Pressemitteilung vom 11. Januar 2012
„Im Jahr 2012 wird die Konjunktur von der Krise im Euroraum überschattet“, sagt auch DIW-Konjunkturexperte Simon Junker. „Sowohl die Exporte als auch die Inlandsnachfrage werden vorübergehend einen Dämpfer erhalten.“ Bis zum Frühsommer rechnet das DIW Berlin nur mit einer schwachen Produktionsentwicklung. „Die stark exportabhängige deutsche Wirtschaft kann sich einer Abschwächung der Weltkonjunktur nicht entziehen. Vor allem die deutschen Exporte werden unter der Krise im Euroraum leiden“, so Junker. Die Berliner Konjunkturforscher rechnen damit, dass die Krise auch auf die inländische Nachfrage dämpfend wirkt, da die Menschen sich wegen der hohen Unsicherheit mit größeren Ausgaben zurückhalten dürften.
Dennoch gibt es Grund zum Optimismus: „Falls es der Politik gelingt, die Krise rasch und vor allem glaubwürdig einzudämmen, werden Investitionen und Konsum ab Sommer wieder kräftig anziehen“, sagt Fichtner. Auch der Außenhandel wird sich dann nach Einschätzung des DIW Berlin merklich beleben. „Die deutschen Unternehmen sind wettbewerbsfähig und in den stark wachsenden Schwellenländern weiterhin gut aufgestellt“, erläutert Fichtner. „Auch die Arbeitsmarktsituation dürfte sich nicht wesentlich verschlechtern, wenn die Auswirkungen der Krise nicht zu lange anhalten.“