Landesbanken: Rettung allein reicht nicht

DIW Wochenbericht 24 / 2009, S. 390-396

Mechthild Schrooten

get_appDownload (PDF  175 KB)

get_appGesamtausgabe/ Whole Issue (PDF  162 KB)

Abstract

Den Landesbanken fehlt ein sinnvolles und tragfähiges Geschäftsmodell. Die internationale Finanzkrise hat dies in aller Schärfe deutlich gemacht. Bereits vor der Abschaffung der umfassenden staatlichen Haftungsbedingungen im Jahr 2005 galten einzelne Kreditinstitute aus der Gruppe der Landesbanken als besonders schwach. In der aktuellen Krise ist die gesamte Gruppe der Landesbanken unter Druck geraten. In der Vergangenheit wurde vielfach die horizontale Konsolidierung innerhalb der öffentlich-rechtlichen Säule des deutschen Bankensystems als Strategie zur Problembewältigung angesehen. Jetzt zeigt sich, dass dies zu kurz greift. Um in der Zukunft überleben zu können, muss ein neues Geschäftsmodell her. Dabei könnte die aktuelle Krise durchaus eine Chance für unkonventionelle Problemlösungen bieten. Ein rasches Zurückführen der Landesbanken auf ihre Kernkompetenzen ist geboten. Aus heutiger Sicht scheint es ausreichend, aus den Landesbanken eine einzige Sparkassen-Zentralbank zu machen. Dieses Institut könnte auch den deutschen Mittelstand bei seinen außenwirtschaftlichen Aktivitäten unterstützen. Bei den verbleibenden Aktivitäten der Landesbanken ist zu fragen, inwieweit sie von öffentlich-rechtlichen Kreditinstituten wahrgenommen werden müssen. Die von der EU vorgeschlagenen nicht-diskrimierenden Bieterverfahren könnten hier den Weg weisen und Fusionen mit großen privaten Geschäftsbanken erleichtern.



JEL-Classification: G21;G28;H11
Keywords: Banks, Government policy, Loan guarantees, Property rights
Frei zugängliche Version: (econstor)
http://hdl.handle.net/10419/151797