Interview , Nachricht vom 30.06.2014

Vorgestellt: 5 Fragen an Axel Glemser

Axel Glemser ist seit dem 1. Mai 2014 bei TNS Infratest Sozialforschung als „Director" (Bereichsleiter) für das SOEP verantwortlich.  

 

Was zählt zu Ihren Aufgaben und Verantwortungsbereichen im neuen Job?

Ich bin verantwortlich für alle Prozesse der Datenerhebung, die TNS Infratest Sozialforschung im Auftrag des DIW Berlin durchführt - angefangen von der Angebotserstellung und Kostenschätzung, über die der Stichprobenziehung, Fragebogenentwicklung bis hin zur eigentlichen Befragung, sowie den Datenprozessen nach Feldende wie Coding und Prüfung. Hinter diesen Aufgaben steht ein breit aufgestelltes Team von rund 20 Mitarbeitern. Das heißt, auch Fragen der Personalführung sind wichtig. Letztlich kann ich als Leiter immer nur so gut sein wie das Team.

 

Was haben Sie bisher beruflich gemacht und was sind Ihre besonderen Stärken für die neue Aufgabe?

1999 habe ich bei TNS Infratest als Mitarbeiter in der Statistik angefangen, wo ich zuständig für Stichprobenziehungen aller Art war - face to face, Telefonbefragungen, Online Befragungen. 2006 wurde ich Abteilungsleiter und war zuständig für die gesamte „Stichprobe Deutschland", die als Abteilung neben der Ziehung auch die Gewichtung und die Steuerung von Stichproben umfasste. Den Datenerhebungsprozess als Ganzes im Blick zu haben, das fasziniert mich bis heute. Was löse ich mit meiner Stichprobe aus? Was passiert damit im Feld und was kommt aus der Feldarbeit wieder zurück? Als Datenerhebungs-Experte wurde ich 2010 Methodenberater, wo ich eng mit Kunden aus den verschiedensten Forschungsbereichen zusammen gearbeitet habe. Beides - meine Methodenkenntnisse, aber auch die kundenbezogene Perspektive - kann ich heute gut in das SOEP einbringen.

 

Wann und wie haben Sie das erste Mal vom SOEP gehört?

Schon 1999, in meinen ersten Arbeitswochen bei Infratest. In der Abteilung „Statistik" wurde damals gerade eine SOEP-Innovations-Stichprobe angelegt und gezogen. Und ich durfte diese Stichprobe gemeinsam mit einem Kollegen ziehen. Was sich genau hinter dem SOEP verbirgt und dass diese neu rekrutierten Haushalte später ins SOEP-Innovationssample (SOEP-IS) überführt wurden, habe ich damals allerdings noch nicht gewusst.

 

Was haben Sie vor 30 Jahren gemacht, als die Langzeitstudie SOEP an den Start ging?

1984 war ich noch Schüler. Meine Befragungskenntnisse haben sich damals noch auf die TED-Befragung von „Wetten dass" beschränkt.

 

Ein Blick in die Zukunft: Was wünschen Sie sich für Ihre berufliche Karriere – und was sind Ihre persönlichen Visionen für das SOEP?

Ich hoffe jetzt erst einmal einen guten Spurt über die ersten 100 Tage zu schaffen. Ich freue mich, dass es erste Projekte gibt, bei denen ich konstruktiv meine Kenntnisse einbringen kann. Und wenn es so wie jetzt weiter geht, bin ich erst mal happy. Was die nächsten Jahre angeht, wird es eine große Herausforderung sein, die enorme Ausbauphase des SOEP – Stichwort SOEP-IS, Stichwort Aufstockungsstichprobe – angesichts steigender Kosten bei der Fortführung qualitativ hochwertiger sowie interviewergestützter Surveys fortsetzen zu können. Eine zentrale Aufgabe wird sein, die Panelstabilität in der Core-Stichprobe auf dem bisherigen Niveau zu halten. Der Schritt zum SOEP-Innovationssample war ebenfalls richtig. Denn der Trend wird sein, über das Innovationssample neuere Ansätze zu pushen – mit kognitiven und psychologischen Tests, mit Biomarkern, also mit Designs, die klassische Befragungsansätze mit anderen Untersuchungsmethoden kombinieren.

 

Das vollständige Interview als Video finden Sie hier.