Der Generationenmythos

Referierte Aufsätze Web of Science

Martin Schröder

In: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie (KZfSS) 70 (2018), 3, 469-494

Abstract

Dieser Artikel zeigt, dass deutsche Nachkriegskohorten sich kaum in ihren Einstellungen unterscheiden, weder in Bezug auf Lebensziele noch in Bezug auf Sorgen oder gesellschaftliches und politisches Engagement. Diese Kohorteneffekte werden unter Kontrolle von Alters- und Periodeneffekten mit bis zu 551.664 Beobachtungen von bis zu 76.161 Individuen des Sozio-oekonomischen Panels berechnet. Die Ergebnisse zeigen, dass von der Literatur postulierte Generationsunterschiede zwischen der sogenannten Generation Y, X, den Babyboomern, den ’68ern sowie der sogenannten Skeptischen Nachkriegsgeneration in Wirklichkeit kaum existieren. Weithin verbreitete Vorstellungen, wie Generationen sich in ihren Einstellungen unterscheiden, finden sich somit empirisch nicht bestätigt. Angesichts dessen sind Umfragen wie die Shell Jugendstudie wenig sinnvoll, ebenso wie eine Managementliteratur, die Ratschläge zum Umgang mit Generationenunterschieden gibt, welche empirisch nicht feststellbar sind.



Keywords: Alter-Perioden-Kohortenmodelle, Karl Mannheim, Generation Y,Generation X, Babyboomer, 68er, Nachkriegsgeneration
DOI:
https://doi.org/10.1007/s11577-018-0570-6

keyboard_arrow_up