EU-Zuwanderung hat das Wirtschaftswachstum in Deutschland erhöht

DIW Wochenbericht 44 / 2018, S. 955-963

Marius Clemens, Janine Hart

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Abstract

Die Zuwanderung nach Deutschland ist seit 2011 stark gestiegen, hauptsächlich durch Zuzüge von Bürgerinnen und Bürgern aus den in den Jahren 2004 und 2007 der EU beigetretenen Ländern und anderen Ländern des Euroraums. Der Abbau von Zuwanderungshindernissen und die konjunkturell bedingt gute Lage auf dem Arbeitsmarkt im Vergleich zu anderen europäischen Ländern sind die wesentlichen Gründe dafür. Modellsimulationen zeigen, dass die BIP-Wachstumsrate Deutschlands zwischen 2011 und 2016 ohne die EU-Zuwanderung um jahresdurchschnittlich rund 0,2 Prozentpunkte niedriger gewesen wäre. Es liegen aber weiterhin strukturelle Zuwanderungshindernisse vor. Auch könnte in Zukunft wegen der konjunkturellen Erholung und des demografischen Wandels in anderen EU-Ländern die Zuwanderung aus der EU nicht mehr so stark ausfallen wie bisher. Deshalb ist es wichtig, die Migrationsanreize zu stärken, unter anderem, indem Zuwanderer mehr Möglichkeiten bekommen, eine ihrer Qualifikation entsprechende Beschäftigung zu finden. Neben der EU-Zuwanderung kann es für die deutsche Wirtschaft zudem von Vorteil sein, den Arbeitsmarktzugang für Fachkräfte aus Drittstaaten zu erleichtern.

Marius Clemens

Wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung Konjunkturpolitik



JEL-Classification: E32;F22;F41
Keywords: Business Cycle, Migration, International Macroeconomics
DOI:
https://doi.org/10.18723/diw_wb:2018-44-1
Frei zugängliche Version: (econstor)
http://hdl.handle.net/10419/187694