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DIW Wochenbericht

46 / 2016 Flucht, Ankunft in Deutschland und erste Schritte der Integration Herbert Brücker, Nina Rother, Jürgen Schupp, Christian Babka von Gostomski, Axel Böhm, Tanja Fendel, Martin Friedrich, Marco Giesselmann, Yuliya Kosyakova, Martin Kroh, Elisabeth Liebau, David Richter, Agnese Romiti, Diana Schacht, Jana A. Scheible, Paul Schmelzer, Manuel Siegert, Steffen Sirries, Parvati Trübswetter, Ehsan Vallizadeh S. 1103-1119

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Abstract:

Mit einer repräsentativen Befragung von insgesamt 4 500 Geflüchteten stellen das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), das Forschungszentrum des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF-FZ) und das Sozio-oekonomische Panel (SOEP) am DIW Berlin eine völlig neue Datengrundlage für die Analyse der Fluchtmigration und der Integration Geflüchteter bereit. Die hier vorgelegten Befunde basieren auf dem ersten Teil der Befragung, bei der gut 2 300 Personen interviewt wurden. Erhoben werden nicht nur Fluchtursachen und Fluchtwege, Bildungs- und Erwerbsbiografien, sondern auch Werte, Einstellungen und Persönlichkeitsmerkmale der Geflüchteten sowie ihre Integration in den Arbeitsmarkt und das Bildungssystem. Die wichtigsten Fluchtmotive sind Angst vor Krieg, Gewalt und Verfolgung. Zudem zeigt sich, dass die Kosten und Risiken der Flucht hoch sind. Die Allgemeinbildung der Geflüchteten ist sehr heterogen. Der Anteil der Personen mit Berufs- und Hochschulabschlüssen ist gering. Insgesamt zeigen die Geflüchteten jedoch hohe Bildungsaspirationen. In ihren Wertvorstellungen weisen die Geflüchteten sehr viel mehr Gemeinsamkeiten mit der deutschen Bevölkerung auf als mit der Bevölkerung aus den Herkunftsländern. Die Integration in den Arbeitsmarkt und in das Bildungssystem steht erst am Anfang, allerdings zeigen integrationspolitische Maßnahmen erste Wirkungen.

Hinweis: Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), das Forschungszentrum des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF-FZ) und das Sozio-oekonomische Panel (SOEP) am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) führen gemeinsam eine repräsentative Längsschnittbefragung von Geflüchteten in Deutschland durch, die als Datengrundlage für diese Studie diente. Beauftragt mit der Durchführung der Interviews ist das Erhebungsinstitut Kantar Public (früher: TNS Infratest Sozialforschung). Kantar Public überprüft routinemäßig die Qualität der Befragung. Dabei wurde im Zuge der Vorbereitung der Wiederholungsbefragung im Laufe des Jahres 2017 festgestellt, dass ein Teil der Befragungen nicht ordnungsgemäß durchgeführt wurde. Betroffen sind sechs Prozent der realisierten Haushaltsinterviews. Eine Überprüfung der auf Grundlage der Befragung durchgeführten Studien hat gezeigt, dass die grundlegenden Aussagen der bisher veröffentlichten Studien auch nach Revision der Daten bestehen bleiben. Die Abweichungen des revidierten Datensatzes bewegen sich entweder im Rahmen der statistischen Fehlertoleranz, oder es ergeben sich nur geringfügige Abweichungen um einige Prozentpunkte im Vergleich zur vorgehenden Datenversion. Die in dieser Publikation präsentierten Ergebnisse sind teilweise inkorrekt. Von der Veröffentlichung einer korrigierten Fassung wurde abgesehen, weil aktuellere Ergebnisse zu den gleichen Sachverhalten auf Basis der Wiederholungsbefragung in folgender Publikation zu finden sind: Herbert Brücker, Nina Rother und Jürgen Schupp (Hrsg.) (2017): IAB-BAMF-SOEP-Befragung von Geflüchteten 2016: Studiendesign, Feldergebnisse sowie Analysen zu schulischer wie beruflicher Qualifikation, Sprachkenntnissen sowie kognitiven Potenzialen. DIW Politik beratung Kompakt 123 (korrigierte Fassung) http://www.diw.de/documents/publikationen/73/diw_01.c.563710.de/diwkompakt_2017-123.pdf . Zusätzliche Details zu den revidierten Ergebnissen finden sich unter folgendem Link: http://doku.iab.de/grauepap/2017/Revidierter_Datensatz_der_IAB-BAMF-SOEP-Befragung.pdf