Weitere referierte Aufsätze
Rembrandt Scholz
In: Schmollers Jahrbuch 126 (2006), 3, 375-386
Information about mortality by socioeconomic group is not available for the whole German population due to especially strict data protection laws. Existing knowledge mostly originates from sample surveys. The present study aims at closing a part of this gap by estimating mortality of a core part of the German male population aged 65+. In doing this we use an unusual data set of the German Union of Pension Systems (VDR) covering all receivers of German pensions (over 95% of Germans aged 65+). The data have become available to us thanks to new policies towards greater openness of German statistical sources for scientists. The data for the year 2003 are classified by age, type of medical insurance (public, private, foreign), broad professional group (workers, employees, miners), place of residence (East and West Germany or foreign), and number of the pension credit points. The latter variable is a good indicator of income accumulated over working lives. Mortality decreases with increasing credit points. The range of variation between the extreme groups of miners and workers with public medical insurance in East and West Germany and the West German employees with private medical insurance is 2.5--3 fold in terms of relative mortality and is close to 6 years in terms of life expectancy at age 65. Most of the data manipulation work was completed at the VDR scientific data center in Würzburg. This study is part of the German Vanguard Project. Zusammenfassung: Die Sterblichkeitsunterschiede von 5.2 Millionen deutschen Männern wurden mit den Daten der Deutschen Rentenversicherung untersucht. Informationen über die Sterblichkeit nach sozioökonomischen Gruppen sind für Deutschland bislang nicht zugänglich aufgrund der strengen Datenschutzanforderungen in Deutschland. Das bisher vorhandene Wissen über die sozioökonomische Situation in Deutschland stammt aus einigen wenigen Untersuchungen, die auf kleinen Stichproben und Befragungen basieren. Die vorliegende Untersuchung versucht die Wissenslücke zu schließen, indem die Sterblichkeit der deutschen männlichen Bevölkerung im Alter von 65 und älter untersucht wird. Es wird dazu ein Datenmaterial benutzt, das alle Informationen zu den deutschen Männern enthält, die eine eigene Rente von der Deutschen Rentenversicherung erhalten (über 90 % aller Deutschen im Alter 65+). Die Mikrodaten der Deutschen Rentenversicherung sind dank neuer politischer Regelungen und finanzieller Förderung des Aufbaus des Forschungsdatenzentrums der Rentenversicherung für Forschungsfragestellungen unter Einhaltung strenger Datenschutzanforderungen zugänglich. In der vorliegenden Studie wurden die Daten des Kalenderjahres 2003 analysiert und nach den Merkmalen Alter, Art des Krankenversicherungsverhältnisses, Art des Versicherungszweiges, Wohnsitz (Ost, West oder Ausland) und Zahl der persönlichen Rentenentgeltpunkte ausgewertet. Die Rentenentgeltpunkte sind ein guter Indikator für das Einkommen über das gesamte Arbeitsleben in anhängiger Beschäftigung. Die Schätzungen der Lebenserwartung und die empirische Sterberate zeigen große Schwankungen über die ein- und die mehrdimensionalen sozioökonomischen Kategorien. Die Sterblichkeit verringert sich bei Zunahme der persönlichen Rentenentgeltpunkte. Die Lebenserwartung ist höher bei Angestellten als bei Arbeitern; niedriger bei Pflichtversicherten als bei Privatversicherten. Die größten multivariaten Differenzen bestehen zwischen den Versicherten in der Knappschaft mit Pflichtversicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung mit dem Wohnort Ost und den westdeutschen Angestellten mit Privatversicherung. Der größte Teil der Berechnungen wurde im Forschungsdatenzentrum der Deutschen Rentenversicherung in Würzburg durchgeführt, sowohl über die Nutzung des Gastwissenschaftler-Arbeitsplatzes als auch über das kontrollierte Fernrechnen. JEL CLassification: J14, I11