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DIW Roundup

118 Wie beeinflussen Wehrdienstregelungen die Arbeitsmarkt- und Bildungsentscheidungen der Betroffenen? Ökonomische Evidenz zu einem nach wie vor wichtigen Thema Maximilian Bach 2017 7 S.

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Abstract:

Weltweit wird die Wehrpflicht in etwa 60 Ländern praktiziert. Die Dauer des Wehrdienstes, definiert als die Ausübung eines gesetzlich verpflichtenden Dienstes in den Streitkräften eines Staates, variiert je nach Land. und beträgt in den meisten europäischen Ländern weniger als ein Jahr. In Ländern mit angespannter Sicherheitslage kann der Wehrdienst jedoch deutlich länger dauern, wie z.B. in Südkorea (26-30 Monat) oder Israel (36 Monate). In Deutschland betrug die Dauer des Wehrdienstes zwischen 6 und 18 Monaten. Allerdings wurde die Wehrpflicht in Deutschland vor sechs Jahren ausgesetzt. Dennoch wird immer wieder über eine Wiedereinführung der zum 11. Juli 2011 nach 55 Jahren ausgesetzten Wehrpflicht öffentlich debattiert. Dies geschieht im Kontext der Sicherung der deutschen Außengrenzen, einer veränderten sicherheitspolitischen Lage an der Ostflanke der NATO, anhaltender Personalprobleme sowie einer Zunahme rechtsextremistischer Vorfälle in der Bundeswehr. Auch im europäischen Ausland ist die Wehrpflicht ein Thema. So wurde z.B. in Schweden durch eine rot-grüne Regierung beschlossen die Wehrpflicht 2018 wiedereinzuführen. Was würde dies für junge Männer oder auch Frauen bedeuten? Wie beeinflussen Wehrdienstregelungen die Arbeitsmarkt- und Bildungsentscheidungen junger Menschen? Dies sind Fragen, die auf der Basis der ökonomischen Literatur evidenzbasiert in diesem Beitrag zusammengetragen werden.