Kosten und Nutzen der Sparsamkeit - Zur Erhebung sozialer Netzwerke und sozialer Unterstützungspotentiale in der Umfrageforschung

Diskussionspapiere extern

Sebastian Sattler, Martin Diewald

Berlin: DIW Berlin, 2009,
(SOEPpapers 165)

Abstract

Die Erfassung egozentrierter Netzwerke kann sehr zeitaufwendig sein, was besonders in Mehrthemenumfragen zum Problem wird. Deshalb stellt sich die Frage, ob und welcher Informationsverlust durch verschiedene Sparsamkeitsstrategien bei der Erhebung auftritt. Zu Stellschrauben für Einsparungen zählen die Anzahl möglicher Nennungen von Alteri (unbegrenzt vs. begrenzt) und die Abfragevariante (freie Abfrage vs. Listenabfrage). Es wurden zwei mögliche Kombinationen untersucht und verglichen: unbegrenzt/frei und begrenzt/Listenabfrage. Die Verfügbarkeit von drei Datensätzen, die unterschiedlich viel Aufwand für die Netzwerkerhebung bei zum Teil gleichen Stimuli betrieben haben (SOEP: sparsam, Minipanel: ausführlicher, IDUN: sehr ausführlich), eröffnete hierfür Analysemöglichkeiten. Genauer betrachtet wurden in den angestellten Analysen: die Anzahl der generierten Nennungen, die Komposition der Netzwerke bezüglich ihres Herkunftskontextes und ein Test dieser Netzwerkmerkmale als Explanans. Neben den erwarteten Unterschieden in der Netzwerkgröße zeigten sich Effekte der Erhebungsform auch auf die Netzwerkkomposition. So wurden beim SOEP im Vergleich zu IDUN familiale und partnerschaftliche Beziehungen stark überschätzt, während nicht-verwandtschaftliche Beziehungen stark unterschätzt wurden. Wir können zudem zeigen, dass Sparsamkeitsbestrebungen nicht nur zu einem Informationsverlust, sondern auch zu unterschiedlichen Schlussfolgerungen hinsichtlich der Verfügbarkeit von Sozialkapital führen können.



Keywords: social networks, network measurement, ego-centered networks, social relations, name generators, social capital, social support
Externer Link:
http://www.diw.de/documents/publikationen/73/diw_01.c.96292.de/diw_sp0165.pdf

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