16.05.2013
Der Umbau des Stromnetzes in Deutschland schreitet langsam, aber kontinuierlich voran. Auf absehbare Zeit sind keine Engpässe in der Stromversorgung zu befürchten. Zu diesem Ergebnis kommt der jüngste Wochenbericht des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin). „Der Ausbaubedarf wird überschätzt“, sagt DIW-Forschungsdirektor Christian von Hirschhausen. „Ein gewisser Umbau ist zwar für den steigenden Anteil der erneuerbaren Energien notwendig. Methodische Mängel bei der Erstellung des Netzentwicklungsplans führen jedoch zu einer Überschätzung des Ausbaubedarfs. Auch überrascht, dass die Einspeisepunkte von zwei der in nächster Zukunft geplanten Stromautobahnen ausgerechnet an traditionellen Standorten der Kohlewirtschaft beginnen, nämlich im rheinischen beziehungsweise dem mitteldeutschen Braunkohlerevier. Es ist zu befürchten, dass dadurch Anreize entstehen, die Kohleverstromung auch künftig auf einem hohen Niveau zu halten. Dies könnte die Ziele der Energiewende untergraben.“
15.05.2013
Die deutsche Wirtschaft ist im ersten Quartal 2013 nur um 0,1 Prozent gewachsen. Zudem ist die Wirtschaft im Schlussquartal des vergangenen Jahres mit 0,7 Prozent stärker geschrumpft als bislang geschätzt. Dies teilte das Statistische Bundesamt heute mit. „Die Entwicklung der deutschen Wirtschaft im Winterhalbjahr kann man mit Fug und Recht als enttäuschend bezeichnen“, kommentierte DIW-Konjunkturchef Ferdinand Fichtner die schwachen Zahlen. Für den weiteren Verlauf dieses Jahres bleibt das DIW Berlin aber optimistisch: „Die deutsche Wirtschaft steht insgesamt gut da“, so Fichtner. Für die kommenden Quartale sei daher mit einer deutlichen Erholung zu rechnen.
10.05.2013
Vor allem das Einkommen der Eltern entscheidet einer Studie zufolge darüber, ob ihre Kinder mehrere Monate ihrer Schulzeit im Ausland verbringen oder nicht. Nach Ansicht von Prof. Dr. Jürgen Gerhards, Soziologe an der Freien Universität Berlin und Forschungsprofessor am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin), verschärft sich die ungleiche Verteilung von Bildungschancen in einer globalisierten Arbeitswelt dadurch zunehmend. Für die Untersuchung hatten Gerhards und seine Co-Autorin Silke Hans Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) ausgewertet. In die Analyse flossen die Angaben von knapp 3.000 Schülerinnen und Schülern ein, die zwischen 2000 und 2010 erhoben wurden. Sechs Prozent dieser Jugendlichen verbrachten einen Teil ihrer Schulzeit im Ausland. Die Ergebnisse wurden in der jüngsten Ausgabe der renommierten „Zeitschrift für Soziologie“ veröffentlicht.
08.05.2013
Die Jugendarbeitslosigkeit in Deutschland ist dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) zufolge auf den tiefsten Stand seit der Wiedervereinigung gesunken. Zwischen 2005 und 2012 hat sich die Anzahl der Erwerbslosen im Alter zwischen 15 und 24 Jahren im Land mehr als halbiert. Während die Jugendarbeitslosigkeit in anderen europäischen Ländern wie Spanien und Griechenland auf Rekordwerte von über 50 Prozent stieg, sank sie in Deutschland auf acht Prozent – den tiefsten Stand in ganz Europa. Ein Grund zum Jubel sei das aber nicht, mahnt DIW-Arbeitsmarkt-Experte Karl Brenke. „Die Arbeitslosigkeit sinkt vor allem aus demografischen Gründen und nicht, weil mehr Arbeits- oder Ausbildungsplätze mit Jugendlichen besetzt wurden.“ In vielen Regionen sei die Lage auf dem Arbeitsmarkt für Jugendliche weiterhin sehr schwierig: Während es in Süddeutschland Gebiete mit nur zwei Prozent Jugendarbeitslosigkeit gibt, liegt in manchen altindustriellen westdeutschen Regionen und in Teilen Ostdeutschlands die Arbeitslosenquote der Jugendlichen bei 12 bis 15 Prozent. Für die Politik sei die gesunkene Jugendarbeitslosigkeit kein Grund zum Ausruhen, urteilt Brenke: „Jugendarbeitslosigkeit in Deutschland ist weiterhin vor allem ein Qualifikationsproblem, mehr als die Hälfte aller arbeitslosen Jugendlichen im Jahr 2010 hatte keinen Berufsabschluss. Weil es in Deutschland immer weniger Jugendliche gibt, ist die Gesellschaft noch stärker als früher darauf angewiesen, dass die jüngste Generation möglichst gut ausgebildet ist und Zugang zum Arbeitsmarkt findet.“
02.05.2013
Europa muss die geregelte Abwicklung von Großbanken ermöglichen und die Fehlanreize der impliziten Staatsgarantien für die Finanzinstitute zügig abschaffen. Der von der Bundesregierung vorgelegte Gesetzesentwurf zur Einführung eines Trennbankensystems ist dafür nicht ausreichend, lautet das Ergebnis einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin). „Auch fünf Jahre nach Beginn der Finanzkrise gelten viele europäische Banken als too big to fail. Die Sicherheit, dass in einer Notlage der Staat eingreifen muss, verleitet jedoch zu riskanten Anlage- und Wachstumsstrategien und schürt so die Gefahr neuer Finanzkrisen“, warnen die Banken- und Finanzmarktexperten Dorothea Schäfer und Benjamin Klaus. Einen Ausweg sucht nicht nur die Bundesregierung derzeit in der Einführung eines Trennbankensystems. Für den DIW-Wochenbericht haben die Wissenschaftler Klaus und Schäfer die vorliegenden Vorschläge für Trennbankensysteme untersucht. Keiner der aktuellen Vorschläge geht nach Einschätzung der Wissenschaftler weit genug. „Die duale Aufspaltung ist nicht ausreichend. Viele der neu entstehenden Banken wären schon für sich genommen größer als jede Bank, die in den letzten Jahren ordentlich, das heißt ohne großen volkswirtschaftlichen Schaden, abgewickelt wurde. Erst recht gilt das, wenn sie in einer gemeinsamen Holding verbleiben“, so ihr Urteil.
25.04.2013
Die deutsche Wirtschaft ist dem Konjunkturbarometer des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) zufolge im ersten Quartal 2013 leicht gewachsen. Das Plus dürfte bei rund 0,3 Prozent gelegen haben. Damit lag das Wirtschaftswachstum in den ersten drei Monaten zwar etwas unter den Erwartungen, aber deutlich über dem schwachen Schlußquartal 2012, in dem ein Minus von 0,6 Prozent verzeichnet wurde. Im 2. Quartal 2013 dürfte die deutsche Wirtschaft das Wachstumstempo von 0,3 Prozent halten. "Im Zuge der weltweit gedämpften Nachfrage ist die Erholung in der Industrie bislang ausgeblieben. Erst ab dem Frühjahr dürfte die Industrie allmählich Fahrt aufnehmen“, sagte DIW-Konjunkturchef Ferdinand Fichtner. "Die Unternehmensstimmung hat sich zuletzt merklich eingetrübt, entsprechend vorsichtig agieren die Unternehmen: Zum Jahresauftakt dürfte kaum mehr investiert worden sein als im schwachen Schlussquartal 2012“.
24.04.2013
DIW Berlin: Keine steuerlichen Anreize bieten
Die Gefahr einer flächendeckenden Immobilienblase ist in Deutschland vergleichsweise gering. Zu diesem Ergebnis kommt das DIW Berlin trotz der jüngsten Preissteigerungen und anziehenden Mieten in den Metropolregionen. Es sind nicht zuletzt die institutionellen Rahmenbedingungen, die hier einer spekulativen Preisblase entgegenwirken. „Wichtig ist vor allem, keine zusätzlichen steuerlichen Anreize zu setzen. Dies würde die Gefahr erhöhen, dass sich eine Preisblase bildet“, sagt DIW-Experte Christian Dreger und sieht damit die jüngsten Überlegungen zur Wiedereinführung der Eigenheimzulage kritisch. Problematisch ist auch die Tendenz bei den Banken, Hypothekenkredite mit immer geringeren Eigenkapitalanteilen an private Haushalte zu vergeben.
24.04.2013
Um die Energiewende zu schaffen, braucht Deutschland keinen Ausbau der Braunkohleverstromung. Auch die Erschließung neuer Tagebaufelder, wie sie etwa derzeit in Sachsen geprüft wird, ist für eine erfolgreiche Energiewende nicht notwendig und nicht wirtschaftlich, haben Wissenschaftler des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) herausgefunden. In einem am Mittwoch veröffentlichten Gutachten im Auftrage der Klima-Allianz Deutschland warnen die Energieexperten explizit vor den Umweltschäden, die beim Abbau und der Verstromung von Braunkohle entstehen. Das Gutachten analysiert die energiewirtschaftliche Notwendigkeit des Aufschlusses des Tagebaus „Nochten II“ (in der Nähe von Weißwasser) im Lausitzer Braunkohlerevier. Derzeit läuft dort ein Braunkohleverfahren zur Erschließung von rund 300 Millionen Tonnen Braunkohle, die im nahegelegenen Kraftwerk Boxberg verstromt werden sollen.
16.04.2013
Mehr Wachstum, mehr Jobs, eine immer stärkere Binnenwirtschaft: Die Aussichten für die deutsche Wirtschaft in den nächsten fünf Jahren sind gut, zeigt das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) in seiner Mittelfristprojektion. So werden die öffentlichen Haushalte wohl allein im Jahr 2017 Überschüsse von knapp 28 Milliarden Euro erzielen. Die Schuldenstandsquote wird der Schätzung zufolge voraussichtlich von knapp 82 Prozent im Jahr 2012 auf 68 1/2 Prozent im Jahr 2017 fallen. Ein Grund zum Ausruhen sei das aber nicht, urteilt Kristina van Deuverden, Finanzexpertin in der Abteilung Konjunkturpolitik. Gegen Ende des Jahrzehntes würden die Folgen des demographischen Wandels beginnen, die öffentlichen Finanzen stärker zu belasten. „Es wäre sinnvoll, die Spielräume für eine aktive Wirtschaftspolitik zu nutzen, die das Wachstumspotential stärkt“, urteilt die Wissenschaftlerin deshalb. Langfristig stehe Deutschland vor großen Herausforderungen. „Für die müssen wir uns jetzt wappnen.“
10.04.2013
Die Schwäche Ende 2012 war nur vorübergehend: Das deutsche Bruttoinlandsprodukt steigt 2013 und 2014 mit zunehmendem Tempo – Öffentlicher Gesamthaushalt ist in beiden Jahren im Plus
Nach einem schwachen Jahresausklang nimmt die deutsche Wirtschaft wieder Fahrt auf: Das Bruttoinlandsprodukt wird in diesem Jahr um 0,7 Prozent steigen, im kommenden Jahr ist dann ein Wachstum von 1,6 Prozent möglich. Das prognostiziert das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) in seinen Frühjahrsgrundlinien 2013. Demnach bleibt Deutschland in Europa die Konjunkturlokomotive: In keinem anderen großen Land des Euroraums steigt die Wirtschaftsleistung in diesem Jahr. Der wichtigste Wachstumstreiber in Deutschland ist nach Ansicht der Berliner Konjunkturforscher die gut laufende Binnenwirtschaft: Die verfügbaren Einkommen expandieren deutlich und der Arbeitsmarkt bleibt stabil, was den privaten Konsum als Wachstumsstütze stärkt. Aufgrund der positiven Wirtschaftsentwicklung entspannt sich die Kassenlage der öffentlichen Hand weiter: Obwohl nach Jahren der Zurückhaltung die staatlichen Ausgaben wieder stärker steigen, schließen die öffentlichen Haushalte aufgrund der guten Einnahmelage auch 2013 und 2014 mit Überschüssen ab. Damit ist ein Zwischenziel zur Haushaltskonsolidierung erreicht und wichtiger finanzpolitischer Spielraum erarbeitet worden.
27.03.2013
Im ersten Quartal 2013 ist die deutsche Wirtschaft dem Konjunkturbarometer des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) zufolge ein halbes Prozent gewachsen (im Vergleich zum Vorquartal). Das Barometer der Berliner Konjunkturforscher hellt sich damit nach der jüngsten Eintrübung zum Jahresende 2012 wieder auf. „Vor allem die anhaltend gute Lage auf dem Arbeitsmarkt macht Hoffnung, dass die Wirtschaft wieder an Tempo gewonnen hat“, erläutert DIW-Konjunkturchef Ferdinand Fichtner. „Auch in der Industrie wird weiter Beschäftigung aufgebaut, die Produktion dürfte wieder leicht zulegen.“
20.03.2013
In einem offenen Brief fordern 42 deutsche Wirtschafts‐ und Sozialwissenschaftler die Bundesregierung auf, dem europäischen Emissionshandel mehr Aufmerksamkeit zu widmen. Für die Klima- und Energiepolitik Europas ist der Emissionshandel von fundamentaler ökonomischer Bedeutung. In seiner jetzigen Ausgestaltung kann er seine Lenkungs‐ und Steuerungsfunktionen jedoch nicht erfüllen. Aus diesem Grunde besteht dringender Handlungsbedarf.
20.03.2013
DIW Berlin: Das traditionelle Alleinverdiener-Modell hat weitgehend ausgedient – Frauen arbeiten zunehmend zumindest in Teilzeitjobs
Frauen in Partnerschaften leisten einen steigenden finanziellen Beitrag zum gemeinsamen Verdienst des Paares. Durchschnittlich 30 Prozent haben sie dazu im Jahr 2011 beigetragen, was einem Zuwachs von drei Prozentpunkten gegenüber dem Jahr 2000 entspricht. Das geht aus einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) auf Basis von Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) hervor. „Dass Frauen erwerbstätig sind, wird für Partnerschaften immer wichtiger“, sagt Elke Holst, DIW-Forschungsdirektorin Gender Studies.
20.03.2013
Die Zahl der Unternehmensgründungen sinkt im Aufschwung. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Analyse des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin). Der antizyklische Verlauf deutet darauf hin, dass das Gründungsgeschehen konjunkturelle Schwankungen glätten und den Arbeitsmarkt stabilisieren könnte. „Insbesondere in Phasen der Rezession können Gründungen dazu beitragen, Arbeitslosigkeit abzubauen“, sagt DIW-Experte Alexander Kritikos. Das sei eine eindeutige Botschaft an die Wirtschaftspolitik, so Kritikos weiter: „Gründungen müssen kontinuierlich gefördert werden“. Die Bundesregierung hatte Anfang 2012 die Förderprogramme für Existenzgründungen aus der Arbeitslosigkeit drastisch zurückgefahren. Im Jahr 2012 sank dann die Zahl der Existenzgründungen von einem ohnehin schon niedrigen Niveau im Jahr 2011 um weitere 13 Prozent auf einen Tiefpunkt von 350 000.
13.03.2013
Der Preisverfall im europäischen Emissionshandel bedroht den Erfolg und die Glaubwürdigkeit der EU-Klimapolitik, warnen Forscher des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin). Die Preise der Zertifikate für Treibhausgasemissionen sind wegen eines hohen Überschusses stark gefallen und drohen weiter zu sinken. Allein seit Ende 2011 ist der Preis von 15 Euro auf unter fünf Euro gefallen – erwartet worden war ein Anstieg auf 30 Euro bis zum Jahr 2020."Die gewünschte Lenkungswirkung, nämlich den Unternehmen wirksame Anreize und klare Rahmenbedingungen für klimafreundliche Investitionen zu bieten, kann der Emissionshandel so nicht erfüllen", urteilen Karsten Neuhoff und Anne Schopp im aktuellen DIW-Wochenbericht. Rasche Entscheidungen der deutschen Politik sind notwendig, damit das Angebot auf europäischer Ebene schnell und nachhaltig verknappt werden kann. Die Analyse zeigt, dass sowohl die von der EU-Kommission vorgeschlagene Verschiebung der Versteigerung von Zertifikaten – das sogenannte Backloading - als auch eine langfristige Strukturreform des Emissionshandels unumgänglich sind.
06.03.2013
Das Familiensplitting ist zurück in der politischen Debatte. Hintergrund ist die Frage, ob das deutsche Ehegattensplitting auf eingetragene gleichgeschlechtliche Partnerschaften übertragen werden sollte. Das Familiensplitting nach französischem Vorbild ist nach Ansicht seiner Befürworter eine Möglichkeit, verstärkt Familien mit Kindern zu fördern. Dabei unterscheidet es sich kaum vom deutschen System des Ehegattensplittings mit Kinderfreibeträgen. Denn: Beim Familiensplitting wird lediglich der Kinderfreibetrag durch zusätzliche Splittingfaktoren für Kinder ersetzt. „Die Wirkungen des Ehegattensplittings bleiben somit erhalten: Negative Arbeitsanreize für verheiratete Frauen werden dadurch nicht verändert“, sagt Katharina Wrohlich vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin).
06.03.2013
Repräsentative Befragung von Mitgliedern des Deutschen Bundestags zeigt erstmals empirisch die erhöhte Risikobereitschaft von Politikern
Mitglieder des Deutschen Bundestags sind einer Studie zufolge deutlich risikofreudiger als die Bürger in Deutschland. Wie die Befragung von Abgeordneten durch Wissenschaftler des Exzellenzclusters „Languages of Emotion“ der Freien Universität Berlin und des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) Berlin ergab, liegt die Risikofreude von Abgeordneten noch über der von selbständig Berufstätigen, die ihrerseits risikobereiter sind als Angestellte oder Beamte. Dies gilt für sämtliche Risikobereiche, die in der Studie erhoben wurden: Autofahren, Geldanlagen, Sport und Freizeit, Karriere, Gesundheit und Vertrauen. Die Autoren interpretieren dieses Ergebnis positiv. Erste Ergebnisse der repräsentativen Studie wurden jetzt im Wochenbericht des DIW Berlin sowie in einem Arbeitspapier des Sozio-oekonomischen Panel (SOEP) veröffentlicht.
06.03.2013
Europäische Union verliert als Absatzmarkt an Bedeutung, während der Handel mit China stark wächst – Titel des Vize-Exportweltmeisters geht an die USA verloren
Nie zuvor war die deutsche Wirtschaft so stark vom Exportgeschäft abhängig wie derzeit: Im Jahr 2012 wurden Waren im Gesamtwert von knapp 1,1 Billionen Euro exportiert, was rund 44 Prozent des Bruttoinlandsprodukts entspricht. Gleichzeitig ist jedoch der deutsche Anteil am Welthandel gesunken. Das geht aus einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) hervor. „Insbesondere der Markt in China hat in den letzten Jahren erheblich zum Exportwachstum beigetragen“, sagt Studienautor Karl Brenke. „Aber die traditionellen Absatzmärkte in Europa machen uns Sorgen.“ So hat die schwache Entwicklung in der Eurozone dazu beigetragen, dass Deutschland hinter China und den USA nur noch das weltweit drittgrößte Exportland ist. Die Ursache liegt dabei nicht allein in der Krise; die Entwicklung im Euroraum ist vielmehr schon seit einer Dekade schwach. Die Länder der Europäischen Union (EU) sind zwar nach wie vor der wichtigste Absatzmarkt für deutsche Exporteure, verlieren aber zunehmend an Bedeutung. Demgegenüber nimmt der Handel mit Asien und europäischen Nicht-EU-Ländern wie Russland zu.
28.02.2013
Allzu großer Optimismus im Alter kann zu einem erhöhten Erkrankungs- und Sterblichkeitsrisiko führen. Das zeigt eine Studie von Forschern der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) gemeinsam mit dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin), der HU Berlin und der Universität Zürich auf der Grundlage von Daten der Langzeitstudie Sozio-oekonomisches Panel (SOEP). Demnach leben ältere Menschen, die ihre künftige Zufriedenheit gering einschätzen, offenbar länger und gesünder als ältere Menschen, die für sich eine rosige Zukunft sehen. Die Forschungsergebnisse wurden soeben online in der renommierten Zeitschrift „Psychology and Aging“ veröffentlicht.
27.02.2013
Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts ist nach Ansicht der Wahlberechtigten nicht entscheidend für Wohlstand und Lebensqualität
Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) spielt als Gradmesser für Wohlstand nach Ansicht der deutschen Bevölkerung nur eine untergeordnete Rolle. Als weitaus wichtiger werden der Erhalt der Demokratie und eine hohe Erwerbstätigenquote eingeschätzt. Das geht aus einer repräsentativen Erhebung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) in Zusammenarbeit mit TNS Infratest hervor. „Wohlstand und Lebensqualität definieren sich für viele Menschen nicht vorrangig über die Höhe des Durchschnittseinkommens und des Wirtschaftswachstums“, sagt DIW-Experte Marco Giesselmann, einer der Studienautoren. „Die Politik muss deshalb auch die weiteren Bedürfnisse und Anforderungen der Menschen messbar machen und anerkennen.“ Hintergrund der Umfrage ist ein Vorschlag der Enquete-Kommission „Wachstum, Wohlstand, Lebensqualität“, die im Auftrag des Deutschen Bundestags eine Alternative zum BIP entwickeln soll und sich nun mehrheitlich für ein Konzept mit zehn Leitindikatoren ausgesprochen hat.
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