Arbeit, Migration und Gesundheit

Aufsätze in Sammelwerken 2010

Patrick Brzoska, Katharina Reiss, Oliver Razum

In: Bernhard Badura, Helmut Schröder, Joachim Klose, Katrin Macco , Fehlzeiten-Report 2010
Berlin und Heidelberg: Springer
129-139

Abstract

Deutschland ist ein bevorzugtes Ziel von internationaler Mobilität und Zuwanderung. Insgesamt haben rund 15,4 Millionen Menschen in Deutschland einen Migrationshintergrund und machen damit fast ein Fünftel der Gesamtbevölkerung aus. Daten des Mikrozensus 2007 und des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) zeigen, dass Migranten im Hinblick auf unterschiedliche sozioökonomische Faktoren im Vergleich zur einheimischen Mehrheitsbevölkerung benachteiligt sind. Sie haben geringere schulische und berufliche Abschlüsse und arbeiten in Berufen, die ein geringeres Qualifikationsniveau erfordern. In der Folge ist ihre wirtschaftliche Situation durchschnittlich ungünstiger. Darüber hinaus sind sie größeren berufsbedingten Gesundheitsrisiken ausgesetzt und haben einen schlechteren Gesundheitszustand. Das geht aus Statistiken der Sozialversicherungsträger zu Arbeitsunfällen, Berufskrankheiten, Arbeitsunfähigkeitszeiten und gesundheitlicher Frühberentung hervor. Es ist daher die Aufgabe der Akteure im Sozial- und Gesundheitswesen dafür zu sorgen, dass Arbeitsbedingungen für Migranten verbessert, ihr Zugang zum Arbeitsmarkt durch Reduzierung von Bildungsungleichheit erleichtert und bereits eingetretene berufsbedingte gesundheitliche Beeinträchtigungen bedarfs- und bedürfnisgerecht adressiert werden.

keyboard_arrow_up