Eine Frage des Lebensverlaufs: Das Risiko arm zu werden ist nicht für alle Alleinerziehenden gleich

Diskussionspapiere extern

Sabine Hübgen

Berlin: Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB), 2016,
(WZB-Mitteilungen Nr. 153)

Abstract

Alleinerziehende in Deutschland sind keine homogene Gruppe. Ihr Armutsrisiko hängt von der bisherigen Biografie und insbesondere von den Partnerschaftsverläufen ab. Dabei ist jedoch unklar, ob zuerst das Armutsrisiko oder das Alleinerziehen eintritt. Die Ergebnisse zeigen: Zuvor verheiratete Mütter werden häufig durch das Alleinerziehen stark von Armut bedroht. Dagegen war ein Fünftel der Mütter in einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft, die dann alleinerziehend wurden, schon zwei Jahre zuvor von Armut bedroht. Bei zuvor partnerlosen Frauen scheint das Alleinerziehen in den ersten beiden Jahren keinen signifikanten Einfluss auf das Armutsrisiko zu haben.

Lone mothers in Germany are not a homogeneous group. Their risk of poverty depends on the respective life courses and particularly on relationship trajectories. However, it is rather unclear whether lone motherhood causes poverty or vice versa. Results show for the case of divorced lone mothers that the transition into lone motherhood increases their poverty risks considerably. By contrast, one fifth of formerly cohabiting mothers were already at risk of poverty two years beforehand. Becoming a lone mother does not seem to have a significant effect on formerly unpartnered women’s poverty risks.

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