Kommentar , Nachricht vom 07.02.2018

Umfragebasierte Studien: „Fake-Interviews“ bleiben die Ausnahme: Kommentar von Jürgen Schupp

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Letzte Woche hat ein Rechercheteam von SPIEGEL Online ausführlich über Manipulationen in der Marktforschung berichtet und Belege eines selbstbekennenden früheren Mitarbeiters angeführt, die belegen sollen, dass Ergebnisse von auf Umfragen basierenden Studien mitunter frei erfunden sind. Die Reportage beansprucht zu zeigen, dass offensichtlich in der Marktforschung Unternehmen mit Kenntnis von deren Leitungspersonen in betrügerischer Absicht sowie mit krimineller Energie Fälschungen vorgenommen haben oder mit Hilfe von an dritte Unternehmen weitergegebenen Aufträgen manipulierte Datensätze erstellt und Kunden in Rechnung gestellt wurden. Gefälschte Interviews schaden nicht allein denjenigen Unternehmen, die empirische Studien beauftragt haben und anschließend Entscheidungen auf der Basis von Datenmüll getroffen haben, sondern nähren auch Zweifel am generellen Renommee von Umfragen und stellen somit einen Vertrauensschaden für viele korrekt arbeitende Befragungsinstitute dar. Inwieweit die Anschuldigungen wirklich zutreffen und vor allem auch mehr Fälle in der Marktforschung betroffen und zur Generalisierung auf die ganze Branche geeignet sind, wird sicherlich noch Gegenstand weiterer Recherchen von Instituten wie Kunden bleiben. [...]

Kommentar DIW Wochenbericht 6/2018 | PDF, 0.75 MB