Umschuldungen im Euroraum: wie lassen sich Staatsschulden effizienter restrukturieren?

Bericht vom 24. September 2014

Eine rechtzeitigere Restrukturierung der Staatsschulden Griechenlands wäre vorteilhaft gewesen - diese Beurteilung hat der Internationale Währungsfonds (IWF) im Frühjahr dieses Jahres abgegeben. Doch welche Lösungsansätze sind für eine frühe Schuldenrestrukturierung überhaupt denkbar? Der vorliegende Bericht zeigt, dass bisherige Reformen, insbesondere die Einführung von Umschuldungsklauseln, in ihrer derzeitigen Form nicht ausreichen dürften. Andererseits ist eine institutionelle Lösung in Form eines internationalen oder europäischen Insolvenzregimes politisch nur schwer umsetzbar. Deshalb lautet ein Vorschlag, künftige Anleihen im Euroraum vertraglich so umzugestalten, dass Schuldenrestrukturierungen leichter möglich sind. Konkret sollten stärkere Kollektivklauseln in Anleiheverträge eingefügt und die anteilsmäßige Auszahlung aller Gläubiger reformiert werden, um im Falle einer Umschuldung die Auswirkungen möglicher Rechtsstreitigkeiten zu begrenzen. Auf diesem Wege würden Schuldenrestrukturierungen erleichtert und zudem die No-Bailout-Regel glaubwürdiger gestaltet, womit Anleihezinsen wieder ihre disziplinierende Wirkung auf Staaten entfalten könnten.

Der gesamte Bericht in: DIW Wochenbericht 39/2014 (PDF, 0.66 MB)