Referierte Aufsätze Web of Science
Florian Trachte, Stefanie Sperlich, Siegfried Geyer
In: Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie 48 (2015), 3, 255-262
Hintergrund: Der Frage, wie sich die Gesundheit und die Morbidität im höheren Lebensalter entwickeln, kommt eine zunehmende Bedeutung zu. Derzeit werden drei Szenarien diskutiert: die Morbiditätskompression, das dynamische Gleichgewicht und die Morbiditätsexpansion. Fragestellung: Die vorliegende Arbeit untersucht, wie sich die subjektive und die funktionelle Gesundheit in der älteren Bevölkerung von 1997 bis 2010 in Deutschland entwickeln. Material und Methoden: Auf der Grundlage des Sozioökonomischen Panels Deutschland (GSOEP) werden mittels deskriptiver Statistik in wiederholten Querschnittsanalysen die Entwicklung der subjektiven und der funktionellen Gesundheit für Personen im Alter zwischen 65 bis 89 Jahren nach Geschlecht und Alter stratifiziert untersucht. Ergebnisse: Im Vergleich der verschiedenen Jahrgänge berichten Männer und Frauen aus jüngeren Kohorten über eine bessere subjektive und funktionelle Gesundheit als Personen der vor ihnen geborenen Jahrgänge. Für die subjektive Gesundheit trifft dieses allerdings nur auf jüngere Personen (65−74 Jahre) zu. Bei älteren Personen (75−89 Jahre) zeigen sich im Kohortenvergleich zwischen 1997 und 2010 keine Verbesserungen der subjektiven Gesundheit. Verbesserungen der funktionellen Gesundheit zwischen den Kohorten betreffen alle Altersgruppen in ähnlicher Weise. Schlussfolgerungen: Die Befunde für die subjektive und die funktionelle Gesundheit sind mit der Morbiditätskompression und dem dynamischen Gleichgewicht zu vereinbaren. Eine Morbiditätsexpansion kann für die untersuchten Gesundheits-Outcomes weitgehend ausgeschlossen werden.
Background: Within the context of demographic change, the development of morbidity among the older population has increasingly gained importance. In this respect, three different scenarios of the development of morbidity are discussed: the compression of morbidity, the dynamic equilibrium, and the expansion of morbidity. Objectives: This paper investigates in which way subjective and functional health have developed among the older population between 1997 and 2010. Materials and methods: Using German Socio-Economic Panel (GSOEP) data, the developments of subjective and functional health are examined in cross-sectional comparisons. The age groups between 65 and 89 are considered. Analyses are stratified according to gender and age. Results: In comparing different cohorts, men and women from younger cohorts report better subjective and functional health compared to people born before them. Concerning subjective health, this trend mostly affects younger people (65–74 years). Elderly subjects (aged 75–89 years) in the cohort comparison between 1997 and 2010 report no improvements in subjective health. In contrast, functional health between the cohorts affected all age groups in a similar manner. Conclusion: Results for subjective and functional health are consistent with the compression of morbidity and the dynamic equilibrium and they do not point towards an expansion of morbidity.
Keywords: Sozioökonomisches Panel, Deutschland, Gesundheit, Befragung, subjektive Gesundheit, funktionelle Gesundheit
DOI:
https://doi.org/10.1007/s00391-014-0644-7