Rücküberweisungen durch Migrantinnen und Migranten: finanzmarktbezogene Gründe und wirtschaftliche Folgen

Vierteljahrshefte zur Wirtschaftsforschung 3 / 2018, S. 151-164

Timo Baas

Abstract

Rücküberweisungen von Migrantinnen und Migranten in ihre Heimatländer (Remittances) haben in den letzten Jahren stark an Bedeutung gewonnen. Remittances werden hierbei auch verwendet, um Beschränkungen bei der Finanzierung einer Selbstständigkeit oder beim Immobilienerwerb zu umgehen. Aufgrund der zunehmenden Migration aus Ländern, die zwar entwickelte Finanzmärkte, aber auch Kreditbeschränkungen oder eine Kreditklemme aufweisen, dürfte der Umfang der Rücküberweisungen von Migrantinnen und Migranten aus Deutschland in ihre Heimatländer noch zunehmen. Wir zeigen in einem dynamischen angewandten Gleichgewichtsmodell, dass Rücküberweisungen für Deutschland zweierlei bedeuten, zum einen wird die Exportwirtschaft begünstigt, zum anderen geht der inländische Konsum und damit der Konsum nicht handelbarer Güter zurück. Entsprechend ist ein Anstieg der Beschäftigung im Verarbeitenden Gewerbe zu erwarten, aber auch ein Rückgang der Arbeitskräftenachfrage im arbeitsintensiven Dienstleistungsbereich zu befürchten.

Remittances from migrants in Germany to their home countries increased sharply in the last years. Families abroad use these financial flows to overcome credit constraints ether to finance self-employment or for housing. As migration from countries with credit constraints increases, remittances are about to rise further. In a dynamic general equilibrium model, we show that these expected remittances flows have two effects on the German economy. We see an increase in those branches of the economy that export a high share of their production, and we see a reduction in consumption. Labor demand in the export industry is rising, while labor intense services tend to suffer.

Themen: Migration



JEL-Classification: C68;D14;F24
Keywords: General equilibrium models, remittances, altruism, credit constraints
DOI:
https://doi.org/10.3790/vjh.87.3.151