Der Niedriglohnsektor ist weiblich. Kommentar von Elke Holst

Kommentar vom 24. April 2013

Die Einführung eines Mindestlohns wird in Deutschland derzeit heiß debattiert. Soziale und ökonomische Aspekte werden abgewogen. Insbesondere in der Ökonomie wird die Diskussion gewöhnlich geschlechtsneutral geführt. Tatsächlich sind jedoch gut sechs von zehn der Niedriglohnbeschäftigten Frauen – zumeist kommen sie aus dem Westen unseres Landes. Man könnte meinen, dass es doch egal sei, welches Geschlecht besonders von Niedriglöhnen betroffen ist. Wenn vor allem Frauen bereit sind, für weniger Geld zu arbeiten, wo ist das Problem? Erst kürzlich wurde anlässlich der Veröffentlichungen des Statistischen Bundesamtes zum Gender Pay Gap darauf hingewiesen, dass unter Berücksichtigung von Erwerbserfahrung, Positionierung am Arbeitsmarkt und weiterer individueller Merkmale doch nur noch ein deutlich geringerer Verdienstunterschied zwischen Frauen und Männern in Deutschland feststellbar sei. Ist es also egal, wenn im unteren Lohnsegment besonders viele Frauen und im oberen Verdienstbereich vor allem Männer vertreten sind? An dieser Stelle ist zu klären, warum besonders viele Frauen von Niedriglöhnen betroffen sind. 

Der vollständige Kommentar im Wochenbericht 17/2013 (PDF, 78.18 KB)