Bad Bank: Staat soll toxische Papiere zum Null-Wert übernehmen

DIW Wochenbericht 13 / 2009, S. 198-206

Dorothea Schäfer, Klaus F. Zimmermann

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Abstract

Angesichts der ausbleibenden Stabilisierung des Bankensektors in Deutschland konzentriert sich die öffentliche Diskussion immer mehr auf die Möglichkeiten zur Auslagerung der Problemaktiva in Bad Banks. Dazu wird hier ein Modell vorgestellt. Kernpunkte sind eine Wertberichtigung der Problemaktiva auf den gegenwärtigen Marktwert. Dieser liegt für unverkäufliche Aktiva bei null. Die Wertberichtigung reduziert das Eigenkapital. Der Staat übernimmt die weitere Verwertung der Problemaktiva auf eigene Kosten und rekapitalisiert die Banken mittels Anteilserwerb. Im Extremfall bedeutet dies die Übernahme der Good Bank. Die Beteiligungsrisiken sind jedoch nach der Auslagerung der Problemaktiva für den Steuerzahler tragbar. Es bedarf einer klaren Reprivatisierungsperspektive. Defizite der Bad Bank gehen zu Lasten des Staates, Überschüsse werden an die Altaktionäre ausgeschüttet. Unter den Bedingungen des DIW-Modells sind Bad Banks und (Teil-)Verstaatlichung keine Alternativen, sondern zwei Seiten ein und derselben Medaille. Der Ansatz wird drei zentralen Herausforderungen gerecht. Er erlaubt eine transparente Befreiung von den Problemaktiva und eröffnet den Banken einen aussichtsreichen Neustart. Gleichzeitig bietet er die Chance, die Kosten für den Steuerzahler gering zu halten. Schließlich schränkt er die Anreize für zukünftiges, opportunistisches Verhalten seitens der Banken ein.

Dorothea Schäfer

Forschungsdirektorin in der Abteilung Makroökonomie



JEL-Classification: G20;G24;G28
Keywords: Financial crisis, Bad bank, Recapitalization