Frauenanteile in Aufsichtsräten großer Unternehmen in Deutschland auf gutem Weg – Vorstände bleiben Männerdomänen

DIW Wochenbericht 3 / 2019, S. 19-34

Elke Holst, Katharina Wrohlich

get_appBeitrag (PDF  263 KB)

  • Frauenanteile in Aufsichtsräten großer Unternehmen in Deutschland sind 2018 weiter gestiegen, Dynamik in Vorständen vielerorts weitaus geringer
  • Geschlechterquote für Aufsichtsräte greift: Unternehmen mit Quotenbindung haben Kontrollgremium im Durchschnitt zu fast 33 Prozent mit Frauen besetzt
  • Allerdings erste Anzeichen, dass Unternehmen nicht mehr tun als nötig und Anstrengungen nach Erreichen der 30-Prozent-Marke zurückfahren
  • Zumindest kurzfristig keine Strahlkraft der Quote auf Vorstandsebene
  • Wollen Unternehmen verbindliche Quote für Vorstände vermeiden, müssen sie konsequent alle Hierarchieebenen auch unterhalb des Vorstands stärker mit Frauen besetzen

„Von einer Automatik, dass mehr Frauen im Aufsichtsrat mehr Frauen im Vorstand nach sich ziehen, kann zumindest kurzfristig nicht ausgegangen werden. Der Anteil der Vorständinnen ist in den Quotenunternehmen sogar geringer als in anderen Unternehmen.“ Elke Holst

Die seit 2016 geltende Geschlechterquote für Aufsichtsräte zeigt weiter ihre Wirkung: In den 200 umsatzstärksten Unternehmen in Deutschland ist der Frauenanteil in den Kontrollgremien im vergangenen Jahr um mehr als zwei Prozentpunkte auf knapp 27 Prozent gestiegen, in den 100 größten Unternehmen sogar um mehr als drei Prozentpunkte auf gut 28 Prozent. Es gibt jedoch auch erste Hinweise, dass die Unternehmen nicht mehr tun als nötig: So stagnierte der Frauenanteil in der Gruppe der 30 größten DAX-Unternehmen, in der viele das Minimum von 30 Prozent Frauen bereits erreicht haben, bei einem Drittel. Zudem zeigt sich immer mehr, dass von der Geschlechterquote zumindest kurzfristig nicht die erhoffte Strahlkraft auf die Vorstandsebene ausgeht. Auch wenn in den Top-100-Unternehmen erstmals die Zehn-Prozent-Marke geknackt wurde, vollzieht sich die Entwicklung weiterhin größtenteils auf niedrigem Niveau im Schneckentempo. Noch haben es die Unternehmen in der Hand, Forderungen nach verbindlichen Quoten auch für die Vorstände den Wind aus den Segeln zu nehmen. Dazu müssen sie jedoch möglichst schnell handeln und beispielsweise konsequent alle Hierarchieebenen, gerade auch unterhalb des Vorstands, stärker mit Frauen besetzen, um den Pool potentieller Vorständinnen zu vergrößern.

Das DIW Managerinnen-Barometer untersucht seit rund eineinhalb Jahrzehnten den Anteil von Frauen in Vorständen und Geschäftsführungen (nachfolgend Vorstände) sowie in Aufsichts- und Verwaltungsräten (nachfolgend Aufsichtsräte) der größten Unternehmen in Deutschland.infoZuletzt im Jahr 2018, vgl. Elke Holst und Katharina Wrohlich (2018): Spitzengremien großer Unternehmen: Geschlechterquote für Aufsichtsräte greift, in Vorständen herrscht beinahe Stillstand. DIW Wochenbericht Nr. 1+2, 3–17 (online verfügbar; abgerufen am 4. Januar 2019. Dies gilt auch für alle anderen Online-Quellen dieses Berichts, sofern nicht anders vermerkt). Das DIW Managerinnen-Barometer dokumentiert zudem, in welcher Zahl Frauen als Vorsitzende des Vorstands beziehungsweise als Vorstandssprecherinnen (nachfolgend Vorstandsvorsitzende)infoIn Aktiengesellschaften kann ein Aufsichtsrat einen Vorsitzenden des Vorstands ernennen (§ 84 Abs. 2 AktG), während ein Vorstand für sich selbst einen Vorstandssprecher beziehungsweise eine Vorstandssprecherin bestimmen kann. Während das Kollegialprinzip und die Stellung als Primus inter Pares sowohl für Vorstandsvorsitzende als auch für Vorstandssprecher gelten, ist die „Entscheidung für die Wahl eines Vorstandssprechers (anstelle der Ernennung eines Vorstandsvorsitzenden durch den Aufsichtsrat) ein Bekenntnis für die ausnahmslose Geltung des Kollegialprinzips, die Stellung des Vorstandssprechers als Primus inter Pares und damit gleichzeitig die Ablehnung einer sachlichen Führungsfunktion des Vorstandssprechers“. Im Gegensatz zu einem Vorstandsvorsitzenden stehen nämlich einem Vorstandssprecher Aufgaben der vorstandsinternen Überwachung und Koordination nicht zu. Vgl. Karsten Schmidt und Marcus Lutter (2015): Aktiengesetz: Kommentar. 3. Auflage, 1226f. und 1306–1308. sowie als Aufsichtsratsvorsitzende tätig sind. Diesem Bericht liegen Informationen über die größten 200 Unternehmen außerhalb des FinanzsektorsinfoDie Auswahl der 100 beziehungsweise 200 umsatzstärksten Unternehmen erfolgte auf Basis der Publikation „Die 100 größten Unternehmen“ der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (Beilage vom 4. Juli 2018). Die Liste der börsennotierten Unternehmen in den einzelnen DAX Gruppen wurde der Seite finanzen.net entnommen (online verfügbar; abgerufen am 13. November 2018). Die Liste der Unternehmen mit Bundesbeteiligung wird vom Bundesministerium der Finanzen herausgegeben (online verfügbar; abgerufen am 15. November 2018). Die Recherchen zur Besetzung der Spitzengremien der Unternehmen fanden im November und Dezember 2018 statt. Die Angaben beruhen auf den Selbstdarstellungen der Unternehmen im Internet, den Geschäftsberichten und Jahresabschlüssen 2017, den Veröffentlichungen im Bundesanzeiger sowie auf Anfragen der Autorinnen bei den Unternehmen. und über die seit 2016 der Geschlechterquote für Aufsichtsräte unterliegenden Unternehmen zugrunde. Zudem umfasst die Analyse die börsennotierten DAX-30-, MDAX-, SDAX- und TecDAX-UnternehmeninfoDie nach Marktkapitalisierung und Börsenumsätzen größten Unternehmen sind die DAX-30. Darauf folgen die MDAX-Unternehmen (Mid Caps) sowie die SDAX-Unternehmen (Small Caps). Die TecDAX-Unternehmen sind die größten Technologiewerte. Im DIW Managerinnen-Barometer wird der Anteil von Frauen in den Spitzengremien der DAX-30-Unternehmen seit 2008, der MDAX- und SDAX-Unternehmen seit 2011 und der TecDAX-Unternehmen seit 2013 untersucht. sowie 60 Beteiligungsunternehmen des Bundes.infoWir danken den studentischen Hilfskräften Paula Arndt, Denise Barth und Louisa Schmitt für ihre exzellente Unterstützung bei der Datenrecherche. Der Bericht schließt mit einem europäischen Vergleich zu den Frauenanteilen in Spitzengremien der jeweils größten Unternehmen des Landes.

Die Entwicklung des Frauenanteils in Vorständen und Aufsichtsräten der Finanz- und Versicherungsdienstleistungsbranche wird im zweiten Beitrag der vorliegenden Ausgabe des DIW Wochenberichts untersucht.infoVgl. dazu in dieser Ausgabe des DIW Wochenberichts Elke Holst und Katharina Wrohlich (2019): Frauen in Spitzengremien von Banken und Versicherungen: Dynamik kommt nun auch in Aufsichtsräten zum Erliegen. DIW Wochenbericht Nr. 3, 37–50. Diese Erhebung umfasst die 100 größten Banken und 60 größten Versicherungen in Deutschland und zieht Vergleiche zwischen öffentlich-rechtlichen, privaten und genossenschaftlichen Banken. Zusammengenommen zeigen die beiden Berichte im DIW Managerinnen-Barometer 2019 die Entwicklung des Frauenanteils in den Spitzengremien von über 500 Unternehmen in Deutschland.

Erstmals zehn Prozent Frauenanteil in Vorständen der größten 100 Unternehmen

In knapp 34 Prozent der 200 umsatzstärksten Unternehmen in Deutschland war Ende 2018 mindestens eine Frau im Vorstand vertreten. Der Frauenanteil an allen Vorstandsmitgliedern betrug neun Prozent und lag damit um knapp einen Prozentpunkt höher als im Jahr zuvor (Tabelle 1, Übersicht 1). Deutlich geringer war der Frauenanteil mit nur etwas mehr als vier Prozent unter den Vorstandsvorsitzenden – das entsprach sieben Frauen von insgesamt 171 Vorstandsvorsitzen.

Tabelle 1: Frauen in Vorständen und Aufsichtsräten der größten 200 Unternehmen¹ in Deutschland (ohne Finanzsektor)

Top-200-Unternehmen Top-100-Unternehmen
2006 2008 2011 2013 2015 2017 2018 2006 2008 2011 2013 2015 2017 2018
Vorstände/Geschäftsführungen
Unternehmen insgesamt 200 200 200 200 200 200 200 100 100 100 100 100 100 100
Mit Angaben zur Zusammensetzung 195 191 197 195 197 197 192 97 96 100 97 98 98 97
Mit Frauen im Vorstand 9 17 22 35 51 62 65 1 3 11 19 22 38 41
Anteil in Prozent 4,6 8,9 11,2 17,9 25,9 31,5 33,9 1,0 3,1 11,0 19,6 22,4 38,8 42,3
Mitglieder insgesamt 953 934 942 906 910 956 887 531 526 533 484 489 511 488
Männer 942 911 914 866 853 879 807 530 519 520 461 463 467 439
Frauen 11 23 28 40 57 77 80 1 7 13 23 26 44 49
Anteil der Frauen in Prozent 1,2 2,5 3,0 4,4 6,3 8,1 9,0 0,2 1,3 2,4 4,8 5,3 8,6 10,0
Vorsitze insgesamt 195 191 198 194 180 177 171 97 96 100 97 92 85 89
Männer 195 190 197 190 177 171 164 97 96 100 96 92 85 88
Frauen 0 1 1 4 3 6 7 0 0 0 1 0 0 1
Anteil der Frauen in Prozent 0 0,5 0,5 2,1 1,7 3,4 4,1 0 0 0 1,0 0 0 1,1
Aufsichts-/Verwaltungsräte
Unternehmen insgesamt 200 200 200 200 200 200 200 100 100 100 100 100 100 100
Mit Angaben zur Zusammensetzung 170 168 163 157 158 145 152 87 88 90 86 82 74 82
Mit Frauen im Aufsichtsrat 110 124 118 123 137 134 136 65 68 68 71 75 71 77
Anteil in Prozent 64,7 73,8 72,4 78,3 86,7 92,4 89,5 74,7 77,3 75,6 82,6 91,5 95,9 93,9
Mitglieder insgesamt 2500 2466 2268 2159 2202 2080 2071 1389 1385 1326 1231 1224 1160 1266
Männer 2304 2236 1999 1834 1768 1569 1514 1270 1249 1178 1044 976 867 906
Frauen 196 230 269 325 434 511 557 119 136 148 187 248 293 360
Anteil der Frauen in Prozent 7,8 9,3 11,9 15,1 19,7 24,6 26,9 8,6 9,8 11,2 15,2 20,3 25,3 28,4
Vorsitze insgesamt 170 168 167 160 158 145 153 87 88 91 87 82 74 83
Männer 167 166 164 156 154 143 148 85 86 88 83 80 73 80
Frauen 3 2 3 4 4 2 5 2 2 3 3 2 1 3
Anteil der Frauen in Prozent 1,8 1,2 1,8 2,5 2,5 1,4 3,3 2,3 2,3 3,3 3,4 2,4 1,4 3,6
Unternehmen mit Angaben zur Arbeitnehmervertretung 123 129 105 83 126 118 116 81 66 62 46 68 65 69
Mitglieder insgesamt 2206 1910 1567 1291 1959 1854 1773 602 1035 912 748 1100 1085 1144
Männer 2023 1742 1391 1088 1557 1387 1283 487 940 824 640 870 809 813
Frauen 183 168 176 203 402 467 490 115 95 88 108 230 276 331
Arbeitnehmervertreterinnen 139 125 119 110 224 240 254 84 69 65 61 128 140 171
Anteil an den Frauen insgesamt in Prozent 76,0 74,4 67,6 54,2 55,7 51,4 51,8 73,0 72,6 73,9 56,5 55,7 50,7 51,7

1 Jeweils am Jahresende. Nur Unternehmen, die Angaben zur Zusammensetzung der jeweiligen Spitzengremien machen.

Quelle: Eigene Erhebungen und Berechnungen.

Übersicht 1: Vorständinnen in Deutschland Ende 2018

100 größte Wirtschaftsunternehmen (ohne Finanzsektor)1
Rang (Unternehmensgröße) Unternehmen Name
1 Volkswagen AG Hiltrud Dorothea Werner
2 Daimler AG Renata Jungo Brüngger, Britta Seeger
3 BMW Group Milagros Caiña Carreiro-Andree
6 Siemens AG Lisa Davis, Janina Kugel
8 Deutsche Telekom AG Claudia Nemat
10 BASF SE Saori Dubourg
11 Deutsche Post AG Melanie Kreis
15 Continental AG Dr. Ariane Reinhart
16 Deutsche Bahn AG Dr. Sabina Jeschke
19 Innogy SE Hildegard Müller
22 ZF Friedrichshafen AG Sabine Jaskula
23 Lufthansa Group Dr. Bettina Volkens
25 Fresenius SE & Co. KGaA Rachel Empey
26 BP Europa SE Dr. Hildegard Bison, Claudia Joost
29 Daimler Financial Services Yvonne Rosslenbroich
31 SAP SE Adaire Fox-Martin, Jennifer Morgan
37 Adidas AG Karen Parkin
39 Henkel Ag & Co KGaA Kathrin Menges
40 Shell Deutschland Oil GmbH Marion Bönsch
41 TUI AG Birgit Conix, Dr. Elke Eller
42 Tennet TSO GmbH Manon van Beek2
44 Volkswagen Financial Services AG Christiane Hesse
45 Fresenius Medical Care AG Katarzyna Mazur-Hofsaess
47 Bertelsmann SE & Co. KGaA Anke Schäferkordt
51 Volkswagen Leasing GmbH Silke Finger
52 Merck KGaA Belén Garijo
54 Evonik Industries AG Ute Wolf
57 Schaeffler AG Corinna Schittenhelm
59 Otto Group Petra Scharner-Wolff
64 Vattenfall Deutschland Gabriele Ehrlich
72 Vodafone GmbH Anna Dimitrova, Bettina Karsch
73 dm-drogerie markt Gruppe Kerstin Erbe
80 ExxonMobil Central Europe Holding GmbH Dr. Annette Flormann-Pfaff
83 Dirk Rossmann GmbH Alice Schardt-Roßmann
86 HELIOS Kliniken Gruppe Karin Gräppi
87 EWE AG Marion Rövekamp
88 Benteler Gruppe Isabel Diaz Rohr
89 Kion Group AG Anke Groth, Susanna Schneeberger
93 Telefónica Deutschland Holding AG Valentina Daiber, Nicole Gerhardt
95 Opel Automobile GmbH Anke Felder
99 Beiersdorf AG Dessi Temperley
101–200 größte Wirtschaftsunternehmen (ohne Finanzsektor)1
Rang (Unternehmensgröße) Unternehmen Name
103 Deutsche Leasing Gruppe Sonja Kardorf
104 B. Braun Melsungen AG Dr. Annette Beller, Anna-Maria Braun
106 Hella GmbH & Co. KGaA Dr. Nicole Schneider
107 Roche Deutschland Holding GmbH Claudia Böckstiegel, Dr. Ursula Redeker
108 Agravis Raiffeisen AG Friederike Brocks
112 Noweda-Gruppe Dr. Sabrina Schröder
134 Sanofi-Aventis Deutschland GmbH Evelyne Freitag, Martina Ochel
136 Gea Group AG Martine Snels
139 Sanacorp Pharmahandel GmbH Karin Kaufmann
149 ProSiebenSat.1 Group Sabine Eckhardt
151 Alliance Healthcare Deutschland AG Aline Seifert
154 Mann + Hummel Gruppe Emese Weissenbacher2
159 Novartis Deutschland GmbH Dr. Sidonie Roswitha Golombowski-Daffner2, Ester Banque
169 Vonovia SE Helene von Roeder
171 Axel Springer SE Dr. Stephanie Caspar
179 Wilh.Werhahn KG Kathrin Dahnke
181 Also Deutschland GmbH Simone Blome-Schwitzki2
184 Hewlett-Packard GmbH Cathie Lesjak, Kim Rivera
185 Tchibo GmbH Ines von Jagemann
188 McDonald‘s Deutschland Sandra Mühlhause, Susan Schramm
191 Nestlé Deutschland Béatrice Guillaume-Grabisch2
194 Tech Data GmbH & Co. oHG Barbara Koch, Dorothee Stolzenberg
197 Trumpf Gruppe Dr. Nicola Leibinger-Kammüller2
199 FTI Group Roula Jouny2

1 Nur Unternehmen, die Angaben zur Zusammensetzung der jeweiligen Spitzengremien machen.

2 Vorstandsvorsitzende.

Quelle: Eigene Erhebungen.

In den umsatzstärksten 100 Unternehmen sieht es etwas besser aus als im Durchschnitt der Top-200-Gruppe: Gut 42 Prozent der Top-100-Unternehmen hatten Ende 2018 mindestens eine Frau in ihrem Vorstand (2017: knapp 39 Prozent), der Frauenanteil lag erstmals bei zehn Prozent und damit fast anderthalb Prozentpunkte höher als im vorangegangenen Jahr. Die Vorstandsvorsitze wurden jedoch zu fast 99 Prozent von Männern eingenommen.

Auch in den Aufsichtsräten sind die Frauenanteile gestiegen: In den Top-200-Unternehmen zuletzt um gut zwei Prozentpunkte auf knapp 27 Prozent, in den Top-100-Unternehmen sogar um rund drei Prozentpunkte auf über 28 Prozent. Vorsitze hatten hingegen, ähnlich wie in den Vorständen, fast ausschließlich Männer inne.infoDie fünf Frauen auf Aufsichtsratssitzen in dieser Unternehmensgruppe sind Dr. Elke Simon (Boehringer Ingelheim), Dr. Simone Bagel-Trah (Henkel AG & Co. KGaA), Laura Abasolo García de Baquedano (Telefónica Deutschland Holding AG), Cathrina Claas-Mühlhäuser (Claas KGaA mbH) und Patrycja Klarecka (Orlen Deutschland).

Stellte die Arbeitnehmerseite vor zehn Jahren noch drei Viertel aller Aufsichtsrätinnen, hat die Kapitalseite in den vergangenen Jahren aufgeholt. Seit 2016 ist die Aufteilung nahezu ausgeglichen – Ende 2018 lag die Arbeitnehmerseite mit einem Anteil von knapp 52 Prozent leicht vorne.

Börsennotierte Unternehmen: Zehn-Prozent-Marke in Vorständen insgesamt noch nicht in Sicht

In den Vorständen der untersuchten börsennotierten Unternehmen (DAX-30, MDAX, SDAX und TecDAXinfoDie Zusammensetzung und die Definition der DAX-Indizes wurden im September 2018 verändert. Zum einen wurden die Gruppen der MDAX- und SDAX-Unternehmen vergrößert. Im MDAX werden nun 60 statt 50 Unternehmen gelistet, im SDAX 70 statt bisher 50. Zum zweiten können nun alle TecDAX-Unternehmen (zusätzlich zu ihrer Listung im TecDAX) auch im DAX-30, MDAX oder SDAX gelistet sein. Vgl. Georg Buschmann (2018): So sieht der neue Dax aus. Wirtschaftswoche Online vom 6. September (online verfügbar).) betrug der Frauenanteil im Jahr 2018 im Durchschnitt gut acht Prozent (Tabelle 2, Übersicht 2). Der Anteil der einem Vorstand vorsitzenden Frauen verringerte sich im Vergleich zum Vorjahr geringfügig und lag 2018 bei knapp drei Prozent.

Tabelle 2: Frauen in Vorständen und Aufsichtsräten ausgewählter börsennotierter Unternehmen¹ in Deutschland

Unterliegen der Geschlechterquote im Aufsichtsrat2 Durchschnitt DAX-Gruppen
2016 2017 2018 20113 20123 2013 2014 2015 2016 2017 2018
Vorstände/Geschäftsführungen
Unternehmen insgesamt 106 105 104 130 130 160 160 160 160 160 160
Mit Angaben zur Zusammensetzung 106 105 104 130 130 160 160 160 160 160 160
Mit Frauen im Vorstand 26 33 34 17 29 37 31 35 37 43 51
Anteil in Prozent 24,5 31,4 32,7 13,1 22,3 23,1 19,4 21,9 23,1 26,9 31,9
Mitglieder insgesamt 447 495 483 569 567 681 630 658 686 697 709
Männer 446 456 442 549 535 639 596 620 640 647 651
Frauen 31 39 41 20 32 42 34 38 46 50 58
Anteil der Frauen in Prozent 6,5 7,9 8,5 3,5 5,6 6,2 5,4 5,8 6,7 7,2 8,2
Vorsitze insgesamt 103 104 104 130 130 160 157 158 157 155 153
Männer 102 101 102 129 129 159 157 158 156 150 149
Frauen 1 3 2 1 1 1 0 0 1 5 4
Anteil der Frauen in Prozent 1,0 2,9 1,9 0,8 0,8 0,6 0 0 0,6 3,2 2,7
Aufsichts-/Verwaltungsräte
Unternehmen insgesamt 106 105 104 130 130 160 160 160 160 160 160
Mit Angaben zur Zusammensetzung 105 105 104 130 130 160 160 158 159 160 160
Mit Frauen im Aufsichtsrat 105 105 104 82 91 119 121 130 134 137 140
Anteil in Prozent 100 100 100 63,1 70,0 74,4 75,6 81,3 83,8 85,6 87,5
Mitglieder insgesamt 1562 1597 1511 1406 1434 1668 1661 1653 1698 1761 1709
Männer 1134 1116 1016 1228 1216 1384 1346 1284 1261 1284 1195
Frauen 428 481 495 178 218 286 315 369 437 477 514
Anteil der Frauen in Prozent 27,4 30,1 32,8 12,7 15,2 17,1 19,0 22,3 25,7 27,1 30,1
Vorsitze insgesamt 104 105 104 130 130 158 158 158 157 160 160
Männer 100 101 100 129 129 154 153 152 152 155 151
Frauen 4 4 4 1 1 4 5 6 5 5 9
Anteil der Frauen in Prozent 3,8 3,8 3,8 0,8 0,8 2,5 3,2 3,8 3,2 3,1 5,6
Unternehmen mit Angaben zur Arbeitnehmervertretung 101 104 102 100 87 72 94 98 96 98 95
Mitglieder insgesamt 1520 1573 1502 1074 911 891 1263 1284 1292 1360 1308
Männer 1103 1101 1009 952 783 727 999 973 924 955 877
Frauen 417 472 493 122 128 164 264 311 368 405 431
Arbeitnehmervertreterinnen 222 249 255 90 85 101 148 167 192 205 219
Anteil an den Frauen insgesamt in Prozent 53,2 52,8 51,7 73,8 66,4 61,6 56,1 53,7 52,2 50,6 50,8

1 Jeweils am Jahresende.

2 Unternehmen laut Women on Board Index 2018 von FidAR.

3 Berechnungen ohne TecDAX-Unternehmen.

Quelle: Eigene Erhebungen und Berechnungen.

Übersicht 2: Frauen in Vorständen börsennotierter Unternehmen1 in Deutschland Ende 2018

Unternehmen Name Quote AR
DAX-30
Adidas AG Karen Parkin ja
ALLIANZ SE Dr. Helga Jung, Jacqueline Hunt ja
BASF SE Saori Dubourg ja
Beiersdorf AG Dessi Temperley ja
BMW Group Milagros Caiña Carreiro-Andree ja
Continental AG Dr. Ariane Reinhart
Daimler AG Renata Jungo Brüngger, Britta Seeger ja
Deutsche Bank AG Sylvie Matherat ja
Deutsche Börse AG Hauke Stars
Deutsche Post AG Melanie Kreis ja
Deutsche Telekom AG Claudia Nemat ja
Fresenius Medical Care AG Katarzyna Mazur-Hofsaess
Fresenius SE & Co. KGaA Rachel Empey ja
Henkel AG & Co. KGaA Kathrin Menges ja
Lufthansa Group Dr. Bettina Volkens
Merck KGaA Belén Garijo ja
Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft AG Dr. Doris Höpke ja
SAP SE Adaire Fox-Martin, Jennifer Morgan ja
Siemens AG Lisa Davis, Janina Kugel ja
Volkswagen AG Hiltrud Dorothea Werner ja
Vonovia SE Helene von Roeder
Wirecard AG Susanne Steidl 
MDAX
Aareal Bank AG Dagmar Knopek, Christiane Kunisch-Wolff
Airbus SE Grazia Vittadini
Axel Springer SE Dr. Stephanie Caspar
Commerzbank AG Dr. Betina Orlopp ja
Evonik Industries AG Ute Wolf ja
Fraport AG Anke Giesen ja
FUCHS PETROLUB AG Dagmar Steinert
Gea Group AG Martine Snels ja
Hella GmbH & Co. KGaA Dr. Nicole Schneider ja
Innogy SE Hildegard Müller ja
Kion Group AG Anke Groth, Susanna Schneeberger ja
ProSiebenSat.1 Group Sabine Eckhardt
QIAGEN GmbH Dr. Annette Koch
Schaeffler AG Corinna Schittenhelm ja
TAG Immobilien AG Claudia Hoyer
Telefónica Deutschland Holding AG Valentina Daiber, Nicole Gerhardt ja
SDAX
Deutsche Beteiligungs AG Susanne Zeidler
Dialog Semiconductor Julie Pope
DIC Asset AG Sonja Wärntges2
DWS AG Claire Peel
GRENKE AG Antje Leminsky2
HHLA AG Angela Titzrath2 ja
KWS SAAT AG Eva Kienle
Medigene AG Dr. Dolores Schendel2
PATRIZIA Immobilien AG Anne Kavanagh
Pfeiffer Vacuum AG Nathalie Benedikt
SHOP APOTHEKE EUROPE Theresa Holler
WASHTEC AG Karoline Kalb
ZOOPLUS AG Andrea Skersies
TecDAX
Deutsche Telekom AG Claudia Nemat ja
Dialog Semiconductor Julie Pope
Pfeiffer Vacuum AG Nathalie Benedikt
QIAGEN GmbH Dr. Annette Koch
SAP SE Adaire Fox-Martin, Jennifer Morgan ja
Telefónica Deutschland Holding AG Valentina Daiber, Nicole Gerhardt ja
Wirecard AG Susanne Steidl 
Weitere der Quote unterliegende Unternehmen
BREMER LAGERHAUS-GESELLSCHAFT Andrea Eck ja
HSBC Trinkaus & Burkhardt AG Carola Gräfin von Schmettow2 ja
Mainova AG Diana Rauhut ja
Oldenburgische Landesbank AG Karin Katerbau ja
TUI AG Birgit Conix, Dr. Elke Eller ja
üstra Hannoversche Verkehrsbetriebe Denise Hain ja
HORNBACH Baumarkt AG Susanne Jäger ja

1 Nur Unternehmen, die Angaben zur Zusammensetzung der jeweiligen Spitzengremien machen.

2 Vorstandsvorsitzende.

Quelle: Eigene Erhebungen.

Im Vergleich zu den Vorständen war die Entwicklung in den Aufsichtsräten im Durchschnitt der untersuchten DAX-Gruppen geradezu dynamisch: Der Frauenanteil wuchs 2018 um drei Prozentpunkte auf etwas mehr als 30 Prozent und lag damit erneut höher als in der Gruppe der Top-100- und der Top-200-Unternehmen. Der Anteil der Frauen als Aufsichtsratsvorsitzende nahm erstmals etwas stärker zu, um zweieinhalb Prozentpunkte auf rund sechs Prozent beziehungsweise neun Frauen.infoDAX-30: Dr. Simone Bagel-Trah (Henkel AG & Co. KGaA), MDAX: Laura Abasolo García de Baquedano (Telefónica Deutschland Holding AG) (TecDax), Marija Korsch (Aareal Bank AG), SDAX: Bärbel Schomberg (HAMBORNER REIT AG), Susanne Klatten (SGL CARBON), Heather Joan Graham (Steinhoff), Martina Merz (SAF HOLLAND S.A.), Sandy Möser (RIB Software AG) und Ayla Busch (Pfeiffer Vacuum AG).

Große Diskrepanz beim Anteil der Vorständinnen zwischen den DAX-Gruppen

In allen Unternehmensgruppen hat sich der Anteil der Unternehmen, die mindestens eine Frau im Vorstand haben, im vergangenen Jahr erhöht – jedoch ausgehend von ganz unterschiedlichen Niveaus. Bei den DAX-30-Unternehmen war dieser Anteil mit gut 73 Prozent am höchsten, in den SDAX-Unternehmen mit knapp 19 Prozent am geringsten (Tabelle 3).

Tabelle 3: Frauen in Vorständen und Aufsichtsräten der DAX-Unternehmensgruppen¹

DAX-30 MDAX SDAX TecDAX
2008 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2011 2013 2015 2017 2018 2011 2013 2015 2017 2018 2013 2015 2017 2018
Vorstände/Geschäftsführungen
Unternehmen insgesamt 30 30 30 30 30 30 30 30 30 50 50 50 50 60 50 50 50 50 70 30 30 30 30
Mit Angaben zur Zusammensetzung 30 30 30 30 30 30 30 30 30 50 50 50 50 60 50 50 50 50 70 30 30 30 30
Mit Frauen im Vorstand 1 6 13 10 12 16 17 21 22 5 8 5 8 16 6 11 11 9 13 8 3 5 7
Anteil in Prozent 3,3 20,0 43,3 33,3 40,0 53,3 56,7 70,0 73,3 10,0 16,0 10,0 16,0 26,7 12,0 22,0 22,0 18,0 18,6 26,7 10,0 16,7 23,3
Mitglieder insgesamt 183 188 193 191 188 197 195 200 189 213 213 195 208 253 168 170 165 172 267 107 101 117 139
Männer 182 181 178 179 174 178 173 174 163 208 205 190 199 234 160 157 154 163 254 98 98 111 130
Frauen 1 7 15 12 14 19 22 26 26 5 8 5 9 19 8 13 11 9 13 9 3 6 9
Anteil der Frauen in Prozent 0,5 3,7 7,8 6,3 7,4 9,6 11,3 13,0 13,8 2,3 3,8 2,6 4,3 7,5 4,8 7,6 6,7 5,2 4,9 8,4 3,0 5,1 6,5
Vorsitze insgesamt 30 30 30 30 30 30 30 30 30 50 50 48 48 58 50 50 50 48 65 30 30 29 29
Männer 30 30 30 30 30 30 30 30 30 50 49 48 47 58 49 50 50 46 61 30 30 27 29
Frauen 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 1 0 1 0 1 0 0 2 4 0 0 2 0
Anteil der Frauen in Prozent 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 2,0 0 2,1 0 2,0 0 0 4,2 6,2 0 0 6,9 0
Aufsichts-/Verwaltungsräte
Unternehmen insgesamt 30 30 30 30 30 30 30 30 30 50 50 50 50 60 50 50 50 50 70 30 30 30 30
Mit Angaben zur Zusammensetzung 30 30 30 30 30 30 30 30 30 50 50 50 50 60 50 50 49 50 70 30 29 30 30
Mit Frauen im Aufsichtsrat 27 26 28 28 28 28 30 30 30 35 45 46 47 56 21 27 33 35 54 19 23 25 27
Anteil in Prozent 90,0 86,7 93,3 93,3 93,3 93,3 100 100 100 70,0 90,0 92,0 94,0 93,3 42,0 54,0 67,3 70,0 77,1 63,3 79,3 83,3 90,0
Mitglieder insgesamt 527 479 494 489 490 488 490 490 478 581 584 599 631 650 346 388 365 399 581 207 201 241 259
Männer 458 404 398 384 369 357 342 327 319 515 489 472 461 451 309 337 302 309 425 174 153 187 183
Frauen 69 75 96 107 121 131 148 163 159 66 95 127 170 199 37 51 63 90 156 33 48 54 76
Anteil der Frauen in Prozent 13,1 15,7 19,4 21,9 24,7 26,8 30,2 33,3 33,3 11,4 16,3 21,2 26,9 30,6 10,7 13,1 17,3 22,6 26,9 15,9 23,9 22,4 29,3
Vorsitze insgesamt kA 30 30 30 30 30 30 30 30 50 48 50 50 60 50 50 49 50 70 30 29 30 30
Männer kA 29 29 29 29 29 29 29 29 50 46 48 49 58 50 50 48 49 64 29 27 28 27
Frauen kA 1 1 1 1 1 1 1 1 0 2 2 1 2 0 0 1 1 6 1 2 2 3
Anteil der Frauen in Prozent kA 3,3 3,3 3,3 3,3 3,3 3,3 3,3 3,3 0 4,2 4,0 2,0 3,3 0 0 2,0 2,0 8,6 3,3 6,9 6,7 10,0
Unternehmen mit Angaben zur Arbeitnehmervertretung 24 24 20 23 29 28 27 27 27 35 25 37 38 38 41 17 21 23 30 7 12 10 14
Mitglieder insgesamt 423 395 322 310 484 470 463 464 455 397 331 498 542 506 282 172 198 242 347 78 118 112 166
Männer 367 334 259 250 363 342 324 310 304 358 279 389 393 341 260 146 155 169 232 62 87 83 110
Frauen 56 61 63 70 121 128 139 154 151 39 52 109 149 165 22 26 43 73 115 16 31 29 56
Arbeitnehmervertreterinnen 41 43 40 40 66 70 74 79 80 28 33 57 78 82 19 17 22 35 57 11 18 13 28
Anteil an den Frauen insgesamt in Prozent 73,2 70,5 63,5 57,1 54,5 54,7 53,2 51,3 53,0 71,8 63,5 52,3 52,3 49,7 86,4 65,4 51,2 47,9 49,6 68,8 58,1 44,8 50,0

1 Jeweils am Jahresende.

Quelle: Eigene Erhebungen und Berechnungen.

Der durchschnittliche Frauenanteil in den Vorständen war noch weitaus geringer. Auch hier lagen die im Fokus der Öffentlichkeit stehenden DAX-30-Unternehmen Ende des vergangenen Jahres mit fast 14 Prozent – knapp ein Prozentpunkt mehr als im vorangegangenen Jahr – vorne. Ein stärkerer Anstieg konnte mit über drei Prozentpunkten auf rund acht Prozent bei den MDAX-Unternehmen beobachtet werden. Diese Gruppe verbesserte sich damit vom letzten auf den zweiten Platz. Dahinter folgten die TecDAX-Unternehmen, deren Frauenanteil in Vorständen bis Ende 2018 auf 6,5 Prozent stieg. Das Schlusslicht bildeten wiederum die SDAX-Unternehmen, bei denen der Frauenanteil in Vorständen im Vergleich zu 2017 bei etwa fünf Prozent stagnierte und damit auf dem Niveau des Ausgangsjahres 2011 lag. Zwischenzeitlich war dieser Anteil nur geringfügig höher.

In keinem der DAX-30-Unternehmen stand Ende 2018 eine Frau an der Spitze des Vorstands. Dies trifft auch auf die MDAX- und TecDAX-Unternehmen zu. An dieser Stelle konnten – ausnahmsweise – die SDAX-Unternehmen punkten: Die Zahl der Frauen als Vorstandsvorsitzende erhöhte sich in dieser Gruppe um zwei auf vier, was einem Anteil von gut sechs Prozent entsprach.

Anteil der Aufsichtsrätinnen stagniert in der DAX-30-Gruppe bei einem Drittel

Auch in den Aufsichtsräten erreichten die DAX-30-Unternehmen, wie in den vergangenen Jahren, den höchsten Frauenanteil aller DAX-Gruppen. Die 30-Prozent-Marke wurde bereits im Jahr 2016 (im Jahr der Einführung der festen Geschlechterquote für börsennotierte und paritätisch mitbestimmte Unternehmen) erreicht, im Jahr 2017 betrug der Frauenanteil exakt ein Drittel, wie auch Ende 2018. Diese Stagnation unterstreicht das Ergebnis einer Analyse aus dem Managerinnen-Barometer 2018, derzufolge offenbar viele Unternehmen ihre Bemühungen, Frauen für die Aufsichtsgremien zu gewinnen, nach Erreichen des gesetzlich vorgegebenen Frauenanteils in Aufsichtsräten wieder zurückfahren oder gar ganz einstellen.infoVgl. Holst und Wrohlich (2018), a.a.O.

Bei allen anderen DAX-Gruppen stieg der Anteil der Aufsichtsrätinnen, allerdings ausgehend von einem geringeren Niveau als bei den DAX-30-Unternehmen: Den größten Sprung machten die TecDAX-Unternehmen mit einem Plus von fast sieben Prozentpunkten auf gut 29 Prozent. In den SDAX-Unternehmen ging es um gut vier Prozentpunkte auf einen Anteil von fast 27 Prozent nach oben. Die MDAX-Gruppe überschritt mit einem Zuwachs von fast vier Prozentpunkten sogar erstmals die 30-Prozent-Marke und kam auf einen Frauenanteil in den Aufsichtsräten von rund 31 Prozent. Während in der DAX-30-Gruppe seit 2016 in allen Unternehmen mindestens eine Frau im Aufsichtsrat vertreten ist, waren 2018 in den SDAX-Unternehmen immer noch fast 23 Prozent der Aufsichtsräte rein männlich besetzt; in der TecDAX-Gruppe waren es zehn Prozent und unter den MDAX-Unternehmen knapp sieben Prozent.

In den DAX-30-Unternehmen gab es auch im Jahr 2018 nur eine einzige Aufsichtsratsvorsitzende.infoDr. Simone Bagel-Trah (Henkel AG & Co. KGaA). In allen anderen DAX-Gruppen kam mindestens eine Vorsitzende hinzu – in der SDAX-Gruppe waren es sogar fünf Frauen mehr als im Jahr zuvor, die einem Kontrollgremium vorstanden. Der entsprechende Anteil von fast neun Prozent wurde nur von den TecDAX-Unternehmen übertroffen: Dort gab es in jedem zehnten Unternehmen eine Aufsichtsratsvorsitzende.

Grundsätzlich ist in diesem Abschnitt zu beachten, dass im September 2018 die Zahl der MDAX-Unternehmen um zehn auf 60 und die Zahl der SDAX-Unternehmen um 20 auf 70 gestiegen ist.infoVgl. Fußnote 8. Seitdem können TecDAX-Unternehmen gleichzeitig auch in den anderen DAX-Gruppen vertreten sein und umgekehrt. Das bedeutet zum Beispiel, dass einige DAX-30-Unternehmen nun auch im TecDAX gelistet sind. Die Gesamtzahl aller DAX-Unternehmen ist mit 160 jedoch unverändert geblieben.

Beteiligungsunternehmen des Bundes: Frauenanteil in Vorständen sinkt

Beteiligungsunternehmen des Bundes sind aufgrund ihrer teilweise geringen Größe nur begrenzt vergleichbar mit den anderen untersuchten Unternehmensgruppen. Zudem sind im Unterschied zur Privatwirtschaft Aufsichtsratssitze in öffentlichen Unternehmen oftmals an eine Führungsposition in der öffentlichen Verwaltung oder an politische Mandate gekoppelt. Durch diese funktionsgebundene Gremienbesetzung wird der Frauenanteil in den Aufsichtsräten der öffentlichen Unternehmen vom Frauenanteil in den höheren Ebenen der öffentlichen Verwaltung und von politischen Ämtern beeinflusst.infoVgl. Daniela Arregui Coka, Ronny Freier und Johanna Mollerstrom (2017): Genderparität in der deutschen Politik: Weitere Bemühungen nötig. DIW Wochenbericht Nr. 37, 763–771 (online verfügbar).

Nachdem der Frauenanteil in den Vorständen der Unternehmen mit Bundesbeteiligung in den Jahren 2010 bis 2017 kontinuierlich von fast sieben auf knapp 18 Prozent gestiegen war, stellte das Jahr 2018 eine Zäsur dar: Der Frauenanteil ging um fast vier Prozentpunkte auf 14 Prozent zurück (Tabelle 4, Übersicht 3). Immerhin stieg die Zahl der Frauen, die einen Vorstandsvorsitz innehaben, von fünf auf sieben, was einem Anteil von rund 16 Prozent entspricht.

Tabelle 4: Frauen in Vorständen und Aufsichtsräten der Beteiligungsunternehmen¹ des Bundes

2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018
Vorstände/Geschäftsführungen
Unternehmen insgesamt 61 60 60 60 60 61 59 61 60
Mit Angaben zur Zusammensetzung 60 60 60 60 60 61 59 60 60
Mit Frauen im Vorstand 9 10 12 14 17 20 20 22 20
Anteil in Prozent 15,0 16,7 20,0 23,3 28,3 32,8 33,9 36,7 33,3
Mitglieder insgesamt 152 147 143 143 135 144 142 140 150
Männer 142 135 127 125 115 122 120 115 129
Frauen 10 12 16 18 20 22 22 25 21
Anteil der Frauen in Prozent 6,6 8,2 11,2 12,6 14,8 15,3 15,5 17,9 14,0
Vorsitze insgesamt 54 55 57 56 52 37 42 41 45
Männer 51 52 51 51 47 33 35 36 38
Frauen 3 3 6 5 5 4 7 5 7
Anteil der Frauen in Prozent 5,6 5,5 10,5 8,9 9,6 10,8 16,7 12,2 15,6
Aufsichts-/Verwaltungsräte
Unternehmen insgesamt 61 60 60 60 60 61 59 61 60
Mit Angaben zur Zusammensetzung 54 55 54 51 54 55 50 51 55
Mit Frauen im Aufsichtsrat 46 42 43 41 50 53 48 50 55
Anteil in Prozent 85,2 76,4 79,6 80,4 92,6 96,4 81,4 98,0 100
Mitglieder insgesamt 577 587 579 553 602 595 554 530 577
Männer 472 483 464 453 459 431 393 368 380
Frauen 105 104 115 100 142 164 161 162 197
Anteil der Frauen in Prozent 18,2 17,7 19,9 18,1 23,6 27,6 29,1 30,6 34,1
Vorsitze insgesamt 53 53 53 47 49 55 50 51 56
Männer 45 45 42 39 40 48 44 41 46
Frauen 8 8 11 8 9 7 6 10 10
Anteil der Frauen in Prozent 15,1 15,1 20,8 17,0 18,4 12,7 12,0 19,6 17,9

1 Nur Unternehmen, die Angaben zur Zusammensetzung der jeweiligen Spitzengremien machen beziehungsweise einen Aufsichtsrat besitzen.

Quelle: Eigene Erhebungen und Berechnungen.

Übersicht 3: Frauen als Aufsichtsratsvorsitzende in Unternehmen mit Bundesbeteiligung1

Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS) gGmbH Rita Schwarzelühr-Sutter Parlamentarische Staatssekretärin, Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU)
Helmholtz Zentrum München Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt GmbH Petra Steiner-Hoffmann Ministerialdirektorin, Abteilungsleiterin Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
Bayreuther Festspiele GmbH Brigitte Merk-Erbe Oberbürgermeisterin der Stadt Bayreuth
Zentrale Stelle zur Abrechnung von Arzneimittelrabatten Dr. Birgit König Vorsitzende des Vorstandes der Allianz Private Krankenversicherungs-AG
NOW GmbH Nationale Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie Dr. Julia Reuss Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI)
DFS Deutsche Flugsicherung GmbH Dr. Martina Hinricher Ministerialdirektorin, Leiterin der Zentralabteilung des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI)
FernleitungsBetriebsgesellschaft mbH Imke von Bornstaedt-Küpper Ministerialrätin, Referatsleiterin im Bundesministerium der Verteidigung
Kulturveranstaltungen des Bundes in Berlin GmbH Monika Grütters Staatsministerin, Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien
Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung GmbH Dr. Veronika von Messling Ministerialdirektorin, Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
Transit-Film-Gesellschaft mbH Ulrike Schauz Ministerialrätin, Referatsleiterin der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien

1 Stand November 2018.

Quelle: Eigene Erhebungen.

In den Aufsichtsräten setzte sich die positive Entwicklung fort. Mittlerweile haben alle untersuchten Beteiligungsunternehmen des Bundes mindestens eine Frau in ihrem Kontrollgremium. Der durchschnittliche Frauenanteil in den Aufsichtsräten lag Ende 2018 mit gut 34 Prozent sogar über dem entsprechenden Vergleichswert der DAX-30-Gruppe. Traditionell liegen die Beteiligungsunternehmen des Bundes beim Anteil von Frauen als Aufsichtsratsvorsitzende im Vergleich zu allen anderen untersuchten Unternehmensgruppen vorne, so mit knapp 18 Prozent auch im Jahr 2018.

Unternehmen mit Bundesbeteiligung verlieren Vorreiterrolle bei den Vorständinnen, DAX-30 nicht mehr Spitzenreiter bei den Aufsichtsrätinnen

Ein Vergleich der Entwicklung in den ausgewählten Unternehmensgruppen zeigt, dass sich der Gender Gap in der Besetzung der Aufsichtsräte weiterhin schneller verringert als in den Vorständen (Abbildung 1). Jahrelang waren die Beteiligungsunternehmen des Bundes beim Frauenanteil in den Vorständen Spitzenreiter, aufgrund des jüngsten Rückgangs teilen sie sich diese Rolle nun allerdings mit den DAX-30-Unternehmen. Beide Unternehmensgruppen liegen mit jeweils rund 14 Prozent allerdings deutlich vor den Top-200-Unternehmen mit neun Prozent.

Mit Blick auf die Aufsichtsräte lagen die DAX-30-Unternehmen in den Jahren 2016 und 2017 knapp vorne und wurden 2018 von den Unternehmen mit Bundesbeteiligung überholt.

Den großen Unterschied in der Dynamik des Frauenanteils in Vorständen und Aufsichtsräten verdeutlicht auch das Gedankenexperiment der linearen Fortschreibung: Würde die durchschnittliche Entwicklung des Frauenanteils in den Vorständen der Top-200-Unternehmen der zurückliegenden zwölf Jahre linear voranschreiten, wäre die Geschlechterparität in 63 Jahren erreicht. In den Aufsichtsräten wäre das hingegen bereits in 14 Jahren der Fall. Die jüngsten Trends deuten jedoch darauf hin, dass die tatsächliche Entwicklung hinter der linearen Fortschreibung zurückbleiben dürfte.

Auswirkung der Geschlechterquote: Höhere Frauenanteile in Aufsichtsräten, aber nicht in Vorständen

Seit Mai 2015 ist das Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen (FüPoG) in Kraft. Es verpflichtet Unternehmen, die börsennotiert sind und der paritätischen Mitbestimmung unterliegen, ab 2016 zu einer verbindlichen Geschlechterquote im Aufsichtsrat von 30 Prozent.infoVgl. Elke Holst und Anja Kirsch (2016): Spitzengremien großer Unternehmen: Mehr Schubkraft für eine ausgewogene Repräsentation von Frauen und Männern nötig. DIW Wochenbericht Nr. 2, 38 (online verfügbar). Die betroffenen Unternehmen müssen die Quote seit dem 1. Januar 2016 sukzessive für die dann neu zu besetzenden Aufsichtsratsposten einhalten. Bei Nichterfüllung ist die quotenwidrige Wahl nichtig. Die für das unterrepräsentierte Geschlecht vorgesehenen Plätze bleiben rechtlich unbesetzt („leerer Stuhl“). Unternehmen, die entweder börsennotiert oder mitbestimmt sind, sind seither aufgefordert, Zielgrößen zur Erhöhung des Frauenanteils in Aufsichtsräten, Vorständen und den obersten Managementebenen festzulegen.infoVgl. hierzu auch Deutscher Bundestag (2017): Erste jährliche Information der Bundesregierung über die Entwicklung des Frauen- und Männeranteils an Führungsebenen und in Gremien der Privatwirtschaft und des öffentlichen Dienstes. Bundestagsdrucksache Nr. 18/11500 vom 9. März (online verfügbar).

Drei Jahre nach Einführung der gesetzlichen Geschlechterquote für Aufsichtsräte gibt es einiges an Evidenz, dass dieser Teil des FüPoG tatsächlich wirksam war: Gut drei Viertel aller Unternehmen, die unter die verbindliche Geschlechterquote für Aufsichtsräte fallen, hatten ihr Kontrollgremium Ende 2018 zu 30 Prozent oder mehr mit Frauen besetzt, 16 Prozentpunkte mehr als im Jahr zuvor (Tabelle 5, Übersicht 4). Nur in der DAX-30-Gruppe war dieser Anteil mit gut 83 Prozent höher (plus fast 17 Prozentpunkte im Vergleich zu 2017).info25 der DAX-30-Unternehmen unterliegen der gesetzlichen Geschlechterquote für Aufsichtsräte. Am geringsten waren die Zuwächse mit knapp fünf Prozentpunkten in den Unternehmen mit Bundesbeteiligung (auf fast 64 Prozent). Den größten Nachholbedarf haben die SDAX- und TecDAX-Unternehmen, die im Durchschnitt nur zu knapp 43 beziehungsweise 47 Prozent mindestens 30 Prozent Frauen in ihren Aufsichtsräten hatten. In den Top-200-Unternehmen lag der Anteil der Unternehmen mit 48 Prozent nur wenig darüber.

Tabelle 5: Unternehmensgruppen nach Frauenanteil im Aufsichtsrat

In Prozent

Unternehmen 2018 2018 Veränderung zu 2017 (Prozentpunkte)
0 Prozent 1 bis 9 Prozent 10 bis 19 Prozent 20 bis 29 Prozent 30 bis 39 Prozent 40 bis 49 Prozent 50 und mehr Prozent 30 und mehr Prozent
Unternehmen mit verbindlicher Quote 0 0 1,9 21,2 62,5 14,4 0 76,9 16,0
Top-200 10,5 3,9 13,8 23,7 40,1 6,6 1,3 48,0 10,5
DAX-30 0 0 3,3 13,3 73,3 6,7 3,3 83,3 16,7
MDAX 6,7 1,7 10,0 20,0 48,3 13,3 0 61,7 7,7
SDAX 22,9 0 21,4 12,9 30,0 8,6 4,3 42,9 6,9
TecDAX 10,0 0 26,7 16,7 33,3 10,0 3,3 46,7 13,3
Bundesbeteiligungen 0 0 7,3 29,1 25,5 18,2 20,0 63,6 4,8

Quelle: Eigene Erhebungen und Berechnungen.

Übersicht 4: Größte 200 Unternehmen1 (ohne Finanzsektor) mit 30 Prozent und mehr Frauen im Aufsichtsrat Ende 2018

Rang (Unternehmensgröße) Unternehmen Mitglieder insgesamt davon Frauen Frauenanteil in Prozent
78 Liebherr International 8 5 62,5
143 Hornbach Holding AG 6 3 50,0
184 Hewlett-Packard GmbH 15 7 46,7
21 Metro AG 20 9 45,0
34 Ceconomy AG 20 9 45,0
64 Vattenfall Deutschland 16 7 43,8
136 Gea Group AG 12 5 41,7
146 Osram Licht AG 12 5 41,7
150 Bilfinger SE 12 5 41,7
159 Novartis Deutschland GmbH 12 5 41,7
160 Stihl Holding AG & Co. KG 12 5 41,7
8 Deutsche Telekom AG 20 8 40,0
31 SAP SE 18 7 38,9
39 Henkel AG & Co. KGaA 16 6 37,5
43 Boehringer Ingelheim 16 6 37,5
52 Merck KGaA 16 6 37,5
58 BSH Hausgeräte GmbH 16 6 37,5
93 Telefónica Deutschland Holding AG 16 6 37,5
98 Infineon Technologies AG 16 6 37,5
106 Hella GmbH & Co. KGaA 16 6 37,5
191 Nestlé Deutschland 16 6 37,5
18 ThyssenKrupp AG 19 7 36,8
6 Siemens AG 20 7 35,0
11 Deutsche Post AG 20 7 35,0
12 Audi AG 20 7 35,0
19 Innogy SE 20 7 35,0
23 Lufthansa Group 20 7 35,0
41 TUI AG 20 7 35,0
54 Evonik Industries AG 20 7 35,0
100 Südzucker AG 20 7 35,0
122 Stadtwerke Köln GmbH 20 7 35,0
9 Uniper SE 12 4 33,3
10 BASF SE 12 4 33,3
26 BP Europa SE 12 4 33,3
38 McKesson Europe AG 12 4 33,3
46 Heidelberg Cement AG 12 4 33,3
48 Linde AG 12 4 33,3
55 MAN SE 15 5 33,3
56 Covestro AG 12 4 33,3
65 Marquard & Bahls AG 6 2 33,3
66 Brenntag AG 6 2 33,3
69 Aurubis AG 12 4 33,3
119 Bosch Rexroth AG 15 5 33,3
125 MTU Aero Engines AG 12 4 33,3
129 Leoni AG 12 4 33,3
151 Alliance Healthcare Deutschland AG 12 4 33,3
163 Dürr AG 12 4 33,3
169 Vonovia SE 12 4 33,3
170 Bechtle AG 12 4 33,3
174 freenet AG 12 4 33,3
175 Norma 6 2 33,3
177 Kuka AG 12 4 33,3
178 Jungheinrich AG 12 4 33,3
192 OMV Deutschland GmbH 15 5 33,3
197 Trumpf Gruppe 12 4 33,3
112 Noweda-Gruppe 9 3 33,3
149 ProSiebenSat.1 Group 9 3 33,3
171 Axel Springer SE 9 3 33,3
28 Hochtief AG 16 5 31,3
72 Vodafone GmbH 16 5 31,3
96 Stadtwerke München GmbH 16 5 31,3
1 Volkswagen AG 20 6 30,0
2 Daimler AG 20 6 30,0
3 BMW Group 20 6 30,0
15 Continental AG 20 6 30,0
17 RWE AG 20 6 30,0
24 Bayer AG 20 6 30,0
35 EnBW Energy Baden-Württemberg AG 20 6 30,0
44 Volkswagen Financial Services AG 10 3 30,0
67 Airbus Operations GmbH 20 6 30,0
84 Salzgitter AG 20 6 30,0
108 Agravis Raiffeisen AG 20 6 30,0
152 MVV Energie AG 20 6 30,0

1 Nur Unternehmen, die Angaben zur Zusammensetzung der jeweiligen Spitzengremien machen.

Quelle: Eigene Erhebungen und Berechnungen.

Der Zusammenhang zwischen der Entwicklung des Frauenanteils im Aufsichtsrat und der gesetzlichen Geschlechterquote zeigt sich auch im Vergleich jener Top-200-Unternehmen, die der gesetzlichen Quote für Aufsichtsräte unterliegen, und jener, die dieser Quote nicht unterliegen. Die der Quote unterliegenden Unternehmen lagen zwar bereits im Jahr 2013 leicht vor der Vergleichsgruppe, seither vergrößerte sich dieser Abstand jedoch deutlich und betrug Ende 2018 – wie bereits 2017 – knapp neun Prozentpunkte (gut 31 gegenüber fast 23 Prozent Frauen im Aufsichtsrat, Abbildung 2).

Im FüPOG ist eine verbindliche Geschlechterquote zwar nur für Aufsichtsräte börsennotierter und paritätisch mitbestimmter Unternehmen festgeschrieben. Es bestand aber die Hoffnung, dass ein höherer Frauenanteil in Aufsichtsräten Spill-over-Effekte nach sich ziehen und dadurch der Frauenanteil auch in den Vorständen der betroffenen Unternehmen steigen würde.infoEin Ziel des Gesetzes war es, „…den Anteil von Frauen in Führungspositionen sowohl im privaten wie im öffentlichen Sektor zu erhöhen, um damit die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern in diesen Bereichen zu fördern.“ Vgl. Deutscher Bundestag (2017): Bericht der Bundesregierung über den Frauen- und Männeranteil an Führungsebenen und in Gremien der Privatwirtschaft und des öffentlichen Dienstes, Drucksache Nr. 18/13333, 11 (online verfügbar). Evidenz, dass es solche Effekte gibt, konnten beispielsweise Studien für Australien und Norwegen zeigen.infoVgl. beispielsweise Jill A. Gould, Carol T. Kulik und Shruti R. Sardeshmukh (2018): Trickle-down effect: The impact of female board members on executive gender diversity. Human Resource Management Vol. 57, 931–945; sowie Astrid Kunze und Amalia R. Miller (2017): Women Helping Women? Evidence from Private Sector Data on Workplace Hierarchies. Review of Economics and Statistics Vol. 99/5, 769–775.

Für Deutschland gibt es derzeit jedoch keine empirischen Anhaltspunkte für solche (kurzfristigen) Spill-over-Effekte. Innerhalb der Gruppe der Top-200-Unternehmen verlief die Entwicklung des Frauenanteils in den Vorständen der Unternehmen, die der verbindlichen Geschlechterquote für Aufsichtsräte unterliegen, von 2013 bis 2017 nahezu parallel zu den Unternehmen, die der Quote nicht unterliegen (Abbildung 3). Zuletzt konnte in beiden Gruppen ein Zuwachs des Frauenanteils in Vorständen beobachtet werden. Jedoch nahm der Anteil der Vorständinnen in den Unternehmen, die nicht der gesetzlichen Geschlechterquote für Aufsichtsräte unterliegen, im Jahr 2018 stärker zu und überstieg mit nun knapp zehn Prozent den Anteil der Vorständinnen in den Quotenunternehmen (knapp acht Prozent). Dies deutet darauf hin, dass – zumindest kurzfristig – nicht davon ausgegangen werden kann, dass ein höherer Frauenanteil in Aufsichtsräten „automatisch“ zu einem höheren Frauenanteil auch in Vorständen führt.infoZu diesem Ergebnis kommt auch eine Studie von Viktor Bozhinov, Jasmin Joecks und Katrin Scharfenkamp (2018): Gender spillovers from supervisory boards to management boards. Mimeo. Die Studie zeigt, dass es keinen positiven Zusammenhang gibt zwischen der Zahl der Frauen in einem Aufsichtsrat und der Zahl der Frauen im Vorstand eines Unternehmens. Allerdings finden die AutorInnen einen positiven Zusammenhang zwischen der Anzahl der Frauen im Aufsichtsrat, die von der Arbeitgeberseite entsendet wurden, und der Anzahl der Frauen im Vorstand. Die Begründung dafür ist, dass nur die Aufsichtsrätinnen der Arbeitgeberseite über das entsprechende soziale Netzwerk verfügen, um Managerinnen für den Vorstand rekrutieren zu können. Diese Studie ist daher etwas optimistischer, dass es mittelfristig doch positive Auswirkungen des Frauenanteils in Aufsichtsräten auf Vorstände geben könnte.

Europäischer Vergleich: Länder mit Quotengesetzgebung haben höhere Frauenanteile in Spitzengremien

In Europa gibt es große Unterschiede in den politischen Rahmenbedingungen bezüglich der Gender Diversity in Unternehmen. Einige Länder haben in den vergangenen Jahren verbindliche Geschlechterquoten für die höchsten EntscheidungsgremieninfoNicht alle europäischen Länder haben ein dualistisches System, bei dem wie in Deutschland (sowie Österreich und den Niederlanden) Exekutiv- und Kontrollgremium (Vorstand und Aufsichtsrat) getrennt sind. In einigen Ländern existiert ein monistisches System mit einem höchsten Entscheidungsgremium (Executive Committee), beispielsweise in Belgien und Spanien. In einer dritten Gruppe von Ländern sind beide Systeme möglich, sodass sich Firmen entweder für ein dualistisches oder ein monistisches System entscheiden können. Zu dieser Gruppe gehören beispielsweise Schweden, Frankreich und Italien. In Belgien und Spanien gilt die Geschlechterquote für das gesamte Executive Committee. Bei den Ländern mit Wahlrecht greift die Quote bei den Unternehmen, die sich für ein monistisches System entscheiden, entweder bei den nichtexekutiven Mitgliedern des obersten Entscheidungsgremiums (Frankreich), oder es richtet sich an das gesamte oberste Entscheidungsgremium (Italien). Vgl. hierzu auch Elke Holst, Anne Busch und Lea Kröger (2012): Führungskräfte-Monitor 2012. DIW Politikberatung kompakt Nr. 65, 87 (online verfügbar). bestimmter Unternehmen festgelegt, darunter Norwegen (bereits 2003), Frankreich (2011) und Deutschland (2016), zuletzt Portugal (Kasten). In einer zweiten Gruppe von Ländern gibt es zwar keine gesetzlich festgelegte Geschlechterquote für Entscheidungsgremien von Unternehmen, aber Empfehlungen zu Gender Diversity im jeweiligen Corporate Governance Code (CGC). Diese Kodizes sind freiwillige länderspezifische Anleitungen für eine gute und verantwortungsvolle Unternehmensführung, die von Regierungskommissionen herausgegeben werden. Sie enthalten grundlegende rechtliche Anforderungen für die Leitung und Überwachung von Unternehmen und geben Empfehlungen zu aktuellen nationalen und internationalen Standards. Bis heute haben 21 europäische Länder einen Satz in ihren CGC aufgenommen, in dem die Gleichstellung der Geschlechter als Ziel angegeben wird. Zehn davon sind Länder, die zusätzlich eine gesetzliche Geschlechterquote haben. Des Weiteren gibt es eine dritte Gruppe von Ländern, die weder über eine gesetzlich vorgeschriebene Geschlechterquote, noch über einen geschlechterspezifischen Vermerk in ihrem CGC verfügen, um den Frauenanteil in den höchsten Entscheidungsorganen zu erhöhen.

In Europa gibt es große Unterschiede in den gleichstellungspolitischen Rahmenbedingungen für privatwirtschaftliche Unternehmen. Einige Länder haben gesetzlich vorgeschriebene und damit verbindliche Geschlechterquoten für die höchsten Kontroll- und/oder Entscheidungsgremien bestimmter Unternehmen festgelegt. Vorreiter in dieser Gruppe war Norwegen, das bereits 2003 eine Quote von 40 Prozent für Aufsichtsräte staatlicher und börsennotierter Unternehmen beschlossen und für den Fall der Nichterfüllung harte Sanktionen festgelegt hat. Mittlerweile haben sich neun weitere Länder für Quotenregelungen entschieden (Tabelle), unter anderem gilt eine solche seit dem Jahr 2016 in Deutschland. Eine zweite Gruppe von Ländern hat zwar keine gesetzlich vorgeschriebene Geschlechterquote für Aufsichts- oder Entscheidungsgremien von Unternehmen, aber Empfehlungen zu Gender Diversity im jeweiligen Corporate Governance Code (CGC) formuliert. Diese Kodizes sind von der Regierung herausgegebene freiwillige länderspezifische Anleitungen und geben Empfehlungen zu aktuellen nationalen und internationalen Standards für eine gute und verantwortungsvolle Unternehmensführung. Insgesamt nahmen 21 europäische Länder einen Satz in ihren CGC auf, in dem die Gleichstellung der Geschlechter als Ziel angegeben wird. Zehn davon sind Länder mit einer gesetzlichen Geschlechterquote, elf haben nur diese Empfehlung und keine weiteren gesetzlichen Vorschriften. In diese Gruppe gehören beispielsweise Schweden, Finnland und Dänemark, aber auch Großbritannien, Irland, Griechenland und Polen. In der dritten Gruppe von Ländern gibt es weder eine gesetzlich vorgeschriebene Geschlechterquote noch einen geschlechterspezifischen Vermerk im CGC. In dieser Gruppe von neun Ländern finden sich neben Malta und Zypern vor allem ost- und südosteuropäische Länder.

Tabelle: Gesetzliche Geschlechterquoten und Empfehlungen für Gender Diversity im Corporate Governance Code in Europa

Land Gesetz beschlossen Quote Frist Gremien Gilt für folgende Unternehmen Sanktionen
Norwegen 2003 40 Prozent 2008 Aufsichtsrat Staatliche und börsennotierte Unternehmen Ja: Finanzielle Strafen bis hin zur Unternehmensauflösung (seit 2015)
Spanien 2007 40 Prozent 2015 Exco Staatliche und private Kapitalgesellschaften, Firmen mit mehr als 250 Beschäftigten Nein
Island 2010 40 Prozent 2013 Aufsichtsrat Unternehmen mit mehr als 50 Beschäftigten Nein
Belgien 2011 30 Prozent 2017/2019 Exco Börsennotierte und staatlich kontrollierte Unternehmen Für börsennotierte Unternehmen: Jede Neubesetzung eines Postens automatisch nichtig, falls ein Unternehmen die Quote verletzt.
Frankreich 2011 20 Prozent/40 Prozent 2014/2017 Aufsichtsrat Börsennotierte Unternehmen, Unternehmen mit mehr als 500 Beschäftigten oder mehr als 50 Millionen Euro Umsatz Eine Ernennung eines Vorstandsmitglieds, das die Kriterien in Bezug auf das Geschlecht nicht erfüllt, ist automatisch ungültig.
Italien 2011 20 Prozent/30 Prozent 2012/2015 Aufsichtsrat Börsennotierte oder vom Staat kontrollierte Unternehmen Ja: Finanzielle Strafen (bis zu eine Million Euro) bis hin zur Auflösung des Aufsichtsrats
Niederlande 2011 30 Prozent 2016 Aufsichtsrat und Vorstand Börsennotierte Unternehmen, Unternehmen mit mehr als 250 Beschäftigten Nein
Deutschland 2015 30 Prozent 2016 Aufsichtsrat Unternehmen, die börsennotiert und mitbestimmt sind Ja: „leerer Stuhl“
Österreich 2017 30 Prozent 2018 Aufsichtsrat Unternehmen, die börsennotiert sind; Unternehmen, dessen Aufsichtsrat sechs  Kapitalvertreter umfasst; Unternehmen mit mit mehr als 1000 Beschäftigten Ja: „leerer Stuhl“
Portugal 2017 20 Prozent/33 Prozent 2018/2020 Direktoren und Aufsichtsrat Staatliche und börsennotierte Unternehmen Mandat gilt als vorläufig
Mit Empfehlung Corporate Governance Code 1. Initiative Aktuelle Version Quote Gilt für folgende Unternehmen Sanktionen
Sweden The Swedish Corporate Governance Code 2005 2010 Börsennotierte Unternehmen comply or explain
Finnland Finnish Corporate Governance Code 2008 2015 Börsennotierte Unternehmen comply or explain
Luxemburg The X Principles of Corporate Governance of the Luxembourg Stock Exchange 2009 2017 Börsennotierte Unternehmen comply or explain
Slovenien Slovene Corporate Governance Code 2009 2016 (Updated 2018) Börsennotierte Unternehmen comply or explain
Dänemark Recommendations on Corporate Governance 2010 2014 Börsennotierte Unternehmen comply or explain
Großbritannien UK Corporate Governance Code 2010 2016 Börsennotierte Unternehmen comply or explain
Griechenland Hellenic Corporate Governance Code 2013 2013 Börsennotierte Unternehmen comply or explain
Türkei Principles of Corporate Governance 2014 2014 mindestens 25 Prozent Frauen Unternehmen mit beschränkter Haftung und börsennotierte Unternehmen comply or explain
Polen Code of Best Practice for WSE Listed Companies 2015 2015 Börsennotierte Unternehmen comply or explain
Rumänien Bucharest Stock Exchange Corporate Governance Code 2015 2015 Börsennotierte Unternehmen comply or explain
Irland The UK Corporate Governance Corporate Code (2012) and the Irish Corporate Governance Annex (2010) 2012, 2010 2010, 2012 Börsennotierte Unternehmen comply or explain
Ohne Quote/Empfehlung
Bulgarien
Tschechische Republik
Estland
Kroatien
Zypern
Litauen
Malta
Slovakei
Letland

Quellen: Europäisches Parlament (2015a) (online verfügbar); OECD (2015) (online verfügbar); Österreichische Wirtschaftskammer (2017; Europäisches Parlament (2015b) (online verfügbar); Arbeiterkammer Österreich; eigene Recherche auf Basis der jeweiligen Corporate Governance Codes aller untersuchten Länder.

Ein Vergleich dieser drei Ländergruppen zeigt, dass in den Ländern, die in den zurückliegenden Jahren eine verbindliche Geschlechterquote eingeführt haben, der Frauenanteil in den obersten Entscheidungsgremien der größten Unternehmen im Jahr 2017 bei durchschnittlich 33 Prozent und damit deutlich über dem der anderen Länder lag (Abbildung 4). In der Gruppe der Länder mit entsprechenden Empfehlungen lag der Frauenanteil in Spitzengremien mit 21 Prozent deutlich darunter und nur geringfügig über dem der Länder ohne jegliche Gesetzgebung oder Empfehlung in diesem Bereich (17 Prozent). Dieser Zusammenhang deutet darauf hin, dass gesetzlich vorgeschriebene Geschlechterquoten den Frauenanteil in Spitzengremien wirksamer steigern als Empfehlungen ohne rechtliche Verpflichtung.

Deutschland im Ranking europäischer Länder 2018 auf Platz sieben

Im Durchschnitt aller EU-Länder lag der Frauenanteil in den höchsten Entscheidungsgremien der größten börsennotierten Unternehmen 2018 bei 26 Prozent (Abbildung 5). Zu beachten ist, dass die Zahl der Unternehmen in diesem Ranking von Land zu Land variiert. Sie reicht von zehn in Luxemburg bis zu 50 im Vereinigten Königreich.infoFür detailliertere Informationen zu dieser Datenbasis siehe European Institute for Gender Equality: Largest listed companies: presidents, board members and employee representatives (online verfügbar). Für Deutschland gingen die DAX-30-Unternehmen in den Vergleich ein. Mit zum damaligen Beobachtungszeitpunkt 33 Prozent lag Deutschland zwar sieben Prozentpunkte über dem EU-Durchschnitt, aber sehr deutlich hinter den Spitzenreitern Island (46 Prozent), Frankreich (44 Prozent) und Norwegen (41 Prozent). Auch Schweden (36 Prozent), Italien (36 Prozent) und Finnland (34 Prozent) erreichten höhere Anteile. Belgien, Dänemark die Niederlande und Lettland nahmen mit Frauenanteilen von 30 bis 31 Prozent eine ähnliche Position wie Deutschland ein. Schlusslichter waren dieselben Länder wie im Jahr 2017, nämlich Zypern (elf Prozent), Griechenland (zehn Prozent), Malta und Rumänien (jeweils acht Prozent) sowie Estland (sieben Prozent).

Fazit: Unternehmen sollten sich ambitioniertere Ziele für mehr Frauen in Vorständen setzen, wenn sie weitere Quotenregelungen verhindern wollen

Der Anteil von Frauen ist im Jahr 2018 sowohl in Vorständen als auch in Aufsichtsräten großer Unternehmen in Deutschland gestiegen. Die Zuwächse fielen dabei in den Kontrollgremien deutlich stärker aus. Die seit 2016 geltende gesetzliche Geschlechterquote hat die Entwicklung dort angeschoben. Dieser positive Effekt zeigt sich nicht nur in Deutschland, sondern auch im europäischen Vergleich.

Die Kehrseite ist, dass die Anstrengungen der Unternehmen, mehr Frauen für die Aufsichtsräte zu gewinnen, wieder nachlassen, sobald die Zielmarke – im Fall von Deutschland 30 Prozent – erreicht wurde. Dafür mehren sich die Hinweise: So stagnierte im vergangenen Jahr der Frauenanteil in den Aufsichtsräten der DAX-30-Unternehmen, von denen mit gut 83 Prozent bereits die große Mehrheit einen Frauenanteil von mindestens 30 Prozent erreicht hat.

Die Hoffnung, dass mit mehr Frauen im Aufsichtsrat in einem Unternehmen automatisch mehr Frauen im Vorstand einhergehen, hat sich – zumindest kurzfristig – nicht erfüllt. Interessanterweise war die Entwicklung des Frauenanteils in den Vorständen der Unternehmen, die von der Quote für die Aufsichtsräte nicht betroffen sind, sogar etwas dynamischer als in den Quotenunternehmen. Der Effekt der Geschlechterquote auf die Vorstände, in denen die Entwicklung nach wie vor nur im Schneckentempo voranschreitet, ist also höchstens ein indirekter aufgrund der generell höheren Aufmerksamkeit für das Thema.

Brauchen wir also eine Quote für Vorstände? Die Wirtschaft hat es in der Hand, durch eigene ambitionierte Ziele und deren zeitnahe Umsetzung allen BefürworterInnen dieser Idee den Wind aus den Segeln zu nehmen. Solange sich jedoch viele große Unternehmen eine Zielgröße von null Vorständinnen setzeninfo„Unter den 160 Börsenunternehmen gibt es 79 Firmen, die keine einzige Frau im Vorstand haben und die sich für die kommenden Jahre entweder gar kein Ziel oder aber das Ziel gesetzt haben, keine einzige Frau im Vorstand zu haben.“ Vgl. Allbright Stiftung (2018): Die Macht der Monokultur. Erst wenigen Börsenunternehmen gelingt Vielfalt in der Führung. 8 (online verfügbar)., erscheint der Wille und die Kraft zu ambitionierten, nachhaltigen Fortschritten auf Basis freiwilliger Selbstverpflichtungen in absehbarer Zeit mehr als fraglich.

Elke Holst

Leiterin in der Forschungsgruppe Gender Economics

Katharina Wrohlich

Leiterin in der Forschungsgruppe Gender Economics



JEL-Classification: D22;J16;J59;J78;L21;L32;M14;M51
Keywords: corporate boards, board composition, boards of directors, boarddiversity, Europe, women directors, gender equality, gender quota, Germany,management, private companies, public companies, supervisory boards, executiveboards, CEOs, women
DOI:
https://doi.org/10.18723/diw_wb:2019-3-1