Die Berufserfahrung in Vollzeit erklärt den Gender Pay Gap bei Führungskräften maßgeblich

DIW Wochenbericht 30/31 / 2018, S. 669-678

Elke Holst, Anne Marquardt

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Abstract

Frauen verdienen in Deutschland durchschnittlich immer noch weniger als Männer. Dies gilt auch und sogar verstärkt für Führungskräfte: Für den Zeitraum von 2010 bis 2016 ergibt sich für Vollzeitbeschäftigte in Führungspositionen ein durchschnittlicher Gender Pay Gap im Bruttostundenverdienst von 30 Prozent. Werden geschlechtsspezifische Unterschiede in relevanten Verdienstdeterminanten herausgerechnet, verbleibt eine Verdienstlücke von elf Prozent. Eine hohe Erklärungskraft für den Gender Pay Gap insgesamt hat mit sieben Prozent die Berufserfahrung in Vollzeitarbeit. Das zeigt die vorliegende Studie auf der Grundlage von Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP). Die Entlohnung von Führungskräften ist offenbar immer noch eng verknüpft mit dem Ideal der durchgängigen Vollzeitarbeit. Zur Reduzierung der Verdienstlücke sind politische Maßnahmen erforderlich, die den großen Unterschieden im Erwerbsumfang zwischen Frauen und Männern im Lebensverlauf entgegenwirken. Dazu ist auch ein Kulturwandel in den Unternehmen notwendig

Anne Marquardt

Studentische Hilfskraft in der Forschungsgruppe Gender Economics

Elke Holst

Leiterin in der Forschungsgruppe Gender Economics



JEL-Classification: J16;J31;J71;J78;K38;L22;M14;M51
Keywords: Gender Pay Gap, hourly wages, horizontal segregation, vertical segregation, leadership, management, ISCO-08 (1), chief executives, high leadership positions, economic sectors, equality, inequality, gender, women, men
DOI:
https://doi.org/10.18723/diw_wb:2018-30-3