Nicht-referierte Aufsätze
Claudia Vogel, Harald Künemund
In: Der Bürger im Staat 62 (2012), 4-2012, 247-252
Das Phänomen der Altersarmut konnte in der Bundesrepublik zum Ende des letzten Jahrhunderts aufgrund der Erfolge der umlagefinanzierten gesetzlichen Rentenversicherung als weitgehend besiegt angesehen werden. Heute entwickelt sich Altersarmut jedoch erneut zu einem ernstzunehmenden gesellschaftlichen Problem. Dies, so argumentieren Claudia Vogel und Harald Künemund in ihrem Beitrag, hängt zum einen mit einem Paradigmenwechsel in der Alterssicherung zusammen, in dessen Folge der privaten Altersvorsorge eine viel größere Bedeutung zukommt. Die Möglichkeiten hierzu sind sozial ungleich verteilt, so dass finanziell schlechter gestellte Personen zunehmend armutsgefährdet sind. Zum anderen ist Armut im Alter auch eine Folge von Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt, beispielsweise der Zunahme prekärer Arbeitsverhältnisse. Schon heute ist mehr als jeder zehnte Deutsche über 65 armutsgefährdet – Tendenz steigend. Um auf dieses Problem zu reagieren, empfiehlt das Autorenteam, den vollzogenen Paradigmenwechsel in der Altrssicherung noch einmal gründlich zu überdenken und Alternativen zu diskutieren, statt mit zu kurz greifenden Reformen neue Probleme herbeizuführen.
Externer Link:
http://www.buergerimstaat.de/4_12/armut.pdf