Evaluierung durch den Wissenschaftsrat 2009

Stellungnahmen

Stellungnahmen zum Evaluierungsbericht 2009 des Wissenschaftsrates

Das SOEP gehört zu den wenigen sozial- und wirtschaftswissenschaftlichen Einrichtungen in Deutschland, die weltweit an der Spitze stehen. Dies macht uns besonders stolz, denn die Leibniz-Gemeinschaft will eine erstklassige wissenschaftliche Infrastruktur auf der Basis exzellenter Forschung anbieten. Das SOEP zeigt, dass eine Einrichtung für wissenschaftliche Infrastruktur und Dienstleistung wissenschaftlich exzellent sein kann."

Ernst Th. Rietschel, Präsident der Leibniz-Gemeinschaft (WGL)
Die Daten des SOEP ermöglichen eine beeindruckende Bandbreite empirischer Forschung und tragen damit auf herausragende Weise zu einem besseren Verständnis des Lebens der Menschen in unserer Gesellschaft über den gesamten Lebensverlauf hinweg bei. Ähnlich wie verbesserte Weltraumteleskope ein zunehmend detaillierteres Bild der Zusammensetzung und Dynamik ferner astronomischer Objekte vermitteln, werden methodische Neuerungen eine genauere Untersuchung der Zusammensetzung unserer Gesellschaft und des Wandels der Lebensbedingungen der Bürgerinnen und Bürger im Zeitverlauf ermöglichen."

Peter Strohschneider, Vorsitzender des Wissenschaftsrates
Politikberatung braucht eine fundierte empirische Basis - deswegen ist das SOEP für unsere Arbeit am DIW Berlin von herausragender Bedeutung. Vom Bericht der Gutachter und durch die wissenschaftspolitische Empfehlung des Wissenschaftsrates fühlen wir uns bestätigt. Das SOEP ist eine weltweit führende Datenquelle, die zu Recht ausgebaut werden soll. Und zwar im Interesse einer besseren Politikberatung wie im Interesse der Grundlagenforschung."

Klaus F. Zimmermann, Professor für Volkswirtschaftslehre und Präsident des DIW Berlin
Die Empfehlungen des Wissenschaftsrats zum Sozio-oekonomischen Panel (SOEP) sind ein Glücksfall für die Forschung in Deutschland. Mit der Umsetzung dieser Empfehlungen wird das  SOEP für die Lebensspannen-Psychologie noch wichtiger werden.  Die Empfehlungen erleichtern den weiteren Ausbau der erfolgreichen Zusammenarbeit zwischen der SOEP-Gruppe am DIW Berlin und dem Max-Planck-Institut für Bildungsforschung. Die sehr gute Bewertung des SOEP durch den Wissenschaftsrat unterstreicht das Potential für interdisziplinäre Zusammenarbeit und innovative Forschung am Standort Berlin."

Ulman Lindenberger, Professor für Psychologie und Direktor am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, Berlin
Das SOEP wurde in den letzten Jahren für die verhaltenswissenschaftliche Volkswirtschaftslehre ("behavioral economics") immer wichtiger. Als Kooperationspartner der SOEP-Gruppe in Berlin freue ich mich sehr, dass der Wissenschaftsrat einen weiteren Ausbau von innovativen Datenerhebungen mit dem SOEP unterstützt. Wir haben in Bonn schon jede Menge Ideen, die wir einbringen werden."

Armin Falk, Professor für Volkswirtschaftslehre an der Universität Bonn und Leibniz-Preisträger der Deutschen Forschungsgemeinschaft 
Für die Sozial- und Bildungsforschung in Berlin und auch in der gesamten Leibniz-Gemeinschaft ist das SOEP eine äußerst wichtige Datengrundlage. Es ist sehr erfreulich, dass der Wissenschaftsrat innovative neue Erhebungsmethoden im SOEP unterstützt. Zum Beispiel die Erhebung kognitiver Leistungen von Befragten ist für die Bildungsforschung wichtig. Es gab bislang bereits eine sehr gute Zusammenarbeit der Berliner Universitätssoziologie und des WZB mit der SOEP-Gruppe im DIW Berlin. Diese Zusammenarbeit werden wir mit dem Rückenwind des Wissenschaftsrates weiter ausbauen."

Heike Solga, Professorin für Soziologie an der FU Berlin und Direktorin am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) 
Die Unterstützung innovativer Erhebungsmethoden durch den Wissenschaftsrat ist für das SOEP sehr wichtig. Viele wissenschaftliche Fragestellungen lassen sich nur begrenzt durch Befragungen untersuchen. Sie erfordern den Einsatz alternativer Methoden, die dem neuesten Stand von Technik und Wissenschaft entsprechen. Berlins Forschungslandschaft bietet ein großartiges Umfeld für die methodische Erweiterung des SOEP. Ich selbst habe bereits Erfahrungen mit einer an das SOEP angelehnten Studie gemacht, in der Mobiltelefone für Erhebungen in alltäglichen Lebenskontexten eingesetzt wurden. Unter anderem konnten so kognitive Leistungen im Alltag gemessen werden."

Michaela Riediger, Leiterin der Selbständigen Nachwuchsgruppe „Affekt im Lebensverlauf" am MPI für Bildungsforschung, Berlin
Die Bedeutung des SOEP für die empirische wirtschafts- und sozialwissenschaftliche Forschung sowie die evidenzbasierte Politikberatung kann nicht häufig genug betont werden. Die Verfügbarkeit dieses Datensatzes für die internationale Wissenschaft hat erheblich zum Erkenntnisfortschritt bspw. zur Integration von Minderheiten, der Funktionsweise des Arbeitsmarktes, und der Wirksamkeit insbesondere arbeitsmarkt-, familien- und bildungspolitischer Maßnahmen beigetragen. Trotz dieser bereits herausragenden Bedeutung des SOEP sind weitere Investitionen sehr wünschenswert, insbesondere eine weitere Vergrößerung der Stichprobe. Damit könnten noch bestehende Lücken in unserem Wissen zu den Auswirkungen wirtschaftspolitischer Maßnahmen bspw. für Minderheiten oder auf die Einkommensverteilung geschlossen werden und somit zu einer weiteren Verbesserung der Wirtschafts- und Sozialpolitik beitragen. Ein Beispiel dafür ist die immer wieder aufkeimende Diskussion um Armut und Reichtum in Deutschland. Hierzu liegen bislang keine im Detail verlässlichen Daten vor. Durch eine Ausweitung des SOEP könnte diese Lücke geschlossen werden."

Thomas Bauer, Professor für Volkswirtschaftslehre an der Ruhr-Universität Bochum und Mitglied des Vorstands des RWI Essen
Für die betriebswirtschaftliche Personalforschung ist das SOEP seit Jahrzehnten eine zentrale Datengrundlage, insofern dieser einzigartige Datensatz Informationen über berufliche Einbettung, Arbeitsmarkt und etriebliche Arbeitssituation zusammenführt. Personalwirtschaftliche Fragen im Themenfeld Arbeit sind jedoch vielfältig diversifiziert, beispielsweise nach soziodemographie, Qualifikation, Region, Organisation etc. Die Empfehlung des Wissenschaftsrates zum Ausbau des SOEP ist aus betriebswirtschaftlicher Perspektive entsprechend hochwillkommen. Die Aufstockung des Stichprobenumfangs wird es ermöglichen, über kleinere Teilgruppen wie Leiharbeitnehmer oder Führungskräfte validere Informationen insbesondere auch im Längsschnitt zu gewinnen. Der Aufbau eines Innovations-Panels wird nicht nur reichhaltigere Daten zu speziellen Forschungsfragen wie Arbeitsmarktverhalten und beruflicher Karriere liefern, sondern darüber hinaus die Verbindung zu externen Datensätzen weiter verfeinern, was der Mehrebenenproblematik in der Personalforschung besser entspricht."

Rüdiger Kabst, Professor für Betriebswirtschaftslehre insb. Personalmanagement an der Justus-Liebig-Universität Gießen und
Wenzel Matiaske, Professor für Betriebswirtschaftslehre, insb. Leadership and Labour Relations an der Helmut-Schmidt-Universität Hamburg, Vorsitz der wissenschaftlichen Kommission Personal im Verband der Hochschullehrer für Betriebswirtschaftslehre

Die Verbindung der SOEP-Surveydaten mit Labordaten, die wir im Rahmen der Berliner COGITO-Studie gewonnen haben, eröffnet eine Reihe von faszinierenden Möglichkeiten. In der Kombination von repräsentativen Paneldaten aus dem SOEP und zum Beispiel Trainingsstudien im Labor oder in Schulen sehe ich auch für die pädagogisch-psychologische Forschung eine Reihe von sehr interessanten Möglichkeiten für innovative Forschungsdesigns. Die positive Evaluation des SOEP durch den Wissenschaftsrat erlaubt mir nun entsprechende Weiterentwicklungen der begonnenen Zusammenarbeit auch an meinem neuen Arbeitsplatz am DIPF in Frankfurt am Main."

Florian Schmiedek, Professor am Leibniz-Institut DIPF in Frankfurt am Main und Adjunct Research Scientist am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, Berlin