Deutschlands Wachstums- und Investitionsdynamik nach der globalen Finanzkrise

Bericht vom 15. November 2012

Deutschland hat sich von dem scharfen Einbruch infolge der globalen Wirtschafts- und Finanzkrise schneller erholt als die meisten anderen entwickelten Länder. Die Schwäche der Nachfrage aus dem Euroraum wurde kompensiert durch ein starkes Wachstum der Exporte in die Länder außerhalb der Eurozone. Eine wesentliche Rolle spielte dabei die hohe Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft auf den Weltmärkten, insbesondere auf den dynamischen Märkten der Schwellen- und Entwicklungsländer. Dagegen haben vor allem die Krisenländer der Eurozone in der zurückliegenden Dekade an internationaler Wettbewerbsfähigkeit eingebüßt. Aufgrund ihrer Abhängigkeit vom europäischen Binnenmarkt und der fehlenden Spezialisierung auf innovative, auf den Weltmärkten nachgefragte Produkte zählen sie im globalen Standortwettbewerb zu den Verlierern. Die eingeleiteten Reformen werden nicht sofort eine Wende herbeiführen können. Selbst Deutschland wird es nicht leichtfallen, seine günstige Weltmarktstellung zu bewahren, da sich der globale Strukturwandel und Standortwettbewerb noch verschärfen dürften.

Georg Erber und Harald Hagemann in: DIW Wochenbericht 46/2012 (PDF, 230.41 KB)