Mitarbeiter/-innen des Sozio-oekonomischen Panels SOEP waren mit zehn Vorträgen und Postern auf dem 32. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Soziologie vertreten, der vom 4. bis 8. Oktober 2004 in der Ludwig-Maximilians-Universität in München stattfand. Das Themenspektrum reichte dabei von der innerfamilialen Arbeitsteilung in Paarhaushalten über die Einkommensentwicklung in Deutschland, Unterschiede im Freizeitverhalten, die Nachhilfe als Strategie zur Verwirklichung von Bildungszielen bis zum Thema kinderlose Männer. In Zusammenarbeit mit dem Soziologen Prof. Dr. Martin Diewald, Universität Bielefeld, hat der stellvertretende Abteilungsleiter des SOEP, Dr. Jürgen Schupp, auf einer Plenarveranstaltung zum Thema „Soziale Herkunft, Beziehung zu den Eltern und das kulturelle sowie soziale Kapital von Jugendlichen“ vorgetragen.
Die Wissenschaftler/-innen des DIW Berlin führen neben wirtschaftswissenschaftlichen auch soziologische und politikwissenschaftliche Analysen durch. Dies geschieht hauptsächlich im Rahmen des Sozio-oekonomischen Panels SOEP. Die repräsentative Längsschnittstudie privater Haushalte in der Bundesrepublik Deutschland ist eine Abteilung des DIW Berlin. Die erfolgreiche Durchführung des SOEP setzt nicht nur ökonomische, sondern auch eine breite sozialwissenschaftliche Kompetenz voraus. Die Abteilung beschäftigt aus diesem Grund 15 Sozialwissenschaftler/-innen, darunter 13 Doktorand/-innen.
Auf internationalen Tagungen und Konferenzen zeigen die Sozialwissenschaftler/-innen des DIW Berlin ebenfalls Präsenz. Im November 2004 nehmen drei Wissenschaftler/-innen an der Conference of the International Society For Quality of Life Studies (ISQOLS): “Advancing Quality of Life in a Turbulent World” in den USA teil. Zwei Vorträge wurden im Rahmen der 2nd International Conference of ECHP Users (EPUNet 2004) gehalten. Beim Seventh International Meeting of the Society for Social Choice and Welfare, das im Juni 2004 in Japan stattfand, war das SOEP ebenfalls präsent. Dr. Martin Kroh, Politikwissenschaftler, war mit einem Beitrag auf der Jahrestagung der Politikwissenschaftler in den USA vertreten. Mit sechs Beiträgen beteiligte sich das SOEP an der International User Conference of (SOEP2004) im Juni 2004 in Berlin.

Auch um den wissenschaftlichen Nachwuchs bei der soziologischen Nutzung der Daten muss sich das SOEP keine Sorgen machen: Im Rahmen ihrer Tagung in München vergab die Deutschen Gesellschaft für Soziologie im Oktober 2004 den "Preis für herausragende Abschlussarbeiten" an Soziologie-Diplomandin Stefanie Kley, Universität Bremen, deren Arbeit "Migration und Sozialstruktur. Soziale Lagen von Immigranten in Deutschland vor dem Hintergrund der europäischen Einigung" auf den Daten des SOEP basiert.
Die Arbeit untersucht, wie das Bild vom Immigranten als „billigem Arbeiter'“ entstanden ist und ob sich Immigranten auch heute noch in der Mehrzahl in den unteren Einkommensschichten der Bundesrepublik Deutschland finden. Das Ergebnis: Immigranten aus EU-Staaten gleichen ihre soziale Situation an die der in Deutschland geborenen Inländer an und zeigen zum Teil sogar eine günstigere Entwicklung. Immigranten aus Drittstaaten hingegen gelingt dies nicht. So ist der Anteil der un- und angelernten Arbeiter unter allen Immigrantengruppen mit bis zu 43 Prozent deutlich höher als bei hier geborenen Deutschen (12 Prozent). Jedoch erzielen Immigranten aus der Europäischen Union und Eingebürgerte insgesamt ein mittleres Einkommen, das mit dem der in Deutschland geborenen Inländer vergleichbar ist.
Betreut wurde die Arbeit von Prof. Dr. Heinz Renn vom Institut für Soziologie an der Universität Hamburg.