Zur Entwicklung der Vermögensungleichheit in Deutschland

Referierte Aufsätze Web of Science

Joachim R. Frick, Markus M. Grabka

In: Berliner Journal für Soziologie 19 (2009), 4, 577 - 600

Abstract

Einkommensungleichheit und relative Einkommensarmut dominieren seit langem die sozialpolitische Diskussion in Deutschland, während – auch aus Gründen eingeschränkter Datenverfügbarkeit – die personelle Vermögensverteilung vergleichsweise unzureichend erforscht ist. Der vorliegende Beitrag nutzt Mikrodaten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) und stützt sich dabei auf individuelle Angaben zum Geld- und Sachvermögen der Jahre 2002 und 2007. Innerhalb dieses 5-Jahreszeitraums hat die Konzentration der Vermögen ebenso wie die der Einkommen deutlich zugenommen. Detaillierte Sozialstrukturanalysen belegen neben signifikanten Unterschieden in der Vermögensausstattung nach Migrationshintergrund, Bildung, Region und Einkommenslage eine ausgeprägte Lebenslaufabhängigkeit. Diese Querschnittsdimension wird auf Basis der Längsschnittdaten des SOEP erweitert um multivariate Regressionsanalysen, die neben der Relevanz des individuellen Erwerbs- und Einkommensverlaufs für den Vermögensaufbau auch die nachhaltige Bedeutung intergenerationaler Transmissionsmechanismen (insbesondere Erbschaften) für die individuelle Vermögensakkumulation und -mobilität belegen.



Keywords: Vermögensungleichheit, Vermögensmobilität, Vermögensakkumulation, SOEP, Wealth inequality, Wealth mobility, Wealth accumulation
DOI:
https://doi.org/10.1007/s11609-009-0112-1

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