Die Nutzung des Kulturangebots in Deutschland

DIW Wochenbericht 20 / 2015, S. 487-497

Maximilian Priem, Jürgen Schupp

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Abstract

Die staatlichen Aufwendungen für Kultur betrugen 2009, dem letzten Jahr, für das derzeit Daten vorliegen, etwas mehr als neun Milliarden Euro – 111 Euro pro Einwohner. Private Haushalte gaben für Kulturveranstaltungen im Jahr 2011 durchschnittlich rund 144 Euro aus. In der Summe waren dies 5,7 Milliarden Euro. Der Anteil der Erwachsenen, die gelegentlich oder häufiger hochkulturellen Aktivitäten nachgehen, lag im Jahr 2013 – den Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) zufolge – bei 58 Prozent, bei populärkulturellen Aktivitäten waren es 64 Prozent. Gegenüber 1995 haben sich diese Anteile deutlich erhöht. In den großen Städten und vor allem in Berlin ist die Kulturnachfrage höher als in anderen Regionen. Die herausgehobene Position Berlins hat sich aber in den vergangenen Jahren stark abgeschwächt. Bei den regionalen Unterschieden in der Kulturnachfrage ist zu berücksichtigen, dass die individuelle Nutzung kultureller Angebote sowohl von persönlichen Merkmalen wie Bildung, Einkommen und Erwerbsstatus als auch von Bedingungen am Wohnort wie regionalen Steuereinnahmen und Kulturausgaben beeinflusst wird. Bezieht man alle diese Merkmale in die Schätzungen ein, so zeigen sich keine signifikanten Unterschiede in der Kulturnachfrage zwischen großen Städten und anderen Regionen mehr.

Jürgen Schupp

Wissenschaftler in der Infrastruktureinrichtung Sozio-oekonomisches Panel



JEL-Classification: C23;D12;Z10
Keywords: culture, Berlin, SOEP, time-use
Frei zugängliche Version: (econstor)
http://hdl.handle.net/10419/110383

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