Die Zuschussrente: Diagnose richtig, Therapie verbesserungswürdig. Kommentar von Johannes Geyer

Kommentar vom 26. September 2012

Das Problem des in Zukunft steigenden Altersarmutsrisikos, das Bundesarbeitsministerium wie Opposition zu neuen Rentenreformvorschlägen motiviert hat, ist nicht nur lange bekannt, sondern zu großen Teilen Resultat der vergangenen Renten- und Arbeitsmarktreformen. Neben der hohen Sockelarbeitslosigkeit der letzten Jahrzehnte führen die Niveau-Senkungen in der gesetzlichen Rentenversicherung und das Wachstum des Niedriglohnsektors zu einem steigenden Risiko künftiger Altersarmut. Diese Erwartung basiert auf Befunden für die Erwerbsbiografien jüngerer Geburtsjahrgänge. Diese sind öfter unterbrochen als es bei Älteren der Fall ist und weisen mehr versicherungsfreie Beschäftigungszeiten auf. Für Geringqualifizierte sind die Risiken aufgrund ihres weit unterdurchschnittlichen Lohnniveaus und des hohen Arbeitslosigkeitsrisikos wegen der damit einhergehenden unterdurchschnittlichen Rentenansprüche erheblich höher. Das DIW Berlin hat dies in einer größeren Studie bereits 2010 festgestellt und jüngst anhand der Jahrgänge der Babyboomer noch einmal bestätigt. Danach tragen insbesondere Ostdeutsche, die zwischen 1955 und 1970 geboren wurden, ein deutlich höheres Altersarmutsrisiko als frühere Alterskohorten.

Der vollständige Kommentar im Wochenbericht 39/2012 (PDF, 189.23 KB)