Nicht-referierte Aufsätze
Jennifer Potthoff, Rebecca Gabel
In: IW-Trends 52 (2025), 4,
Trotz aktueller Krisen bleibt das subjektive Wohlbefinden der Deutschen insgesamt hoch und erreicht gegenwärtig historische Höchstwerte wie in den 2010er Jahren. Besonders zufrieden sind junge Erwachsene und Menschen im Ruhestand, während die Lebenszufriedenheit im mittleren Alter tendenziell abnimmt – ein typischer „U-Verlauf“. Zu den zentralen Einflussfaktoren auf die Lebenszufriedenheit gehören unter anderem das Einkommen, Alter, Erwerbsstatus und die Überzeugung, das Leben durch eigenes Handeln beeinflussen zu können – die internale Kontrollüberzeugung. Dabei gilt: Personen mit stärkerer internaler Kontrollüberzeugung berichten eine höhere Lebenszufriedenheit. Mehr Geld erhöht die Zufriedenheit vor allem im unteren Einkommensbereich. Hinsichtlich der Arbeitszeit zeigt sich, dass Voll- und Teilzeitbeschäftigte deutlich zufriedener sind als geringfügig Beschäftigte. Regionale Unterschiede in der Lebenszufriedenheit bestehen, jedoch sind diese nur moderat und der Abstand schrumpft zunehmend. Spezifische Sorgenfelder, wie etwa um die eigene wirtschaftliche Situation oder die Gesundheit, beeinflussen die Lebenszufriedenheit signifikant. Die Lebenszufriedenheit ist mittlerweile ein empirisch breit untersuchter, ergänzender Wohlstandsindikator. Er ist relevant, um Gesellschaftspolitik nachhaltig und resilient zu gestalten und das Vertrauen in die Leistungsfähigkeit der Sozialen Marktwirtschaft zu stärken.
Keywords: Determinanten der Lebenszufriedenheit, Wohlstand, Kontrollüberzeugung
DOI:
https://doi.org/10.2373/1864-810X.25-04-02