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DIW Wochenbericht

22 / 2012 EU-Ölembargo gegen Iran wenig wirksam Hella Engerer, Manfred Horn S. 12-19

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Abstract:

Die Anrainerstaaten des Persischen Golfs sind mit etwa 40 Prozent der weltweiten Exporte die bei weitem wichtigste Anbietergruppe auf dem Weltrohölmarkt. Nach Europa gehen etwa 13 Prozent der Rohölausfuhren der Golfstaaten und sechs Prozent der Ausfuhren an Erdölprodukten. Von den Golfstaaten ist der Iran bei Rohöl vor Saudi-Arabien und dem Irak der größte Lieferant Europas.Die EU hat Anfang 2012 mit Wirkung zum 1. Juli 2012 ein Ölembargo gegen den Iran beschlossen. Vom Embargo betroffen sind etwa ein Drittel der iranischen Rohölexporte. Bereits im April hat der Iran auf dieses Embargo reagiert, indem er seine Öllieferungen nach Europa reduziert hat. Da vor allem Russland, China, Indien und die Türkei das Ölembargo der EU ablehnen, dürfte der Iran alternative Absatzwege für einen Großteil seines bisher nach Europa gelieferten Öls finden. Europa könnte Lieferungen aus dem Iran weitgehend durch Bezüge aus anderen Quellen ersetzen. Wesentlich gravierender wären die Auswirkungen, wenn der Iran im Falle einer militärischen Zuspitzung des Konfliktes versuchen würde, die Meerenge von Hormus zu sperren und damit die Ölexporte der anderen Golfstaaten - vor allem Saudi-Arabiens - zu blockieren. Dadurch ausgelöste Verknappungen beziehungsweise im Vorfeld geschürte Ängste könnten einen drastischen Anstieg der Ölpreise auslösen.

JEL-Classification:

F13, F51

Keywords:

Persian Gulf oil reserves, production and exports, EU oil embargo, Strait of Hormuz