Verdrängung oder Sozialpolitik? Einfluss von Regulierungen auf die Wohneigentumsquote

Aufsätze referiert extern - sonstige 5 / 2019

Konstantin Kholodilin, Sebastian Kohl

In: Wirtschaftsdienst 99 (2019), 5, S. 363–366

Abstract

Bisher stand die empirische Forschung zu Mietwohnungsmärkten nicht im Fokus vergleichender Wohnungsforschung. Mit Blick auf die Debatte um steigende Mieten kann vergleichende Forschung zum Mietwohnungsmarkt zum Erkenntnisgewinn beitragen. Neue Daten aus 25 Industrieländern ermöglichen es nun, die Entwicklung der staatlichen Regulierung von Mieten zu skizzieren. Dabei zeigt sich, dass stärkere Wohnraumlenkung und intensivere Mietpreisregulierung zeitversetzt zu einem Anstieg der Wohneigentumsquote beigetragen haben. Wohneigentum ist also mitunter eher indirekt durch budgetneutrale Mietregulierungen als durch die teuren direkten Eigenheimsubventionen gefördert worden.

Using new data on the rent control, tenant protection and housing rationing as well as homeownership rates from 25 countries starting in the early 20th century up to the 2010s, the paper argues that stronger rent control and rationing of housing have contributed to the rise of homeownership. Originally passed as social policy to protect a considerable share of mostly urban residents, rent policies have rather crowded out the form of tenure they were meant to protect. They, thus, compete with the much more cost-intensive direct promotion of homeownership because they have made most countries homeownership-dominant over the past century.

Konstantin A. Kholodilin

Wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung Makroökonomie



JEL-Classification: C23;O18;R38
DOI:
https://doi.org/10.1007/s10273-019-2458-0