Diskussionspapiere extern
Christina Anger, Wido Geis, Axel Plünnecke
Köln:
IW Köln,
2017,
(Gutachten für den Verband kinderreicher Familien in Deutschland)
Der demografische Wandel stellt Wirtschaft, Gesellschaft und Politik in Deutschland vor immer größere Herausforderungen. Besonders problematisch ist die Alterung der Bevölkerung für die Sozialversicherungen. Dabei ist eine Hauptursache für diese Entwicklung, dass die Geburtenziffer in Deutschland seit Mitte der 1970er Jahre bei weniger als 1,5 Kindern je Frau liegt, wohingegen rund 2,1 Kinder für den Bestandserhalt der Bevölkerung notwendig sind. Dass in Deutschland seit dieser Zeit so wenige Kinder geboren werden, geht zu bedeutenden Teilen darauf zurück, dass sich heute deutlich weniger Elternpaare für dritte und weitere Kinder entscheiden. Haben noch 22,4 Prozent der zwischen 1941 und 1946 geborenen Frauen drei und mehr Kinder zur Welt gebracht, waren es bei den zwischen 1972 und 1976 geborenen nur 17,0 Prozent. Dieser Rückgang der Zahl kinderreicher Familien erklärt Berechnungen von Bujard / Sulak (2016) zufolge rund 68 Prozent des Geburtenrückgangs, wohingegen nur 26 Prozent auf den deutlichen Anstieg der Kinderlosigkeit entfallen. Dennoch wird im politischen und wissenschaftlichen Diskurs über familienpolitische Ansätze zur Stärkung der Geburtenzahlen der Fokus in der Regel auf die Familiengründung und selten auf den Übergang zu drittem und weiteren Kindern gelegt. Im vorliegenden Gutachten soll daher die ökonomische Bedeutung der Mehrkindfamilien in Deutschland aufzeigt werden.