Finanztransaktionssteuer: kurzfristigen Handel verteuern, Finanzmärkte stabilisieren

DIW Wochenbericht 8 / 2012, S. 2-12

Dorothea Schäfer

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Abstract

Eine Finanztransaktionssteuer kann neben der Finanzmarktregulierung das zentrale Instrument sein, um die Finanzmärkte in Zukunft wieder robuster zu machen. Wenn sie breit angelegt ist, zielt sie auf die Eindämmung von Regulierungsarbitrage, Blitzhandel, überaktivem Portfolio-Management und exzessiven Hebel- und Spekulationsgeschäften und setzt somit auch bei jener Klasse von Aktivitäten an, die mit zur Finanzkrise beigetragen haben. Selbst wenn sich durch die Steuer die Finanzmärkte nicht wieder stärker an den realwirtschaftlichen Bedingungen orientieren, generiert die Steuer zumindest Einnahmen und trägt so zur Deckung der Kosten der Finanzkrise bei. Der Trend zu zentralen Clearing- und Verwahrstellen erleichtert den Einzug der Finanztransaktionssteuer und erschwert die Steuerumgehung. Steuerumgehung ist freilich nie vollständig vermeidbar. Die Wirkung der Steuer sollte daher sorgsam beobachtet werden, damit Steuerschlupflöcher rasch gestopft und Verlagerungsplänen entgegengewirkt werden kann.

Dorothea Schäfer

Forschungsdirektorin in der Abteilung Makroökonomie

Themen: Verkehr, Europa



JEL-Classification: G20;G24;G28
Keywords: Financial crisis, Financial transaction tax, financial institutions
Frei zugängliche Version: (econstor)
http://hdl.handle.net/10419/58080