In der aktuellen Folge des Podcasts Wirtschaft bewegt – 100 Jahre DIW Berlin spricht Moderator Erich Wittenberg mit Sabine Zinn, Leiterin des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP), über die Bedeutung, Geschichte und Zukunft dieser einzigartigen Langzeitstudie des DIW Berlins.
„Es ist ein Datenschatz, der immer weiter wächst“, sagt Sabine Zinn über die Befragung im SOEP. Es ist die größte und am längsten laufende multidisziplinäre Langzeitstudie in Deutschland – und seit 1984 eine zentrale Grundlage für die Sozial- und Wirtschaftsforschung. Jährlich werden tausende Haushalte zu vielfältigen Lebensbereichen befragt: von Arbeit und Einkommen über Gesundheit bis hin zu Einstellungen und Lebenszufriedenheit. Besonders wertvoll ist dabei der Längsschnittcharakter: Immer wieder werden dieselben Personen befragt, was detaillierte Analysen gesellschaftlicher Veränderungen ermöglicht.
Sabine Zinn bei der Aufzeichnung der Podcastfolge.
© DIW Berlin
Das Themenspektrum des SOEP ist breit. Es reicht von der Zusammensetzung der Haushalte und Erwerbsbiografien bis zu subjektivem Wohlbefinden und Vertrauen in Institutionen. Manche Fragen bleiben über Jahrzehnte gleich, um Entwicklungen messen zu können – andere weichen neuen Themen wie etwa dem Wissen und der Nutzung Künstlicher Intelligenz. Neue Fragen werden sorgfältig entwickelt, getestet und von einem wissenschaftlichen Komitee geprüft, bevor sie ins Panel aufgenommen werden.
„Die SOEP-Daten werden tatsächlich weltweit von einer großen Zahl von Wissenschaftler*innen aller möglichen Disziplinen genutzt“, betont Sabine Zinn im Podcast. Die SOEP-Daten stehen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus aller Welt zur Verfügung, vom Doktoranden bis zur Professorin, aus Disziplinen wie Ökonomie, Soziologie, Psychologie oder Gesundheitswissenschaften. Derzeit nutzen über 17.000 Forschende die Daten, die in mehr als 10.000 wissenschaftliche Publikationen eingeflossen sind. Der Datenschutz ist dabei oberstes Gebot – der Zugang ist kostenlos und ausschließlich für wissenschaftliche Zwecke möglich.