Deutsche Wirtschaft bleibt gut ausgelastet: Grundlinien der Wirtschaftsentwicklung im Herbst 2017

DIW Wochenbericht 36 / 2017, S. 715-736

Ferdinand Fichtner, Karl Brenke, Marius Clemens, Simon Junker, Claus Michelsen, Thore Schlaak

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Abstract

Die deutsche Wirtschaft bleibt auf Wachstumskurs. Aufgrund des unerwartet kräftigen ersten Halbjahres 2017 hebt das DIW Berlin seine Prognose für das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts auf 1,9 Prozent für dieses Jahr an. Die Produktion übersteigt in diesem Jahr und wohl auch in den kommenden beiden Jahren das Produktionspotential – eine Überhitzung droht gleichwohl nicht. So wird die wirtschaftliche Entwicklung etwas an Tempo verlieren, nicht zuletzt, weil die Auslandsnachfrage ab kommendem Jahr weniger stark wachsen dürfte. Auch die Konsumausgaben der privaten Haushalte und des Staates werden sich moderater entwickeln. Zudem halten sich die Unternehmen mit Investitionen in neue Maschinen und Anlagen weiterhin zurück. Die Inflation dürfte nur leicht steigen, auch angesichts verhaltener Lohnsteigerungen; hier schlägt sich nieder, dass das Erwerbspersonenpotential weiter wächst. Es bestehen zahlreiche konjunkturelle Risiken. So könnten die Exporte beeinträchtigt werden, falls der Außenwert des Euro höher liegt – etwa im Zuge einer weniger expansiven Geldpolitik als hier unterstellt. Zudem ist nicht auszuschließen, dass der Welt-handel durch zunehmenden Protektionismus gehemmt wird.

Marius Clemens

Wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung Konjunkturpolitik

Thore Schlaak

Wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung Konjunkturpolitik

Claus Michelsen

Abteilungsleiter in der Abteilung Konjunkturpolitik

Simon Junker

Stellvertretender Abteilungsleiter in der Abteilung Konjunkturpolitik

Ferdinand Fichtner

Abteilungsleiter in der Abteilung Konjunkturpolitik

Themen: Konjunktur



JEL-Classification: E32;E66;F01
Keywords: Business cycle forecast, economic outlook