Fünfte Vergleichsstudie zu erneuerbaren Energien: Baden-Württemberg führt erstmals

DIW Wochenbericht 46 / 2017, S. 1029-1041

Wolf-Peter Schill, Jochen Diekmann, Andreas Püttner

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Abstract

Die Umstellung der Energieversorgung auf erneuerbare Energien ist ein Eckpfeiler der Energiewende. Auch wenn die energiewirtschaftlichen Entwicklungen in Deutschland maßgeblich von der Bundespolitik geprägt werden, gibt es für die sechzehn Bundesländer vielfältige Möglichkeiten, sich für den Ausbau erneuerbarer Energien zu engagieren und vom entsprechenden Strukturwandel zu profitieren. Vor diesem Hintergrund wurde zum fünften Mal ein umfangreicher Bundesländervergleich im Bereich erneuerbarer Energien durchgeführt. Der Analyse liegen insgesamt 59 Einzelindikatoren zugrunde, die vier Kategorien zugeordnet werden: Es wird differenziert nach Anstrengungen und Erfolgen sowohl bei der Nutzung erneuerbarer Energien als auch beim damit verbundenen technologischen und wirtschaftlichen Wandel. In der Gesamtbewertung führt erstmals Baden-Württemberg vor Mecklenburg-Vorpommern und Bayern. Baden-Württemberg ist auch im Teilbereich der Nutzung erneuerbarer Energien führend, vor allem aufgrund vorbildlicher energiepolitischer Rahmenbedingungen. Mecklenburg-Vorpommern ist beim technologischen und wirtschaftlichen Strukturwandel für erneuerbare Energien am erfolgreichsten, dank großer politischer Anstrengungen, aber auch vieler Erfolge in diesem Teilbereich. Der Blick auf einzelne Indikatoren zeigt, dass es in allen Bundesländern noch vielfältige Verbesserungsmöglichkeiten gibt. Eine Orientierung an den jeweiligen Vorreiterländern in einzelnen Handlungsbereichen kann den Bundesländern helfen, wichtige Beiträge zum weiteren Fortgang der Energiewende zu leisten.

Wolf-Peter Schill

Stellvertretender Abteilungsleiter in der Abteilung Energie, Verkehr, Umwelt



JEL-Classification: Q42;Q48;C43;O33
Keywords: Energy policy, renewable energy, composite indicators