soep.iab-soep-mig.2017

soep.iab-soep-mig.2017

Titel: IAB-SOEP-Migrationsstichproben (M1, M2), Daten der Jahre 2013-2017

DOI: 10.5684/soep.iab-soep-mig.2017

Veröffentlichungsdatum:06.03.2019

Autoren:

Primärforscher: Herbert Brücker, Stefan Liebig, Jürgen Schupp

Co-PrimärforscherInnen: Martin Kroh, Jan Goebel, Parvati Trübswetter

An der Bereitstellung des Scientific Use Files beteiligte MitarbeiterInnen: Charlotte Bartels, Alexandra Fedorets, Andreas Franken, Markus Grabka, Jannes Jacobsen, Selin Kara, Peter Krause, Hannes Kröger, Maria Metzing, Janine Napieraj, Jana Nebelin, David Richter, Diana Schacht, Paul Schmelzer, Christian Schmitt, Daniel Schnitzlein, Carsten Schröder, Rainer Siegers, Knut Wenzig, Stefan Zimmermann

Datenerhebung: Kantar Public Deutschland

Erhebungszeitraum: 2013-2017

Wenn Sie mit diesen Daten veröffentlichen, muss folgendes Paper zitiert werden:

Herbert Brücker, Martin Kroh, Simone Bartsch, Jan Goebel, Simon Kühne, Elisabeth Liebau, Parvati Trübswetter, Ingrid Tucci & Jürgen Schupp (2014): The new IAB-SOEP Migration Sample: an introduction into the methodology and the contents. SOEP Survey Paper 216, Series C. Berlin, Nürnberg: DIW Berlin.

Umfassende Dokumentationen sind in paneldata.org enthalten.

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Datenzugang

Über das FDZ des SOEP:
Der Datensatz ist zugleich zusätzliche Stichproben für die SOEP-Core-Studie, er ist als Sample M1 und M2 in SOEP v33.1 integriert (identische Fragebögen, angereichert um Fragen zur Migrations-Situation der Befragten). Alle SOEP-NutzerInnen mit einem gültigen Datenweitergabevertrag haben die Daten entweder mit SOEP v34 erhalten, oder können sie entweder als SOEP v34 oder getrennt als Daten der IAB-SOEP-Migrationsstichprobe auf den üblichen Wegen bestellen (SOEPhotline, Webseite). Der Datensatz wird, wie üblich, über einen personalisierten, sicheren Downloadlink kostenfrei zur Verfügung gestellt. Neue Interessenten können sich hier über den Datenweitergabeprozess informieren.

Über das FDZ des IAB:
Zugangsmöglichkeiten wie  hier beschrieben.

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Studieninformationen

Die IAB-SOEP-Migrationsstichproben sind ein gemeinsames Projekt des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) und des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin). Das Projekt hat zum Ziel, Einschränkungen von vorherigen Datensätzen zu überwinden, indem Stichproben gezogen werden, die die Veränderungen in der Struktur der Migration nach Deutschland seit 1995 berücksichtigt.

Ziehungsdesign

Die IAB-SOEP-Migrationsstichprobe M1 wurde aus den Integrierten Erwerbsbiografien (IEB) gezogen und 2013 erstmalig befragt. Es werden 250 Regionaleinheiten mit einem mehrstufigen Verfahren gezogen, so dass jede Person aus der Grundgesamtheit unserer Zielpopulation die gleiche Wahrscheinlichkeit hat, in die Stichprobe zu gelangen. In den 250 Regionaleinheiten des Feldeinsatzes wurden je 80 Adressen zufällig gezogen, wobei bestimmte Herkunftsgruppen eine höhere Ziehungswahrscheinlichkeit erhielten, um hinreichend große Fallzahlen für spezifische Gruppen zu gewährleisten. Dazu gehören insbesondere Personen aus den neuen EU-Mitgliedsländern und Personen aus Südeuropa.

Die Haushalte der zweiten IAB-SOEP-Migrationsstichprobe (M2) wurden 2015 erstmalig befragt und sind in die Datenlieferung integriert. Die Zielpopulation dieser IAB-SOEP-Migrationsstichprobe sind Personen, die zwischen 2010 und 2013 nach Deutschland eingewandert sind. Die größte Gruppe stellen dabei die Migrantinnen und Migranten aus den neuen EU-Mitgliedsstaaten in Osteuropa. Dieser Umstand ermöglicht es, die sich gegenwärtig vollziehende dynamische Änderung des Einwanderungsgeschehens nach Deutschland besser zu beschreiben. Die Stichprobe M2 besteht aus 1.096 Haushalten und ist, wie die Stichprobe M1, aus den Registerdaten der Bundesanstalt für Arbeit gezogen worden.

Befragung

Die gezogenen Personen werden zunächst mit einem Personenfragebogen, der auch Fragen zur (Migrations-)Biografie befragt, und jeder Haushalt mit einem Haushaltsfragebogen. Alle Familienmitglieder über 16 Jahren in den jeweiligen Haushalten wurden ebenfalls mit dem Personenfragebogen befragt. Ab dem zweiten Befragungsjahr werden die weiteren SOEP-Fragebögen eingesetzt, insbesondere die altersspezifischen Mutter-(bzw. Eltern-)Kind-Fragebögen.

Die IAB-SOEP-Migrationsstichproben bietet eine Datenbasis, mit der neue Erkenntnisse für die Erschließung von Fachkräftepotenzialen sowie für die Einwanderungs-, Integrations- und Arbeitsmarktpolitik in Deutschland gewonnen werden können. Folgende Inhalte werden erhoben:

  • Migrationsbiografie: Einreisezeitpunkt, frühere Migrationsepisoden, Such- und Informationsverhalten.
  • Bildungsbiografie: Höchste Bildungs- und Berufsabschlüsse, Schuljahre, Bildungserwerb im In- und Ausland, Anerkennungsverfahren, Sprachkompetenz.
  • Erwerbsbiografie: Beschäftigung, Selbständigkeit, Arbeitslosigkeit in Deutschland und dem Herkunftsland.
  • Arbeitsmarktinformationen: Verdienste, Voll- und Teilzeitarbeit, Arbeitsstunden, Leistungsbezug, Reservationslohn, Teilnahme an Maßnahmen der aktiven Arbeitsmarktpolitik.
  • Rückkehrmigration: Rückkehrmigrationsabsichten, Rückkehrmigration, eingeschränkte Befragung von Rückkehrmigranten.
  • Sonstiges: Rücküberweisungen an die Heimatländer, Lebenszufriedenheit, Risikoneigung, soziale Integration und Anerkennung.

Die Studie öffnet neue Perspektiven für die Migrationsforschung und verschafft Einblicke in die Lebenssituation von (neuen) MigrantInnen in Deutschland.

Die IAB-SOEP-Migrationsstichproben erhöhen die nutzbare Datenbasis für Forschungen zu Migration und dem Leben von Migranten in Deutschland zusammen mit SOEP-Core erheblich. 4.964 Personen in 2.723 Haushalten nahmen an der ersten Welle dieser Studie teil.

Tabelle 1: Fallzahlenentwicklung der IAB-SOEP Migrationsstichprobe

2013 2014 2015 2016 2017
Erwachsene 4.964 3.752 4.770 3.832 3.408
Kinder 2.481 1.950 2.480 1.972 1.768

Weil die Studie auch in der normalen SOEP-Datenweitergabe enthalten ist, können weitere Migrant_innen aus anderen SOEP-Core-Stichproben in die Analyse einbezogen werden, was die Anzahl der Beobachtung erhöht.

Registerverknüpfung

Es ist für die beiden Migrationsstichproben möglich, die Daten der SOEP-Erhebung mit administrativen Arbeitsmarkt- und Einkommensdaten zu verknüpfen, falls für die jeweiligen Befragten eine explizite Zustimmung zur Registerverknüpfung vorliegt. Weil aber diese verknüpften Datensätze Sozialdaten enthalten und nur schwach anonymisiert sind, ist ein Zugang nur direkt im Forschungsdatenzentrum der Bundesanstalt für Arbeit im IAB (FDZ IAB) möglich. Forscherinnen und Forscher erhalten Zugriff auf die FDZ IAB-Daten entweder während eines Gastaufenthaltes am IAB oder über einen kontrollierten Fernrechenzugang, der ebenfalls vom IAB eingerichtet wird. Anfragen für den Datenzugang müssen direkt an das FDZ IAB gestellt werden, zumal auch ein Datennutzungsvertrag mit dem IAB erforderlich ist (weitere Informationen).

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Dokumentation

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Zusätzliche Dokumente

Wegweiser zur Datenanalyse der IAB-SOEP Migrationsstichprobe (M1-M2) und der IAB-BAMF-SOEP Stichproben von Geflüchteten (M3-M5) (SOEP Survey Paper 600 (PDF, 1.1 MB))

The new IAB-SOEP Migration Sample: an introduction into the methodology and the contents (SOEP Survey Paper 216)

Flowcharts for the Integrated Individual-Biography Questionnaire of the IAB-SOEP Migration Sample 2013 (SOEP Survey Paper 261)

Arbeitshilfe (PDF, 334.74 KB)

How to Generate Spell Data from Data in "Wide" Format based on the migration biographies of the IAB-SOEP Migration Sample (SOEP Survey Paper 228)

Methodenbericht 2013 zum IAB-SOEP-Migrationssample
Methodenbericht 2014 zur 2. Welle des IAB-SOEP Migrationssamples
Fieldwork Report 2015 (part of the SOEP Wave Report 2015)

The 2013 IAB-SOEP Migration Sample (M1): Sampling Design and Weighting Adjustment (SOEP Survey Paper 271)


Datenbeschreibung

Datenstruktur

Die Datenstruktur ist der Struktur, die in SOEP-Core genutzt wird, sehr ähnlich. Jede Welle (Erhebungsjahr) ist durch Buchstaben identifizierbar: Die erste Welle 1984 ist Welle "A", Befragungsjahr 1985 ist Welle "B", 2009 hatten wir Welle "Z" erreicht, der dann 2010 Welle "BA" folgte und so weiter. Entsprechend ist das Erhebungsjahr 2013 an dem Wellen-Präfix "BD", 2015 an dem Wellen-Präfix "BF" erkennbar. Zur Kennzeichnung, dass es für den jeweiligen Datensatz ein wellenspezifisches Präfix gibt, wird der Platzhalter $$ genutzt. Für jedes Jahr der SOEP-Daten gibt es jeweils einen eigenen Datensatz, der die Daten aus den Interviews enthält, für Haushalt (hier also bdh, beh und bfh, kurz: $$h) und Personen ($$p und $$p_mig) sowie für die Daten über Kinder (hier $$kind). Diese Beobachtungen bilden die Netto-Population, jede Datei enthält so viele Daten, wie Interviews realisiert werden konnten. Zusätzlich bilden Dateien mit sehr wenigen Variablen, die auf den Adressdaten beruhen, die Bruttostichprobe der Haushalte und Personen, also alle Haushalte und ihre Mitglieder, die in einem Umfragejahr ein Interview hätten geben können. In der folgenden Tabelle haben wir einen Überblick über alle erhältlichen Datensätze für Sie bereitgestellt (Stand: v33, aktuellere Informationen in diesem SOEP Survey Paper (PDF, 1.1 MB)):

Datensatz label Erhebungs-jahre Analyse-einheit
ppfad Basis-Informationen und surveybezogene Variablen zu allen Personen, die in Teilneh-merhaushalten, inkl. der Personen, die nicht erreichbar waren oder verweigerten. 2013/14/15 P
hpfad Surveybezogene Variablen zu allen Haushalten, die interviewt wurden 2013/14/15 H
$$p_mig Alle Variablen aus den integrierten Personen- und Biografiefragebögen der IAB-SOEP Migrationsstichproben (Erstbefragte) 2013/14/15 P
migspell Migrationsbiografien aus $$p_mig als Spelldatensatz P
$$p Personenfragebögen bzw. kompatible Variablen aus den integrierten Personen- und Biografiefragebogen, jedoch ohne die Biografie-Anteile 2013/14/15 P
$$h Alle Variablen aus den Haushaltsfragebögen 2013/14/15 H
$$kind Variablen zu Kindern (aus den Haushaltsfragebögen) 2013/14/15 P
$$pgen generierte Variablen zu Personen P
$$pkal Kalendarium zu Erwerbstätigkeit und Einkommen 2013/14/15 P
$$hgen Generierte Variablen zu Haushalten 2013/14/15 H
mihinc Ergebnisse der multiplen Imputation des Nettomonatseinkommens des Haushalts H
pflege Variablen zu Schwerbehinderung und Pflegebedürftigkeit 2013/14/15 P
health Variablen zum Gesundheitszustand 2013/14/15 P
$$hbrutto Grundinformationen zu allen Haushalten, die kontaktiert werden sollten 2013/14/15 H
$$pbrutto Grundinformationen zu allen Personen, die in einem SOEP-Haushalt leben 2013/14/15 P
hhrf Gewichtungsvariablen Haushaltsebene H
phrf Gewichtungsvariablen Personenebene P
biobirth Geburtsbiografie der/des Befragten (generiert) P
bioedu Bildungsbeteiligung und -übergänge (generiert) P
biocouplm Paargeschichte: Monatsspells (generiert) P
biocouply Paargeschichte: Jahresspells (generiert) P
bioimmig Längsschnittvariablen zu Einwanderern und Ausländern (jährliche Daten) P
biojob Informationen über den ersten und letzten Job (generiert) P
bioresid Bezug des Wohnsitzes und Zweitwohnsitz (generiert) P
biomarsm Heiratsgeschichte: Monatsspells (generiert) P
biomarsy Heiratsgeschichte: Jahresspells (generiert) P
bioparen Biografische Daten zu Eltern (generiert) P
biosib Geschwistergeschichte (generiert) P
biosoc Retrospektive Daten zu Jugend und Sozialisation (generiert) P
biotwin Daten zu Zwillingen (generiert) P
bioage17 biographische Information aus dem Jugendfragebogen (generiert) 2014/15 P
bioagel biographische Informationen aus den Mutter-Kind-Fragebögen (generiert) 2014/15 P
pbiospe Jährliche Aktivitätsbiografie (generiert) P
cirdef Datensatz zur Auswahl von Zufallsgruppen je Primary Sampling Unit H
design Designgewichte (haushaltsbezogen) H
kidlong Long-Datensatz zu den wellenspezifischen $$kind-Datensätzen P
lifespell

Informationen zur Pre- und Post-Survey-Geschichte für alle Personen, die jemals Mitglied eines SOEP-Haushalts waren

P
artkalen Beschäftigungskalender auf Monatsbasis P
$$pequiv Cross-national Equivalent File 2013/14/15 P
$$page17 Fragen aus dem Jugendfragebogen, die nicht in BIOAGE17 enthalten sind 2014/15 P
bepluecke Nachbefragung, wenn die Vorjahresdaten fehlen 2015 P
$$school Daten des Schülerinnen- und Schüler-Fragebogens (11-12-jährige) 2014/15 P
$$vp Daten über verstorbene Person im Haushalt 2014/15 P
cogdj Daten eines Kognitionstests (Jugend) 2014/15 P
hbrutt$$ Originale Bruttostichprobe der jeweils ersten Welle (13 und 15) 2013/15 H
pbr_exit Kumulierte Exit-Variablen P

Benennung von fehlenden Informationen (missings)

Umfrage-Variablen können auf 'Missing' gesetzt werden, d.h. sie haben aus verschiedenen Gründen keine gültige Aussage oder keinen gültigen Wert. Im SOEP gibt es grundsätzlich keine negativen Werte für eine zutreffende Variable, deswegen können negative Werte zur Bezeichnung von fehlenden Informationen genutzt werden. Es gibt zwei grundsätzliche Unterscheidungen für fehlende Werte: Sie können entweder in der Antwort der/des Befragten begründet liegen oder im Umfrage-Design. Die folgenden Codierungen werden im SOEP genutzt:

Code Bedeutung
-1 keine Antwort / weiß nicht
-2 trifft nicht zu
-3 unplausibler Wert
-4 unzulässige Mehrfachantwort
-5 nicht in dieser Version des Fragebogens enthalten
-6 Version des Fragebogens mit geänderter Filterführung

Mit der Ausweitung des SOEP sind in den vergangenen Jahren komplett neue Stichproben, wie die IAB-SOEP-Migrationsstichprobe, in die Studie aufgenommen worden. In diesen Stichproben sind einige Fragen überhaupt nicht gestellt worden, sei es, um den Fragebogen zu kürzen, sei es, weil der Fokus der Stichprobe ein anderer war. In diesen Fällen wird für die gesamte (Unter-)Stichprobe die entsprechende Variable auf "-5, nicht in dieser Version des Fragebogens enthalten" gesetzt.

Durch die Nutzung von CAPI (Computer-Assisted Personal Interviewing) wurde in den jüngeren Stichproben ein integierter Personen- und Biografiefragebogen genutzt, dass heißt, der Biografiefragebogen und der Personenfragebogen wurden zusammen befragt. Einige Fragen des Biografiefragebogens werden im Personenfragebogen ebenfalls gestellt. Während in der PAPI-Befragung (Paper and Pencil Interviewing) die/der Befragte die gleich Frage zweimal beantwortet, erlaubt die CAPI-Befragung durch Filterung um die Frage herumzuführen, wenn sie bereits beantwortet wurde. Diese Fälle kommen eher selten vor – aber wenn, erhalten sie den Code   "-6, Version des Fragebogens mit geänderter Filterführung".


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