Internationale Erdgaspreise: Marktsegmentierung und Transaktionskosten führen zu dauerhafter Preisdivergenz

Bericht vom 20. November 2013

Erdgas spielt als „Brücken“-Energieträger beim Umbau hin zu CO2-ärmeren Energiesystemen in Deutschland, Europa und weltweit eine wichtige Rolle. In diesem Zusammenhang ist die Entwicklung der Erdgaspreise von großer Bedeutung, insbesondere im Verhältnis zum Konkurrenzrohstoff Kohle. Bis vor einigen Jahren ging man davon aus, dass aufgrund der Globalisierung von Erdgasmärkten die Preise in den verschiedenen Weltregionen konvergieren würden. Tatsächlich beobachtet man aber heute eher das Gegenteil, das heißt eine stark ausgeprägte, dauerhafte Diskrepanz zwischen den regionalen Erdgaspreisen in Europa, den USA und Asien. So liegen die Erdgaspreise in den USA derzeit aufgrund des Schiefergasbooms relativ niedrig, dagegen sind die Preise in Asien circa vier- bis fünfmal höher. Die europäischen Erdgaspreise liegen dazwischen, sind jedoch wegen des noch unterentwickelten Binnenmarktes auch stark divergent. Aufgrund hoher Kapitalintensität, hoher Transportkosten und technischer Spezifika hat sich bis heute kein funktionierender Markt für Flüssiggas als Grundlage für eine Preiskonvergenz gebildet. Empirische Evidenz sowie eine Analyse von etwa 500 Langfristverträgen legen nahe, dass sich diese Marktstruktur in absehbarer Zeit auch nicht wesentlich ändern wird.

Der gesamte Bericht in: DIW Wochenbericht 47/2013 (PDF, 314.8 KB)