Regionaldaten

Das SOEP bietet vielfältige Möglichkeiten raum- und regionalbezogener Analysen. Über die anonymisierte regionale Zuordnung des Wohnortes der SOEP-Haushalte bzw. der Personen in diesen Haushalten ist es möglich, eine Vielzahl von regionalen Indikatoren auf der Ebene der Bundesländer, der Raumordnungsregionen, der Kreise und der Postleitzahlen dem SOEP zuzuspielen, wobei wegen der datenschutzrechtlichen Sensibilität dieser Regionalinformationen bestimmte Sicherheitsvorkehrungen einzuhalten sind (siehe Übersicht). Sie können auf diese Weise keine Aussagen zu spezifischen Wohnorten oder Landkreisen machen, jedoch wertvolle Hintergrundinformationen in Ihre Mikroanalysen einfügen.

Im Standarddatensatz ist die Variable $BULA (= Bundesland) enthalten. Sollten Sie tiefer gegliederte Regionalinformationen für Ihre Forschungsarbeit benötigen, beispielsweise Gemeindegrößenklassen, benötigen Sie einen erweiterten Datenweitergabevertrag, dessen Hauptbestandteil ein von Ihnen zu erstellendes Datenschutzkonzept ist.

Für die Nutzung der Raumordnungsregionen (Geocodes) ein erweitertes Datenschutzkonzept erforderlich. Nach dessen Prüfung wird ein erweiterter Datenweitergabevertrag erstellt. Erst nach Vertragsabschluss können Sie diese Daten erhalten.

Im Rahmen von Forschungsaufenthalten am DIW Berlin oder über den Fernrechenzugang mit Hilfe von SOEPremote besteht die Möglichkeit für Analysen auf der Ebene der – datenschutzrechtlich besonders sensitiven – kleinräumigen Kreiskennziffern (KKZ).

Voraussetzung für die Nutzung von SOEPremote ist wiederum der Abschluss eines erweiterten Datenweitergabevertrages und ein Antrag für SOEPremote (PDF, 70.39 KB)als Addendum des Vertrages. Nach der Freischaltung können Sie über den so genannten "remote access" ihre Auswertungssyntax (derzeit nur im STATA Format) per E-Mail an unseren Rechner übersenden. Dieser arbeitet den Auftrag - nach Prüfung auf Datenschutzerfordernisse - automatisch ab und übersendet Ihnen wieder per E-Mail die Ergebnisse in einer Protokoll-Datei (log-File).

Mit den Gemeindekennziffern und auf Postleitzahlebene kann - um Missbrauch zu vermeiden - ausschließlich am DIW Berlin gearbeitet werden.

Regionalbezogene Analysen mit dem SOEP im Überblick


Foto: DIW Berlin

Die bevölkerungsstarken Bundesländer, beispielsweise Baden-Württemberg, Bayern und Nordrhein-Westfalen, sind aufgrund ihrer Stichprobengröße sinnvoll auswertbar. Prinzipiell besteht die Gefahr, dass bei tiefer gegliederten Strukturanalysen die bundesländerspezifischen Fallzahlen einzelner Zellen für statistisch signifikante Aussagen zu klein werden. Auswertbar sind die Daten jedoch für "Pools" einzelner kleiner Bundesländer (z. B. Ländertypen).

Im Datenschutzkonzept für die Nutzung der Gemeindegrößenklassen sollten folgende Punkte berücksichtigt werden:

  • Wer wird mit den Daten arbeiten? (Zugriffskontrolle)
  • Verfahren zum regelmäßigen Wechsel von Passwörtern (Zugangskontrolle)
  • Beschreibung des Ortes/Rechnertyps, auf dem die Daten gespeichert werden sollen (Zutrittskontrolle)
  • Prozedur zur Verhinderung der Nutzung der Daten auf anderen Rechnern (auch nicht auf dem heimischen PC) (Zugangskontrolle)


Dieses Konzept muss zudem von der/dem Datenschutzbeauftragten Ihrer Einrichtung unterzeichnet sein.

Für die Nutzung der Raumordnungsregionen (Geocodes) sind darüber hinaus noch folgende Punkte zu berücksichtigen:

  • Einzelplatzrechner (nicht vernetzt)
  • Mindestens zweifacher Zugriffsschutz für Dateien
  • Berechtigte(r) muss erkennen können, ob Zugriffe durch Dritte stattgefunden haben bzw. versucht wurden (Protokollierung)
  • Prozedur zur Verhinderung der Nutzung der Daten auf anderen Rechnern (auch nicht auf dem heimischen PC)
  • Beschränkung des Zugangs zu zentralen DV-Einrichtungen
  • Regelmäßige Kontrollen durch die/den Datenschutzbeauftragte(n)


Dieses Datenschutzkonzept muss von der/dem Datenschutzbeauftragten Ihrer Einrichtung unterzeichnet sein. Ein Beispiel für solch ein Datenschutzkonzept, das natürlich noch an Ihre Einrichtung angepasst werden muss, finden Sie hier (PDF, 69.69 KB).

Sie können uns gerne Ihren Entwurf für das Datenschutzkonzept vorab per E-Mail schicken.

Einen guten Überblick über die Möglichkeiten regionalbezogener Analysen mit dem Sozio-oekonomischen Panel (SOEP) bieten die folgenden, z.T.  in der Publikationsreihe Data Documentation des DIW Berlin erschienenen Papers:


Gundi Knies und C. Katharina Spieß:
Regional Data in the German Socio-Economic Panel Study (SOEP) (PDF, 1.66 MB)

Jan Goebel, C. Katharina Spieß, Nils R. J. Witte und Susanne Gerstenberg:
Die Verknüpfung des SOEP mit MICROM-Indikatoren: Der MICROM-SOEP Datensatz (PDF, 0.75 MB)

Peter Hintze, Tobia Lakes:
Data Documentation 46: Geographically Referenced Data in Social Science: A Service Paper for SOEP Data Users (PDF, 3.56 MB)

C. Katharina Spieß:
Das Sozio-oekonomische Panel (SOEP) und die Möglichkeiten regionalbezogener Analysen (PDF, 2.22 MB)

Jan Goebel:
Kurzinformationen zum SOEP-Geocode (PDF, 454.45 KB)

Jan Goebel, Bernd Pauer:
Datenschutzkonzept zur Nutzung von SOEPgeo im Forschungsdatenzentrum SOEP am DIW Berlin

Jan Goebel:
Job submission instructions for the SOEPremote System at DIW Berlin

Ansprechpartner