Weitere referierte Aufsätze
Walter Krämer
In: AStA Wirtschafts- und Sozialstatistisches Archiv 16 (2022), 3, 287-294
Gerhard Arminger zählt sicher zu den herausragenden Gestalten der deutschsprachigen Statistik (Abb. 1). Er wurde am 7. April 1949 in Salzburg geboren und hat in Linz und Wien Soziologie studiert. Promotion zum Thema „Loglineare Modelle zur Analyse nominal skalierter Variabler“. Von 1978 bis zu seiner Emeritierung 2014 war Gerhard Arminger ordentlicher Professor für Wirtschaftsstatistik an der Universität Wuppertal; verschiedene auswärtige Rufe, etwa an die University of California in Los Angeles (UCLA), die University of Arizona in Tucson, die University of Indiana in Bloomington, die Universität Wien und die London School of Economics (LSE) hat er abgelehnt. Heute lebt er in Kreuzlingen in der Schweiz. Allein schon diese beeindruckende Liste von Angeboten aus internationalen Spitzenplätzen zeugt von dem wissenschaftlichen Ansehen, das sich Gerhard Arminger in kurzer Zeit weltweit erworben hat. Neben seinen vielbeachteten Arbeiten zur Faktorenanalyse, zu latenten Variablen, log-linearen Modellen und zur Analyse von Paneldaten ist dabei auch sein Erfolg bei der Übertragung statistischer Verfahren in die betriebswirtschaftliche Praxis bemerkenswert. Das von ihm im Jahr 1996 mitbegründete Unternehmen „SAF Simulation, Analysis and Forecasting“ wurde schnell zum Marktführer bei Softwarelösungen im Bereich der automatischen Bestellung im filialisierten Einzelhandel (z. B. dm, Metro). Im Jahr 2006 folgte der Gang der SAF mit damals 100 Mitarbeitern an die Frankfurter Börse, im Jahr 2009 verkaufte Gerhard Arminger seine Anteile um einen nur den Beteiligten bekannten Betrag an die Firma SAP. Seit seiner Emeritierung beteiligt er sich an Neugründungen in den Bereichen Ökologie und Sensortechnologie. Mit dem Interviewer Walter Krämer traf er sich an seiner alten Wirkungsstätte Wuppertal (Abb. 2).