Infoworkshop zum Studium erhöht die Studienaufnahme

DIW Wochenbericht 26 / 2018, S. 565-573

Frauke Peter, C. Katharina Spieß, Vaishali Zambre

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Abstract

Ob junge Erwachsene nach dem Abitur ein Studium aufnehmen, hängt in Deutschland nach wie vor stark von der Bildung der Eltern ab. AbiturientInnen, die aus einem nichtakademischen Elternhaus kommen, studieren deutlich seltener – selbst dann, wenn sie vor dem Abitur eine Studienabsicht hatten. Die vorliegende Studie auf Basis des Berliner-Studienberechtigten- Panels (Best Up) zeigt nun, dass kurze Infoworkshops ein Jahr vor dem Abitur, in denen BildungsforscherInnen den SchülerInnen Informationen zu Nutzen und Finanzierungsmöglichkeiten eines Studiums präsentieren, diese Unterschiede in der Studienaufnahme deutlich reduzieren können. Insbesondere AbiturientInnen mit Eltern ohne Hochschulabschluss, die bereits vor dem Workshop studieren wollten, werden durch die bereitgestellten Informationen in ihrem Vorhaben bestärkt und setzen dieses um. Der Anteil derer, die ihr Studium in den ersten beiden Jahren wieder abbrechen, steigt dadurch nicht. Informationsworkshops an Schulen, die eine vergleichsweise kostengünstige und einfach umzusetzende bildungspolitische Maßnahme sind, erweisen sich demnach als effektiv. Dementsprechend sollten sie von den Ländern, Kommunen und Schulen verstärkt in Betracht gezogen werden.

Frauke H. Peter

Wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Abteilung Bildung und Familie

C. Katharina Spieß

Abteilungsleiterin in der Abteilung Bildung und Familie

Themen: Familie, Bildung



JEL-Classification: I21;I24;J24
Keywords: college enrollment, study persistence, educational inequality, information deficit
DOI:
https://doi.org/10.18723/diw_wb:2018-26-1