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DIW Wochenbericht

40 / 2018 Folgen extremer Wetterereignisse hindern viele Kinder in der Mongolei am Schulbesuch Kati Krähnert, Valeria Groppo S. 857-864

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Abstract:

Mit fortschreitendem Klimawandel treten extreme Wetterereignisse immer häufiger auf. Darunter leiden vor allem Menschen in Entwicklungsländern. Dieser Bericht untersucht am Beispiel der Mongolei, wie extrem kalte und schneereiche Winter, die zu einer erhöhten Viehsterblichkeit führen und damit die finanzielle Lebensgrundlage vieler Haushalte bedrohen, den Erwerb von Schulbildung beeinträchtigen. Die Ergebnisse, die auf einer repräsentativen Haushaltsbefragung des DIW Berlin und des Statistikamtes der Mongolei beruhen, zeigen: Personen, die während ihres schulpflichtigen Alters einem Extremwinter ausgesetzt waren und in einem stark betroffenen Distrikt lebten, erreichten die gesetzlich vorgeschriebene Mindestschulzeit von neun Jahren mit einer um 20,1 bis 26,1 Prozentpunkte geringeren Wahrscheinlichkeit als gleichaltrige Kinder in nicht betroffenen Gebieten. Da Bildung wesentlich über das spätere Einkommen einer Person bestimmt, ist davon auszugehen, dass die extremen Wetterereignisse langfristige Folgen für die untersuchten Kinder haben. Die Politik vor Ort sollte daher – bestenfalls unterstützt durch internationale Entwicklungshilfe – Maßnahmen ergreifen, die es Haushalten in Not ermöglichen, ihre Kinder ohne Unterbrechung zur Schule zu schicken.

JEL-Classification:

I25;Q54;O12

Keywords:

Children, education, extreme weather events, Mongolia