Die IAB-SOEP-Migrationsstichproben sind ein gemeinsames Projekt des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) und des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin). Das Projekt hat zum Ziel, Einschränkungen von vorherigen Datensätzen zu überwinden, indem Stichproben gezogen werden, die die Veränderungen in der Struktur der Migration nach Deutschland seit 1995 berücksichtigt.
Ziehungsdesign
Die IAB-SOEP-Migrationsstichprobe M1 wurde aus den Integrierten Erwerbsbiografien (IEB) gezogen und 2013 erstmalig befragt. Es werden 250 Regionaleinheiten mit einem mehrstufigen Verfahren gezogen, so dass jede Person aus der Grundgesamtheit unserer Zielpopulation die gleiche Wahrscheinlichkeit hat, in die Stichprobe zu gelangen. In den 250 Regionaleinheiten des Feldeinsatzes wurden je 80 Adressen zufällig gezogen, wobei bestimmte Herkunftsgruppen eine höhere Ziehungswahrscheinlichkeit erhielten, um hinreichend große Fallzahlen für spezifische Gruppen zu gewährleisten. Dazu gehören insbesondere Personen aus den neuen EU-Mitgliedsländern und Personen aus Südeuropa.
Die Haushalte der zweiten IAB-SOEP-Migrationsstichprobe (M2) wurden 2015 erstmalig befragt. Die Zielpopulation dieser IAB-SOEP-Migrationsstichprobe sind Personen, die zwischen 2010 und 2013 nach Deutschland eingewandert sind. Die größte Gruppe stellen dabei die Migrantinnen und Migranten aus den neuen EU-Mitgliedsstaaten in Osteuropa. Dieser Umstand ermöglicht es, die sich gegenwärtig vollziehende dynamische Änderung des Einwanderungsgeschehens nach Deutschland besser zu beschreiben. Die Stichprobe M2 besteht aus 1.096 Haushalten und ist, wie die Stichprobe M1, aus den Registerdaten der Bundesagentur für Arbeit gezogen worden.
Die Haushalte der dritten IAB-SOEP-Migrationsstichprobe (M7) werden 2020 erstmalig befragt. Die Zielpopulation dieser IAB-SOEP-Migrationsstichprobe sind Personen, die zwischen 2016 und 2018 aus den Herkunftsländern: Polen, Rumänien und Bulgarien nach Deutschland eingewandert sind. Dieser Umstand ermöglicht es, die sich gegenwärtig vollziehende dynamische Änderung des Einwanderungsgeschehens nach Deutschland besser zu beschreiben. Die Stichprobe M7 ist, wie die Stichproben M1 und M2, aus den Registerdaten der Bundesagentur für Arbeit gezogen worden.
Die Haushalte der IAB-SOEP-Migrationsstichprobe (M8a, M8b, M8c, and M8d) wurden im Jahr 2020 (M8a), 2022 (M8b), 2023 (M8c) bzw. 2024 (M8d) erstmalig befragt. Die Stichproben M8a bis M8d dienen der Evaluierung des Fachkräfteeinwanderungsgesetzes, welches am 1. März 2020 in Kraft getreten ist.
Befragung
Jedes Haushaltsmitglied ab 16 Jahren einer gezogenen Person wird zunächst mit einem Personen-Biografiefragebogen oder Jugendfragebogen, der auch Fragen zur Migrationsbiografie enthält, befragt. Zusätzlich muss jeder Haushalt einen Haushaltsfragebogen ausfüllen. Ab dem zweiten Befragungsjahr werden die weiteren SOEP-Fragebögen eingesetzt, insbesondere die altersspezifischen Mutter-(bzw. Eltern-)Kind-Fragebögen.
Die IAB-SOEP-Migrationsstichproben bietet eine Datenbasis, mit der neue Erkenntnisse für die Erschließung von Fachkräftepotenzialen sowie für die Einwanderungs-, Integrations- und Arbeitsmarktpolitik in Deutschland gewonnen werden können. Folgende Inhalte werden erhoben:
Die Studie öffnet neue Perspektiven für die Migrationsforschung und verschafft Einblicke in die Lebenssituation von (neuen) Migrant*innen in Deutschland.
Die IAB-SOEP-Migrationsstichproben erhöhen die nutzbare Datenbasis für Forschungen zu Migration und dem Leben von Migrant*innen in Deutschland zusammen mit SOEP-Core erheblich. 4.964 Personen in 2.723 Haushalten nahmen an der ersten Welle dieser Studie teil.
Tabelle 1: Fallzahlenentwicklung der IAB-SOEP Migrationsstichprobe
| 2013 | 2014 | 2015 | 2016 | 2017 | 2018 | 2019 | 2020 | 2021 | 2022 | 2023 | 2024 | |
| Erwachsene | 4945 | 3740 | 4758 | 3830 | 3401 | 2960 | 2511 | 4381 | 2061 | 4361 | 4166 | 6589 |
| Kinder | 2500 | 1949 | 2482 | 1971 | 1768 | 1547 | 1312 | 1968 | 998 | 1258 | 1275 | 2427 |
Weil die Studie auch in der normalen SOEP-Datenweitergabe enthalten ist, können weitere Migrant*innen aus anderen SOEP-Core-Stichproben in die Analyse einbezogen werden, was die Anzahl der Beobachtung erhöht.
Datenzugang
Der Datensatz ist zugleich zusätzliche Stichproben für die SOEP-Core-Studie, er ist als Sample M1 und M2 ab SOEP v39 integriert (identische Fragebögen, angereichert um Fragen zur Migrations-Situation der Befragten). Alle SOEP-Nutzer*innen mit einem gültigen Datenweitergabevertrag haben die Daten entweder ab SOEP v39 erhalten, oder können sie getrennt als Daten der IAB-SOEP-Migrationsstichprobe bestellen. Der Datensatz wird, wie üblich, über einen personalisierten, sicheren Downloadlink kostenfrei zur Verfügung gestellt.
Zugangsmöglichkeiten wie hier beschrieben.
Registerverknüpfung
Es ist für die IAB-SOEP-Migrationsstichproben möglich, die Erhebungsdaten mit administrativen Arbeitsmarkt- und Einkommensdaten zu verknüpfen, falls für die jeweiligen Befragten eine explizite Zustimmung zur Registerverknüpfung vorliegt. Weil aber diese verknüpften Datensätze Sozialdaten enthalten und nur schwach anonymisiert sind, ist ein Zugang nur direkt im Forschungsdatenzentrum der Bundesagentur für Arbeit im IAB (FDZ IAB) möglich. Forscherinnen und Forscher erhalten Zugriff auf die FDZ IAB-Daten entweder während eines Gastaufenthaltes am IAB oder über einen kontrollierten Fernrechenzugang, der ebenfalls vom IAB eingerichtet wird. Anfragen für den Datenzugang müssen direkt an das FDZ IAB gestellt werden, zumal auch ein Datennutzungsvertrag mit dem IAB erforderlich ist (weitere Informationen).
Alle Dokumente wie Methodenberichte, Fragebögen und Veröffentlichungen zur Studie finden sich unter Dokumentationen der SOEP Studien. Mit dem Filter „Dokumentationsart“ kann man die Suche nach Dokumenten einschränken.