Weitere referierte Aufsätze
Jenny Pleinen, Lutz Raphael
In: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte 62 (2014), 2, 173-196
Die Debatte, die Rüdiger Graf und Kim Christian Priemel 2011 in den Vierteljahrsheften eröffnet haben, geht in eine neue Runde: Wie soll die Zeitgeschichte mit den Daten und Deutungsangeboten der Sozialwissenschaften umgehen, so lautet die zentrale Frage. Jenny Pleinen und Lutz Raphael plädieren dafür, die Historisierung sozialwissenschaftlicher Analysen mit einer methodisch reflektierten Nutzung der ihnen zugrunde liegenden Daten zu kombinieren und zeigen in ihrer äußerst aspektreichen Studie an mehreren Beispielen, was sie genau damit meinen. Mit bloßer Rückbesinnung auf das historische Kerngeschäft ist es in ihren Augen nicht getan. An eigener Begriffs- und Theoriebildung führt kein Weg vorbei. Eine wichtige Herausforderung - keine Frage.
The article discusses the methodical and theoretical challenges which contemporary history faces when dealing with data and interpretations derived from the contemporary social sciences. It calls for combining a critical historicisation of analyses generated by the social sciences with a methodically reflected use of the underlying data. Examples for such possibilities for a social history of the Federal Republic of Germany since the 1970s include theories and data on changing societal values, the use of public statistics for migration history and the analysis of research results of industrial sociology and the German Socio-Economic Panel Study (SOEP).
Keywords: Zeithistorische Methodendebatte; Zeitgeschichte und Sozialwissenschaften
DOI:
https://doi.org/10.1515/vfzg-2014-0010