach in einer Beschleunigung der Binnenkonjunktur niederschlagen. Alles in allem wird das Bruttoinlandsprodukt 2003 und 2004 im Jahresdurchschnitt jeweils um 1,2 % zulegen. Dabei wird die Arbeitslosenquote zunächst noch leicht steigen. Zugleich setzt sich der Rückgang der Konsumentenpreise fort.

In den asiatischen Schwellenländern ist die gesamtwirtschaftliche Aktivität trotz der Verschlechterung der weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen - mit Ausnahme Südkoreas - kräftig aufwärts gerichtet. In Südkorea war im ersten Quartal 2003 vor allem wegen der Verschlechterung der Finanzierungsbedingungen das Bruttoinlandsprodukt rückläufig. Allerdings zeichnet sich auch in den anderen Ländern für das erste Quartal 2003 vielfach eine Abschwächung der Zuwachsraten ab. Insbesondere scheint die Binnennachfrage schwächer zu expandieren. Die gedämpfte wirtschaftliche Dynamik wird auch mit der Veränderung des Konsumverhaltens angesichts des Ausbruchs der Lungenkrankheit SARS in Verbindung gebracht. Tatsächlich deutet insbesondere der schwächere Einzelhandelsumsatz in China auf einen solchen Zusammenhang hin.

Die Exporte der asiatischen Schwellenländer legten offenbar vielfach mit leicht abgeschwächter Dynamik zu. Die meisten der hier betrachteten Länder verfügen über einen Leistungsbilanzüberschuss, der jedoch nicht zuletzt als Folge der zurückliegenden Aufwertungen der heimischen Währungen in der Tendenz abnimmt. Besonders dynamisch entwickelte sich die chinesische Außenwirtschaft - hier schlagen offenbar auch Sondereffekte nach dem WTO-Beitritt zu Buche.

Impulse auf die Binnennachfrage gehen von der überwiegend expansiv ausgerichteten Geld- und Fiskalpolitik aus. Auch in Südkorea hat die Zentralbank inzwischen einen Kurswechsel vollzogen und die Zinsen gesenkt. Die gesamte Region leidet allerdings immer noch unter einer wenig effizienten Finanzintermediation. Dies gilt insbesondere für China, wo die notleidenden Kredite im Geschäftsbankensektor inzwischen ein beachtliches Ausmaß angenommen haben.

Insgesamt sind die Aussichten für die Region günstig. Die jetzt hemmend wirkenden Faktoren wie SARS dürften an Gewicht verlieren. Darüber hinaus werden die ostasiatischen Schwellenländer von dem erneuten Anziehen der Weltkonjunktur profitieren. Das reale Bruttoinlandsprodukt wird 2003 um 5,5 % und 2004 um 6,6 % expandieren (Tabelle 1.3).

GUS: Expansion schwächt sich ab Russland und andere Volkswirtschaften der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) weisen weiterhin im internationalen Vergleich ein hohes Wachstum auf. Während sich in Russland und der Ukraine nach den vorliegenden Daten im ersten Quartal 2003 sogar eine Beschleunigung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung andeutet, zeichnet sich für Kasachstan eine Verlangsamung ab. In Russland und der Ukraine war die Investitionsdynamik hoch; offenbar trägt das Vorankommen der institutionellen Reformen, die auch zu einer erhöhten Absicherung der Investorenrechte geführt haben, zu einer Verbesserung des Investitionsklimas bei. Die Reallöhne sind langsamer gestiegen, die Gewinnaussichten dürften sich verbessert haben. Außenwirtschaftlich konnte Russland im ersten Quartal 2003 von den hohen Ölpreisen profitieren. Nach den vorliegenden Daten konnte die Inflation nicht weiter zurückgeführt werden; in der Ukraine beschleunigte sich der Preisauftrieb sogar wieder deutlich.

Zwar ist die Geldpolitik in den drei Volkswirtschaften weiterhin expansiv ausgerichtet, allerdings behindert der immer noch geringe Entwicklungsstand des Finanzsektors eine effiziente Kreditvergabe. Zugleich haben sich infolge der realen Aufwertungen der heimischen Währungen die monetären Rahmenbedingungen eher verschlechtert. Alle drei hier betrachteten Volkswirtschaften erzielen seit einiger Zeit einen Leistungsbilanzüberschuss, der allerdings bei teilweise stark steigenden Importen deutlich abnimmt. Bemerkenswert ist, dass die öffentlichen Budgets weitgehend ausgeglichen sind. Dies dürfte der Russischen Föderation die Tilgung von in diesem Jahr fälligen Auslandsschulden erleichtern, zumal hierfür bereits beträchtliche Rücklagen gebildet wurden.

Die gesamtwirtschaftlichen Aussichten der Region sind verhältnismäßig günstig, wenngleich Risiken durch den aufwertungsbedingten Importsog und durch hohe Reallohnsteigerungen bestehen. Im Prognosezeitraum wird die Binnenwirtschaft der entscheidende Motor der Entwicklung sein. Während sich für das Jahr 2003 eine Investitionsbelebung abzeichnet, dürfte im Jahre 2004 nicht zuletzt wegen der zu erwartenden deutlichen Lohnsteigerungen wieder der private Verbrauch zur treibenden Kraft werden. Zugleich werden im Prognosezeitraum in der Russischen Föderation die geringeren Ölpreise zunächst zu einer Abnahme der Exporteinnahmen führen. Das reale Bruttoinlandsprodukt wird in den hier betrachteten Volkswirtschaften im Jahre 2004 um 3,8 % - nach 4,8 % im Jahre 2003 - expandieren (Tabelle 1.3).

Leichte Erholung in der EU Die europäischen Volkswirtschaften verharren in einer konjunkturellen Schwächephase. Der Euroraum ist im Sog Deutschlands und der starken Aufwertung des Euro sogar in eine Stagnation geglitten. Zwar nehmen die Nachwirkungen des Ölpreisschocks langsam ab; dies dürfte nicht nur den Preisauftrieb im Euroraum insgesamt nunmehr spürbar dämpfen, sondern auch die entsprechenden Belastungen von Haushalten und Unternehmen mindern. Auch hat die Geldpolitik allmählich einen deutlichen Expansionskurs eingeschlagen; die niedrigen Zinsen verbessern - für sich genommen - die Finanzierungskonditionen der Unternehmen. In die gleiche Richtung wirken die Stabilisierungstendenzen an den Börsen.

All dies wird derzeit jedoch noch von der Unsicherheit über die weltwirtschaftliche Entwicklung und dem mangelnden Vertrauen in die Belebung überlagert. Dies hemmt auch die Wirkung der niedrigen Zinsen. Vor allem vermindert die kräftige Aufwertung des Euro die Konkurrenzfähigkeit der Unternehmen des Euroraums.

Vor diesem Hintergrund ist mit einer Fortdauer der schwachen Konjunktur in diesem Jahr zu rechnen. Im Euroraum wird die gesamtwirtschaftliche Produktion im ersten Halbjahr stagnieren und dann nur allmählich zunehmen. Die Binnennachfrage wird sich leicht beleben, doch wechselkursbedingt bleibt die Ausfuhr schwach, und die Importe nehmen deutlich zu. Im kommenden Jahr werden die Exporte wieder stärker expandieren, aber nur dann, wenn sich entsprechend der hier getroffenen Annahme die Aufwertung des Euro nicht fortsetzt. Mit einer Entspannung am Arbeitsmarkt kann nicht gerechnet werden.

Die Entwicklung könnte deutlich besser verlaufen als hier prognostiziert, wenn durch die Festigung eines weltwirtschaftlichen Aufschwungs rasch Vertrauen bei Investoren in die weitere Entwicklung entsteht. Dies könnte einen Investitionsschub zur Folge haben. Umgekehrt könnte eine weitere merkliche Aufwertung des Euro die Belebungstendenzen zunichte machen.

Wachstum in den beitretenden Ländern höher als im Euroraum Die zehn Länder, die im nächsten Jahr der EU beitreten werden, zeichnen sich seit mehreren Jahren durch höhere Wachstumsraten als der Euroraum aus. Die einzige Ausnahme bildet Polen; hier setzte jedoch im Verlauf des vergangenen Jahres eine Erholung ein.

Das vergleichsweise robuste Wachstum kann als Zeichen einer fortschreitenden realen Konvergenz mit den Mitgliedsländern der Europäischen Union gesehen werden. Die Unterschiede im Bruttoinlandsprodukt pro Kopf sind jedoch weiterhin beträchtlich.

Erste Daten über die Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts im ersten Quartal 2003 zeigen vielfach einen kräftigen Anstieg gegenüber dem gleichen Quartal des Vorjahres [4] von 9,1 % in Litauen (nach 8,1 % im Vorquartal), von 8,9 % (8,3 %) in Lettland, von 5,0 % (5,9 %) in Estland, von 4,1 % (5,7 %) in der Slowakei, von 2,7 % (3,7 %) in Ungarn und von 2,2 % (1,5 %) in der Tschechischen Republik. In Polen lag die Wachstumsrate im ersten Quartal mit 2,2 % etwas über der vom Vorquartal.

Die konjunkturelle Schwäche im Euroraum (und in der Weltwirtschaft) hat jedoch auch in diesen Ländern Spuren hinterlassen. Die starke Verlangsamung der Exporte hat insbesondere in den Ländern mit einer besonders engen Handelsverflechtung zum Euroraum eine Verringerung der Wachstumsraten zur Folge gehabt; das Wachstum wird im Wesentlichen von der Binnennachfrage getragen. Trotzdem gelang es diesen Ländern, Marktanteile im Euroraum zu gewinnen. Nach wie vor sind in den Beitrittsländern die exportorientierten Industrien die bedeutendsten Triebkräfte des nachholenden Wachstums.

Der private Konsum expandierte vor allem aufgrund kräftig gestiegener Reallöhne. Ausnahmen bildeten Polen und Slowenien. Die dynamischste Komponente der Binnennachfrage sind weiterhin die Investitionen. Hier dürfte die Aussicht auf einen baldigen Beitritt zur EU eine wichtige Rolle spielen und die Investitionsbedingungen günstig beeinflusst haben.

Auch der öffentliche Verbrauch nahm in den meisten Ländern kräftig zu, getragen von Lohnerhöhungen im öffentlichen Sektor und steigenden Ausgaben im Gesundheitswesen. Des Weiteren erfordert auch die Vorbereitung auf den Beitritt zur EU (und in einigen Ländern zur NATO) eine Ausweitung staatlicher Ausgaben. Die Höhe der Haushaltsdefizite, die im Jahre 2002 in Ungarn (9,8 % des BIP), der Slowakei (7,7 %) und der Tschechischen Republik (6,5 %) besonders weit von dem im Maastricht-Vertrag festgelegten Referenzwert abwichen, machen eine Konsolidierung erforderlich.

Die Disinflation setzte sich in allen Ländern fort. Dies ist zum Teil der günstigen Entwicklung der Energiepreise zuzuschreiben. Der Rückgang der Preise in Litauen und der Tschechischen Republik ist vorübergehend. Zum einen ist die Binnennachfrage in beiden Ländern robust, zum anderen schlägt neben dem Ölpreis auch die nominale Aufwertung der Währung durch. Das Anziehen der Inflationsrate in der Slowakei zu Beginn dieses Jahres ist eine Folge der kräftigen Anhebung regulierter Preise. Die Kerninflationsrate liegt knapp
unter 2 %.

Die Arbeitslosigkeit ist in den meisten Ländern weiterhin sehr hoch. Während in Polen die Arbeitslosenquote seit mehreren Monaten bei rund 20 % verharrt, ging sie in anderen Ländern zurück. So sank die Quote in der Slowakei von April 2002 bis April 2003 um 2 Prozentpunkte auf 16,9 %. Deutlich niedrigere Werte werden in Zypern, Slowenien und Ungarn registriert - im letzteren Land jedoch mit einer zunehmenden Tendenz.

In der Mehrzahl der Länder dürfte das Wachstum weiterhin robust bleiben. Impulse werden abermals vor allem vom privaten Konsum und den Investitionen kommen. Der öffentliche Verbrauch wird die gesamtwirtschaftliche Nachfrage dämpfen. Der Wachstumsbeitrag der Außenwirtschaft bleibt negativ.

Ein im Vergleich zum Vorjahr höheres Wachstum (von 2,4 %) dürfte in Polen verzeichnet werden. Hier werden stärker steigende Reallöhne eine weitere Expansion des privaten Verbrauchs ermöglichen. Auch werden die Investitionen wieder positive Zuwachsraten aufweisen, nachdem sich die Finanzierungsbedingungen stark verbessert haben: Die Nominalzinsen sanken von 11,5 % Anfang 2002 auf 5,25 % im Mai 2003. Zusätzlich stimuliert die im gleichen Zeitraum zu verzeichnende real effektive Abwertung des Zloty um 14 %.

In der Slowakei, in Ungarn und in Estland wird mit einem deutlichen Rückgang der Wachstumsraten gerechnet. Während dies in der Slowakei vor allem auf das breit angelegte fiskalische Konsolidierungsprogramm zurückzuführen ist, bewirkten in Ungarn und Estland hohe Reallohnsteigerungen einen Verlust an internationaler Wettbewerbsfähigkeit, der das Wachstum dämpfen wird. So wird hier für 2003 ein Rückgang des Wachstums auf 2,1 % in Ungarn und auf 3,5 % in Estland erwartet.

Im Zusammenhang mit dem Beitritt zur EU am 1. Mai 2004 müssen sich die Länder entscheiden, wann und zu welchem Wechselkurs sie dem Wechselkursmechanismus II (WKM II) beitreten. Während die Länder mit Currency Boards im Grunde den bisherigen geldpolitischen Kurs fortsetzen können, müssen vier Länder ihre Währungen (erneut) fixieren. In Slowenien muss dafür zunächst das implizite Crawling Peg abgeschafft und eine entschlossenere Disinflationspolitik in Angriff genommen werden. Die Risiken, die mit der Fixierung des Wechselkurses verbunden sind, konnten in letzter Zeit am Fall des ungarischen Forint beobachtet werden - einer Währung, die mit einem Band von 15 % fest an den Euro gebunden ist. Nachdem im Januar eine spekulative Attacke gegen den oberen Rand von der Zentralbank abgewehrt werden konnte, lösten schlechte Nachrichten über das Wachstum im ersten Quartal 2003 eine Abwertung des Forint um 10 % innerhalb einer Woche aus, der nur mit kräftigen Zinserhöhungen begegnet werden konnte.

Bislang hält die Mehrzahl der Länder am Ziel fest, mit dem Beitritt zur EU auch dem WKM II beizutreten. Eine Ausnahme bildet nur die Tschechische Republik, die im Interesse einer langsamen Senkung des Haushaltsdefizits den Beitritt zum WKM II und damit letztlich zum Euroraum verschoben hat. Es ist für die Länder somit von herausragender Bedeutung, dass die wirtschaftspolitischen Instrumente auf die Gegebenheiten der Währungsunion ausgerichtet werden. Das gilt vor allem für die Fiskalpolitik, die im Fall zyklischer Schwankungen handlungsfähig sein muss, aber auch für die Lohnpolitik. Indexierungen, wie sie derzeit noch in Slowenien bestehen, können in einer Währungsunion zu hohen Inflationsdifferentialen und damit zu Instabilitäten führen.

Verhaltene Konjunkturentwicklung in Großbritannien Die Wirtschaft in Großbritannien wird auch in diesem Jahr stärker als die im Euroraum zunehmen; seit Ende des vergangenen Jahres hat sich die Expansion des Bruttoinlandsprodukts unter dem Einfluss der schlechten weltwirtschaftlichen Entwicklung allerdings abgeflacht. Betrug das Wachstum für das Jahr 2002 insgesamt noch 1,8 %, so lag der Zuwachs im ersten Quartal dieses Jahres auf Jahresbasis nur bei 0,8 % (Abbildung 1.3). Im Vorfeld des Irakkriegs war es bei den privaten Konsumenten zu einem Stimmungseinbruch gekommen. Der private Verbrauch wurde auch dadurch beeinträchtigt, dass es vorübergehend - insbesondere aufgrund des kräftigen Ölpreisanstiegs - zu stärkeren Preissteigerungen kam. Dagegen stützte der öffentliche Konsum weiterhin erheblich die Konjunktur.

Die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen sind insgesamt anregend. Zwar ist die Bank von England nicht dem letzten Zinsschritt der Europäischen Zentralbank gefolgt und beließ ihren Basiszinssatz bei 3,75 %; dennoch haben sich die langfristigen Zinsen in Großbritannien und im Euroraum weitgehend angeglichen. Da sich der Anstieg der Verbraucherpreise in Großbritannien deutlich beschleunigte, sind die Realzinsen entsprechend gesunken. Auch die kräftige real effektive Pfundabwertung seit Herbst vergangenen Jahres stimuliert.

Zudem wird die Konjunktur schon seit einiger Zeit durch die Finanzpolitik gestützt. Die Ausgaben zur Verbesserung der öffentlichen Leistungen, insbesondere im Gesundheitswesen und bei der Infrastruktur, steigen weiter kräftig. Dafür wird eine zunehmende Neuverschuldung in Kauf genommen. Das öffentliche Finanzierungsdefizit dürfte in diesem Jahr auf etwa 2 1/4 % des Bruttoinlandsprodukts zunehmen, nach 1,3 % im Vorjahr.

Eine frühzeitige geldpolitische Lockerung und eine expansive Finanzpolitik haben eine stärkere konjunkturelle Abschwächung verhindert. Zuletzt haben sich die Stimmungsindikatoren für den privaten Verbrauch wieder erholt. Allerdings dürfte der verlangsamte Anstieg der Einkommen die Expansion des privaten Verbrauchs etwas dämpfen. Infolge der kräftigen Abwertung des Pfundes werden die Exporte, insbesondere in den Euroraum, spürbar zunehmen. Auch werden die verbesserten Ertragserwartungen die Unternehmensinvestitionen stimulieren.

Die konjunkturelle Erholung wird insgesamt mäßig, wenn auch etwas stärker als im Euroraum ausfallen. Das reale Bruttoinlandsprodukt wird in diesem Jahr mit einer Rate von 1,9 %, im kommenden Jahr um 2,2 % wachsen. Die Arbeitsmarktlage bleibt günstig; die standardisierte Arbeitslosenquote verharrt seit längerem bei rund 5 %. Der Verbraucherpreisanstieg setzt sich etwa im gleichem Tempo fort.

 


[1] Die US-amerikanische Zentralbank hatte schon in einer im Oktober vergangenen Jahres veröffentlichten Studie darauf verwiesen, dass eine Deflationsgefahr schon sehr frühzeitig bekämpft werden müsse. Vgl. Alan Ahearne et al.: Preventing Deflation: Lessons from Japan's Experience in the 1990s. Board of Governors of the Federal Reserve System. International Finance Discussion Paper, No. 729. Washington, D.C., 2002.

[2] Vgl.: Die Lage der Weltwirtschaft und der deutschen Wirtschaft im Frühjahr 2003. In: Wochenbericht des DIW Berlin, Nr. 16/2003, S. 232.

[3] Vgl. Congressional Budget Office: Cost Estimate for H.R. 2, Jobs and Growth Tax Relief Reconciliation Act of 2003 (http://www.cbo.gov).

[4] Aufgrund der kurzen Zeitreihen ist eine Saisonbereinigung mit sehr vielen Unsicherheiten verbunden. Es werden daher Wachstumsraten gegenüber dem gleichen Quartal des Vorjahres angegeben.

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Tabelle 1.1

Reales Bruttoinlandsprodukt, Verbraucherpreise und Arbeitslosenquote
in ausgewählten Ländern

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             Gewichte in %  Bruttoinlands     Verbraucher-
                               produkt         preise (1)

                                   Veränderung in %          Arbeitslosenquote
                                 gegenüber dem Vorjahr           (2) in %

             BIP Deutsche
                 Ausfuhr  2002  2003  2004  2002  2003  2004  2002  2003 2004

Deutschland  8,1     -     0,2  -0,1   1,3   1,3   0,7   0,7   8,6   9,1  9,2
Frankreich   5,8   13,3    1,2   0,7   1,5   1,9   1,6   1,4   8,7   9,4  9,2
Italien      4,8    9,1    0,4   0,4   1,0   2,6   2,3   1,6   9,0   9,3  9,3
Spanien      2,6    5,7    2,0   1,9   2,5   3,6   3,1   2,8  11,3  11,5 11,4
Niederlande  1,7    7,6    0,2  -0,4   0,7   3,9   2,4   1,5   2,8   4,5  5,7
Belgien      1,0    6,0    0,7   0,9   1,6   1,6   1,4   1,4   7,3   8,0  8,0
Österreich   0,8    6,4    1,1   0,4   1,5   1,7   1,3   1,0   4,3   4,5  4,6
Finnland     0,5    1,3    1,6   0,9   2,3   2,0   1,5   1,2   9,1   9,5  9,6
Griechenland 0,5    1,0    4,0   2,9   3,6   3,9   3,5   3,5   9,6   9,8  9,5
Portugal     0,5    1,3    0,4  -0,8   1,6   3,7   3,2   2,4   5,1   7,5  7,7
Irland       0,5    0,8    6,3   2,6   3,3   4,7   4,4   3,1   4,4   4,9  4,7
Luxemburg    0,1    0,6    1,1   0,3   1,5   2,1   2,5   1,6   2,8   3,5  3,3

Euro-
raum (3)    27,1     -     0,8   0,5   1,5   2,3   1,8   1,4   8,3   9,0  9,0
EWU-Länder
ohne
Deutschland 18,9     -     1,2   0,7   1,6   2,6   2,2   1,8   8,3   8,9  8,9
EWU-Länder
ohne
Deutsch-
land (4)      -    52,7    1,1   0,6   1,5   2,6   2,1   1,6    -     -    -

Groß-
britannien   6,4   10,4    1,8   1,9   2,2   1,3   1,5   1,6   5,1   5,1  5,1
Schweden     1,0    2,6    1,9   1,5   2,0   2,0   2,3   2,0   4,9   5,3  5,2
Dänemark     0,7    2,1    1,6   1,3   2,1   2,4   1,5   1,3   4,5   5,0  4,8

Europäische
Union (3)   35,1     -     1,1   0,8   1,7   2,1   1,7   1,5   7,7   8,2  8,2
Europäische
Union ohne
Deutschland 27,0     -     1,4   1,1   1,8   2,3   2,0   1,7   7,4   7,9  7,9
Europäische
Union ohne
Deutsch-
land (4)      -    67,8    1,2   0,9   1,7   2,3   2,0   1,6    -     -    -

Polen        0,7    3,1    1,2   2,4   3,5   1,9   1,0   2,2  19,9  20,0 19,1
Tschechien   0,3    3,1    2,0   2,4   3,5   1,8   1,1   3,5   7,3   7,0  6,7
Ungarn       0,3    2,1    3,3   2,1   2,3   5,3   4,7   3,2   5,6   6,1  6,4
Slowakei     0,1    0,8    4,4   3,1   3,7   3,1   8,3   4,8  18,6  16,7 16,1
Slowenien    0,1    0,5    3,1   3,1   3,4   7,5   6,1   5,6   6,0   5,7  5,6
Litauen      0,1    0,3    6,7   5,6   4,4   0,6  -0,3   2,3  13,1  11,5 10,9
Zypern       0,0    0,1    2,2   1,9   2,3   2,8   4,7   2,0   3,8   4,2  4,1
Lettland     0,0    0,2    6,1   6,8   6,3   1,9   2,4   2,8  12,8  12,1 11,4
Estland      0,0    0,1    5,8   3,5   4,2   3,6   2,2   2,8   9,1   8,4  8,5
Malta        0,0    0,0    3,0   3,1   3,3   2,3   2,5   2,1   7,4   7,3  7,0

Beitritts-
länder       1,6     -     2,4   2,7   3,4   2,8   2,4   3,0  14,8  14,6 14,0

Schweiz      1,1    5,1    0,1   0,0   1,0   0,6   0,8   0,8   2,8   3,5  4,0
Norwegen     0,8    0,9    1,0   0,5   2,0   0,8   2,0   1,0   3,9   4,3  4,9

Europa (3)  38,6     -     1,1   0,9   1,7   2,0   1,7   1,5   8,6   9,0  9,0

USA         42,3   12,7    2,4   2,2   3,4   1,6   2,2   1,8   5,8   5,8  5,4
Japan       16,1    2,3    0,1   1,2   1,2  -1,1  -0,5  -0,4   5,4   5,5  5,5
Kanada       2,9    1,1    3,4   2,7   3,8   2,2   1,5   1,8   7,7   6,8  6,5

Außereuro-
päische
Länder      61,4     -     1,9   2,0   2,8   0,9   1,5   1,2   5,8   5,8  5,5
Außereuro-
päische
Länder (4)    -    16,1    2,2   2,1   3,1   1,2   1,8   1,5    -     -     -

Insgesamt
(3)        100,0     -     1,6   1,5   2,4   1,3   1,6   1,3   7,2   7,3  7,2
Insgesamt
ohne
Deutschland 91,9     -     1,7   1,7   2,5   1,3   1,6   1,4   7,0   7,2  7,0

Nachricht-
lich:
Insgesamt,
exportge-
wichtet (4)   -   100,0    1,4   1,2   2,0   2,1   1,9   1,7    -     -     -

-------------------------------------------------------------------------------
(1) Europäische Union und Norwegen: Harmonisierter Verbraucherpreisindex.
(2) Standardisiert.
(3) Summe der aufgeführten Länder. Bruttoinlandsprodukt und
Verbraucherpreise gewichtet mit dem Bruttoinlandsprodukt von 2002 in
US-Dollar; Arbeitslosenquote gewichtet mit der Zahl der Erwerbspersonen
von 2002.
(4) Summe der aufgeführten Länder; gewichtet mit den Anteilen an der
deutschen Ausfuhr 2002.

Quellen: OECD Economic Outlook; Eurostat, Volkswirtschaftliche
Gesamtrechnungen; Nationalstatistiken und Berechnungen des DIW Berlin; 2003
und 2004: Schätzung und Prognose des DIW Berlin.

DIW Berlin 2003

===============================================================================
-------------------------------------------------------------------------------
Tabelle 1.2

Entwicklung der Komponenten des Bruttoinlandsprodukts
in ausgewählten Ländern
Reale Veränderung in % gegenüber dem Vorjahr

-------------------------------------------------------------------------------
              Privater Verbrauch   Öffentlicher Verbrauch     Bruttoanlage-
                                                              investitionen

              2002   2003   2004     2002   2003   2004    2002   2003   2004

Deutschland   -0,6    0,8    1,2      1,5    1,0    0,7    -6,7   -1,3    2,0
Frankreich     1,4    1,6    1,6      4,1    1,9    1,4    -1,4   -1,6    1,8
Italien        0,4    0,8    1,1      1,7    1,5    1,6     0,5   -1,1    2,4
Spanien        1,9    2,2    2,5      3,8    4,1    3,2     1,4    2,2    3,0
Niederlande    0,9    0,9    0,8      3,7    1,1    0,8    -3,7   -4,8    0,0
Belgien        0,6    1,3    2,0      1,6    1,3    1,5    -2,4   -0,6    2,4
Österreich     0,9    1,3    1,6      1,3    0,3    0,4    -4,9   -0,7    2,8
Finnland       2,1    1,4    1,1      4,0    0,8    0,8    -1,0   -3,8    1,2
Griechenland   2,5    2,5    2,8      6,2   -2,5    0,5     6,7    6,5    6,3
Portugal       0,6   -0,9    1,6      2,9    0,2    1,3    -5,1   -9,3    2,7
Irland         2,6    2,0    2,4      8,3    3,1    1,9     0,4    1,1    2,5
Luxemburg      2,9    1,3    1,7      5,3    4,0    1,4    -1,7   -1,0    1,2

Euroraum
(1), (2)       0,6    1,2    1,5      2,8    1,5    1,3    -2,7   -1,1    2,2
EWU-Länder
ohne Deutsch-
land (1), (2)  1,2    1,4    1,6      3,3    1,8    1,5    -0,8   -1,1    2,2

Großbritannien 3,8    2,8    2,9      3,8    3,4    3,5    -3,2    2,7    3,8
Schweden       1,3    1,5    2,2      2,1    0,5    0,2    -2,5   -1,0    1,0
Dänemark       2,1    2,0    2,5      1,0    1,1    1,0     0,1    0,5    1,5

Europäische
Union (1)      1,3    1,5    1,8      2,9    1,8    1,6    -2,4   -0,5    2,4
Europäische
Union ohne
Deutschland
(1)            1,9    1,8    2,0      3,3    2,1    1,9    -1,2   -0,3    2,5

Polen          3,3    2,6    3,4      1,6    1,9    1,2    -7,8    1,7    3,5
Tschechien     4,0    4,3    4,1      5,7    2,4    0,4     0,6   -0,5    3,9
Ungarn         8,7    7,3    3,1      1,5    1,1    0,1     5,8   -1,1    0,8
Slowakei       5,3    1,9    2,1      4,0   -1,4    1,0    -0,9    2,8    6,4
Slowenien      2,0    2,3    1,9      2,4    3,7    3,9     3,4    4,1    4,6
Litauen        5,1    4,8    5,0      4,3    7,2    3,9    12,4    7,1    8,0
Zypern         2,0    2,4    2,9      3,1   -2,5   -0,8    10,1   -6,0    4,0
Lettland       7,2    6,4    4,8      4,8    2,4    2,0     9,6   10,2    8,0
Estland        5,2    7,6    3,8      5,0    3,5    3,9    17,5    7,6    4,7
Malta          2,3    2,0    2,8      4,0    1,8    1,0    -3,6    3,2    3,8

Beitritts-
länder         4,4    3,7    3,4      2,7    1,9    1,1    -0,8    1,4    3,7

Schweiz        0,9    0,5    0,6      1,9    1,0    1,0    -6,5   -2,0    1,5
Norwegen       3,3    2,3    2,6      4,5    2,5    2,5    -3,3    2,0    1,5

Europa (1)     1,5    1,6    1,8      2,9    1,8    1,6    -2,4   -0,4    2,4

USA            3,1    2,2    2,9      4,5    2,9    3,0    -1,7    1,6    5,1
Japan          1,4    0,7    0,4      2,3    1,3    1,3    -4,9    0,5    2,4
Kanada         2,9    3,4    3,7      2,0    3,5    3,9     2,5    2,7    3,0

Außereuro-
päische
Länder (1)     2,7    1,9    2,4      3,7    2,5    2,6    -2,5    1,3    4,1

Insgesamt (1)  2,3    1,8    2,2      3,4    2,2    2,1    -2,5    0,7    3,5
Insgesamt
ohne Deutsch-
land (1)       2,5    1,9    2,3      3,5    2,3    2,3    -2,1    0,8    3,6

-------------------------------------------------------------------------------
                   Exporte von Waren      Importe von Waren
                 und Dienstleistungen    und Dienstleistungen

                   2002   2003   2004     2002   2003   2004

Deutschland         2,6    1,9    3,6     -2,1    4,7    4,1
Frankreich          1,2    0,1    2,7      0,7    1,6    3,2
Italien            -1,0   -1,5    2,5      1,5    0,8    2,5
Spanien             1,4    2,1    3,8      2,2    5,2    4,0
Niederlande        -1,4    0,4    0,7     -2,1    1,6    0,6
Belgien            -0,5   -0,1    3,5     -0,1    0,3    3,6
Österreich          2,6   -0,8    3,3      0,0    0,4    3,7
Finnland            5,6    1,0    1,7      1,7    2,0    2,4
Griechenland       -4,5    0,5    2,0     -2,7    0,8    1,5
Portugal            2,1    3,7    3,2     -0,5   -2,8    3,4
Irland              3,8   -1,3    2,7     -1,0   -3,4    2,9
Luxemburg          -0,5    0,0    1,2     -1,3    0,5    1,4

Euroraum
(1), (2)            1,1    0,6    2,9     -0,4    2,2    3,2
EWU-Länder
ohne Deutsch-
land (1), (2)       0,5    0,0    2,5      0,3    1,2    2,8

Großbritannien     -1,0   -1,1    3,9      1,5    2,4    3,1
Schweden            0,4    2,0    3,0     -2,7    1,5    2,5
Dänemark            3,6    1,0    3,5      2,5    1,5    3,5

Europäische
Union (1)           0,8    0,4    3,1     -0,1    2,3    3,1
Europäische
Union ohne
Deutschland
(1)                 0,2    0,0    2,9      0,5    1,6    2,9

Polen               5,9    4,1    4,2      5,5    5,7    4,7
Tschechien          2,8    7,0    6,8      4,3    5,5    5,7
Ungarn              3,8    3,5    5,5      6,1    5,5    4,6
Slowakei            5,9   10,7    7,9      5,3    7,4    7,5
Slowenien           6,1    5,2    5,4      4,8    4,3    4,7
Litauen            19,4   14,5   10,5     16,1   11,9    9,8
Zypern             -5,0    0,5    3,5     -0,4   -1,5    3,0
Lettland            6,3    8,0    8,6      4,5    8,8    8,9
Estland             5,6    5,2    5,8     10,2    6,7    4,8
Malta               0,5    3,0    3,5     -0,5    2,3    2,7

Beitritts-
länder              5,0    5,7    5,8      5,7    5,8    5,4

Schweiz             0,1    1,0    3,5     -5,2    2,0    4,5
Norwegen           -0,5    2,5    4,5      1,7    3,0    4,5

Europa (1)          1,0    0,8    3,3      0,2    2,6    3,4

USA                -1,5    1,1    5,5      3,7    1,5    4,3
Japan               8,2    4,5    5,9      2,0    5,2    6,8
Kanada              0,8    1,6    4,5      0,8    3,5    3,4

Außereuro-
päische
Länder (1)          1,0    1,9    5,4      3,0    2,4    4,6

Insgesamt (1)       1,0    1,2    4,0      1,3    2,5    3,9
Insgesamt
ohne Deutsch-
land (1)            0,7    1,1    4,1      1,8    2,2    3,8

-------------------------------------------------------------------------------
(1) Gewichte 2002 auf Dollarbasis zu Wechselkursen von 2002
(Jahresdurchschnitt).
Export- und Importentwicklung: gewichteter Durchschnitt der betreffenden
Länder.
(2) Exporte und Importe einschließlich Binnenhandel.

Quellen: OECD Economic Outlook; Eurostat, Volkswirtschaftliche
Gesamtrechnungen; Nationalstatistiken und Berechnungen des DIW Berlin;
2003 und 2004: Schätzung und Prognose des DIW Berlin.

DIW Berlin 2003

===============================================================================
-------------------------------------------------------------------------------
Tabelle 1.3

Reales Bruttoinlandsprodukt und Verbraucherpreise in ausgewählten
Schwellenländern

-------------------------------------------------------------------------------
                         Bruttoinlandsprodukt          Verbraucherpreise

             Gewicht          Veränderung in % gegenüber dem Vorjahr
              (BIP)
               in %     2001   2002   2003   2004   2001   2002   2003   2004

Russland       83,9      4,9    4,3    4,5    3,5   18,6   16,0   16,0   15,0
Ukraine        10,2      9,1    4,8    6,0    5,0   12,0    0,8    6,0    6,0
Kasachstan      6,0     13,2    9,5    6,5    5,5    8,4    5,9    7,0    6,0

GUS-Länder
(1)           100,0      5,8    4,7    4,8    3,8   19,8   13,9   14,4   13,5

Indonesien      7,5      3,3    3,8    3,5    4,5   11,5   11,9    8,5    8,0
Malaysia        4,6      0,3    4,1    3,5    4,5    1,4    1,8    1,5    1,5
Singapur        4,4     -2,0    2,2    1,5    3,0    1,0   -0,4    1,0    1,0
Südkorea       21,8      3,0    6,3    3,0    4,5    4,1    2,8    4,5    4,0
China          61,6      7,3    8,2    7,0    8,0    0,5   -0,2    0,5    1,0

Südostasien
(1)           100,0      5,3    7,0    5,5    6,6    2,2    1,4    2,0    2,2

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(1) Summe der aufgeführten Länder. Gewichte: Bruttoinlandsprodukt von 2001
in US-Dollar.

Quellen: Angaben nationaler und internationaler Institutionen; Berechnungen
des DIW Berlin; 2002: teilweise Schätzung; 2003 und 2004: Prognose des DIW
Berlin.

DIW Berlin 2003

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