Altersarmutsrisiko steigt, Konzepte für Rentenreformen sollten nachgebessert werden

Bericht vom 12. September 2019

Mehr als jede fünfte Person im Rentenalter dürfte in 20 Jahren von Altersarmut bedroht sein: Der Anteil derer, die im Monat weniger als 905 Euro netto zur Verfügung haben, wird neuesten Berechnungen zufolge von aktuell 16,8 auf 21,6 Prozent im Jahr 2039 steigen. Das ist eines der Ergebnisse einer neuen Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung. In deren Rahmen haben die DIW-RentenexpertInnen Hermann Buslei, Patricia Gallego Granados, Johannes Geyer und Peter Haan auch aktuelle Reformmodelle unter die Lupe genommen und berechnet, welches das größte Potential hat, das Armutsrisiko im Alter zu reduzieren, und mit welchen Kosten das verbunden wäre.

Im Fokus der Untersuchung, die auf Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) basiert, standen die im Koalitionsvertrag vereinbarte Grundrente, die Grundrente nach den Vorstellungen von Bundesarbeitsminister Heil und Varianten einer erweiterten Grundsicherung. Das Ergebnis in Kürze: Der Weisheit letzter Schluss ist keines der aktuell diskutierten Reformmodelle. Es sind jedoch Modifikationen denkbar, die die Zielgenauigkeit erhöhen und die Kosten im Zaum halten würden.

Die Ergebnisse finden Sie in der Pressemitteilung der Bertelsmann-Stiftung und in der Studie „Anstieg der Altersarmut in Deutschland: Wie wirken verschiedene Rentenreformen?“

Johannes Geyer

Stellvertretender Abteilungsleiter in der Abteilung Staat

Peter Haan

Abteilungsleiter in der Abteilung Staat

Hermann Buslei

Wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung Staat

Patricia Gallego Granados

Wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Abteilung Staat